veganes Kotelett

Es gibt Wörter, bei denen ich mich kringeln könnte vor Lachen. Zum Beispiel weckt das Wort Religions­wissen­schaften Erwartungen, die schlichtweg unhaltbar sind. Ist denn dieser Begriff nicht genauso sinnig wie veganes Kotelett?

75 Kommentare zu „veganes Kotelett

    1. Guten Appetit!
      Das Beispiel „Kotelett” habe ich übrigens mit Bedacht gewählt. Mir ist schon klar, daß die meisten Fleischgerichte vegetarisch oder vegan nachgebastelt werden. Ich weiß zwar nicht, warum, aber es passiert. Warum muß das Ding z. B. veg. Frikadelle heißen? Warum nicht gebratenes Gemüsemus? Hiepert vielleicht doch die Fleischeslust? 😉
      Upps, nun habe ich mich aber verplaudert. Ein Kotelett – um mal wieder zum Thema zurück zu kommen – hat einen Knochen, sonst darf es diese Bezeichnung nicht tragen… ^_^

      PS: Hätte bei der Tomatensoße nicht ein Thälmannpionier sein Konterfei hingeben müssen? Auf dem roten Halstuch sähe man die Soßenspritzer weit weniger als auf der blauen Jungpionier-„Krawatte”. 😆

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      1. Gebratenes Gemüsemus! Das ist es!! Dieses Wort bringt die Sache auf den Punkt und ruft Erinnerungen an Spinatekel aus der Kindheit hervor, den auch kein Popeye beseitigen konnte. Ein echtes Schnitzel schmeckt zwar, löst aber bei tieferem Nachdenken ein schlechtes Gewissen aus, ein veganes Schnitzel trickst den Verstand aus und beruhigt das Gewissen, bei mir aber nur so lange, bis ich mich für meine Enthaltsamkeit mit einem echten Schnitzel belohnen muss, dafür wird das geschlachtete Tier dann aber kein Schlachtvieh mehr, sondern ein Opfer der Schöpfung für höhere Zwecke … bla bla ….ne, ich werd zum Gierwolf nach zwei Wochen Vegan, selbst wenn Knochen drinne wären. Weis nicht warum.

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        1. Dieser Kommentar erinnert mich seltsamerweise an eine Passage aus Hesses „Steppenwolf”. Nun gut, da ging es nicht um Spinat und/oder vergan, sondern u. a. um einen Wolf, der auf Schokolade dressiert worden war, so gänzlich gegen die Natur. Und das könnte das Stichwort sein, Natur!? Vielleicht hat die Spezies Mensch in ihrer kaum zehntausendjährigen Evolution zwar abstrakte Dinge wider die Natur zu denken gelernt, aber wo der Geist willig ist, giert der körperliche „Rest” noch immer nach Fleisch, Fisch, Insekten, Wurzeln, Pflanzen, Obst, Gemüse…  Der Mensch ist halt gemäß seiner atavistischen Grundausstattung ein „Allesfresser”.

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        2. Allesfresser zu sein zeugt aber doch auch von hoher Intelligenz, von hoher Überlebenskunst. Wenn der Mensch kein Tier wäre, wäre er vor lauter Intellekt schon ausgestorben. Manchmal ist es von Nutzen wie der Wolf zu sein, der niemals auf die Idee käme mit der Zeugung von Nachkommen zu warten bis er seinen Doktortitel in der Tasche hat. Viel zu klug diese Spezies, da ist was schief gelaufen. Er muss doch immer wieder überlistet werden von der Natur und so bleibt er uns erhalten. Zuviel Kultur lässt manchmal den Affen aus dem Käfig ausbrechen und zum Monster werden. So will ich manchmal gierig sein und manchmal auch enthaltsam, den Mittelweg find ich persönlich fade.

