unerhört

Manchmal stelle ich mir durchaus auch mal die Frage, ob die von den Veg*-Essern postu­lierte mora­lische Über­legen­heit ggü. omni­vorem Eßver­halten nicht viel­leicht auch darin begründet liegt, daß wir Menschen beispiels­weise den Todes­schrei der Möhre nicht hören, die in den Häcksler kommt.

47 Kommentare zu „unerhört

  1. Danke, ein weiteres mal, Danke
    für deinen ANstoß…

    „postu­lierte mora­lische Über­legen­heit“ — habe ich auch schon seit einigen Monden auf dem Schirm.
    Sehe das jedoch eher als einen unterschwelligen, heimtückischen Virus an.

    Wer eben diese, die“ postu­lierte mora­lische Über­legen­heit“ an seiner Seite und in seinem Besitz weiß, hat nach meiner Feststellung und der löchrigen empirischen Untersuchung meinerseits eine so wunderbare „Krücke“, die es ihm, dem Besitzer, ermöglicht einfach mal weniger bis garnicht mehr zu denken.
    Im Gegenzug erhält der „Besitzer“ den Anspruch, wie das Nutzungsrecht zu behaupten: Ich/wir sind die Guten.

    Was fortlaufend dazu führt, daß der Geisteszustand …
    nein, lassen wir das – der Worte mal wieder genug.

    Nochmals, Danke;
    Raffa.

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    1. … auch das kleinste Virus kann die größte Tropfnase hervorbringen (und nicht nur das). Aber ja, ich stimme zu: unterschwellig und heimtückisch dürfte stimmen. Doch ich kann den Dank (übrigens nicht dafür) nur freudestrahlend retournieren: Denk-Aversion, auf der das Gutmenschen-Etikett klebt. Danke, diesen Gesichtspunkt brauchte ich noch für meine Raupensammlung. 🙂

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        1. Warum sollte das verwegen sein? Ein Schwein hat Schmerzen. Schweine sind sogar sehr soziale Tiere, die in der Massentierhaltung tatsächlich Schmerzen empfinden. Aber auch andere Tiere können Schmerzen empfinden. Und dafür ist tatsächlich biologisch ein ZNS notwenig.

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        2. Der kann aber wegen der Plastizität des Gehirns besser fühlen. Und wir könnten in einem intersensorischen Dialog viel voneinander lernen.

          Wenn du allerdings das mit dem Schmerz hinterfragst, ob nicht Pflanzen eine andere vielleicht seelische Form von Schmerz spüren, was wäre die Konsequenz? Irgend etwas musst du essen. Willst du nur noch das essen, was die Natur freiwillg hergibt wie ein Frutarier?

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        3. Genau um diese von Dir nachgefragte Konsequenz geht es in meinem Ausgangsartikel: Die sogenannten Argumente der Veg*‑Esser sind oft naiv bis dümmlich und dienen höchstens der Selbsterhöhung.

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        1. Es ist zwar richtig, dass die Pflanzen auch auf Umweltreize reagieren. Das ist übrigens ein Kennzeichen des Lebendigen. Aber woher stammen denn deine Infos zur Schmerzwahrnehmung von Pflanzen?

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        2. Hast du da noch welche? Auch ich bin für den schonenden Umgang mit Ressourcen und Pflanzen. Aber dass Pflanzen tatsächlich Schmerz empfinden ist mir neu.

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        3. Durch meine vielen Umzüge und „Rechner-Wechsel“ ist da einiges verloren gegangen.
          Es gibt da diverse Untersuchungen über die Intelligenz und Kommunikation bei Pflanzen, z.B. das Warnen, wenn „Freßfeinde“ kommen plus einer Einzel- oder kollektiven Reaktion.

          Beim Stöbern in meinen Lesezeichen fand ich noch diesen Link, der mitunter eine wohlwollende Distanz bei einigen Thesen bedarf, doch auch da steckt ein wenig Weisheit drin. Jedoch auch eine Möglichkeit, von hier aus weiter zu suchen und zu recherchieren…

          Mystik und Religion bitte neutral betrachten …

          habe mal die Suchfunktion bei YT genutzt und spontan diesen Link gewählt:

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      1. Das ist leider nicht so eindeutig. Die Seewespe hat kein Zentralnervensystem. Sie spürt jedoch hell/dunkel sowie bewegt/unbewegt.
        Die Gemeine Zaunrübe hat nicht mal Nervenzellen. Aber sie spürt, wenn sie etwas zum Festklammern unter die Ranken kriegt.
        Blüten spüren Anwesenheit und Abwesenheit von Tageslicht. Bäume spüren die Tageslänge. Alle Pflanzen spüren Temperatur.
        Gräser schütten sogar nachweislich bestimmte chemische Botenstoffe aus, wenn sich eine Kuhherde (oder Fußballmannschaft) nähert, und zwar wird die Reaktion um so stärker, je mehr sich die Tritte nähern.

        Wir können also mit gutem Grund annehmen, dass der Salat irgend etwas Bedrohliches oder zumindest Unangenehmes spürt, wenn er geschnitten, zerpflückt und gegessen wird.

