Autoritätsbeweis

Heute früh lief mir ein lustiges kleines Emaille­schild über den Weg, das von sich behauptete, durch ein einstein­sches Sprüch­lein geadelt zu sein:
Spontan schossen mir drei Gedanken durch den Denk­hügel. Da wäre zum ersten die Frage, woher das Schild von dem jämmer­lichen Würst­chen weiß, das seit mitt­ler­weile mehreren Wochen das Team tyran­nisiert, mit dem ich gegen­wärtig meine Zeit­arbeit verbringe. Zweitens fragte ich mich, ob das iNet zum Thema „falsche Zitat­zuweisung” bereits umfäng­lich aussage­fähig ist (eine große Such­maschine liefert in 0,53 s rund 24 Tsd. Ergeb­nisse, wenn sie nach „einstein kuckuck zitate” gefragt wird). Der dritte Gedanke rührte Anthro­polo­gisches: Wie armselig muß die sich selbst wissend nennende Spezies sein, wenn sie offen­bar glaubt, halbgares Zeugs mittels faden­scheiniger Zuwei­sungen per Autori­täts­beweis anspre­chend machen zu können?

68 Kommentare zu „Autoritätsbeweis

  1. @ „Ich bevorzuge ja das Zitat mit der Unendlichkeit des Universums und so weiter… “

    Hauptsache, das Wort
    „Idiot“ kommt drin vor.

    Vermutlich wegen der Illusion von Abgrenzung
    sind diese (meist dummen) Sprüche so beliebt.

    Ich spotte (erhebe mich) über
    andere ― also bin ich (wer).

    Andere Erklärungen zeigen
    sich mir vorläufig nicht.

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    1. Mir scheint, das Eis ist an dieser Stelle recht dünn; das mag an mangelndem Kontext liegen? 🤔
      Es erschließt sich mir nicht, warum Abgrenzung eine Illusion sein soll. Eine Zellmembran ist eine reale(!) Abgrenzung, eine Hauswand auch. Eine Eierschale ist es, ein Seeufer auch. Ein Schutzanzug ist es, ein exclusiver Club-Ausweis aber auch, etc. etc. etc.

      Übrigens steht der Beweis noch aus – falls er überhaupt erbringbar sein sollte –, daß ein Spötter sich über andere erhübe. Spotten setzt Denken voraus (beim Spötter, aber mehr noch beim Rezipienten des Spotts), spotten ohne zu denken führt direkten Wegs zum Haßsprech…

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  2. Ich finde eher anmaßend, alle anderen als „Idioten“ zu benennen und sich selbst davon auszunehmen 🤔
    Auch wenn ich dem Kern der Aussage ja recht gebe 😁
    Dennoch, wer sagt, das man selbst nicht auch ein „Idiot“ ist, zumindest in den Augen anderer Beobachter 🤷🏼‍♀️
    Und wie idiotisch ist es eigentlich, alles mit Sprüchen sagen zu wollen? … By the way … Ich glaub, ich muss auch mal wieder ein paar Sprüche zusammenpacken 😂😂😂

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    1. Wie sagte es Jean-Paul Sartre so schön: »Die Hölle, das sind die anderen«. Da schwingt ein Egozentrismus mit, den man – Eiapopeia – eiskalt weg ignorieren kann (einer von den drei Äffchen macht es vor 🙈), der aber so nahe an der biologischen (und folglich auch anthropologischen) Realität ist, daß kein Blatt mehr dazwischenpaßt.

      Und ganz gewiß gibt es nicht nur „zu jedem Topf einen Deckel” (wo es ums Heiraten geht), sondern auch zu jedem(!) Menschen ein Sozialgefüge, in dem gerade dieser eine Mensch der Dorftrottel ist, der alle übrigen nervt. Aber das beweist nun keineswegs, daß in dem Sozialgefüge, in das es mich derzeit verschlagen hat, gerade ich der Idiot bin. Glaub‘ es ruhig, der Dorftrottel, der in der jetzigen „Truppe” als nerviger Idiot reüssiert, ist praktisch nicht an Idiotie zu überbieten… 😬

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        1. Das darf doch aber gar nicht sein! Ich will, will, will, daß alle zur selben Zeit ganz gleichberechtigt die Dorftrottel sind: ohne jede Ausnahme und ohne jede Hierarchie; die vollendete unsteigerbare Idiotie, nicht mehr und nicht weniger. 😁

