verzerrt

Eigentlich muß man Mitleid haben mit dieser schwedischen Göre. Nun hat sie sich in Madrid anläßlich des Klima­gipfels zu einer Marien– – pardon! – Greta-Erscheinung herab­gelassen und sogar mehrfach das Wort an sich gerissen, und doch ging kein Riß durch den Vorhang im Tempel…
Seltsam, wie sich das Wort ὑστέρα in die Asso­ziations­maschine drängelt! Das ist altgriechisch, heißt Gebär­mutter und ist zugleich die Sprach­wurzel für unser heutiges Wort Hysterie. Eine Sechzehn­jährige, die auf der Atti­tüde eines vier­jährigen Mädchens verharrt, statt den biolo­gischen Gegeben­heiten den dringend notwen­digen Raum zu geben, der für die seelische Entwicklung unent­behrlich ist…

Doch für ihr jüngstes Schaustück muß man der schwedischen Göre direkt dankbar sein (siehe u. a. hier). Ja, sie ist im Zug gefahren. Ja, der Zug war voll. Ja, die Zwitscher­nachricht an ihre Entourage dürfte der Wahrheit entsprochen haben: »Und ich bin endlich auf dem Heimweg!« Und schon haben wir ein Beispiel, wie durch schlichtes Weglassen von Informa­tionen die Realität deutlich verzerrt werden kann. Wie glaubhaft kann generell solch eine Person sein? Was sagt es über die Zeitge­nossen, die einer solchen Person weitaus mehr Aufmerk­samkeit zuwenden, als für ein einmaliges Aha-Erlebnis notwendig wäre?
Die Geschichtsbücher werden dereinst (auch) von dieser Skurrilität berichten: die Ratten­fängerin von Hammeln.

48 Kommentare zu „verzerrt

  1. Hey so kenn ich Dich gar nicht – also ich bin froh, dass es eine Greta gibt ohne die würden wir noch mehr „weiter so“ in Sachen Klima machen. Und das mit der 1. Klasse, das ist mir schon lang ein Dorn im Auge – totale Verschwendung und Unnötigkeite – sitzt eh keiner drin, die fahren lieber mit großen Autos von A nach B…. und überhaupt – bin ich gegen Klassendenken – egal ob beim Arzt oder sonstwo.

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    1. 🙂
      Nun ja, was gern mal „übersehen” oder verdrängt wird, ist, daß das sachliche unaufgeregte Bewerten einer Situation etwas anderes ist als die Kapitulation vor dem Glitzern der Fassade. Durch sachliche Analyse durchschaut man vielleicht öfter als andere, was möglicherweise unter schönem Schein versteckt werden soll. Freilich kann dadurch die Fassade bröckeln und den Blick auf Unschönes, wenngleich mühsam Verborgenes freigeben, was verstörend wirken mag…

      Was Greta angeht, scheinen ihr die Eltern Schlimmstes anzutun (warten wir einfach mal, was die Yellow-Press zu berichten weiß, wenn der aktuelle Hype abgeklungen sein wird). Aber das ist ein anderes Thema. Neben dieser Vermutung lassen sich aber auch Fakten anführen: Zum einen ist sie nicht die erste, die die Notwendigkeit zum schonenden Umgang mit der Erde erwähnt hat, sie ist auch weder die erste noch die einzige, die die lebensnotwendige Dringlichkeit erkannte, zum anderen hat sie außer Quengelei (noch) nichts Substanzielles zu bieten. Sie ist lediglich instrumentalisiert – womit ich wieder bei den Eltern wäre, die’s zugelassen oder vielleicht sogar maßgeblich forciert haben –, also kaum mehr als Kanonenfutter, bis sich Medien, Politik und Lobbyisten neu aufgestellt haben…

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      1. Hm, glaub ich nicht – sie ist Autistin und die quengeln nicht, die haben einen sachlichen Blick und ich finde Gretas Argumente sehr fundiert und klar. Es ist einfach wahr, dass wir unseren Planeten ausbeuten, vermüllen, und uns einen Dreck darum scheren wie es unseren Kindern und Enkelkindern geht (es sei denn man hat solche) in einem Jahrzehnt oder so….