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      2. Bei gebratenes Gemüsemus kann mich weniger vorstellen, als unter veganes Kotelette. Und woi ist das Problem, wenn einem die Fleischeslust packt und trotzdem ein schlechtes Gewissen hat und dann eine vegane Alternative sucht?
        Ökologisch macht es schon Sinn, da 1 kg Fleisch 10x soviel Energie benötigt wie 1kg Getreide.
        Ökotrophologisch ist es nicht ganz so sinnvoll, da die nachgebastelten Produkte so aussehen, sich so anfühlem und so schmecken sollen wie das Original. Gleichzeitig soll es haltbar sein.
        Klingt nach ner Menge E-Stoffe und einem leckeren Chemie-Cocktail. Prost!

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        1. Das „Problem” besteht doch aber genau andersherum! Da wird das Gewissen dadurch gepampert, daß man anderen Lebewesen das Futter weg ißt, braucht aber dennoch – zumindest dem Namen oder dem Etikettenaufdruck nach – Reminiszenzen an Fleischgerichte. Kein Fleischfresser käme je auf die Idee, sich aus einem T-Bone-Steak ein Salatblatt nachzubasteln.

          Wie ist das eigentlich mit der statistischen Angabe, wonach die gleiche Masse Fleisches den zehnfachen Energiebedarf (zum Ernten?) ggü. Getreide brauchen würde? Ist sie verläßlich, wer hat sie „gefälscht”? *ironie*

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        2. Ich beneide da die Fleischfesser in der Natur (die Grünzeugfresser aber auch) , dass sie ausser Zeugung keine weiteren Aufträge haben, wie z.B. auf die Idee zu kommen, Salatblätter nachzubauen. Das ist ja das Dilemma des Menschseins: er hat ausser Zeugung auch noch den Auftrag von der Schöpfung bekommen, selbst schöpferisch tätig zu werden. Irgendwie geben die Erfinder von Salatblättern die wie Schnitzel aussehen der Schöpfung was zurück: eine Idee, egal wie bekloppt die ist. Irgendwann wird es diese noch so junge Spezies schaffen, sich zu vervollkommnen, ist ja erst seit 5 vor Zwölf auf dem Schöpfungsplan, da müssen sie noch viel Lehrgeld zahlen und evolutionären Hirnschrott produzieren. Ich freu mich schon aus Schnitzel aus dem Labor die in Petrischalen gewachsen sind aus Genmaterial, das nur dem winzigen Gewebeteil einer glücklichen Kuh entnommen wird. Jede Stadt braucht dann nur ein knuddlig geliebtes, verwöhntes auf grünen Maiwiesen halb in Trance gestreichelte Rinderpäärchen und ein Riesenproduktionslabor. Wir schaffen das, irgendwann – die Ideen haben wir schon wie Leonardo mit seinem Flugapparat.

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        3. Okey okey, in dem Kommentar kommt recht häufig das Wort „Schöpfung” (und dessen Verwandte) vor. aber es gibt auch eine Weltsicht ohne Schöpfer, die kaum besser oder schlechter funktioniert als die erschöpfende Sicht.
          Sei’s drum! Selbst wenn Schöpfertum ein Auftrag an die Spezies Mensch sein sollte, ist damit wirklich die beschränkte Kreativität gemeint, schon Vorhandenes lediglich zu imitieren (Fleischgerichte aus Gemüsemus etc.)?

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        4. Nun ja, was da auf der verlinkten Seite zu sehen ist, ist kein Indiz für den als zehnfach höher behaupteten Energieaufwand. Lediglich dafür, daß sowohl beim Fleischkonsum als gleichermaßen auch beim Getreidekonsum nur 10% der Ernergie von der direkt folgenden Freßebene (dem Menschen) verwertet werden. Da gibt es keine Unterscheidung von „Gutfressern” und sich natürlich ernährenden Menschen. Aber die Darstellung ist an irreführender Plakativität eh kaum zu überbiehen (wenngleich die Tierzeichnungen ganz neckisch sind).

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        5. Ich verstehe nicht, was du mir sagen möchtest.
          Um am Leben zu bleiben betreibt jedes Tier Zellatmung, das Gegenteil von Fotosynthese. Grob gesagt aus Zucker und Sauerstoff werden CO2 und Wasser. Das kostet Energie. Und das sind eben die 90% die fehlen im Vergleich wenn du dann das Tier ist anstatt direkt die Pflanze.

