alles ist gut

Das mit Abstand wichtigste Charak­teritikum einer revolu­tionären Situation dürfte in der Konstel­lation gesehen werden, daß die einen nicht mehr regieren können und die anderen nicht mehr (so) regiert werden wollen. Während eine solche Beurteilung in der Abgeschie­denheit eines isoliert agie­renden Klein­staates noch leicht­fallen dürfte, feit sich die global vernetzte Obrig­keits­kaste gegen die trenn­scharfe Analyse einer solchen Situation.
Auf der einen Seite lassen sich immer und immer wieder Ressourcen heben, um das Nicht-mehr-Können zu kaschieren. Und auf der anderen, der Nicht-mehr-Wollen Seite ist gewisser­maßen ein global aktives Netz über alle Aktivi­täten geworfen, das die Fokus­sierung auf den „archi­medischen Punkt” der Welt­politik praktisch ausschließt. Dieses Netz ist geknüpft aus Über­angebot (Buridans Esel steht nicht mehr nur zwischen zwei Heuhaufen, sondern poli­tischen Entschei­dungen, Konsum­verlockungen etc.), und Isolation (Medien und Kontroll­instanzen nehmen im besten Orwellschen Sinn entschieden Einfluß auf indivi­duelle Meinungs­bild: frei ist gefesselt).

65 Kommentare zu „alles ist gut

    1. Geht es ums ‘Gezappel’ oder im obigen Artikel hauptsächlich darum, daß eine wichtige Kollateralerscheinung der Globalisierung ist, die Fokussierung möglicher Kräfte zu unterminieren, welche nach Revolte oder gar Revolution streben? Übrigens: nette Bilder… 🙂

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  1. Ahoi mein Guter,

    wieder mal ein feiner Scheinwerfer auf die Handelnden und die dahinterstehenden Kräfte.

    Zum Thema Überangebot:
    Die Nadel ist doch schon ziemlich „fett“, an welcher mittlerweile selbst der dümmste Esel Anstoß nehmen kann, wenn die narkosierende Wirkung der Rüben und Möhren nachläßt.

    Da kann man als kleiner Blog-Kapitän den Scheinwerfer noch ein wenig heller und größer ziehen – damit die Dinge in und ans Licht kommen. Bin da guter Hoffnung, daß diese Lichterkette mit inkludierten Kausal-Ketten etwas bewirken kann. Auch wenn es dann doch einiger heftiger Geburtswehen bedarf.
    Wir sehen und lesen uns.

    Mit bestem Dank,
    für die kleine „Anstößigkeit“,
    Raffa.

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    1. Danke, nette Grüße retour. 🙂
      Allerdings sehe ich das Thema „Hoffnung auf Wirkung eines bloggerischen Schlaglichts” deutlich pessimistischer. Solange man „unter dem Radar fliegt”, wird die Blogleistung (der Zensur-Interessierten) nicht wahrgenommen (oder als belanglos geduldet), egal wie hell der Scheinwerfer aufgezogen ist. Leuchtet man hingegen wirklich mal jemandem in die Wohlfühlzone, können von jenem genügend viele Worthülsen herbeizitiert werden, um mit „bestem Gewissen” und kompletter juristischer Rückendeckung das Blog-Ende faktisch herbeizuführen. Für Letztes fehlt mir zwar noch der selbst erlebte empirische Beleg, aber ich halte einen solchen (gefühlt!) für nicht unwahrscheinlich.

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      1. Na, das ist doch die Herausforderung – unterm dem Radar diverse Schlaglichter zu setzen, kleine Nadelstiche und sie mit ihrer eigenen Argumentation, Agitation, etc. ad absurdum zu führen und gleichzeitig zwei bis fünf See(h)-Sterne wachzuküssen.
        Ich glaube das paßt schon ganz gut, habe zumindest Freude, deinen Worten, Gedanken und Sichtweisen zu folgen, bzw. durch sie meinen Horizont zu erweitern.

        ähh, was war nochmal das Thema deines heutigen Beitrages?
        Alles Gut? und danke,
        Raffa.

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        1. Doch, ja, da stimme ich zu: Wenn überhaupt, dürfte die Politik der kleinen Nadelstiche etwas bewegen…

          Und das Thema des heutigen Beitrags werde ich nicht verraten (selbst wenn ich es könnte, aber ich weiß es doch selbst nicht), damit mir niemand ein „Thema verfehlt” um die Ohren fetzt. 😛

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        2. Ich liebe das Unterschwellige, auch wenn es flott miß-gedeutet werden kann;
          war irgendwas mit „R“, wie Rasenmäher im Ruhestand“ oder „reudiger Reptillien“ oder waren es doch „Rasputins Rasierklingen“ – und wieder falle ich meiner Verwirrung anheim… -Rasierklingen – Ohren – fetzig

          da fehlt mir noch was ein – nicht nur die letzten Worte des Architekten, sondern das hier:

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        3. *Kopfkino läuft* Ich sehe es in Breitwand vor mir, wie Rasputin sich, aus Mangel an Rasierklingen gefrustet, erst durch den strähnigen Bart fährt, um dann vor seinem Ruhestand mit dem Rasenmäher lieber doch hinter reudigen Reptilien herjagt. Spätestens dann wird dieser – ja doch, zu dieser Zeit durchaus – Rebell (und zugleich Idol!) einen Schrei loslassen der einem die Ohren wie mit dem (noch immer fehlenden) Rasiermesser vom Schädel schält. ^_^

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  2. Ich finde nicht, dass wie tatsächlich auf eine Revolution warten sollten. Auch wenn die Missstände immer größer werden, wird auch der technische Fortschritt und damit auch die Möglichkeit der Überwachung und Unterdrückung größer. Mittweile kann dank Schäuble sogar die Bundeswehr wieder im Inland eingesetzt werden, wenn die demokratische Grundordnung beziehungsweise der Bestand der Bundesrepublik Deutschland unmittelbar gefährdet ist, darf die Bundeswehr zum Schutz ziviler Objekte (zum Beispiel Schulen, Bahnhöfe und Flughäfen) und zur Bekämpfung von sogenannten Aufständischen mit spezifisch militärischen Waffen eingesetzt werden. Die Revolution muss wohl leider ausfallen, auch wenn das Geschrei nach Gerechtigkeit immer größer wird.
    https://haimart.wordpress.com/2018/11/22/verlacht-von-der-staatsgewalt/

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    1. Die Annahme, „dass wir tatsächlich auf eine Revolution warten sollten”, ist eine mögliche, aber beileibe nicht intendierte Interpretation. Eine andere Interpretationsmöglichkeit wäre, daß so manche überlieferte Bewertungskriterien politischer Situationen schwer überholt sind und Änderungsalternativen noch tausendmal mehr.

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    2. Na, werte Haimart – da gibt es doch schon lange ein Netz mit doppeltem Boden= Lissabon-Vertrag und, wer war es Tolstoi? oder sonst wer, der schrieb über die deutschen Revolutionäre: Aus dem Off – Rasen betreten verboten – Revolution unmöglich!!?? Schön, daß wir so obrigkeitshörig sind…

      Liebe Grüße,
      Raffa.

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      1. Meine Hoffnung ist schon lange gestorben. Während wir uns in links und rechts spalten lassen, bemerken wir nicht, dass der Graben zwischen oben und unten verläuft. Seit Jahren schrumpft die Mittelschicht und mit ihr die Angst abzusteigen.

        Mittlerweile darf die Bundeswehr auch wieder im Inland eingesetzt werden. Was bleibt ist der Versuch irgendwie eine möglichst kuschelige Ecke in unserem System zu finden und sich den Schmerz von der Seele zu schreiben.
        https://haimart.wordpress.com/2018/11/20/wir-haben-den-krieg-nicht-begonnen/

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        1. Am Anfang war der Gedanke, aus dem sich das Wort entwickelte – über die Bereitschaft wächst dann die Tat, welche dem Wort folgt — die Frage, die Herausforderung und das Streben darf dann in Weisheit fließen.

          Was ich mich immer frage, wer schafft es eigentlich immer wieder die Begeisterung, die Hoffnung und, und, und so schön zu sabotieren??

          Lassen wir uns wahrlich einreden, von welchen Instanzen auch immer, daß wir so schwach, so wenige, so dumm, so untalentiert, so lieblos usw. sind, daß auch die Flinte so flott im Korn landet…?

          Habe das letztens mit einer wunderbaren, natürlich begabten und praktisch intelligenten Frau besprochen – Fazit: Wo ist der Schalter, um die oben beschriebene „Lethargie“ und der selbst herbeigeführte Tod des Selbstwertes wieder auszuschalten?
          Bequemlichkeit behält die Überhand solange es nicht weh tut (siehe Konfuzius und seine drei Arten des Lernens oder man findet bei den Todsünden u.a. auch schon wieder einmal die Faulheit) — man kann resümieren: am Ende ist man immer selbst schuld.

          Anders herum, ich weiß, daß da so viel mehr in uns steckt…
          Darüber jedoch bei Zeiten mehr.