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        1. Ihr wird ein Asperger-Syndrom attestiert; sie ist keine „klassische” Autistin. Doch was hat dieses Syndrom mit dem Umweltschutz zu tun? Wird es nicht vielmehr dafür benutzt, um eine bestimmte Fassade aufzubauen und aufrecht zu erhalten?

          Im übrigen habe ich nicht in Abrede gestellt, daß es dringend notwendig ist, mit unserer Erde schonend umzugehen Und jetzt wiederhole ich: [Greta ist] nicht die erste, die die Notwendigkeit zum schonenden Umgang mit der Erde erwähnt hat, sie ist auch weder die erste noch die einzige, die die lebensnotwendige Dringlichkeit erkannte, zum anderen hat sie außer Quengelei (noch) nichts Substanzielles zu bieten. Sie ist lediglich instrumentalisiert – womit ich wieder bei den Eltern wäre, die’s zugelassen oder vielleicht sogar maßgeblich forciert haben –, also kaum mehr als Kanonenfutter, bis sich Medien, Politik und Lobbyisten neu aufgestellt haben…

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        2. Autisten sind nicht alle Besitzer einer extrem hohen Intelligenz, die auf auf Kosten anderer sozialer Fähigkeiten auf einen Punkt konzentriert ist. Sie sind keine Shamanen mit einem gewissen handicap, dass sie als besondere Menschen auszeichnet. In den meisten Fällen (die Bandbreite ist gross) können sie sich selbst und anderen gefährlich werden und gehören betreut, auch in geschlossenen Anstalten, wo sie Betreuer anfallen und ihnen Fleischstücke in einem unerklärlichen Anfall aus den Oberarmen beissen oder die Ohren fast abreissen und vieles mehr. Sie sind oftmals soziopathisch veranlagt. Man kann sie nicht heilen, nur betreuen und pflegen. Diese Greta ist nach meinen Erfahrungen absolut keine Autistin. Dieses Prädikat soll sie als besonders auserwählt kennzeichnen und mit einem charismatischen Nimbus umgeben. Ein moderner Heiligenschein würde ich mal sagen.

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    2. Ich bin dankbar, dass es die 1. Klasse gibt! Sonst würde ich überhaupt nicht mehr mit der Bahn reisen… Wer braucht schon den Gestank von Sandwiches mit Senf und Eiern, Kleinkindergeplärre und „Ey Janine, du glaubst es nicht, ich sitz gerade im Zug nach Berlin und wir sind schon in Wolfsburg!“ DB 1. Klasse handyfreie „Ruhezone“ – das ist Reisewellness. 😉

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      1. Ich habe schon so manche Zugfahrt stehend mit Blick auf leere Sitzplätze zugebracht, und das aus freier, wenngleich erzwungener Entscheidung, weil die 2. Klasse so verkeimt und verwahrlost hinterlassen worden ist, daß die Gefahr des Einfangens bisher unbekannter Krankheitserreger entschieden unkalkulierbar war…

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      2. hm – vor Corona fuhr ich von Berlin durch die gesamte Republik gen Süden, in der ersten Klasse, erstmals im Leben, weil ich diese Reise geschenkt bekommen habe. Gleich schon in Berlin kamen vier riesengrosse Hühnen in Bussinessanzügen und Laptops zielstrebig und wortstark aufmarschiert, schmissen ihre Laptops auf den Vierertisch und fingen ohne Umschweife sofort an zu arbeiten. Ich dachte es ginge hier um ernsthafte Regierungsangelegenheiten in höchster Priorität. Nein, bei genauerem Hinhören ging es um Kühlaggregate … bravo Deutschland!
        Als ich wo umsteigen musste sass mir gegenüber am Vierertisch ein Chef mit seiner Sekretärin, die gemeinsam noch etliche Kilometer vor sich hatten und auch wohl schon hinter sich. Er diktierte ihr, fragte sie ab, sie trug etwas in Listen ein und stand Rede und Antwort. Es ging um irgendwelche Lagerkapazitäten – um mich herum war alles penetrant am Arbeiten oder tat zumindest so – ich saß in einem rasenden Grossraumbüro – unsichtbar – unscheinbar – unproduktiv wie der kleine Angestellte, der sich bis zum Feierabend die Zeit vertreibt, in dem er ein wichtigtuerisches Gesicht macht, damit es nicht auffällt, dass man ihn eigentlich gar nicht braucht. Aus dem Fenster konnte ich nicht schauen, weil da so ein Sonnenschutznetz davor war, welches man nicht beiseite schieben kann, wohl aus dem gleichen Grund wie die Sonnenblenden im Grossraumbüro – damit die Screens der Laptops nicht reflektieren. Gähn – das war ein langer Arbeitstag – äh – Reise meine ich.

