Aufstieg verbaut

Mag sein, daß Ockhams Rasier­messer ein probates Mittel ist, um über­stehende Löckchen mit einem raschen Schnitt zurück­zustutzen, um zu einer wind­schnit­tigen Denk­frisur zu gelangen. Aber vor dem Gebrauch dieses scharf­schneidigen Instru­mentes sollte dringendst der Beipack­zettel studiert werden.
Es geht ja nicht nur darum, Über­flüssiges abzu­säbeln, was letzt­lich eine deut­liche Erleich­terung mit sich bringen kann, sondern es geht auch um uner­wünschte Neben­wirkungen. Durch die Ontologi­sierung der Welt als eine schlichte (d. h. den Menschen als einfach erschei­nende) Welt durch­trennt Ockhams scharfe Schneide die Sprossen, auf denen die Erkennt­nis der Welt höher steigen könnte.

6 Kommentare zu „Aufstieg verbaut

  1. Naja, man kann sich mit Vielem auseinandersetzen — mit den Blättern rascheln mag sehr schön und entspannend sein, doch die Wurzel muß man schon ausbuddeln – in aller Einfachheit – und auch bereit sein sich die Finger schmutzig machen…

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    1. … und das dürfte wahrlich die hohe Kunst sein: Das Endergebnis wird so „aufpoliert”, daß die Mühsal seiner Erschaffung vollkommen nicht mehr spürbar ist (nicht einmal mehr das Schwarze unter den Fingernägeln).

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