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    1. … und genau das beweifle ich! Gehört denn zu einer Wissenschaft nicht die Möglichkeit, einerseits Thesen zu deduzieren und sie dann andererseits zu veri- bzw. falsifizieren? Wie soll das wohl bei dogmatischen Setzungen funktionieren? Ähm, ich habe nichts gegen Religion und R.-Ausübung. Nur die Beschäftigung mit Religion ist keine Wissenschaft (wenngleich sie viel wissen erfordert, aber das dürfte ein ganz anderes Thema sein).

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        1. In der Tat! Aber beweist das wirklich die reklamierte Wissenschaftlichkeit?
          Nehmen wir als Beispiel die Kolumnen-Astrologie. Es ist hinlänglich bekannt, daß sie mit Planetenkonstellationen praktisch nichts gemein hat. Es werden turnusmäßig lediglich ein paar Zweizeiler zusammengeknittelt, die den 12 zu bedienenden Sternbild-Stereotypen angedichtet werden. Eine solche Kolumnen-Astrologie dürfte sicherlich als unwissenschaftlich par excellence angesehen werden. Dennoch kann man auf ein solches Konstrukt wissenschaftliche Methoden anwenden – sagen wir beispielsweise seriöse Statistik. Nur macht das die Kolumnen-Astrologie noch lange nicht zur Wissenschaft.

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      1. Religionswissenschaften untersuchen nicht den Wahrheitsgehalt von Religionen, sondern die Religionen selbst. Es geht immerhin um Glauben und da wird eine untersuchende Wissenschaft sich nicht einmischen. Wenn du nicht an Gott glaubst, solltest du den Kirchenkritiker Karlheinz Deschner (Der gefälschte Glaube) lesen oder den „Pfaffenspiegel“ von Otto von Corvin.

        Nach deiner Meinung müssten sich ja auch Philosophie und Psychoanalyse in Luft auflösen, weil beide „Wissenschaften“ nur auf Annahmen und Theorien bestehen. Oder denke ich falsch?

        Es gibt kein Gott, aber doch interessant, welche Religionen sich aus dem Glauben an ihn entwickelten und welche verschiedenen Ausprägungen. Ein interessantes Thema manchen Menschen. Lass sie leben .. LG

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        1. Nein, sie bestehen nicht nur aus ‘Annahmen und Theorien’, sondern auch aus verbindlichen Regeln diese auf Widerspruchsfreiheit zu testen. Und gerade dieser letztgenannte Punkt fehlt bei Religionen. Tröstlicherweise aber nicht nur dort, sondern auch z. B. bei der „Wissenschaft”, die sich Urknalltheorie nennt…

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        2. Jetzt fall ich aber auf den Arsch. Du glaubst nicht an ein Weiterleben post mortem, aber leugnest doch das „Nichts“ am Ende der Zeit. Hawking irrt sich in einigen Punkten, weil er mit Maßstäben misst, die im Weltall nicht gelten. Und er erklärt nicht, was hinter dem Weltall sich befindet und nicht, was das „Nichts“ bedeutet in einem erweiteten Sinne. Tumbe Theorie. LG PP

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        3. Schön, aber du drehst und wendest dich immer und man kann dich nicht fassen. Du bist unfassbar, wie ich schonmal sagte. Du bist eine listige Schlange. Aber ob es dir im Leben hilft, ist fraglich. Hätt mit dir nicht anfangen sollen zu diskutieren. Es dreht sich Kreis und führt zu nichts ..

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        4. Aber deiner Meinung solltest du treu bleiben und nicht das Blatt, auf dem sie stehen, nach Gusto wenden, um letztendlich Recht zu behalten. Mir geht es nicht ums Recht haben, sondern um Wahrheit LG PP

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        5. Aber nein, ich bin eine ganz normal-durchschnittliche Person, die ‘sich tierisch darüber freut, wenn [jemand ihre] Worte ernst nimmt’. Wobei ich mir hier einen Konjunktiv gönnen würde: ernstnehmen würde. 🙂