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        1. Dafür gibt es die Möglichkeit in der ersten Klasse Sitze in einer sogenannten „Ruhezone“ zu reservieren. Dort darf nicht telefoniert und laut gesprochen werden… Aber wegen Vorona fahre ich Moment eh nicht mehr mit der Bahn.

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    1. Genau dieser Aspekt hat mich zögern lassen, den Themenkreis überhaupt in Augenschein zu nehmen: Kann man es wirklich glauben, daß jemand eine längere Bahnfahrt ohne Platzreservierungen antritt, und falls ja, sich dann echauffiert, kein Chambre séparée vorzufinden?

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  2. du hast ja rational recht.
    ich bemitleide sie nicht, das phänomen Greta wird inszeniert und instrumentalisiert, kann sie überhaupt noch sich selbst spüren, sich befreien, als individuum, als kind?
    es ist anmassend, von ihr zu erwarten, sich als junger mensch „angemessen“ zu wehren, wer streut denn dieses gift, alles was sie tut, sagt, empfindet, mit der lupe der schlagzeilen in den vordergrund zu rücken, gewiss nicht aus mitgefühl.
    das phänomen Greta hassen viele, ein mischmasch aus neid, intoleranz und dummheit.

    im medium wordpress wird auch moderate kritik nichts an der tatsache ändern, dass sie benutzt, ja missbraucht wird – insofern übertreiben alle richtungen dieses phänomen Greta – das attribut autist oder asperger ist völlig daneben, weil selbst asperger. das syndrom wird pauschalisiert, asperger sind in erster linie menschen und wie jeder normale mensch einmalig ist, so ist jede*r aspi anders – nehme das nur als beispiel für die bandbreite medialer ursachen & wirkungs-ignoranz, der neigung, tatsachen im twitterstil auf die anzahl der zeichen zu verkürzen.
    in diesem gesamten chaos der grenzen des menschlichen verstandes und der methoden ist Greta zur ikone gemacht worden, um von den tatsächlichen missverhältnissen ( ohne nennung von adjektiven ) abzulenken.

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  3. Greta ist doch die Galionsfigur (Jeanne d´Arc) eines Geschäftsmodells.Ihrem „Dare you“ wurde mit Corona nachgeholfen. Es funktioniert weltweit, sie war der Wegbereiter. Woah, wer dahintersteckt will eine neue Weltwirtschaftsordnung ohne althergebrachte Kolateralschäden. Wenn das der erste Akt war … ich wollt als Alien hier nicht mehr landen.

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    1. Wenn Greta halbwegs bei Verstand ist, sollte sie die mediale Flaute, die sie coronabedingt gerade umgibt, zu einem Rückzug als Rampensau nutzen. Soll sie Bücher schreiben oder ihr eigenes Leben verfilmen (lassen), aber die quengelige Masche eines Kleinkindes, das in der Entwicklung stehengeblieben ist, ist einfach nur nervig! Fordern ist billig, aber gangbare(!) Alternativen in Gang zu setzen, das wäre eine beachtliche Leistung. … hat mit Aliens so absolut gar nichts zu tun.