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        2. Gute Frage: »Wer schafft es eigentlich immer wieder die Begeisterung, die Hoffnung und, und, und so schön zu sabotieren?« Und eine gute, wenngleich schwer akzeptierbare Antwort. Danke dafür. Aber ich möchte mich nicht in euren Dialog drängeln.
          Und, ich sag’s in Vorfreude, nicht als Drohung: Das iNet vergißt nicht, auch nicht die Zusage: »Darüber jedoch bei Zeiten mehr.«. 🙂

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        3. Ähm, ich habe ja vorhin noch einen Teil der Antwort vergessen, den auf die Henne-Ei-Frage. Zuerst war weder das eine noch das andere da, sondern der Biologiebaukasten, den irgendwer aus der Umgebung des weißen Rauschebarts mißbräuchlich benutzte. Deshalb (aber nicht nur deshalb) mußte ja auch ein neues Testament geschrieben werden… 😉

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        4. Auch wenn ich eine gewisse Färbung aufweise, kann ich diese „Darwinschen Theorien“, wie sie ja noch immer gerufen werden, nicht folgen – vielleicht bin ich ja nicht logisch genug, bzw. bin ich in meiner Phantasie zu limitiert (;-)

          Da darf gerne die Wissenschaft noch einen Anlauf nehmen… – bin für alles und jede Erkenntnis offen.

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        5. Ach, die Kiste, in der der gute alte Charles liegt, wollte ich gar nicht aufmachen. Schon deshalb nicht, weil ich die in diesem Dunstkreis betriebene Ontologisierung höchst anrüchig finde (wieder eine neue Geschichte). Manchmal sollten die Gedanken einfach nur so herumtollen wie junge Welpen, nicht wahr. 🙂

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        6. Das ist der Protagonist einer TV-Serie? Tja, lang, lang ist’s her (das letzte Gerät in meiner Wohnumgebung mit diesen Möglichkeiten, hatte noch Röhren; nein, da stand kein Hirsch auf dem Flur)…

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        7. Darüber sagt die nordische Mythologie wenig aus. Aber werden Geschwindigkeiten nicht normalerweise im Vakuum angegeben? Vielleicht ändert sich ja auch die Geschwindigkeit des Pferdes immer synchron zu der Umgebung und ist in allen Medien gleichschnell wie der Schall.

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        8. Also da in der Edda kein Bezugsmedium steht, sollten wir erst einmal davon ausgehen, dass es keine Rolle spielt. Odins Pferd ist also immer so schnell wie der Schall in dem Medium. Folglich kann das Pferd sich nicht im Weltraum bewegen. Da muss der Göttervater dann wohl zu Fuß gehen.

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        9. Kann sich ja den Wagen von seinem Sohn leihen. Dann hat er auch gleich etwas zu essen und würde der Vater-Sohnbeziehung auch mal ganz gut tun so ein gemeinsamer Ausflug durch das Vakuum.

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        10. Biologie ist nur ein Spezialfall der Chemie. Und Chemie ist nur die Physik der Außenelektronen. Physik allerdings ist nur angewandte Mathematik. Folglich war nicht am Anfang das Wort, sondern die Zahl.

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        11. … kann man so sehen, aber was bringt es? Nun, selbst wenn am Anfang die Zahl war, sagen wir :42:, so ist die Idee dieser Zahl ein Wort. Im übrigen protestiere ich entschieden dagegen, die Physik auf angewandte Mathematik zu reduzieren. Denn letztere ist kaum mehr als das Öl, das die im Physikgebäude verbauten Scharniere geschmeidig in Bewegung hält.

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        12. Nein, am Anfang war die Zahl.
          Biologie ist nur ein Spezialfall der Chemie. Und Chemie ist nur die Physik der Außenelektronen. Physik allerdings ist nur angewandte Mathematik. Folglich war nicht am Anfang das Wort, sondern die Zahl.

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        13. Jetzt noch Kabala oder in Zahlen denken, in Farben oder in Noten…, ach wo wir wieder uns im Kreise drehend bei denen sind, welche den Noten ein „Guthaben“ geben — natürlich über Zahlen.

          Doch, wann leben wir dann,
          was viel spannender ist und nix, absolut nix kostet, außer unsere Begeisterung, Hingabe und Liebe.

          Wer suggeriert den vermeintlichen Sinn – vernimmt ihn an, wer verkauft sich… und seine Seele und wann sagen mehr nein und leben, leben, lieben???

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        14. Sind denn ‘Begeisterung, Hingabe und Liebe’ nicht auch (immaterielle) „Währungen”, in denen „bezahlt” wird? So richtig mit Anschubinvestition und Zahlungsströmen, die den Status quo erhalten und für dessen Ausbau & Entwicklung…

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        15. Nein nein, ich bin ja längst bei Dir. Ich wollte nur anmerken, daß auch eine selbstlos gegebene Liebe etwas kostet (von dem sich einstellenden Rücklauf einmal ganz zu schweigen). Denn was nichts kostet, ist nichts wert.

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        16. … das sind so ziemlich die größten Geschenke, die ich mir vorstellen kann: ein Lächeln (von Mensch zu Mensch und nicht von „Posing-Bibliothek” zu Kameraobjektiv etc.), das in eine Sich-besser-fühlen-Situation mündet. Aber den Motor dafür, nämlich das Stichwort „Liebe”, hast Du ja längst schon genannt.

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