Stalker

Allzu gern wüßte ich, wieviele Menschen „ihren” Gott lieben, genau­genommen den Aggregat­zustand von ihm, der sich Jesus nennt. Und prompt drängt sich mir die Frage auf, warum die oberste Behörde – die mit dem himmlischen Amtssitz (oder war’s der höllische?) – nicht schon längst das 11. Gebot erlassen hat: Du sollst nicht stalken.

😇

8 Kommentare zu „Stalker

    1. Das zehnte Gebot: Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh noch alles, was dein Nächster hat. Also auch nicht die Liebe deines Nächsten?
      Das achte Gebot: Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten. Also ist die Aussage: „Er, sie, es liebt mich bzw. liebt mich nicht” bis zum Beweis des Gegenteils ein falsch‘ Zeugnis und somit das Erklären der eigenen Liebe in Wahrheit übergriffig? *grübel*

      Oder was heißt „8&10”?

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      1. Deine Frage nach dem Begehren der Liebe des Nächsten bringt es auf den Punkt – wenn es um Verhaltensmuster und Intention von Stalkern geht.
        Ergo bietet das von dir richtig zugeordnete „8&10“ ein passendes Fundament – oder bedarf es für den Menschen der Neuzeit eines gnadenlos ausgefeilten juristischen „Paragraphen“ – wo der aufgeklärter Geist dann nicht mehr gemüßigt wird eine kleine Transferleistung zu erbringen – Muß also doch eine „Idioten-sichere Version“ her?

        Sehe eher eine gewisse, wie gewollte Problematik bei der Definition von Liebe beim „Neuzeit-Menschen“, wo man jedoch aus der „Ecke“ eine alte, wie treffende Orientierungshilfe findet (und da findet man noch mehr „Treffer“):
        „Die Liebe ist langmütig und freundlich,
        die Liebe eifert nicht,
        die Liebe treibt nicht Mutwillen,
        sie bläht sich nicht auf,
        sie verhält sich nicht ungehörig,
        sie sucht nicht das Ihre,
        sie lässt sich nicht erbittern,
        sie rechnet das Böse nicht zu.“(1. Kor. 13:4-5)

        Diese Definition ist definitiv hilfreicher, sie alle 11 Sekunden zu lesen, als als Single sich in diesem „Rythmus“ zu verlieben …

        Ich hoffe, die Vielzahl der womöglich kruden Buchstaben fällt noch nicht unter den Stalking-Strafbegriff (;-)

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        1. Upps, das nimmt ja rasant Fahrt auf! Einmal ans Türchen geklopft, und es wird dir aufgetan, und wie!
          Doch selbst einem solchen furiosen Start kann noch ein Schippchen mehr aufgelegt werden. Frage: Läßt sich das Liebeskonzept aus einer Zeit, in der man noch wußte, was Kontemplation bedeutet, und sie sogar praktizierte, in unsere Zeit übertragen, in der das Sofort das angehimmelte Ideal ist?
          Stichwort: »alle 11 Sekunden«. Das ist für mich keine Werbung! Weit besser fände ich (wahrheitsgemäße) Aussagen der Art: Soundsoviel Prozent unserer Portalbesucher konnten durch uns zu einem langen gemeinsamen Leben in Glück, Seligkeitund gegenseitiger Inspiration finden…
          Doch wird wahrscheinlich beim nächsten Modernisierungsschub (= wir müssen noch mehr Kunden abholen) das Portal mit „alle 5 Sekunden” werben. Und beim nächsten Schub mit „alle 0 Sekunden”, also instantan, also „Klick = Liebe. Garantiert!” 😐

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        2. Erlaube eine noch leicht verschlafene Antwort –
          deinen Ausführungen und dem vorgeschlagenen Pfad folgend.

          Na klar, können wir dem Mammon folgen und die Folge und gar die „Endstation“ hast du ja konsequenterweise angeführt.

          Bleibt am „frühen“ Morgen nur mein Schluß: „Liebe kennt keine Zeit“ –
          während auf der anderen „Seite“, gesponsort durch die schnöde Kohle, die Konsequenz steht in 24/7 abzurutschen, ins jetzt und sofort, ins Zalando-Glück;
          und wie gut, daß wir eine moderne Anleitung für´s Leben haben, diverse „Short-Lists“ Marke „Must have“ oder … – so bleibt eben, auch wegen der fehlenden Kontemplation und der Limitierung durch ein „Need to know“ eine Form von Small (S)Talking.
          Oh, wo bin ich, wo war ich? Der ungeordneten Worte zu viele, verabschiedet sich der schlaf-zerknauschte Narr … der die geistige Tür noch nicht aufbekommt, heut Morgen, und die Katzenklappe ist für meinen Astral-Körper etwas unterdimensioniert – hoffen wir auf bessere Stunden,
          Raffa.

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  1. Gott ist kein Kopfmensch. Immer direkt ohne Wenn und Aber. Diese Gebote müssen Initialzündungen sein, über Jahrtausende hindurch, für Leute die Lieben oder nicht, Stehlen oder nicht, Ehebrechen oder nicht, Morden oder nicht – genauso wie man niemals nur ein bisschen schwanger sein kann. Entweder liebt man richtig oder nicht – die Graustufen gehören einem dann selbst und man kann in der Nebelsuppe des Intellektes schmerzhaft herumphilosophieren – über Liebe und Leben – Gott und die Welt, bis man dann am Ende ein bisschen tot ist.

    Soll jetzt keine Kritik sein, lese Deine Texte sehr gerne, ich weis nur: Gott will totales Hingabe, Er ist kein Kuhhändler und mag keine halben Sachen. Kennst du die Geschichte von Getzemaneh? Da begegnet Jesus Gott – ja – eben mal so – ein Mensch begegnet Gott. Und was machen seine Jünger? Die schlafen ein, obwohl er ihnen gesagt hat, sie sollen wachen, diesem Moment nicht verpassen, aber nein, sie tun was mir alle tun, schlafen, Gott kommt und wir schlafen. Wie können wir da je wirklich wach sein? Kein Wunder, dass man den nicht lieben kann im Nebel unserer Verschlafenheit.

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    1. Zugegeben, ein spannendes Thema, zumal ein Agnostiker etwas anders sehen dürfte als ein nur mal so oder ein streng Gläubiger. Doch woher kommt das Fakten(!)wissen zu Gottes Eigenschaften? Fakten können nicht offenbart werden, denn der Offenbarung fehlt grundsätzlich die Überprüfbarkeit…
      Und so tue ich mich schwer mit Gottes Willen zur ‘totalen Hingabe’. Hat er nicht die Güte, Toleranz und Koexistenz zu dulden? Ist er wirklich so schwach? Dann hätte ich gern einen anderen, einen stärkeren Gott…

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