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        1. Das könnte doch eine perfekte Alien-Strategie sein: Baue einen menschenähnlichen Roboter, dessen Sprachmodul kaum mehr als ein paar Dutzend Reiz(!)worte umfaßt, und betreibe Medienrummel-Mimikry mit hirnlosen (weil Roboter) Äußerungen, die partout nicht zu verstehen sind (= nicht aus einem Verstand geboren, sondern per Zufallsgenerator aus dem Reizwortschatz ermittelt); so erhält man weltweiten Zugang zu Menschengruppen (deren Analyse sich für Alien-Studien als ganz nützlich erweisen könnte).  👽
          Die unübersehbaren Abweichungen zwischen Roboter und einem realen Menschen werden durch die Mär kaschiert, es würde ein Autismus vorliegen…

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        2. … jetzt hoffe ich nur, daß das metallen scheppernde Geräusch da draußen in der Hochsommernacht nicht von Mistgabeln und Dreschflegeln herrührt, mit denen der rasende Mob zur Ehre Ehre ihrer Heiligen in den nächsten Kreuzzug zieht. 🙄

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      1. Als Jugendliche hätte mir Greta durchaus ein Stück pubertäres Protestgehabe vermittelt, ich wäre ihr wohl zu Fuss über dem Atlantik gefolgt. In der Jugend haben wir nichts und deshalb auch nichts zu verlieren und das wenige was man hat, kann man gern teilen, deshalb ist die Jugend in ihrer Wahrnehmung auch immer ein wenig kommunistisch drauf, was sich mit den Jahren stark ändert, wenn diese denn mit Erfolg und materiellem Wohlstand verknüpft sind. Da braucht man dann Sicherheiten, ja letztendlich sogar noch Lebensversicherungen. Wer hat da Mut zu Veränderungen? Deshalb setzte ich auf Völker, die nichts haben, nichts zu verlieren haben und deren Mentalität in der Masse noch recht Jugendlich ist. Von daher hat die Erde noch eine Zukunft und Gretas Forderungen werden dort Früchte tragen.

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        1. Ja, da stimme ich über weite Strecken zu: Es müssen Veränderungen vorgenommen werden!
          Da Dilemma ist aber, daß die Jugend, mit Schwung, Elan und (an allen passenden und unpassenden Stellen eben auch mit) Respektlosigkeit nach vorne preschen möchte, ohne das Gesamtbild zu berücksichtigen (Lebenserfahrung und breites Verständnis für komplexe wechselseitige Abhängigkeiten sind erst schwach ausgeprägt). Im Gegensatz dazu haben die Alten zwar tonnenweise Lebenserfahrungen (oder sollten diese haben, dann nennt man sie die Weisen), aber eben auch nicht mehr die „alles zerschlagen”-Mentalität…

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  4. Hätte die Welt sofort und ohne Umschweife auf Greta gehört, wären wir jetzt genau da, wo wir Corona-bedingt sind. Nun sind intelligente und vor allem lukrative Alternativen gefordert, die aus der Not heraus gefunden werden. Ein tabula rasa auf allen Ebenen und hier wird gewinnen wer zur rechten Zeit am rechten Ort die besten Alternativen hervorbringt, bzw. etwas wonach alle lechzen werden. Greta ist die ideale Heiligenfigur – weiblich – jungfräulich – unerotisch – kindlich unschuldig – sie wird bös geopfert werden, warten wir es mal ab. Ich schiebe ihr gar nichts in die Schuhe, sie ist als das was sie nun darstellt entdeckt und bearbeitet worden. Ich hoffe, sie findet einen lieben Freund, mit dem sie abhaut in irgendeine Hütte an einem einsamen See, wo den Weg der Erbsünde entdeckt und erwachsen wird. In ihrem Alter wäre ich ihr zu Fuss über den Atlantik gefolgt.

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    1. Über Konjunktive zu schwärmen („Hätte die Welt sofort …”), ist müßig. Besonders … hm, naja … interessant ist allerdings die Stelle: „… wären wir jetzt genau da, wo wir Corona-bedingt sind. Nun sind […] Alternativen gefordert […] Ein tabula rasa auf allen Ebenen”. Es ist nämlich wirklich interessant, zu welchen Äußerungen man sich hinreißen läßt, wenn man alltäglich ganz gut versorgt und ohne Angst ist, dieses private Xanadu je zu verlieren. Ob es in namhaftem Umfang Mitmenschen gibt, die durch tabula rasa ganz profan am Ersaufen sind, ist dem eigenen Chauvinismus herzlich gleichgültig, nicht wahr.

