*** for future

Es war gestern, als mir eine an einem Liefer­wagen ange­brachte Werbe­bot­schaft durchs Gesichts­feld fuhr. Es war eine „*** for future”-Botschaft. Gestern war zwar Freitag, aber an der Stelle der der drei Sternchen stand nicht der Wochentag. Und plötzlich hatte ich die Idee, im welt­weiten Netz nach dem „for future”-Slogan zu suchen, während allerdings „friday” und Spiel­arten davon ausge­schlossen bleiben sollten: 190 Mio. Ergebnisse in 0,31 s…

Und nun frage ich mich, was denn wohl die tiefe Bedeutung einer „*** for future”-Botschaft sein könnte. Praktisch alles, was im Jetzt passiert, mani­festiert sich in der Zukunft (genauer: in der Zukunft der jetzigen Gegen­wart). Korrekter­weise muß sogar das Wort „praktisch” gestrichen werden, denn selbst eine Geschichts­fälschung ändert ja nicht die Geschichte an sich (also die Vergan­genheit), sondern höchstens die Geschichts­auffassung, wie sie in Zukunft verstanden werden soll; kurz: Alles, was im Jetzt passiert, mani­festiert sich in der jetzigen Zukunft.
Mithin ist die Etikettierung von was auch immer mit einer „*** for future”-Überschrift ein ernst­zuneh­mender Hinweis darauf, daß es wohl nicht um ratio­nale Sachlichkeit gehen wird, sondern mögli­cher­weise eher um demago­gische Wort­hülsen. Und das scheint kein Einzel­fall zu sein, sondern – siehe oben – millionenfach geübter Brauch.

20 Kommentare zu „*** for future

  1. Wer den Geist der Zukunft beschwört, der setzt auf eine sichere Bank, weil er im Vagen bleiben kann. Alles ist möglich und nichts. Prognosen wurzeln oft in ideologischen Substraten. „⬜️⬜️⬜️ for the future“ ist ein schönes Beispiel für eine dynamische Floskel. Eine Beschwörungsfloskel für den eigenen ideologischen Geist… 😉
    Apropos „Geist“: Fridays for future“ – FFF – 666 – number of the beast (nicht erst seit 1982 bei Iron Maiden, sondern schon laut der Johannesoffenbarung). Der Teufel steckt also nicht nur im Detail… 😁

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        1. … nur wenn die Teufelin ihren männlichen Kollegen in diesem Ressort (pardon, in dieser Ressortin) duldet und nicht schon längst verdrängt hat, und er in allem und jedem steckt.

          Wobei mir gerade ein Gedanke kommt. Was wäre, wenn die „Abstammungslehre” des armen Teufels ganz falsch beschrieben ist (weil diese Geschichtsklitterung ganz hervorragend in den Kram gar mächtiger Kreise paßte)? Von wegen gefallener Lichtengel (= Luzifer). Nein, Luzifer hauste mit seinem Weib (ein Lichtblitz, geschlagen aus einem angezündeten Flatus und ohne jede Suggestion von Rippenraub) glücklich und zufrieden in einem paradiesischen Garten. Doch dann flatterte den beiden eine Eigenbedarfskündigung des Verpächters auf den Gartentisch… Also ganz ehrlich, ich wär da auch grantig bis in alle Ewigkeit. 😉

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    1. … das klingt doch gut, wer wollte dem wohl widersprechen? Und darf man weniger als Alles erwarten, wenn man sich um die Zukunft sorgt? Angenehmer Nebeneffekt: ein Plakat für alle noch so unterschiedlichen Themen; was das die Müllbelastung unserer Umwelt reduziert, nicht wahr?

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  2. Bei der „Abstammungslehre“ bist du womöglich denen auf den Leim gegangen,
    und deren Geschichtsklitterung und -Biegung,
    welchen du hier unterstellst, das sie hier einen Vorteil daraus ziehen …
    Doch, wie waahr, wo haben die bloß ihrer Finger nicht drin!!!????

    Einen gesegneten Sunday for Future,
    Raffa.

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    1. Die Frage lautet aber noch immer: Wenn der Teufel im Detail steckt, wo steckt dann die Teufelin? Andererseits könnte Deine Frage ja auch die Antwort sein: »… wo haben die bloß ihre Finger nicht drin« 😉

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        1. Es gibt schon geniale Schachzüge:
          Wenn es schon keinen Gott gibt –
          kann es erstrecht keinen Teufel samt Teufelin geben —
          und der Gedanke, daß alles Zufall sein darf,
          spielt man wieder in die Karten von…, hmm, von wem eigentlich? oder ist es gar zufällig??,
          doch da bin ich eher übergriffig und darf meinen Alu-Hut putzen und polieren …

          🙂

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        2. Also ich(!) trage anstelle des Aluhutes ja lieber mein Haarnetz aus fein gewirkten Metallfäden. Fällt kaum auf, hat aber die gleiche Wirkung. Um ganz sicher zu sein, kann man so ein Faradaysches Haarnetz auch unter dem Aluhut tragen. 😀

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      1. Hmm,
        oder der Teufel ist schwul – dann erübrigt sich die Frage. Wieviel Glatteis vor mir gerade auftaucht, wenn ich an das „gefährliche“ P-Wort denke oder gar an das Zöli…

        Nee, nee, ich muß erstmal in den Keller, die Schlittschuhe heraus holen …

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        1. Nee, schwul dürfte nicht gehen: Sind die Engel nicht nach SEINEM Willen asexuell angelegt? Und wären alle(!) Engel, so also auch die gefallenen, per definitionem homosexuell, aber eben weder schwul noch lesbisch? *grübel* ☺

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        2. … wobei ich bei manchen der ‘schöpferischen Akte’ feststellen muß, daß die Warnung durchaus gerechtfertigt ist: Messer, Gabel, Schere, Licht dürfen kleine Kinder nicht. Zumindest dann, wenn wahlweise der soziale Kontext nicht bekannt ist oder nicht gebührend beachtet wird oder wenn kategorisch auf die Expertise derjenigen verzichtet wird, die „von Berufs wegen” tiefere Einblicke haben…

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