Sternchensprech

Ein Thema, das ich aus vieler­lei Gründen gar nicht be­bloggen mag, ist Mutter­sprach­doppel­mord (Ortho­graphie und Gram­matik). Soeben stolpere ich über einen zur Illu­stration nicht ganz untaug­lichen Blog-Artikel (Aus­schnitt):

Frage: Wieso sollen es zwar Studie­rende, aber keine Absol­vierenden sein, sondern Absolvent*innen?

28 Kommentare zu „Sternchensprech

  1. Weil Studierende laut Definition gerade just in diesem Moment studieren. Den Abschluss kannst du nur zu einem bestimmten Zeitpunkt machen. Deine Handlung ist dann abgeschlossen. Generell finde ich sollten wir aufhören den Menschen zwischen die Beine zu schauen und die dann versuchen zu unterscheiden. Wer das tut ist ein Sexist. Daher plädiere ich für die Verwendung des generisches Maskulinum. Wir sollten nun alle unsere Tränen trocknen und ein Mann sein.
    https://haimart.wordpress.com/2018/10/01/homosexualitaet-versuesst-das-leben/

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    1. Ähm, es fällt schwer, diesen Kommentar zuzulassen. Ich höre förmlich, wie die Messer und Sensen schon geschärft werden, um jede Alternative, die sich neben sprachgenderischem Dogma etablieren könnte, bis in subatomare Bereiche zu pulverisieren. Na, sei’s drum, was tut man nicht alles für die Quote… ☺

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  2. Frage: Wieso sollen es zwar Studie­rende, aber keine Absol­vierenden sein, sondern Absolvent*innen?

    Antwort: Ich habe den von Ihnen zitierten Eintrag verfasst und möchte gerne die entstandene Verwirrung auflösen. Dazu zunächst grundsätzlich: Wir bei Kunst b verwenden bewusst gendergerechte Sprache, weil wir an die Gleichberechtigung aller Menschen glauben und dem gerne mit der Verwendung einer inklusive Sprache Ausdruck verleihen wollen. Der Diskurs über die Lesbarkeit von Sternchen ist uns bekannt, langweilt uns aber dennoch zunehmend.

    Deshalb nun zu Ihrer konkreten Frage: Das Wort Studierende (nicht Studenten) ist ein in der heutigen Hochschulkultur sehr gebräuchliches, da es alle Geschlechter inkludiert. Natürlich tut dies auch Student*innen, allerdings drückt Studierende zudem eine Prozesshaftigkeit aus und beschreibt, worum es eigentlich geht – um Menschen, die studieren. Aus diesen Gründen wurde sich an dieser Stelle für das Wort Studierende entschieden.

    Trotzdem schreibe ich, wie von Ihnen richtig festgestellt, im Anschluss Absolvent*innen. Dies hat gegensätzlich den Grund, dass das Wort Absolvierende den Leser unserer Meinung nach irritiert, da es sich beim Absolvieren im Fall der von mir beschriebenen Situation nicht um einen noch andauernden Prozess, sondern um einen abgeschlossenen Zustand handelt.

    Ich hoffe, ich konnte Ihnen behilflich sein. Gerne wenden Sie sich doch das nächste mal auch direkt mit Ihren Fragen an uns und nicht zuerst an eine Leserschaft, die so solche Beispiele ohne Kontext als Oberfläche für eine nicht sehr zielführende Online-Diskussion nehmen kann. Ich wünsche noch einen schönen Tag!

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    1. Verstehe ich das richtig: Daß ihr euch zunehmend gelangweilt fühlt, ist die Antwort auf meine „Absolvent*innen”-Frage?
      Und verstehe ich auch den Anhang zu der gegebenen Antwort richtig, daß als Wahrheit deklariert wird, was ‘gebräuchlich’ ist? Jahrelang war es gebräuchlich, die Erde als flache Scheibe anzusehen und sich eine Erschaffung des Menschen vorzustellen, die in gerade einmal 6 Tagen erfolgte.
      Was mich aber wirklich verwundert, ist, daß Substantive eine Verlaufsform haben bzw. angezeigt bekommen sollen.

      Ach, das hätte ich ja beinahe vergessen: »Gerne wenden Sie sich doch […] an uns«. Ist es nicht anmaßend, jemandem vorschreiben zu wollen, in welcher Art man sich an jemand anderen zu wenden hat. Als Versicherung, wie Sie ein solches Sich-an-Sie-wenden aufzufassen beabsichtigen, ist es eine Höflichkeit, sonst aber nur übergriffig. Gleiches betrifft im übrigen auch die Ermahnung, wen ich in welcher Reihenfolge mit meinem Blog ansprechen solle.