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      1. Stimmt, es muss einen immer selbst treffen. Vom Schicksal an den Kragen gepackt werden sozusagen. Doch mein Wohlfühlfaktor lässt schon gewaltig nach, wenn ich solche Informationen bekomme. Dagegen ist ein höchst bescheidenes, aber dennoch sorgenfreies Leben schon ein Wunschtraum, ich weis.

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        1. … und aktuell gibt es wieder haufenweise Informationen aus aller Welt, die einen extremen Gruselfaktor aufweisen. Umso verwunderlicher, wie die Beliebtheitszahlen unserer Politikerdarsteller (Innen- und Außenminister, Kanzler etc. pp) immer weiter steigen (oder sollte man schreiben: schamlos geschönt werden, von wem auch immer).🤔

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        2. Je weniger die wirklich ändern oder je geändert haben, desto beliebter sind sie. Unser Volk ist in seiner Gesamtmentalität zu alt, in seinem Gebaren recht ermattet. Die Jugend kann man zwar schrecklich verführen, die Bedürftigen auch (siehe die vom I. Weltkrieg gedemütigten Arier) doch was der Alten Weisheit immer so an Früchte trägt sieht man doch in Japan. Es wurde immer vor der Veramerikanisierung der Welt gewarnt, ich finde die westliche Welt verjapanisiert allmählich. Deren Bevölkerungsstruktur ist total veraltet und die Nation mutiert zum Opfer der Menschheit. Amerika verwurmt von Innen und Europa? Wer weis, da drängt eine gewisse Jugend aus aller Welt über alle Grenzen hierher, so ein schicksalhafter Sog ist da, der die vielen Millionen abgetriebenen potentiellen Jugendlichen irgendwie ausgleichen muss. Da scheinen Naturgewalten zu walten.

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        3. … auch das ist ein Aspekt, über den nachzudenken man sich Zeit nehmen sollte. Die Spezies Mensch ist nun einmal so konstruiert, Strukturen zu sehen und vor allem auch zu interpretieren, wo es gar keine gibt. Und das alles nur, um sich die Welt erklärbar (d. h. aber auch beherrschbar!) zu machen.
          Ob die Mitteleuropäer japanisiert, amerikanisiert, trumpisiert, arisiert, alienisiert oder sonstwie -iert werden, ist letztlich nur ein Etikett. Aber kommt es nicht vielmehr auf den Inhalt an. Und wäre der entscheidende Inhalt in einem Sozialgefüge nicht eine möglichst humane und/oder faire Entfaltungsmöglichkeit eines jeden Individuum der Gesellschaft?

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        4. Es kommt doch letztendlich immer darauf an, ob die Mehrheit mit dem Inhalt glücklich ist. Dann stimmt doch alles in deren ureigenen Sozialgefüge.
          Ich habe da so ein Foto auf meinem Schreibtisch, auf dem ist Kim Jon Un abgebildet und um ihn herum lauter dahinschmachtende Frauen. Aber ernsthaft dahinschmachtend, der Ohnmacht nahe vor Exaltation. Darunter habe ich den Spruch geschrieben: Das schönste am Glück ist seine Freud. Und da hast Du recht.

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        5. Den beiden Sätzen, die am Beginn des Kommentars stehen, mag man gern zustimmen. Und doch muß ich jetzt mal den Advocatus Diaboli hervorkehren: Der Teufel steckt – wie er’s ja immer tut – im Detail.
          An dem, wie Glück und Glücklichsein nun wirklich zu verstehen sind („wissenschaftlich”, also emotionslos und vorurteilsfrei), sind seit Zehntausenden von Jahren die Weisen, die Klugen, die Interessierten wie die Uninteressierten, die Reichen wie die Armen, die Künstler, Sänger, Maler, Anthropologen, Philosophen, Lehrer wie Schüler und Eltern, berufene wie auch Laien der Religionsausübung, kurz die Menschen gescheitert… 🤔

