Werbung

Werbung! Als ob eines weiteren Beweises dafür bedürfte, daß die meisten Vertreter (♀♂) der Spezies Mensch dümmlich-leichtgläubig oder menschenverachtend kriminell sind. Wie kann man einerseits nur den Bruchteil einer Sekunde lang glauben, daß Werbeversprechen irgend etwas mit der Realität zu tun haben könnten? Wie kann man andererseits mit ruhigem Gewissen auf Dummenfang gehen?
Oder anders: Wie wertvoll ist eine beworbene Person, die ohne jeden tieferen Gedanken der eigenen Schwätzkampagne nach kürzester Zeit auf den Leim gegangen ist; würde ein anderes Werbeversprechen diese Person nicht auch wieder umgehend abspenstig machen?
Oder auch: Wie schlecht muß ein Produkt sein, das nicht vermittels seiner Qualität für sich zu werben vermag, sondern offenkundig nur durch miserable Schauspielversuche in sündhaft teuren Computeranimationen?

20 Kommentare zu „Werbung

        1. Seifen, Zahncremes, Waschmittel, Lebensversicherungen, Monatsbinden et cetera pp gibt es schon seit…
          Ach, reden wir nicht darüber: Sollte in diesem Beritt „Schwellenangst” wirklich ein Argument sein? ^_^

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        2. Angst und Unkenntnis leben zusammen … und ich denke, dass daran nicht gerüttelt wird. Werbung trägt das jeweilige Gesicht der Gegenwart. Schwellenangst bei Neuem kann ich mir vorstellen …wie sollte man es sich sonst erklären, dass Neues gekauft, aber oftmals ungenutzt bleibt …

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        3. Sind das nicht eigentlich zwei unterschiedliche Themen? Der Mensch an sich ist nun einmal neugierig! Glücklicherweise! Aber er ist neugierig auch ohne verlockende Werbung…

          Aber ohne Zweifel – da stimme ich vollends zu – leben ‘Angst und Unkenntnis ’ zusammen. Nur was ist in einer solchen Situation humaner: das schamlose Ausnutzen oder eine mißstandsbeseitigende Aufklärung einer nicht zufriedenstellenden Situation?

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        4. Neugierde wird gefüttert und damit gelenkt und geleitet. Könnte sein, dass es sich mit Werbung leichter lebt, wenn man davon ausgeht, dass Nachdenken harte Arbeit ist … und Werbung über Gefühlskanäle längst ihr Ziel erreicht haben.
          Neugierde, gepaart mit Angst und Unkenntnis, setzt Beine in Bewegung, baut Spannung auf. (wenn man das Bild von jungen Welpen vor Augen hat) Der Weg von Unkenntnis zum Erkennen ist wie ein Gang in hellere Gefilde.

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        5. Daß ‘Nachdenken harte Arbeit ist’, mag ich gern glauben. Doch wie soll ich dann den Satz mit dem ‘Weg von Unkenntnis zum Erkennen’ verstehen? Ist nicht die Helligkeit lichter Gefilde mitunter schmerzlich (siehe Sonnenbrille) oder lästig, weil plötzlich Makel sichtbar werden (können), die in der Dunkelheit kaum aufgefallen wären.

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        6. Bei Werbung, um mal wieder ein wenig dichter an den Ausgangsartikel zu konnen, geht es als allerletztes ums Erkennen. Wer das geistige Zeug für Erkenntnis hat, könnte schließlich auch unbequeme Fragen stellen. Es geht bei Werbung um apodiktische Setzungen.
          Und gerade deshalb bin ich überzeugt, daß Werbung per se irrational ist. Sie verschafft den Werbefuzzis ein gutes Einkommen und den Aktionären möglicherweise ein gutes Gefühl, aber bewirkt sie darüberhinaus irgendetwas?

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  1. Guten Morgen!
    Das Thema Werbung ist vielschichtig. In ihr spricht der Zeitgeist und sie wirkt gleichzeitig am Zeitgeist mit. Wäre Werbung demokratisch, müsste man nachdenken. Als es weniger Werbung gab, konnte das Produkt leichter indirekt subtil weitergetragen werden. (Oma schwört auf Waschmittel x, Tochter übernimmt es fraglos, kommt nicht einmal auf den Gedanken, dass es andere Waschmittelwege gibt, die ebenso tauglich sind.)

    Individualität, die angepriesene, birgt unendliche Möglichkeiten, was Produkte und Werbung anbelangt.

    „Man kann es nie jedem recht machen“, klingelt es in den Ohren, weil mit jedem immer nur ein Pünktchen von den Grundbedürfnissen getroffen wird. „Sie wollen alle nur dein Geld“, war mal ein geläufiger Satz, wenn auf Neues aus der Werbung begeistert hingewiesen wurde. Nach solch einem Einwand war erst einmal das Buch zu, die Werbeneuigkeit hatte keine Chance und man ging seiner Arbeit nach. Könnte sein, dass Werbung wirkungsvoller (schlagkräftiger?) war, als Individualität noch nicht so sehr vermarktet wurde.

    Ob Werbung eine Pseudo-Individualität schafft? Wer auf dem Laufenden ist, muss sich auskennen. Wer herausragen will, muss sich besser auskennen, schneller sein, vorne sein und längst dem neueren Trend folgen, wenn Nachfolger in Sicht sind. Wird der Mensch durch Werbung zum Spielball …? Die Polarität von Dazugehören und Sich-Abheben bindet Kraft und lenkt den Blick weg vom anderen, hin zum äußeren Selbst, kann einsam machen.

    „Wie du kommst gegangen, so wirst du empfangen …“
    Ob Werbung die Hülle vom Kern trennt … ich weiß es nicht. „Die Augen sind der Eingang zur Seele“, kommt mir in den Sinn. Mit allen Sinnen hinschauen, reflektieren, das sagt sich so leicht. Werbewege können wie Salbe an und unter die Haut gehen und dort haften bleiben.

    Das Irrationale dirigiert das Rationale, Kernaussagen werden verpackt an den Mann/die Frau gebracht. Märchen sind keine neue Erfindung. Werbung ist weder in den Himmel zu jubeln, noch zu verdammen. Die Eigenverantwortung nimmt einem niemand ab, denke ich.

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    1. Auch. Doch ist es nicht noch abstoßender, daß der Mensch an sich zwar durchaus weiß oder zumindest ein Gespür dafür hat, daß es diesen oder jenen Mißstand gibt, sich aber (mehrheitlich) nicht aufraffen kann, die Ursachen zu beseitigen. Allenfalls wird ein bißchen „Kosmetik” betrieben, damit der eigene Seelenfrieden erhalten bleibt.

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