gut oder schlecht?

Mir fehlen die Worte: »Nahles tritt als Partei- und Fraktions­chefin zurück« (Quelle: SZ.de). Nein, freilich fehlen mir die Worte nicht, wäre denn das hier sonst lesbar? Was mir fehlt, ist das richtige Wort.
Ist es nun gut oder ist es schlecht, daß Frau Nahles sich jetzt mit einer Hals-über-Kopf-Ankündigung von ihren Ämtern zurück­zieht? Noch am 27.05. klang das alles ein wenig anders, wenngleich auch da schon recht eigen­mächtig: »Sie schlage den Gremien ihrer Fraktion eine vorge­zogene Abstimmung [über den Fraktions­vorsitz] schon in der kommenden Woche vor, sagte Nahles am Montag­abend im ZDF. Ursprünglich war die Neuwahl in der Fraktion für September vorge­sehen« (Quelle: welt). Eigenmächtig. Das ist nahe am Gegen­teil von: abge­stimmt mit Beratern oder in kompe­tenten Gremien. Eigenmächtig, aber garniert mit dem Vorwurf, es fehle ihr an Rück­halt. Echt putzig, nicht wahr?
Und wie ist das, wenn man (♀♂) – um mal ein Bild zu bemühen – die Karre bis zur Achse in den Dreck gefahren hat? Kündet es von gutem poli­tischem Stil, wenn man aussteigt, bedeutungsvoll in die Runde schaut, die Zünd­schlüssel lässig über die Schulter wirft und sich einfach so vom Acker schleicht? Oder ist es vielleicht charakterlich ok? Wie wird ein solches Politiker­gehabe wohl leichter zu verstehen sein, als das Resultat kon­zeptionell durch­dachter, strate­gisch ausge­richteter politischer Konzepte oder vielleicht doch eher auf der Basis von Selbst­legi­timation, also dem Ego als Beweis von Kompetenz? Ach, mir fehlen die Worte.

4 Kommentare zu „gut oder schlecht?

  1. Es war sehr vorhersehbar, dass das passieren wird. Der Abgrund war sichtbar und doch ist die spd darauf zu gerast.
    https://haimart.wordpress.com/2018/12/14/wann-ist-die-spd-erneuerung-abgeschlossen/

    Langsam gefällt mir die Serie #HouseofSPD nicht mehr. Die Darsteller wirken zu hölzern. Allerdings haben sie Humor.
    https://haimart.wordpress.com/2019/06/01/jetzt-neu-im-fernsehen-house-of-spd/

    Zu deinen Fragen: Die Karre ist schon lange im Dreck. Das war nicht Nahles, sondern hatte schon wesentlich vorher begonnen. Unter Schröder wurden eine Menge Reformen durchgeführt, welche die Unterschicht in die Armut getrieben haben und diese wendet sich nun anderen Parteien zu. CDU und SPD sind nicht mehr zu unterscheiden. Wer die SPD wählt, will doch keine CDU oder gar CSU. Auf der anderen Seite sind dann noch die Konservativen, welche sich von der Union verraten fühlen.

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    1. Ja, ich stimme zu: das war ein Scheitern mit Ansage. Also für Leute, die nicht nur Augen im Kopf haben, sondern auch sehen wollen. Also gerade für Fr. Nahles nicht…

      Womit wir dann schon beim zweiten Teils des Kommentars wären. Nein, Fr. Nahles ist nicht schuld am famosen Wahlergebnis der SPD (sie hat nur Traditionen fortgeführt, da pflichte ich Dir bei). Was mir sauer aufstößt, ist dieses vollmundige: „Ich kann!”, das dann aber von einem schnöden Hinschmeißen gekrönt wird. Hätte Fr. Nahles politische Augen im Kopf, wäre doch allerhöchstens ein pflichtbewußtes „Ich versuch’s“ anstelle des vollmundigen „Ich kann!” gesprochen worden. Ein deutliches Indiz für das Reiten eines Egotrips, wo ganz andere Aufgaben auf der Tagesordnung stehen…

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        1. Vergangenheitsbezogene Konjunktive sind lästig. Im Gegensatz zur KoKo. Allerdings verliert diese für den buntdeutschen Parteizirkus schlagartig an Attraktivät, wenn man über die Ebene „Mandatssicherung” hinausdenkt. Nun gut, die Gefahr tiefergehenden Durchdenkens ist bei den gegenwärtigen Politikerdarstellern nicht allzu groß, aber stellt eine Kooperationskoalition – wenn sie denn etabliert und vor allem auch praktiziert würde – die Klein(!)staaterei der Parteien nicht in toto infrage?

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