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        6. Vielleicht sollte man bescheidener werden und das „Glück“ in Ruhe lassen, sondern einfach sich nur mit der Zufriedenheit begnügen.
          Auf einer Reise durch Nepal vor langer Zeit entdeckte ich einmal ein Hippie-Dorf in schönster Idylle, dort lebten lauter Aussteiger, Selbstversorger, sehr kreative Menschen ganz so wie sie es wollten. Doch diese Leute waren ständig zugekifft.
          Ich konnte das nicht verstehen, dass da noch nach Steigerung gesucht wurde. Ich kann es auch nicht nachvollziehen, dass so viele erfolgreiche Schauspieler, gutaussehend, reich, schön und berühmt noch Drogen brauchen. Ich will da nun niemanden verurteilen, war ja selbst noch nie schier übersättigt und weis nicht, vor was man dann davon rennt. Doch scheint es mir so, dass der Mensch für das Glück gar nicht die Reife hat. So schindet er dem Pseudoglück hinterher und richtet sich zugrunde. Ich könnte mir vorstellen, dass das größte Glück vermutlich darin besteht, kein Bedürfnis danach zu haben.

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        7. Da hast Du weise Worte geschrieben: »Ich könnte mir vorstellen, dass das größte Glück vermutlich darin besteht, kein Bedürfnis danach zu haben«. Und ja, ich stimme vollkommen zu: das Thema Glück hat sicherlich was mit Reife zu tun. Aber anders als Obst, das reifen muß, ehe es, gepflückt, zur Labsal wird, dürfte sich Reife auf Moral und Weltanschauung beziehen. Glück kommt (wenn überhaupt) von innen, niemals von außen (von dort kommen nur Anreize, die das innerliche Freisetzen von Dopamin & Co auslösen). Daher die vielen Suchtopfer: um den hormonellen Zustand, der allzu gern mit Glück verwechselt wird, zu halten oder gar noch zu steigern, braucht es (wegen der Gewöhnung) mehr äußerliche Anreize…

          Übrigens war der Ausgangspunkt des aktuellen Dialogs die Unmöglichkeit, Glück objektiv zu messen. Kaum anders sieht es aber eben auch mit der Zufriedenheit aus. 🤔

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        8. Wie war! Ja, bei manchen sind bezüglich der Zufriedenheit die Hälse auch weit gestreckt, sie bekommen ihn nicht voll. Oder können sich nicht entspannen weil sie von einem quälenden Perfektionismus getrieben werden. Stimmt, stimmt.
          Dann bleibt nur noch die Dankbarkeit, der wir mit gutem Gewissen einen Heiligenschein umhängen dürfen. Dankbarkeit kann nie gross genug sein. Okay, es gibt auch Undankbare …. ich mein jetzt aber auch nicht die Undankbarkeit.
          Dankbarkeit ist heilsam und immer gut.

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        9. Du hast da ein Bild verwendet, das mir in seiner Prägnanz außerordentlich gut gefällt, nämlich die weit gestreckten Hälse, die einfach nicht voll zu kriegen sind. Für dieses Praliné danke ich recht herzlich.😃

          Und vom Danken ist es ja nur ein kleiner Schritt zu Dank und Dankbarkeit. Oder besteht gerade hierin ein Denkfehler, weil zwischen Danken und Dankbarkeit ganze Welten liegen? Zu danken ist (nur) gesellschaftliche Norm. Diese kommt – und da wären wir dann wieder bei „intrinsisch vs. extrinsisch” – von außen. Im Gegensatz dazu kommt Dankbarkeit aus einer tiefen (inneren) Reife. Und dann dürfte es kaum noch einen Unterschied machen, ob man diese Reife als Glück empfindet, für das man zutiefst dankbar sein kann, oder ob man über die Gabe, dankbar zu sein und sein zu können, glücklich ist.😉

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        10. Ich denke man darf zutiefst Dankbar sein für diese Gabe, die ja aus einen schon gegebenen Charakter entspringt, einer gewissen ureigenen Natur. Interessant ist, dass es gerade die Dankbaren sind, die doch immer wieder beschenkt werden, obwohl sie nicht danach getrachtet haben, beschenkt zu werden.
          Ja, da kommen wir zur gesellschaftlichen Norm, der Freundlichkeit. Die abgeschmackteste Form dieser Eigenschaft erfährt man an der Supermarktkasse. Es würde völlig reichen, wenn sie einen einfach nur nett begrüsst, nett in dem Sinne, wie ein Hemd auf Arbeit sauber zu sein hat.