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        6. Hawking war ein Geschäftsmodell. Ein sehr erfolgreiches sogar. Da kam Geld in eine Branche, die ernsthaft niemand wirklich braucht. Zum charismatischen Schamanen einer populistisch, atheistischen Wissenschaft erkoren, der seine glühenden Anhänger hat und hatte. Das angebliche Superhirn, das auf Kosten all der anderen lahm gelegten physischen Kräfte seines Körpers alle Energien auf die Erkenntnis kosmischer Wahrheiten zentriert hat. Welch ein Anspruch! Ein moderner Prophet. Ich glaube noch nicht einmal, dass auch nur ein Wort von dem was er in letzter Zeit von sich gegeben hat von ihm ist. Das Gegenteil beweisen kann ja keiner. Aber es hat funktioniert. Bin gespannt, wer eine solche Figur ersetzten kann?

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    2. vor allem sind Religionswissenschaften der Wahrheit immer näher als die Religion selbst, sie entfiltern die Religionen und befreien manch Gläubigen aus den Gittern seines Glaubens und macht ihn zum Freund Gottes in der Freiheit. Religionswissenschaften sind Kinder der Freiheit, des freien Geistes, der Forschung, des Fortschritts, der Gegenwart, sie befreien Gott für den der ein Bedürfnis nach ihm hat und töten Gott, für den der eh nie eines hatte. Der ist auch mit Informationen selig.

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      1. Religionswissenschaften sind sicher hilfreich, um zu verstehen, was in gewissen Religionen abgeht und wo vielleicht auch destruktive Elemente auftreten oder auftreten können, denke ich auch. Allerdings denke ich, auch Theologie ist ebenso wichtig, weil sie versucht, zu ergründen, wie Gott beschaffen ist und dies immer wieder auch reflektiert.

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        1. Hilfreich. Das sehe ich auch so, aber das wurde in der Religionsgeschichte der Menschheit nicht immer so gesehen werden dürfen ohne sofort der Apostasie bezichtigt worden zu sein. Heute darf der Mensch offiziell kritisch hinterfragen und zweifeln, das ist ein gewaltiger Fortschritt, eine gewisse religionsevolutionäre Entwicklung. Wobei Wissenschaften auch nicht frei von Filtern ihrer Gegenwart sind, aber immerhin sind sie noch frei in manchen Teilen der Welt und das macht sie spannend.

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        2. Ich bin mit beiden Sätzen des Kommentars nicht so recht „glücklich”.
          Nehmen wir den Satz mit der R.-Wissenschaft, um mit ihr ‘vielleicht auch destruktive Elemente’ zu verstehen. Bezieht der sich auf die eigenen Reihen? Oder handelt es sich um „die anderen”? Und ist es die Religion, die destruktiv wirken kann, oder sind es doch eher die Gläubigen. Im ersteren Fall würde Lessings Ringparabel zu Nichts zerfallen, dennn welche Religion stünde wohl über einer anderen? Im anderen Fall läge der Schwerpunkt aber nicht bei der Religion, sondern eher bei der Anthropologie oder wahlweise bei den Schutzorganen des Staates.
          Hingegen bürdet der zweitgenannte Satz im Kommentar der Theologie eine Aufgabe auf, die sie per se gar nicht schultern kann. Gott kann gar nicht ergründet werden. Und er darf es (von Seiten des Religionsbetriebes) auch gar nicht. Denn eine wissenschaftliche Annäherung an Gott (= Theologie) basiert auf Thesen, die dem Falsifikationsprinzip unterworfen sein müssen; andernfalls wäre es keine Wissenschaft. Allenfalls handelt es sich um Auslegung der heiligen Schriften. Doch Techniken, die dieserlei Auslegung möglichst optimal gestalten sollen, gehören evtl. zur Soziologie oder Psychologie oder wiederum zur Anthropologie…

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        3. Theologie ist ja eine Wissenschaft, allerdings eine Geisteswissenschaft. Es gibt in ihr keine Messmethoden wie in den Naturwissenschaften. Auch Philosophie gehört zu den Geisteswissenschaften. Aber beide, Theologie und Philosophie, treffen Annahmen, wie die Welt wohl sei, und bauen dazu Konstrukte auf, um diese Annahmen zu verdeutlichen. Es ist klar, dass wir Menschen vermutlich niemals genau erkennen können, wie alles ist. Der Gedanke in der christlichen Theologie ist dennoch der, dass Gott von sich aus den Menschen etwas von sich selbst mitteilt, indem er in dem Leben und Wirken des Menschen Jesus Christus greifbar wird, das theologisches Wissen also deduktiv ist, von Gott her kommt. In der Philosophie geht man eigentlich induktiv vor, also umgekehrt, man schaut sich die Welt und ihre Bestandteile an, und konstruiert davon ausgehend dann Theorien, wie die Welt im Ganzen wohl gestaltet sein müsste.