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      1. Wortlos steht der kleine Narr da, mit offenem Mund-innen voller Verwunderung;
        nicht weil der Närrinnen viele, das Narratief mich zieht.
        Was soll, nein was darf ich noch sinnieren, ich abgebrochener Akademiker-innen wie von S-innen, dem Neusprech brav folgend. Getraue mich nicht mehr, mich der alten Leere zu bedienen (oh, wo war das Haar), so folgt das weibliche Geschlecht doch noch immer brav, was mann ihm/ihr einsagt und mutiert zur Gouvernante-rich tet uns dahin, im wohlklang der gerechte Sprache…
        Ich geb es freimütig zu und den Spiegel her,
        der Worte werden mehr…

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        1. Vermutlich kaum jemand anderes als eine mit Gesundheitsfragen beauftragte Beamtenseele ‘würde uns was husten’, die allein wegen der Feinstaubbelastung das DieselKieselrollen an diversen Bergen gesetzlich untersagen würde. Das Abrollen des Felsbrockens – in beiderlei Wortsinn: herunterrollen sowie kleinreiben durch Verschleiß –, also das Abtragen der Schuld des Steinerollers dürfte sich damit leicht, also um ein bis zwei Äonen, verzögern…

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        2. Tja, so sind sie – ohne Vorstellungskraft, daß das sich bewegen, körperlich wie geistig, einen Nutzen oder gar eine Weiterentwicklung mit sich bringen würde.
          „Datt hamma schon imma so gemacht“

          Das Aussterben dieser Spezies abzuwarten und zu erhoffen…
          Darf hier noch mal? an die Staatsquote unter Bismarck und Willi 2 erinnern – „schlanker Staat“ & „schlanke Steuern“ = geistige und wirtschaftliche Flexibilität; Prosper heißt die Zeche, die letzte, welche wir gerade schließen…
          Das zur Selbstversorgung, zur energetischen – auch, was mach ich hier wieder für Fässer auf, welche wir importieren müssen — wie war das Thema?

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        3. Muß man nicht ab und an den Mut haben, die ausgetretenen Pfade einfach mal zu verlassen? Ansonsten lauert ja gerade in jede Wegmarke das „Datt·hamma·schon·imma·so·gemacht“-Dilemma…

          Apropos Dilemma: Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß das Dilemma der gegenwärtigen Führungskaste die totale Uninspiriertheit ist. Da gibt es keine strategischen Ziele und folglich keinen Antrieb, sich einen geeigneten Lehrer (aus der Vergangenheit) zu erkiesen. Nebenbei bemerkt: Ratgeber aus der Gegenwart sind keine Lehrer, sondern halt Ratgeber oder – noch besser – Sparring-Partner. Aber sind denn nicht ideologische Auseinandersetzung und folglich auch das Ringen um (neue) Lösungen heutzutage verpönt? Schließlich macht ein derartiger kreativer Akt ja offenkundig, daß man vor diesem noch nicht im Besitz der göttlichen Allwissenheit war. Und diesen Makel will kein Politikerdarsteller auf seine Weste kleckern…

          Und ja, ich weiß auch nicht, wie das Thema war bzw. zu welcher Rubrik das gegenwärtige Thema zu zählen sein könnte. с(^_^)ɔ

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    2. Um den Stern, der ja (noch?) nicht im Duden steht, umgehen zu können, bleibt uns in diesem Fall, da die Absolventen und Absolventinnen ja nicht absolviert sind, sondern absolviert haben und folglich nicht einfach Absolvierte genannt werden können, nichts anderes übrig als sie Absolvierthabende zu nennen. Wer aber niemals ohne den Stern auf die Straße gehen möchte, kann dann vielleicht von Absovierthabend*innen und Studierend*innen sprechen, da die Sprache nach Belieben gemisshandelt werden kann und es ja unabdinglich ist, in jedem Moment auf die Geschlechterdifferenz hinzuweisen, obgleich das Gender doch, wie die reine Lehre besagt, nichts als ein Diskurs und eine soziale Konvenienz ist.

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        1. Vielen Dank.
          Jetzt bitte ich darum, dass auch noch noch folgender Fehler korrigiert wird:
          Konvenienz statt Konvenzienz
          Möglicherweise muss es in der Anwort, die ich erhalten habe, Buchstab*innen und Stern*innen heißen.

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        2. … und auch dieses ward getan. ^_^

          Übrigens habe ich extra den Plural gewählt: Sterne, die; Buchstaben, die. Oder war’s die Pluralin? Und der Plural umfaßt alle Sterne, die männlichen, die weiblichen, die unentschiedenen. Ebenso bei den Buchstaben: den Tee, die O [Marquise], das Weh etc. 🤣

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  3. Aber genau das ist die Point*e. Wenn man/frau/trans „die Buchstaben“ sagt, entsteht der Eindruck oder die Impression, um die 50%-Quote bei der Wortverteilung zu respektieren und niefrauds Gefühle zu verletzen, dass nur männliche Buchstaben wie der Zeh gemeint wären. Weibliche Buchstaben oder korrekter: Buchstabinnen wie die Äffin oder die Kuh fühlen sich dann möglicherweise diskriminiert. Daher sollte man, um keinen Ärger, wenn der sexistische Ausdruck gestattet ist, zu riskieren, vorsichtshalber „die Buchstab*innen“ sagen. Ob aber Trans-Letters wie das Geh! oder das Es beim Sternsprech genügend berücksichtigt werden, muss erst das Bundesverfassungsgericht entscheiden. Früher oder später wird das Deutsche durch das Englische ersetzt werden müssen, das weniger Probleme bietet.

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      1. … nee, das ist meines Wissens die Nichte. Ich meine die Marquise namens Eau de Toilette, also die lettische Tante. Manchmal braut sie allerdings Kölnisch Wasser; Blut ist eben doch dicker als (Duft)Wasser. 🙂

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    1. Buchstaben werden eh überschätzt. Ich bin für eine drastische Buchstabensteuer, um den Gebrauch von Buchstaben deutlich zu reduzieren. Notfalls kann man sie ja auch rigoros verbieten. Wir haben doch Wörter, was braucht’s da Buchstaben? 😉

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