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        11. Au ja, Supermarktkassen sind schon ein ganz besonderer Mikrokosmos! Zumindest kann man dort den „Big Bang” am laufenden Band (ich zahle die fälligen 5€ gerne in die Wortspielkasse!) erleben, weil andauernd irgendwer seinen Wagen mit großen Knall dem Vordermann in die Hacken donnern läßt.😬

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        12. Soeben lese ich von Hermann Hesse etwas sehr beunruhigendes:

          „Und daß ich nicht mehr neidisch bin
          Auf fremden Ruhm, auf fremdes Brot
          Und daß ich so zufrieden bin, –
          Ist das schon Herbst? Ist das schon Tod?

          Waren all die Unruhen der Seele – die Gier, der Neid letztendlich dann die Dynamik eines Lebensgefühls das man jung sein nennt?
          Das „the world makes go around“?
          Bahh, ich wollt nicht eine Sekunde zurück.

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        13. Ich vermute, das Erschreckende ist, was man aus der Ferne zu erkennen glaubt. Doch die Realität ist doch eine andere: Das Leben wölbt sich wie eine Brücke in mehr oder weniger kühnem Bogen zwischen zwei Stützstellen, deren eine Geburt und die andere Tod heißt. Und schritt um Schritt, Sekunde um Sekunde steigen wir auf dem uns zugemessenen Weg auf- oder abwärts. Unmerklich im Moment, aber in der Rückschau dramatisch.
          … und auch ich mag nicht eine Sekunde missen. 😌

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  5. was im medienhype immer nur die oberfläche zeigt, hat Greta da überhaupt noch die geringste chance? selbst wenn sie sich wehrt, wird es prompt als infantiles quengeln verurteilt. jedenfalls wird sich die langzeitwirkung der psyche erst im reiferen alter zeigen. es gibt zahlreiche beispiele berühmter filmstars, allen voran GRETA GARBO, Marlene Dietrich, die im alter jeden menschlichen kontakt verloren, sich in die totale isolation zurückzogen.

    woher nehmen andere, meist hinter anonymen daten versteckt, sich das recht, Greta zu beurteilen, zu verurteilen?

    ich selbst erlebe und reflektiere als mensch in wordpress fast durchweg seit 14 jahren (!) die position eines aussenseiters, da im wirklichen leben so aufgewachsen, ist der unterschied im virtuellen ohnehin unglaubwürdige scheinwelt. die rolle des aussenseiters habe ich sogar bewusst nie verdrängt. allein die IGNORANZ war mein täglich brot, bis ich erkannte, es war kein privileg des andersseins, sondern allzu verständlich, da meine beiträge meist sprachlich, METAsprachlich in dieser scheinwelt selten nachvollziehbar sind, weil immer nur für mich wichtig.

    doch mich darüber zu definieren? nein, bis zum entschluss, die IGNORANZ nicht mehr zu entschuldigen, trotzdem immer ich selbst bleibend, hochsensibel, hochintelligent und mit 76 jahren immer noch neugierig auf das was mich tatsächlich berührt, interessiert und umtreibt, völlig unabhängig vom fehlenden unterhaltungswert in wordpress.

    nie im gesamten internet, seit rund 18 jahren, habe ich mich versteckt, immerzu offen, transparent, in allem was ich veröffentlichte. kenne es nicht anders, der vorteil ist, je offener, authentischer, desto weniger lügen, selbstbetrug.

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    1. »woher nehmen andere, meist hinter anonymen daten versteckt, sich das recht, Greta zu beurteilen, zu verurteilen?« Gute Frage! Gegenfrage: Ist der Papst katholisch bzw woher nehmen die Menschen das Recht, zu leben und zu atmen?
      Ach, auch der Passus: »trotzdem immer ich selbst bleibend« erzwingt förmlich eine nächste Frage: „Kann ein Ich anders als es selbst bleiben?”

      Was die Gefahr eines Selbstbetrugs angeht, vertraue ich einem Gedanken von Robert A. Heinlein: »Der Mensch ist kein rationales, sondern ein rationalisierendes Wesen.«

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    2. Es muss dem Schöpfungsplan was dran liegen, dass Du bist wer Du bist, sonst wärest Du ein anderer. Wenn man eines Tages begreift, dass man sich selbst geschenkt wurde und das auch noch annehmen kann, ist alles gut.