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        4. Ähm, Verständnisfrage: Worin genau sollen sich Philosophie (= induktive Konstrukte) und Theologie (= deduktiv?) in ihrer Herangehensweise unterscheiden, wenn der „Philosophie”-Satz: „man schaut sich die Welt und ihre Bestandteile an, und konstruiert davon ausgehend dann Theorien, wie die Welt im Ganzen wohl gestaltet sein müsste” durch den Austausch eines einzigen Wortes exakt die Theologie beschreibt? Nämlich: ‘Gottesdogmen’ [hach, da ist es ja wieder!] anstelle von ‘Welt’?

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        5. Naja, Theologie gibt es eigentlich auch deduktiv und induktiv. Von Gott her gedacht oder von der Schöpfung oder Natur ausgehend und dann auf Gott schließend.
          Vielleicht ist es bei der Philosophie auch so, dass es beide Ansätze gibt, vermutlich sogar.

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        6. Genau den Eindruck, den der letztgenannte Satz hervorruft, hatte ich ja auch. Eigentlich sind sich Philosophie und Theologie aus akademischer Sicht recht ähnlich; lediglich durch unterschiedliche Etikettierung verdoppelt sich die Zahl der Lehrstühle…

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  1. Nach geisteswissenschaftlichen Kriterien kann man auch Religionen untersuchen. Vergleichend zum Beispiel. Vergleiche „Die Goldene Regel“ in unterschiedlichen Religionen – Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
    Viel seltsamer erscheint mir „Wirtschaftswissenschaft“.

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    1. Da blicken wir auf so ziemlich das gleiche, wenn auch aus leicht unterschiedlichen Blickwinkeln. Auch ich sehe den Schwerpunkt im Vergleichen. Somit wäre aber, was sich Religionswissenschaft nennt, vielleicht besser als „Vergleichende Dogmatik” benannt?

      Im übrigen bin ich bei „Wirtschaftswissenschaft” noch unentschieden…

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      1. Ich sehe die Dogmatik nicht. Der Wissenschaftler sollte einigermaßen neutral sein, jedenfalls nicht seine Religion über alle anderen stellen. Philosophie ist ja auch nicht dogmatisch.
        Es gibt allerdings tatsächlich Fakultäten, an denen Religions- und Missionswissenschaft (argh) zusammen unterrichtet werden – von Theologen. Das erschwert die Wissenschaft.

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        1. Bei der Behauptung: »Der Wissenschaftler sollte einigermaßen neutral sein« möchte ich widersprechen. Gar nicht so sehr dem Attribut „einigermaßen”, sondern dem „neutral”. Die Wissenschaft ist immer parteilich! Sie muß (bei Strafe ihrer eigenen Nichtigwerdung) die überholten Lehrgebäude bis in die Grundfesten verdammen. Allerdings sollte diese Parteilichkeit – da werden wir uns möglicherweise auf einen Konsens einigen können – aufgrund einer objektiven Entscheidung erfolgen. Hingegen sind Religionen Sammlungen von ineinandergreifenden und sich gegenseitig bedingenden Dogmen. Die Wahl, welchem Dogmenkanon man Glauben schenkt, ist sonstwie geprägt, nur eben nicht objektiv…

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        2. Man kann doch die Erscheinungsformen der Religionen in Text und Praxis erforschen, ohne selber daran zu glauben.
          Muss denn zwanghaft alles verdammt werden? Einiges wird wohl bleiben (müssen), Und dabei finde ich schon, dass man eine offene Haltung haben sollte, bezüglich des Ergebnisses. „Neutral“ ist unpassend, da geb ich dir recht: man muss ja erst mal von seiner These begeistert sein.

