innerer Wert

Wenn ich einen Adepten aus der Gilde der „Börsen­kenner” darüber schwadro­nieren höre, daß z. B. der DAX wegen COVID‑19 die wichtige Marke von Blasülz-Komma-Drei nach unten durch­brochen habe, sträubt sich mir die Groß­hirn­rinde. Wäre eine solche Marke tat­säch­lich wichtig, würde sie nicht butter­weich schon beim ersten Antesten durch­schnitten werden…
Es gibt aber tatsächlich eine wichtige Marke, nämlich den inneren Wert einer Aktie (bzw. aggre­giert für einen beliebigen Index), und der ist bekanntlich – null. Jede, in Worten jede, andere Marke ist Pseudo­gedöns, das in börsen­tech­nischen Schön­wetter­zeiten einzig aus dem einen Grund funktio­niert, nämlich dem Herden­trieb der Unwissenden.

12 Kommentare zu „innerer Wert

      1. Hahaha, da verweigere ich mit Blick auf den generellen Bildungs(not)stand (meine Meinung dazu könnte dem einen oder anderen ja bereits bekannt sein) vielleicht besser die Aussage. Nur soviel: Wer Klopapier für Jahre hortet, der hat evtl. generell nur ein begrenztes Verständis von Mathematik im Allgemeinen – und Statistik im Besonderen.
        Und chauvinistisch gesagt lebt die Börse von solchen Leuten 🙂

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        1. Vielen Dank, solche Kommentare mag ich sehr: kurz, aber mit vielen Anregungen. 🙂

          Zunächst einmal: Die Börse frißt alles, die Klugen und die Dummen, Materielles uns Ideelles, Nachrichten, Fakten und Falschmeldungen, Rohes und bereits von der Börse Verdautes…

          Zum anderen sollte man die Großeinkäufer nicht aus nur einem Blickwinkel sehen. Ganz gewiß erscheint es absurd, sich einen Lebensvorrat an Klopapier unters Kopfkissen zu stopfen. Doch vielleicht erschließt sich dieser Ansatz nur deshalb nicht, weil bei dieser Sicht allein das Horten im Vordergrund steht. Doch werden dabei nicht wichtige andere Hamstermotive übersehen? Die lange Quarantänezeit muß ausgefüllt werden. Warum nicht mit langen Briefen (Klorolle als Leporelloersatz) oder wahlweise mit vielen kurzen Nachrichtenwischen? Wenn ein separates Bett benötigt wird, geben die Klopapierzylinder eine treffliche Grundlage für ein Futonbett ab. Zudem hat man auch einen guten Vorrat am Ausgangsmaterial von Pappmaché, um in der Nachbarschaft die Totenmasken abnehmen zu können, wenn’s doch virenseitig a bisserl heftiger zur Sache geht. Und falls es länger dauern sollte, kann der Heizwert von Klopapier durchaus nützlich sein (am besten benutzes, denn auch die darmfruchtigen Fäkalien liefern einen Heizwertbeitrag, siehe Kuhfladenheizung).
          Wahrscheinlich fehlt dem einen oder anderen Hamster sogar noch das eine oer andere Dutzend an Klopapierpaketen, wo es doch so viele kreative Möglichkeiten gibt 😉

          *ironiemodus aus*

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  1. Aktien sind in den Raum geworfene Zahlen – nichts Physisches. Wenn ich Geld zum Anlegen hätte (habe ich als kulturschaffender Freiberufler mit schon jetzt ausgereizten Dispositionskredit nicht), würde ich 90% in fair vermietbare Immobilien und 10% in Edelmetallen investieren… Oder das überschüssige Geld lieber gleich spenden (in Natur-, Arten-und Umweltschutz – mit den Menschen habe ich es nicht so, deshalb nix für humanitäre Zwecke)… Aktiendepots sind letztendlich „Gier-Ausweise“, oder?

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      1. Da kann ich nicht vorbehaltlos zustimmen. Als Selbständiger ohne nennenswerte Rentenansprüche bist Du dazu gezwungen selber aktiv zu werden. Auf welche Art und mit welchem Vehikel muss jeder selber entscheiden – die Neid-Debatte ist daher IMHO vollkommen unangebracht.

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        1. Nun, ‘vorbehaltlose Zustimmung’ mag in so mancher Situation einer Ohrfeige gleichkommen, nämlich häufig dann, wenn es gerade nicht um Platitüden geht, nicht wahr?

          … und wer hat hier eigentlich eine Neiddebatte losgetreten? Es gibt Dinge, die einfach lebensnotwendig sind. Nehmen wir beispielsweise den morgendlichen Toilettengang. In den allermeisten Fällen wird er dezent und zurückgezogen vorgenommen. Aber es gibt halt Leute, die mit diesem Geschäft an die Öffentlichkeit gehen und prahlen müssen wie mit ihrem Börsengeschäft eben auch. Kann man wirklich von Neid bei denen reden, die vom Prahlhans (♀♂) die Ergebnisse seiner Anstrengungen unter die Nase gerieben bekommen??

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        2. Es ist wie immer schwierig da eine definitive Grenze zu ziehen. Ich beispielsweise poste auch mehr oder weniger regelmäßig seit Jahren die Ergebnisse meines Rumstolperns im Markt. Informiere ich ? Prahle ich ? Ich kann das nicht beantworten, das liegt im Auge des Lesers.

          Hier unterscheidet letztlich der Anspruch des jeweiligen Autors, den man aber selten gut genug kennt um zu entscheiden: Will er damit prahlen, will er etwas verkaufen, oder will er dem ein oder anderen die Angst davor nehmen ? Ich selber habe beobachtet dass in dem Bereich nur zu schnell reflexhaft der Neid derjenigen laut wird, die vielleicht letztlich nur zu verpeilt waren selber mitzuspielen, es jedoch gekonnt hätten, wenn sie denn gewollt hätten – und die sich geärgert haben weil sie auf dem Bahnhof standen während der Zug abfuhr. Ich kann nicht mehr zählen wieviele Kommentare diesbezüglich ich über die Jahre gelöscht habe, es waren jedoch sehr viele.

          Daher meine Anmerkung mit der Neid-Debatte. Mag das Missverständnis von jemandem sein, der damit etwas Erfahrung aus erster Hand hat 🙂

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        3. … so langsam lichten sich die Schleier und ich beginne zu ahnen, was gemeint sein könnte. Schätze ich. Allerdings steht im Ausgangsartikel die klare Aussage, daß Aktien und Indices keinen inneren Wert haben; an welcher Stelle konnte das „Mißverständnis” entstehen? 🤔

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