Präzedenzfall(e)

Na also, nun wissen wir es: Wer beim Einparken bei der Hafen­einfahrt rempelt und sich zudem über geltendes nationales und inter­nationales Recht hinweg­setzt, kann sowohl das Kapitäns­patent behalten als auch nicht nur straffrei, sondern sogar als Held aus der Sache hervorgehen.
Man muß nur publikums­wirksam von einer Notlage faseln, die a) nicht vorhanden war und b) als Kick fürs Ego ange­strebt und überhaupt erst herbei­geführt wurde. Dann noch den Sprach­schatz auf genau die Reiz­worte redu­zieren, die bei den Gutmenschen pawlow­sche Reflexe auslösen – sprich: Seenot, Boots­flüchtlinge, Migranten… –, und schon ist man wieder auf freiem Fuß und kann auch gleich die Zugabe(?) ankündigen.
Die Entscheidung, keine freiheits­entzie­henden Maß­nahmen gegen sie zu verhängen, empfinde sie als großen Gewinn für die Solida­rität mit Flücht­lingen, Migranten und Asyl­bewerbern und gegen die Krimi­nalisierung der Helfer (Quelle: welt), also so eine Art Ra(c)ketendrohung?

12 Kommentare zu „Präzedenzfall(e)

  1. Wer braucht denn noch Gesetze,
    wenn man die ideologische Überlegenheit für sich reklamieren kann,
    wenn selbst gedeutete Toleranz über alles stellen kann…

    Erinnert irgendwie an 1789 und die Franzmänner und -Frauen. Neue Gesetze postulieren, ein aktueller Aufguß der Menschrechte, wie der Naturrechte und schon kann die Zerfleischung nach innen wie außen fröhlich losgehen.
    äh, war das nicht der Startschuß, der Probe- oder gar Stapellauf für den kleinen Diktator, mal was ganz Neues anzuprobieren, so in Richtung neues Weltreich?? — ach, ich schweife mal wieder ab, wie greuslich.

    Welchen Aufguß die UNO samt treibender Hintermannschaft so aufbrüht???, ja, ich haue mir gerade schon auf die Finger und lassen meine kruden Buchstaben schweigen.

    Alles Liebe und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel,
    Raffa.

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    1. Tja, immer mal wieder setzt die Menschheit offenbar alles daran, Territorien zu erobern und es sich dort irgendwie heimisch einzurichten, in denen Absonderliches an der Tagesordnung steht. Paradiesische Verhältnisse scheinen in höchstem Maße abstoßend zu sein. Besser ist es allemal, jede Form von Warnungen der Art: „Vorsicht, heiß, nicht anfassen!” konsequent in den Wind zu schlagen. Es scheint mal wieder soweit zu sein, nicht wahr?

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        1. Prima Thema – schwierige Aufgabe! 🙂
          ‘seine Klauen nach uns und der Welt austrecken’? Hm, ja, es scheint irgendwie so. Doch was, wenn das alles nur ein Wahrnehmungsproblem ist? Eigentlich mehr ein Aufmerksamkeitsproblem. Ist es nicht ein hinlänglich bekanntes ψ-chologisches Phänomen, daß man überall Anzeichen sieht, wenn man erst auf ein Thema aufmerksam wurde? Anzeichen, die vorher nicht da waren, oder nur nicht wahrgenommen wurden?

          Vielleicht sollten wir insgesamt einfach weniger egozentrisch sein? Ja, (auch) ich habe ein paar schmerzliche Schmisse, die mir ‘ausgestreckte Klauen’ beigebracht haben. Aber streckten sich diese Klauen nun gerade mir entgegen oder bin ich blind in sie hineingelaufen?
          Oder mit anderen Worten: Der letzte Gedanke eines Insekts, das in einer lauen Sommernacht gegen die Frontscheibe eines dahineilenden PKWs klatscht, könnte sein: Was bin ich wichtig! Um mich zu töten mußten das Glasschmelzen, die Metallverhüttung und der Verbrennungsmotor erfunden werden, Getriebe entworfen und Bitumen gefördert und daraus Straßen gebaut werden und durch ein Überwachungssystem Ort & Zeit des Zusammentreffens minutiös geplant werden…

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        2. Wohl wahr, ein tiefes,wie herausforderndes Thema.

          So haben wir durch den „Aufgekläten Humanismus“ ein Gedankenmodell, wo uns anbietet auch uns als nichtig und zufällig zu betrachten und erachten.

          Dieses „Modell“ hat auch noch den Teilaspekt, wie auch als Option, uns weniger egozentrisch zu betrachten und zu benehmen, was essentiell ja auch gar nicht so verkehrt ist. Doch bei Betrachtung der gewünschten „Vorzeichen“ ist mir ungläubigen und verschwörungsanalytischen Thomas jedoch dieses Vorzeichen eher ein MAlzeichen deren, die uns über diese Form der Selbstreduktion und -aufgabe besser steuern mögen….
          Denken wir nur an die Bemühungen, den Menschen klein, unwissend, limitiert und abhängig zu halten – ihm etwas vor zu machen (die Schauspiele finden sich ja all zu oft bei den Themen unserer Blogs) oder in gar dahin zu bringen, im Gegensatz zu simplester Logik, den Ast auf dem er sitzt, abzu sägen.

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        3. … wohl deshalb sollten Menschen sich öfter mal tief in die Augen schauen – und nicht nur dorthin –, um derartige Male aneinander festzustellen und ggf. Mittl und Wege zu ersinnen, deren weitere Ausbreitung zu stoppen oder – besser noch – sie insgesamt zurück zu drängen. Der Mensch als Spiegel des Menschen, hoffentlich kein Zerrspiegel. 😉

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      1. Schwierig, eine Prognose zu wagen. Wenn ich mir die Skala so anschaue: Auf der einen Seite ein goldfasanesker Horrorclown im Weißen Haus, auf der anderen Seite eine Klima-Gretel (in deren Nähe die aktuell besprochene Kapitöse), dann erwarte ich bei einer anständigen Gaußverteilungskurve irgendwo dazwischen einen dicken Bauch voller gangbarer Möglichkeiten – aber stattdessen sehe ich eine seichte Gerade. Pustekuchen folglich. Mittelfristig sieht’s düster aus – vielleicht darf man langfristig noch hoffen?

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        1. … andererseits verbietet sich in dieser Gemengelage der Gauß-Ansatz. Ich sag nur: bedingte Wahrscheinlichkeit. Ist es denn nicht so, daß diejenigen, die sich exponieren (von denen wir also auf irgendeine Weise Kenntnis haben), für sich den Vollbesitz aller Weisheit reklamieren und alternative Ansätze möglichst nicht zulassen wollen (wenn nicht gar heftigst bekämpfen)? Und damit kann zwischen den „Ausreißer”-Stützstellen eben kein praller Bauch vieler, vieler Möglichkeiten entstehen, sondern allenfalls die „Flatline”, die mit Gewalt unter jedes Niveau gepreßt wird…

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