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        3. Ich halte Charakterzüge für höchst bedenklich (und für beängstigend sowieso), die jemanden etwas verdammen lassen. Wenn das dann allerdings zwanghaft passiert, anerkenne ich dieses Defizit als gewissermaßen Krankheitssymptom. Ein Opfer, das zum Täter werden kann (und unter bestimmten Umständen wohl auch wird).

          Aber das war sicherlich nicht das, was Du gemeint hast, nicht wahr? Deshalb betone ich es noch einmal: Ich habe nichts gegen Religionen oder Religionsausübungen. Aber dennoch sehe ich die Religionswissenschaft als ein Murmelspiel an. Nur daß hier anstelle von Glasbuckern religiöse Dogmen aufs Spielfeld getrullert werden…

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        4. Das Wort „verdammen“ stammt von dir. 😀

          Es liegt nicht an der Religionswissenschaft wenn die Perspektive unwissenschaftlich wird, sondern am Wissenschaftler, der seine Perspektive verliert. Passiert in allen Feldern. Siehe Ethnologie, Psychologie, Soziologie, aber auch in Naturwissenschaften.
          Religionen bestehen nicht nur aus Dogmen (die gibt’s übrigens sogar in Naturwissenschaften). Mir scheint doch, dass du dich sehr auf die Religionen einschießt, und dabei schließt, dass das zu Untersuchende nur hier den Untersuchenden verdirbt.

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        5. Ich schätze, Du beziehst Dich auf meinen Satz: »Ich halte Charakterzüge für höchst bedenklich […], die jemanden etwas verdammen lassen«? Es wäre allerdings recht verwegen, daraus ableiten zu wollen, daß ich die Praxis des Verdammens praktizieren würde.

          Und nein, ich meine im Begriff „Religionswissenschaft” nicht den Wortteil „Wissenschaft”, sondern die Verbindung von Wissenschaft mit einem Gebiet, das prinzipiell jenseits aller Wissenschaftlichkeit liegt. Sicher, es gibt auch andere solche Gebiete, aber meine Absicht war nun einmal ein Artikel über Religionswissenschaft.

          Und noch einmal nein: ich schieße mich mitnichten auf die Religion ein, dazu bin ich entschieden zu tolerant.

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        6. Ach ja, müssen wir also das letzte Wort behalten?! In dem zitierten Satz ist „sie”, die sich im Verdammen übt, die Wissenschaft. Was allerdings nur ein abkürzendes Bild ist, denn die Wissenschaft kann nicht wie eine Person agieren, sondern lediglich die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, die in ihrem Sinne handeln. Es sind also noch immer andere, da ich – ich wiederhole mich gern – niemanden und nichts verdammen würde…

          … und wie schmückend die Herablassung ist. Da bin ich ja beruhigt und bedanke mich recht herzlich, daß ich auch mal was vergessen darf, wenngleich das Vergessen im konkreten Fall nur eine unbewiesene Behauptung ist. Doch – ganz ehrlich – ich knie in Ehrfurcht vor soviel salomonischer Weisheit, die mir mein eigenes Erkennenmöchten erklärt.

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      1. Dies zu erforschen ist doch der Sinn der Religionswissenschaften. Es geht doch nicht um die Wahrheit der Götter, sondern um die Religionen, die ja wahrhaft bestehen. Es geht darum, die verschiedenen Religionen einzuordnen und zu erforschen, wie sie etwa zusammen gehören, den Ursprung, die Geschichte usw. Oder täusche ich mich?

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        1. … ich fürchte ja. Dient denn die Religionswissenschaft nicht nur in dem Sinne dem Menschen, daß sie den Dogmenkanon, anhand dem sich die Religion legitimiert, möglichst verdaulich für Gläubige zu gestalten sucht?

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        2. Es geht nicht um die Gläubigen, sondern die Religionen wertfrei zum Gegenstand der untersuchenden Forschung zu machen: Wie sind die Religionen entstanden, welche gibt es, wie hängen die Wertvorstellungen zusammen. Das ist sehr interessant, auch für Menschen, die mit Religion nichts am Hut haben. Ich hab mit Gott nichts am Hut, aber es ist schon spannend, zu erfahren, wie sich die Religionen in den verschiedenen Kulturen entwickelten, welchen Einfluss sie nahmen und wo sie sich etwa wiedersprechen.

