Wurzel des Übels

Das Maas-Männchen hat wieder zuge­schlagen: »Zeigen wir, dass wir mehr sind als die Rechts­radikalen, die Anti­semiten, die Spalter« (Quelle: deutschlandfunk). Wem?! Wem will er das zeigen? Will er der „normalen” Mehrheit etwas zeigen? Die weiß es doch aber längst, weiß es sogar mehrheitlich. Oder will einer Minderheit etwas zeigen? Die weiß es doch aber auch, da sie sich gezielt gegen die Mehrheit richtet. Wem will er also etwas zeigen und warum?
Ist Rechtsradikalismus wirklich(!) ein Problem oder wird es – Hand aufs Herz! – gerade mal wieder zu einem solchen gemacht? Sind denn Feind­bilder nicht immer gut (ja geradezu dafür erfunden worden), um demago­gische Ziele einpeit­schen zu können?
Die maasianischen Auslassungen würden auch bzw. gerade funktio­nieren, wenn er das Attribut „rechts” vor Radi­kalismus bzw. Terror weglassen würde. Ja, es sind Radi­kalismus und Terror (und noch ein paar andere), die den Status quo infrage stellen. Ob da etwas nun von links oder rechts, von oben oder unten kommt, ist unwesentlich. Wesent­lich ist die Bedeutung: Radi­kalismus kommt von radix (lat., Wurzel), will also das Übel bei der Wurzel packen.
Die Frage lautet doch nicht, ob es Radi­kalismus gibt. In einer leben­digen Gesell­schafts­struktur muß es ihn geben, nur in Dikta­turen nicht. Dort wird aller Terror (vom lat. Schrecken abge­leitet) einge­setzt, um von jedweder Form des Angriffs auf die Diktatur abzu­schrecken. Auch Hirn­wäsche mit Horror­szenarien ist ein solches Mittel, beispiels­weise durch den Einsatz absurder Feind­bilder. Ob sich das Maas-Männchen bewußt ist, an welchem Pulverfaß er so inbrünstig zündelt?

8 Kommentare zu „Wurzel des Übels

  1. Der kleine Heiko ist doch nur so übermotiviert, weil er davon ablenken will, dass er aussieht wie ein Adolf Eichmann-Zwillingsbruder… 😆 Scherz beiseite: Das ganze ist vermutlich nur eine fadenscheinige Begründung, um neue Überwachungsmaßnahmen einführen zu können, welche Bürger- und Grundrechte einschränken. Man muss die bittere Pille der Bevölkerung als Bonbon verkaufen können. Dazu braucht es starke bzw. stark aufgeblasene Feindbilder. Die sollten sich lieber einer bestimmten Sparte von Religioten zuwenden, die tatsächlich langsam gefährlichere Züge annehmen, statt diesen gegenüber wohlwollend wegzuschauen.

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    1. Ja, ich stimme zu. Man kann sich des Eindrucks kaum erwehren, daß dieser demagogische Sprachgebrauch ein wichtiger Teil der Positionierung auf dem „Schlachtfeld” ist, bei der Kampfeinheiten positioniert, Linien befestigt, Nachrichten- und Versorgungsketten eingerichtet, Schanzarbeiten ausgeführt werden müssen…
      Es ist noch nicht klar, wo und wann oder ob überhaupt Gefechte beginnen, aber eine flächendeckende Abschreckung (= Terror) macht das Beherrschen des Gegners leichter. Hauptsache, das Feindbild stimmt.

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    1. Aber nein, von „müssen” kann gar keine Rede sein. Ich wollte nur einen Denkanstoß liefern – deshalb auch die Zuspitzung. Aber es freut mich schon, daß Du die Herausforderung anzunehmen gedenkst… 🙂

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  2. Hmmm, mir kommt die Kirche in den Sinn: Es sagt mal ein Theologe, dass es Ketzer geben müsse, damit sich die wahre Religion an ihren irrigen Ansichten schärfen und ihr Auge schulen könne. (Vielleicht war es Augustinus?) Jetzt mal dahingestellt, ob es „die wahre Lehre“ gibt … aber so sollte es m.E. in einer Demokratie auch sein: In Hamburg (G20) und m.E. auch in Aachen (Ende Gelände) konnte man sehen, wohin es führen kann, wenn einzelne Gestalten von einer „Revolution“ – etwa fürs Klima – sprechen und andere das dann ausführen. Extreme Nationalisten zeigen, wohin es führen, wenn man Menschen, die anders denken/aussehen etc. am liebsten loswerden will. Vereinfacht gesprochen. Es fällt mir jetzt schwer, das zu sagen, dieses „Das müssen wir aushalten“! Doch: Man kann das aushalten müssen, doch nur, wenn es auch eine Grenze gibt. Ich denke allerdings nicht, dass die Grenze schon dann beginnt, wenn ein Mitglied einer nicht verbotenen Partei (mit demokratischen Strukturen) in einer Talkshow eingeladen ist.

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    1. Ich stelle mir vor, daß der gesamte Themenkomplex zu der großen Überschrift „Vertrauen” gehört. Man muß nicht alles zu kontrollieren versuchen. Man kann – ohne dabei naiv zu sein – Vertrauen haben, daß ein „gesundes” und lebensfähiges System gewissermaßen über Selbstheilungskräfte verfügt, die es stabil gegenüber Störungen machen. Ja, mehr noch: das Gesamtsystem ist so komplex, daß wilder Aktionismus an einzelnen Stellschrauben im besten Fall nur nichts bewirkt, meistens wohl eben doch Schaden stiftet (siehe z.B. Klimaschutz-Aktionismus). Aber haben denn die Aktionisten Vertrauen in sich selbst? Reagieren sie nicht vielleicht deshalb permanent über, weil sie nicht das Vertrauen haben, daß die Realität der unbestechliche Richter sein kann, wo es ein allenfalls Patt geben kann im Aufeinanderprallen von „Argumenten”, die durch Sophistereien kunstvoll gedrechselt, aber niemals empirisch auf Brauchbarkeit getestet sind?

      Ach, ich komme ins Schwärmen…
      Doch das Feld ist ein so weites und die einzelne Stimme ist so schwach (daß sie nicht hinüber reicht); was lohnt es, sich an diesem Thema heißzureden? 😉

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