nichts vermarkten

Kommenden Sonntag (28.10.) werden die Grünen bei der hessischen Landtagswahl wohl noch ein paar Prozentpünktchen von den nicht funktionierenden Parteien holen. Aber ach, so darf der Eingangssatz nicht formuliert sein; er legt die Vermutung nahe, daß die Grünen als Partei funktionieren würden. Doch – Hand aufs Herz! – tun sie das wirklich? Sind die Prozentpunkte als Bewertungskategorie für solide Parteiarbeit überhaupt aussagekräftig?
Ziemlich sicher neigen sich ein paar Wähler mehr als sonst den Grünen zu. Aber doch nicht, weil die Grünen die zusätzlichen Punkte verdient hätten, sondern weil sie den anderen entzogen werden. An der Qualität (oder ehrlicherweise Nicht­qualität) der Parteiarbeit hat sich deshalb noch lange nichts geändert. Resultiert der Wind unter den grünen Flügeln aus eigenem Antrieb des Parteiapparates oder aus dem Wirbel, den die abstürzenden Parteien verursachen?

4 Kommentare zu „nichts vermarkten

  1. „Resultiert der Wind unter den grünen Flügeln aus eigenem Antrieb des Parteiapparates oder aus dem Wirbel, den die abstürzenden Parteien verursachen?“ – Ja ber das ist nur die Hälfte des Erfolgs. Die andere beruht auf einem Versprechen: Du kannst mit gutem Gewissen konsumieren, es gibt ein grünes Wachstum, dein FDP-Lifestyle muss nur etwas grün getüncht werden; ansonsten kein Anlass für ein schlechtes Gewissen, weil du im Inland herumfliegst, eine große top renovierte Altstadtwohnung hast, total verspießert bist und deine Kinder auf eine Privatschule schickst ….Trotz allem, was zählt, ist das richtige Weltbild ….und das darf durch keine kritische Fragen erschüttert werden, z.B. wie viele Orang-Utans am Ökosprit und den Palmölplantagen sterben, dass Ackerland für die Akkus in den E-Autos in Wüsten verwandelt wird und deshalb Menschen hungern, dass ganze Landstriche in hässliche Industriebrachen transformiert werden, Boden versiegelt und mehr als 50 mal so viel Wald abgeholzt wird als im Hambacher Forst für die Windkraft…und arme Menschen diesen angeblichen Ökostrom bald nicht mehr bezahlen können, dass überhaupt kein CO2 dadurch eingespart werden konnte, weil WKA nicht grundlastfähig sind…..DENN ES KANN NICHT SEIN, WAS NICHT SEIN DARF. Die Grünen erlauben dem gut verdienenden Drittel sich gut zu fühlen ohne viel systemisches Nachdenken und in aller Wellness sich auch noch als Weltverbesserer zu fühlen …..Eingelullt durch das Märchen vom grünen Wachstum und Konsum ohne Reue……Das ist das, was die gehobene Mittelschicht, die weltoffen und urban ist, hören möchte. Die Grünen sind ein Produkt, ein Lebensgefühl, dass durch Verlogenheit, Lobbyismus und Korruption nicht erschüttert werden kann….Und davon haben die angestaubten Parteien nicht zu bieten ….und kein weltoffener Konsument wählt aus Protest eine bleue Nazi-Partei.

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    1. Ja, da stimme ich zu, Deine Aufzählung listet eine recht stattliche Anzahl von höchst fragwürdigen Aktionen, Argumenten u.s.w. der Grünen. Aber das Gewissen fragt offenbar nicht nach Reinheit oder gar Logik. Das hat sich schon der alte Johann Tetzel mit seinem Ablaßgeschäft zunutze gemacht. Und nun halt die Grünen. Auch daher resultiert der im Ausgangsartikel formulierte Zweifel, ob ‘die Grünen als Partei funktionieren’ würden. Doch wahrscheinlich wird heutzutage nicht mehr die höchste Übereinstimmung gewählt, nicht einmal das kleinste Übel, sondern das höchste Erwartungspotential hedonistischer Erfüllung (koste sie, was immer sie wolle).

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