          Religionen wurden von Menschen erfunden, um das Unerklärliche erklärbar zu machen. Es gibt kein Gott. Aber das zu erklären ist nicht die Aufgabe der Religionswissenschaft.

          Müsste es aber darüber hinaus eigentlich sein: Da geb ich dir Recht. Aber einem Menschen seinen Glauben nehmen, den er von Kind auf indokriniert bekam, ist auch nicht der rechte Weg.

          Ich glaub sogar an den Osterhasen, wenn er mir jedes Jahr wieder Naschsachen bringt 😉

          Mach dir kein Kopf, du hast schon richtig gedacht. LG PP

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        3. … zunächst möchte ich auf eine Antwort verweisen, die irgendwo in diesem Gesprächsfaden bereits zu lesen ist: siehe hier.

          Im übrigen bin ich agnostisch eingestellt, was es mir verbietet, die Existenz von Göttern ernstlich infrage zu stellen. Vielleicht bin ich sogar christlicher als so mancher Kirchgänger?! *schock*

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        4. Astrologie ist doch Humbug. Was man aus den Sternen herausdeutet, muss ja einmal jemand reingedeutet haben.

          Wie du erzogen und früh manipuliert und indokriniert wurdest, ist doch egal. Du machst dir doch später ein eigenes Bild.

          Ich bin Taufscheinchrist und wurde auch nicht gefragt . .

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        5. Ich möchte die Astrologie nicht so harsch verurteilt sehen. Ganz sicher ist es Humbug, den Namen eines Tierkreiszeichens auf den Charakter zu übertragen: Steinbock = beharrlich, aber stur. Aber sollte eine seriöse Wissenschaft nicht Unterschiede zwischen z. B. Herbst- und Frühjahrsgeborenen ausfindig machen können? Die einen haben die ersten sinnlichen Erfahrungen (im Mutterleib) in Helligkeit, Wärme, duftigen Sommerwiesen etc. wahrgenommen, die anderen in unangenehmer Kälte, mit einer verschnupften Mama und dunkel eingehüllt in Schichten wärmender Kleidung…

          Im übrigen zweifle ich daran, daß es vielen gegeben ist, sich ‘später ein eigenes Bild’ zu machen. Ich fürchte eher, ohne es freilich beweisen zu können, daß es gerade in religiösen Belangen nur den allerwenigsten gelingt.

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        6. Richtig: Die Jahreszeit an der wir geboren werden ist prägend. Ob wir im Hochsommer und an einem Sonntag wie ich in eine warme und entspannte Welt fallen als Löwe, oder im kalten Winter unsere ersten Wahrnehmungen haben, ist natürlich prägend. Man kann das natürlich auch in den Stand der Sterne schreiben, wenn man möchte, aber vereinheitlichende Sternzeichen sind doch eher Aberglaube. Dann müsste das ja immer genau auf ein Zwölftel der Bevölkerung zutreffen.

          Ja, es gelingt nur wenigen, sich von der frühkindlichen Prägung in eine Religion zu befreien, wie es nur wenigen gelingt, das Leben als solches zu hinterfragen mit seinen Moral- und Glaubenssätzen, Da muss man schon gegen den Strom schwimmen und das ist hart, aber es liefert andere Höhepunkte, denen der Mainstream-Mensch entsagen muss 😉

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        7. „Gegen den Strom schwimmen” – das ist ein gutes Stichwort. Man muß ja nicht immer und ausschließlich gegen den Strom schwimmen. Doch manchmal muß man es wollen und dann auch können; Übung macht den SchwimmMeister…

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    1. Autsch! Da absolut keine Gefahr besteht, das Veganes durch Nennen eines Namens, der traditionell irgendwie mit Fleich zu tun haben könnte, seine besonderen Qualitäten verliert, könnte man doch wohl Milde walten lassen über die anderen und ihre Gewohnheiten, nicht wahr.

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