wertlos

Zensur. Nein, nicht die zensierende Behörde ist gemeint, auch nicht die Schulnote. Sind es nicht Österreich und die Schweiz, wo eine feine Unter­scheidung von „zensieren” und „zensurieren” gepflogen wird?
Zensur im Sinne von „Beein­flussung von Informa­tionen, die nicht für den Verbleib im gedank­lichen Zustand vorgesehen sind, auf der Grund­lage unterschied­licher Positionen im gesell­schaftlichen System” ist gemeint. Erstaunlich, nicht wahr, eine solche Definition kommt ohne Wertungen und propa­gandi­stische Moral­konstrukte aus.
Regeln des sprachlichen Mitein­anders sind Zensur, Recht­schreib­regeln sowieso. Dann kann Zensur doch aber nützlich sein, da sie eine grund­legende Bedeutung für die Kommuni­kation besitzt; sie dient als Korrektiv gegen verbale Ausreißer. Wer jedoch Nicht-Kommunikation im Sinn hat, wird dem Begriff Zensur zwangs­läufig Wertungen über­stülpen, um den Begriff zu einer moralischen Keule umzufunktionieren.

12 Kommentare zu „wertlos

  1. Oh, ein Echo
    Der Oberbürgermeister von Wesel…

    Ist doch spannend, wie Worte gebraucht werden. Das war für mich schon immer spannend – wie die Semantik und auch die Sinngebung regional, wie auch im kulturellen Kontext schon „etwas“ verschieden sein kann.
    Auch da habe ich mir angewöhnt, wieder radikal zu sein und zumindest an den alten Wortstamm zu gehen.
    Ist mittlerweile auch wieder hochaktuell, weil die Spezialisten, nicht nur im Wahrheitsministerium, ein Schüppe drauf legen, denn wie schnell wird aus „Krieg Frieden und aus Frieden Krieg“.

    Hängt ergo doch dann von den Meinungshoheiten ab und ihren eifrigen Jüngern und wenn du weder Kleider noch Fleisch an der Hoheit erkennen magst.

    Es braucht doch wohl wieder Zeit, bis wir werden wie die Kinder – ergo:
    Ich erlaube mir, weiter im Staun-Modus zu bleiben und
    auch in der Liebe.

    In diesem Sinne, einen friedvollen Tag,
    Raffa.

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      1. Ich glaube, ich werde diesen Blog meiden müssen. Wegen der Doppeldeutigkeit der Worte und dieses seltsame schlüpfige Niveau tut meinem kindlichem Gemüt in keinsterweise gut.
        Wer versteht schon die Wurzel, vor allem die von 36…
        Gnade, ich kann nicht mehr….

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        1. … also gut, kein Radizieren der 36 mehr! Aber irgendwie ist das Thema wohl zu schlüpfrig, um sich mit festen Schritten zu entfernen: seltsamerweise hat sich der Begriff Radi aus dem Wurzelziehen festgehakt, also rein topologisch… 😀

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  2. Hier in Berlin, wo mein Stützpunkt ist und wo ich stationiert bin, müsste also dringend mal der öffentliche Raum zensiert werden, die Bilder verfolgen mich bis in den Schlaf. Aber was soll man machen, man kann sich das Personal nicht aussuchen, man muß nehmen was kommt. Nicht jeder ist ein Sprachwissenschaftler: Selbstzensur ist eine Zier, weiter kommste ohne ihr …

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