Überdruck

Gestern war „Familientag”. Vor ein paar Tagen fragte mich A, ob ich sie und D, ihren Ehemann, nicht nach *** fahren wolle. Die beiden sind recht entfernte Verwandte von mir – eigentlich nicht einmal das, aber die klärenden Details sind an dieser Stelle nur langweilig. Also chauffierte ich die beiden gestern nach ***. Dort trafen wir M und H und zelebrierten Familie. Im Laufe des Nachmittags stieß auch noch R zu unserem erlauchten Kreis. R, M und D sind (unter­einander) Cousin und Cousinen, A ist die Kuß­cousine von H. Soweit klar, ist der Familien­stamm­baum einleuchtend *scherz*? Dann kann’s ja weitergehen…

Da ich weiß, daß A und D schlimmste Schwierig­keiten mit ihren engsten Familien­mit­gliedern, insbe­sondere Kindern, Enkeln, Schwieger­enkeln…, haben, und es bei der verwitweten R kaum besser aussieht und sich auch bei M und H, obzwar kinderlos, arge Familien­probleme auftun, schubste ich die fünf kurz einmal an, um sie aus ihrer – mit Verlaub gesagt – Wohl­fühl­zone zu locken.
Warum das? Nun, vor ein paar Wochen habe ich mit einer Schwieger­enkelin von A und D gesprochen und bin auf völlig verkrustete Vorur­teile gestoßen. Insofern inter­essierte mich brennend, ob und wo es Kompromiß­möglichkeiten geben könnte. Ich brauchte mich nicht weiter zu exponieren: Ein winziger Schubs genügte, um den „Funken” auf die anderen fünf über­springen zu lassen. Ich konnte mich daraufhin auf die Rolle des stummen Beobachters zurück­ziehen, der mit allen Sinnen das gegen­wärtige Gefüge analysiert. Nein, es gab keinen Streit – die Leute haben mitein­ander gesprochen. Sie haben (und wenn auch nur ein Stück weit) ihre Herzen geöffnet und die Münder flossen ihnen über…

6 Kommentare zu „Überdruck

  1. Schön, wenn man Impulsgeber sein kann… Oder „-geberin“? Ohne es von Dir genau zu wissen, ordne ich Dich mittlerweile eher als Frau ein, nachdem ich Dich initial beim lesenden Erstkontakt für männlich hielt. Aber mein unterscheidet das heutzutage eh nicht mehr so genau… 😉

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    1. Das ist ja ungemein putzig!! In meinem vorigen „Bloggerdasein” habe ich ganz bewußt darauf verzichtet, Anregungen zu irgendwelchen xx- bzw. xy-Annahmen über meine Person schriftlich zu fixieren. Nicht die Geschlechtlichkeit sollte ansprechen, sondern der niedergeschriebene Gedanke an sich. Freilich hätte jeder mittelmäßige Profiler in Bruchteilen von Sekunden herausgefunden, daß der Schreiber keine Bloggerin ist.
      Ich hätte nicht erwartet, daß diese Ambiguität noch immer (nach)wirkt, wo ich doch eindeutig als Mann schreibe. Oder sollte ich mit meinem Psychiater mal’n ernstes Wort reden? ☺

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      1. Na, ich bin vielleicht kein guter Profiler, eher ein tollkühner Mutmaßer. 😁 Deshalb dachte ich, Du wärest weiblich und versuchst betont so zu schreiben, dass es eher männlich wirkt… 😉 Vielleicht bist Du aber auch ein feingeistig-kultivierter Typ. Hm.

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      2. Ein gegenderter Katalysator …
        was es nicht so alles geben muß, derzeit.

        Jedoch freue ich mich, daß deine „Anstößigkeit“ zu auf fruchtbaren Boden gefallen ist. –
        Eine Gabe, welche sich auch auf diesem Blog wiederfindet – auch wenn der didaktisch versierte (oder was wollte ich hier schreiben …) immer wieder durchschimmert.

        Merci vielmals,
        Raffa.

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