Wahl-o-mat

Irgend so ein öffentlich-rechtlicher Radio­sender hat heute früh mit vor Ergrif­fenheit dahin­schmel­zender Stimme gesäuselt, daß der Wahl-o-mat (Europawahl) noch nie so regen Zuspruch fand wie in diesem Jahr…
Warum drängen sich nach einer solchen poli­tischen Null­aus­sage prompt etliche Fragen in den Mittel­punkt der Aufmerk­samkeit? Welcher bemer­kenswerte(!) Fakt soll vermittelt werden? Oder geht es, obwohl Nachrich­tenbeitrag, doch um Werbung? Werbung für mehr Wahl-o-mat oder weniger? Braucht es diese Krücke, weil von den Wählern (♀♂) ange­nommen wird, sie könnten in den Wahl­programmen keine signi­fikanten Unter­schiede wahr­nehmen? Gibt es überhaupt signi­fikante Unter­schiede? Werden nur die Wähler als profillos angesehen oder gilt das auch für die sich zur Wahl stellenden Parteien?
Wieviel Manipulations­potential steckt eigentlich in den Algorithmen solcher Software?

12 Kommentare zu „Wahl-o-mat

    1. Eine Spielart von Zenons Haufen-Problem?
      Zum einen eine Software, die nicht wertfrei im Raum steht. Auf der anderen Seite ein paar Neugierige, Gelangweilte, Spielversessene – nennen wir sie Gruppe A – oder ein paar Unbedarfte, die sich ihre Meinung von anderen einflüstern lassen – Gruppe B –, wobei diese Gruppe von Menschen oder Maschinen oder gleich beiden dominiert wird.
      Ab wann kippen die Einzelerscheinungen (= politisch irrelevant), also Gruppe A oder B, in einen politisch nicht mehr negierbaren Haufen, der sich freiwillig entmündigt und politisch an der Nase herumführen läßt?

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  1. der oder die „Erfinder“ des Wahl o Mats sind ganz offensichtlich Adepten von Zaphod Beebelbrox, nicht janusgesichtiger, aber zweiköpfiger und damit zweihirniger kurzzeitiger Präsident der Galaxie. Diese Position beinhaltete keinerlei Machtbefugnisse und erforderte einzig die Fähigkeit, Aufmerksamkeit zu erregen, so dass sich niemand fragt, wer wirklich das Sagen hat. Eine Rolle, für die Zaphod perfekt geeignet war.
    Man trifft in Zaphods Universum auf den Kill-o-Zap und den Bistr-o-math und den Breath-o-smart oder den Sub-Etha Sens-o-matic … daß wir bei all dieser verfügbaren Technik im Universum bisher nur den Computerchip aus einem galaktischen Kinderwagen ergattern konnten, den ein paar Lümmels von Alpha Centauri von ihrem Taschengeld geklaut haben, ohne vorher die Gebrauchsanweisung zulesen … und infolgedessen eine saubere crash Landung auf dem vergessenen Strafplaneten im nowhere von Rosswell hingelegt haben, ist vergleichbar dem Entwicklungsstand eines Schimpansen, dem man ein Stöckchen in die Hand drückt und der dieses dann ersteinmal dazu benutzt sich eine Banane zu angeln, ab dann aber mit dem Stöckchen (Chip) nur noch seine Artgenossen verdrischt …

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    1. Ich glaube, ich muß den „Anhalter” nochmal lesen… 🙂
      Ist denn das, was Du da als Resultat herausgearbeitet hast (das mit den Schimpansen), nicht letztlich eine Spielart des Zauberlehrlings? Eine Technologie in der Hand von Wesen, deren kognitive/moralische Steuerung etwas unterdimensioniert ist, also in unser aller Hand? ☺

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      1. ich möchte unterscheiden zwischen verallgemeinernder Beobachtung zum Beispiel von Schimpansen und konsekutiven Erklärungsversuchen, denn letzteres ist dünnes Eis. Was hinter äußeren, beobachtbaren Verhalten oder Ereignissen steckt ist oft hochkomplex und einmal auf dem falschen Pfad kommt die nächste Abfahrt oft erst hinter dem Mond links. Eine diese weitverbreiteten Fazits, die mir regelmäßig den Hals schwellen läßt, ist die Mär vom dummen Volk, dem man a) nicht alles erzählen darf, muß, sollte… weil es b) die Komplexität der elitären Sachverhalte nicht verstünde und c) das (Regierungs-)geschäft stört. Das wäre so ein Fazit aus dem Schimpansenvergleich aus der Warte der Möchtegern-Elite. Sieht man genauer hin, dann wird aber aktiv und passiv alles dafür getan, um genau dieses Narrativ in der Realität zu etablieren, indem man den Menschen den Weg in die Dummheit, Blödheit, Verkorkstheit…als Autobahn anlegt und den anderen als unbeleuchteten Dschungelpfad aus den Wegekarten tilgt. Irgendwann stehen dann alle in diesem von Dir genannten kognitiven/moralischen Stau ohne auch nur auf die Idee zu kommen, das Vehikel und die Autobahn aufrecht auf zwei Beinen zu verlassen. Vielleicht kann man das ja auch irgendwann ncht mehr, wie die Kannibalen Menschen in dem Film wall-E. Folgt man der Pixar Theorie, dann ist cars und planes die evolutionäre Zukunft der Menschen nach Rückkehr der Raumschiffmenschen auf die Erde. Die Menschen müssen sich dann nämlich aufgrund ihrer physischen Degeneration und der noch immer weiträumig vergifteten Umwelt und unwirtlicher klimatischer Bedingungen, ein Exoskelett zulegen. Sie tun das in Form von technischen Geräten wie Autos und Flugzeugen. Unter all dem Metall… die inneren Organe. Wie bin ich jetzt eigentlich auf cars gekommen… wohl eine Abfahrt verpasst.

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        1. Ja, Du siehst mich zustimmend nicken. Ich möchte das ganze Sujet unter der Überschrift „self fulfilling prophecy” verstanden wissen: Wenn man Otto-Normalverbraucher nur lange genug einredet (und diese Suggestion auch tatkräftig unterstützt), daß er eigentlich nichts weiter als der Dorftrottel ist, wird er sich früher oder später auch so verhalten…
          Wobei ich dem von Dir genannten Punkt a) noch ein delikates „Gewürz” beimischen möchte. Oftmals (um nicht meistens schreiben zu müssen) wissen die Vertreter der Obrigkeitskaste doch selbst nicht, wo’s langgeht. Doch dieses Eingeständnis würde – so glauben sie offenbar – ihrem Nimbus schaden. Also faseln sie ununterbrochen unverifizierbare Plattitüden, die sie, egal wie’s kommt, als ihr Expertenwissen verkaufen. Und was beim vermeintlichen Dorftrottel funktioniert, bestätigt sich auch bei den selbsternannten Gurus (doch der König ist und bleibt nackt).

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  2. Nie liest jemand meine Beiträge (die öffentlichen ofc) und du besuchst dann ausgerechnet heute meinen exorbitanten rant post, der nicht mal als blogpost gedacht war?
    Tut mir leid, aber DAS musste ich jetzt kommentieren, es ist so ironisch… XD

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    1. Oh, nicht nur im Netz sollte man vorsichtig mit dem Wörtchen „nie” sein. Manchmal – leider habe ich viel zu oft viel zu wenig Zeit dazu – stöbere ich und finde, wie in Deinem Fall, kleine Schätze…
      Und das mußte ich jetzt kommentieren. 🙂

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