Belohnung statt Verbots

Verbietet es sich nicht wie von selbst, das Wort Klugheit in einem Satz zu verwenden, der auch die Wörter politische Entscheidung enthält: Verbot von Kunst­stoff­trink­halmen? Wie jetzt, sollen Trink­halme fürderhin aus Jute­garn gehäkelt werden? Oder sollen sie aus Holunder­zweigen geschnitzt werden, weil sich das leicht entfernbare Holunder­mark für ein solches Unter­fangen nachgerade aufdrängt? Oder wie wär’s mit den Röhren­knochen der Beine von Storchen oder Kranichen?
Wie so oft: kurzsichtiger Aktionismus auf der einen Seite, ohne kollaterale Einflüsse auf die andere Seite auch nur zu erwägen. Wäre nicht statt eines Verbots ein Belohnungs­system deutlich sinnvoller? Wer Kunst­stoff­trink­halme in z. B. einer Kunst­stoff­trink­halm­erfassungs­station abliefert, wird dafür ausbezahlt (wofür hat das Umwelt­mini­sterium eigentlich seinen Etat?). Für beispielsweise 1 bis 10 Kunst­stoff­trinkhalme 1 Cent pro Stück; größere Anzahlen werden adäquat nach Masse (der abge­lieferten Trink­halme, nicht der ablie­fernden Trink­halm­sammler ♀♂) ausbezahlt. Im übrigen ließe sich alternativ ein solches Konzept sinn­gemäß auch auf Diesel­fahr­zeug­verbote anwenden…

16 Kommentare zu „Belohnung statt Verbots

  1. In der Endphase der DDR hatte man eine andere Sprachregelung. Es wurde nicht verboten, es wurde „orientiert auf …“. Also nicht „wir verbieten Kunststofftrinkhalme“, sondern „wir orientieren darauf, direkt aus der Bierflasche zu trinken“ – wie es sich für Männer gehört.

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    1. … und nun ist die DDR hin, dahingeschlichen (worden) auf den Müllhaufen der Geschichte. Merke *ironie*: Sie ist offenbar einzig und allein daran zugrunde gegangen, daß Plastestrohhalme (oder wie hießen die dort?) nicht verboten waren bzw. daß (zu) viele in der Plastikstrohhalmfrage orientierungslos waren.

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        1. Hmm, ich weiß nicht. :-/
          Ich möchte widersprechen. Unrecht Gut gedeihet sehr wohl, man muß nur ein bißchen nachhelfen (Geld, Einschüchterung, Lüge, Ausnutzen von Zwangslagen, was auch immer). Und das unterscheidet moralische Gesetze von den Naturgesetzen: Man kann (und sogar) erfolgreich nachhelfen. Bei der Schwerkraft nicht; wer sie ignoriert, fällt in die Grube (ob sie gegraben ist oder nicht).

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  2. Mein Guter,
    wunderbar deine Worte hierzu zu lesen.
    Kommen doch aus dieser Grün-diktatorischen Ecke so oft Sachen, wo jeder Floh weiter springt. –
    Schön, daß du noch den bösen Diesel mit eingebaut hast.
    Doch die Masse läßt sich auf dieses Possenspiel willig ein.
    Ein herausragendes Beispiel für den Geisteszustand von, ja von wem eigentlich??

    Veilleicht sollten sich die Grünen mal um die aussterbenden Kausal-Ketten bemühen – mit einem stingenten Erlaß wie beim „Möhren-König“ – aber wer bin ich, daß ich hier ein Faß aufmachen möchte, in der besten Welt aller Zeiten.

    Von daher einfach nur Danke,
    Raffa.

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    1. Das wär doch mal ’n Anfang, Kausalketten auf die Liste der bedrohten Arten zu setzen! 😉
      Andererseit denken das wahrscheinlich nur Logik-Dinosaurier. Denn die von den Bündnis-Grünen praktizierten Kausalketten sind, frei von allen Sophistereien, kurz und knackig: Es ist wahr, weil es von uns in die Debatte eingebracht ist. Punktum! :mrgreen:

      Übrigens. Wer oder was ist „Möhren-König”? *grübel*

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        1. Vielen Dank! Das ist Thema ist (wohl altersbedingt) an mir vorbeigegangen. Aber jetzt verstehe ich die vielen Aufgeregtheiten besser, über die ich an seltsamsten Stellen lesen durfte und immerzu hören konnte… o.O

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        1. Oh, da bin ich pessimistischer: Meistens scheinen Werbestrategien wesentlich wichtiger als (Tauglichkeits)Tests zu sein, sprich Worthülsen und hohle Versprechungen. Und damit wären wir dann wieder beim selben Thema, nämlich Geld(schneiderei).

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