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  6. Ein besserer hat sich mir noch nicht offenbart. Wenn ich mit mir im Reinen bin, reagiere ich anders auf das Leben und die Resonanzen sind dann einfach gut. Vielleicht wird einem auf diese Weise auch der Tod annehmbarer, im friedlichen Sinne.
    Aber das Leben kann nicht einfach nur gut sein, wenn wir das ständig erwarten oder meinen, dass es dies doch sein müsse, werden wir nur enttäuscht. Es muss das Schlechte geben, um das Gute zu schätzen, ja erkennen zu können. Das Hässliche, um das Schöne wahrzunehmen. Das betrifft ja nur uns Menschen, Tiere haben damit scheinbar kein Problem. Oder vielleicht doch, neulich sprang ein Schlachtochse vom Hänger am fahrenden Auto auf die Autobahn und entkam. Er wurde auf einer grünen Wiese eingefangen. Welche Kraft hat ihn in dieser Situation über die Brüstung des Hängers schwingen lassen und unversehrt auf die Weide verfrachtet? Das Wissen um das Gute, der Wunsch danach? Woher weis ein Anbindeochse aus einem dunklen Stall was besser ist?

    Da frage ich mich, ob wir Lebewesen nicht allesamt aus einem vollkommenen Dasein ins Irdische inkarnieren mussten? Warum auch immer, das Irdische ist stets unvollkommen, doch manchmal schimmert was durch, das mag Kunst sein, Musik, die Fähigkeit einfach nur das Schöne wahrzunehmen. Mit Achtsamkeit kann man es schaffen, dieses Durchschimmern des Vollkommenen zu erkennen. Manchmal, in gewissen Augenblicken. Auch an sich selbst auf ganz persönliche Weise. Und das ist doch gut und mit steigender Achtsamkeit doch nur besser werden. Das meine ich.

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    1. Sehr interessant, diese Weltsicht. Ich finde es verblüffend, daß wir in der Sache recht ähnliche Ansichten vertreten, nicht aber in der Ursache. Doch letztlich ist es egal, warum(!) wir Menschen nach Schönem oder nach dem Ideal des Vollkommenen streben, sofern wir einen gangbaren Weg gefunden haben, um dem Leitstern zu folgen. Und ja, Achtsamkeit ist das Klopfen, woraufhin sich Türen öffnen…

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  7. Und deshalb ist ja die Toleranz so wichtig, weil die Individuen ganz individuelle Wege finden – manchmal auch nicht finden und leider verirren. Doch wenn sie eines Tages den Irrweg erkennen, sie sind ja schon auf dem richtigen angekommen. Da kann man nicht helfen, da müssen manche halt einen Prozess mitmachen. Deshalb finde ich es absurd jemanden meine Weltsicht aufzuschwatzen, weil ich meine, was mir hilft kann dem anderen ja auch nur glücklich machen, das kann genau das Gegenteil sein.
    Dass es so viele Religionen gibt ist eine Weise Einrichtung. Dass es keine geben darf aber auch. Dass es welche geben muss ist schrecklich.
    Was meinst Du in der Sache aber nicht in der Ursache?
    Achtsamkeit ist eine hohe geistige Reife. Im Fernen Osten gibt es Achsamkeitsschulen, da steckt man schon für eine Weile seine Kinder rein.

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    1. Die Frage: „Was meinst Du in der Sache aber nicht in der Ursache?” ist leicht beantwortet: An Deinen Anmerkungen und Ausführungen ist deutlich zu erkennen, daß Du ein humanes Weltbild pflegst. Das ist die Sache; eine sehr gute Sache, die Dich von den meisten unserer Zeitgenossen deutlich positiv abhebt. Gleichzeitig kann man einer Deiner Kommentierungen entnehmen, daß Du dem Schöpfungplan eine aktive Rolle bei dem zuschreibst, das ganz allgemein mit dem Sinn des Lebens zusammengefaßt werden kann. Diese Ursache  (= Schöpfungsplan) sehe ich für meinen Teil allerdings nicht… 🤭

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