Glückswährung

All diese Coaching-Befehle und (gutmeinenden?) Ratschläge von Westentaschenpsychologen oder sonstwelchen „Erleuchteten”: Werde glücklich, kümmere dich nicht um ***, erwarte nichts, unterwirf dich nicht Zwängen von ***, folge deinem inneren Stern et cetera pp.
Bringen denn aber extrasoziale Bestrebungen, also solche, die den Einzelnen möglichst weit aus dem Sozialverbund herauskatapultieren sollen, das Individuum nicht einerseits in die Situation, sich abzukapseln und zu isolieren, und andererseits paradoxerweise in einen Status, den individuellen Komfort auf Kosten der Allgemeinheit zu „erkaufen”?
Ob wohl die Währung des Schecks, mit dem individuelles „Glück” bezahlt wird, soziales Verachtetsein lautet? Ein Scheck, der seltsamerweise mit sozialer Verachtung beglichen wird.

2 Kommentare zu „Glückswährung

  1. Wer nichts wird und wer nichts kann, der wird Coach. Das Internet ist überwemmt von ihnen, die ihr Leben selbst nicht auf die Reihe bringen, aber anderen erzählen wollen, wie sie leben sollen.Das ist traurig, aber ich nehm es mit Humor, kann nur lachen. Wer natürlich an die selbsternannten Gurus glaubt, ist ihnen ausgeliefert und wird irgendwann mit schwerem Kopf erwachen. Ich danke dir für den Text. LG PP

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    1. Vielen Dank! 🙂
      Aber ich frage mich gerade, ob mein Text nicht auch gerade von jemandem verfaßt wurde, der das Leben nicht selbst auf die Reihe bringt, nämlich von mir, und doch inständig hofft, bei anderen zustimmend-umsetzendes Gehör zu finden. 😉

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