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        1. Vielen Dank für die zahlreichen Beispiele. Dann gibt es noch die Mimose, die zusammenzuckt, wenn man sie berührt. Aber welche Konsequent ziehen wir daraus?

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    1. Aber ja! Unbedingt! Sofern man es mag, seine Umgebung mit abgetrennten Blüten (also Kastrationsabschnitten!) zu schmücken.
      Nur sollte man dabei eben nicht vergessen, daß man mit jeder Aktion Natur und Umwelt ändert, also einwirkt, also gewollte (klar doch!) und eben immer auch ungewollte Veränderungen herbeiführt. Keine Person schwebt rein ideell und wechselwirkungslos durch die reale Welt. Wer sich dessen bewußt ist, sollte bewahrt sein vor gleichermaßen selbstherrlichen wie unhaltbaren Moralkonstrukten, nicht wahr?

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        1. … ich könnte mir vorstellen, das dieses nachhause Tragen ein Relikt aus atavistischen Zeiten ist: das erlegte Wildbret wurde an der eigenen Feuerstelle in Sicherheit gebracht, ebenso war es nützlicher, Beeren dorthin zu verbringen und sie nicht am Strauch zu belassen…

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        2. … passt vielleicht nicht ganz … Eichhörnchen bringen ihre Funde in Sicherheit und legen damit Vorräte an

          Die Lebenskraft, die den Pflanzen innewohnt, unterliegt ihrem eigenen Werdegang. … In der Natur gibt es keine längere Haltbarkeit.

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        3. Das Eichhörnchen legt Vorräte an, um über den Winter zu kommen. Aber nicht, um Luxus anzuhäufen. Da unterscheidet sich der (wohlhabende) Mensch ein wenig vom Eichhörnchen.

          Doch ist es, was die Haltbarkeit von Schnittblumen angeht, nicht überlegenswert, ob eine blühende Grünpflanze nicht vielleicht haltbarere Blütenstände besitzt als ein Blumenstengel?

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        4. … nicht jede Vorratshaltung ist Luxus …
          Schnittblumen … wann kommen sie zum Einsatz … interessante Vorstellung, öffentlich Auftretende bekämen eine Topfblume überreicht. An Schnittblumen hängen Konventionen, denke ich.

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        5. … die Ausgangsfrage war doch aber, ob Blumenpflücken moralisch vertretbar sei, nicht wahr? Irgendwie fühle ich mich unwohl, wenn eine reductio ad absurdum bemüht wird, um eine gängige Praxis als gängige Praxis zu beweisen.

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        6. Blumen sind eine natürliche Form der Werbung. Das Besondere ist, dass diese Werbung nicht etwa Artgenossen ansprechen soll, sondern Spezies aus einem fremden Lebensreich.
          Da für die Vermehrung der Blumen mit Hilfe von Insekten, bzw. mit Hilfe züchterischer Methodeen, ausreichend gesorgt ist, fügen wir ihnen mit dem gelegentlichen Pflücken keinen Schaden zu 🙂

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        7. Gut, das mal so zu hören. Doch wessen Schadensdefinition liegt zugrunde? Die einer Pflanze oder die des Menschen? Und da sind wir wieder bei den fadenscheinigen Moralkonstrukten, die im Ausgangsartikel angesprochen sind.

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        8. Die Natur verschwendet, sie produziert viele ihrer Lebewesen als Fraß/Beute für andere Lebewesen. Es ist z.B. sehr unfair (in meinen Augen), dass Löwen süße kleine Gnu-Kälbchen und Wölfe niedliche Rehkitze fressen. Doch genau das scheint der Plan zu sein. (Menschen sind die „natürliche“ Beute z.B. von Viren.)

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  2. Nur der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass postulierte moralische Überlegenheit bei der Speisenauswahl nicht mehr exklusiv auf Seiten der Körnerfresserfraktion zu finden ist:
    In jüngster Zeit häufiger zu hören ist das Argument, veg* Ernährung sei ein Luxus, den man sich nur in der sog. Ersten Welt leisten könne, weil es die weltweit verfügbare Ackerfläche gar nicht erlaube, die gesamte Menschheit fleischlos zu ernähren (und schon gar nicht bio, ohne die umstritteneren Methoden der konventionellen Landwirtschaft). – Keine Ahnung, ob das stimmt, mir fehlt die Möglichkeit, so was sicher nachzurechnen, aber es ist ein interessanter Gedanke.

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    1. In der Tat feiert T.R. Malthus immer wieder mal frohe Auferstehung. Ich schätze – kann es aber auch nicht beweisen –, mit der Bemäntelung der aktuellen Eßmodewelle irrt er. Der wahre Grund dürfte viel profaner sein: Kann man sich denn den Luxus der veg* Eßmode außerhalb der Ersten Welt überhaupt leisten?

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      1. Kann man sich denn den Luxus der veg* Eßmode außerhalb der Ersten Welt überhaupt leisten? – Das klingt plausibel – wobei ich die Lebensmittelpreise und ihre Relationen außerhalb Mitteleuropas nicht kenne. Aber für hier stimmt fraglos der Begriff Mode, mit dazu passenden mitunter absurden Preisen und krassen Missverhältnissen.

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