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        2. Ach, du berufst dich jetzt also auf Ethik, Moral, Anstand und die üblichen Höflichkeitsformen 🤔
          Nun, weder ethisch, noch moralisch sehe ich kein Grund, diese Frage nicht zu stellen.
          Von der Höflichkeit her, sehe ich auch keinen Grund, die Frage zurück zu ziehen. Immerhin verletzt die Frage nicht offensichtlich Gefühle oder bringt den Gegenüber in einen Gewissenskonflikt. Sollte sie das allerdings doch, hat der Gefragte jedes Recht die Frage mit Hinweis auf seine persönliche Befindlichkeit abzulehnen. Was für mich auch okay wäre, immerhin kenne ich den Gegenüber nicht persönlich und kann nur aufgrund der Texte einen vagen Rückschluß auf die Persönlichkeit ziehen und dem, was den anderen vielleicht unangenehm wäre.
          Von der Anstandsseite gibt es für mich wenig Gründe, eine Frage nicht zu stellen. Der gern verwendete Satz, bzw. Aussage „Das macht man nicht!“ führt bei mir stets zur Gegenfrage „Warum?“.
          So, unter Berücksichtigung meiner Ausführungen, sehe ich kein Grund, meine Frage zurückzuziehen 😁

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      1. Ich glaube eher, das das evolutionstechnische Muster sind, die leider nicht aussterben oder halt noch ewig brauchen, um sich abzunützen 🤔
        Schließlich war es ja auch mal von Vorteil, solch „Idioten“ in der Gruppe zu haben, nicht wahr? (Wenn der Idiot zu Tode kam, weil die Beeren giftig waren oder das Raubtier doch schneller war, war das für die Gruppe ja von Vorteil 😉)

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        1. Ach, immer in die Wunde…!
          Zunächst mal stimme ich zu, daß es evolutionäre Vorteile gegeben haben muß, die Ressource „Gruppenidiot” nicht aussterben zu lassen, die genannten Beispiele scheinen plausibel zu sein. Doch dann kommt auch schon das ABER: haben wir global die Menschenverbünde nicht so organisiert, daß das darwinsche „survival od the fittest” heutzutage praktisch ausgehebelt ist. Wie sollten sich also „evolutionstechnische Muster abnützen”? 🤔

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        2. Sag ich doch … Back to the roods 👍
          Da das aber irgendwie unwahrscheinlich ist … Bliebe nur die Hoffnung auf ein schnelles Ende oder doch darauf, das sich durch die veränderten Lebensbedingungen doch die Muster abnutzen und aussortiert werden.
          Allerdings … 🤔 … Bei dem, was der Erde und damit den Bewohnern in punkto Klimawandel so bevorsteht, ist es vielleicht ganz gut, ein Haufen Idioten zum „opfern“ zu haben 🤓

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        3. Das „Opferpotential” mag ich unter den gegebenen Umständen gar nicht abschätzen. Die gegenwärtigen Klimavariationen sind seriös nicht abschätzbar. Vergleichbares und sogar deutlich Extremeres gab es auf der Erde schon mehrfach, nur eben leider keine Klimaprotokolle. Somit steht die Klimasituation, die aktuell offenkundig angesteuert wird, ohne jedes Beispiel da. Und für Einmaligkeiten ein typisches Muster zu unterstellen, dürfte verwegen und zumindest an Unseriosität nicht zu überbieten sein. 🤫

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  3. Die tiefen Einsichten von Emaille­schildern werden oft unterschätzt oder gar übersehen, da stimme ich dir vollkommen zu! Was das „jämmerliche Würstchen“ mit höheren Ambitionen betrifft nur bedingt, da es möglicherweise nur so jämmerlich dargestellt wird, um mit der misslichen Situation umgehen zu können oder vom System bewusst mit ein wenig „Power“ ausgestattet wurde, um „Drecksarbeit“ zu verrichten, mit der sich niemand so recht bekleckern will. Ziel erreicht – Würstchen an eine andere unangenehme „Baustelle“ gesetzt, ganz nebenbei eignen sich derartige Systemglieder ideal, um bei allfälligen Misserfolgen rasch Klarheit schaffen zu können und Führungsqualität zu beweisen- weg mit dem Schwarzen Peter. Der Umgang mit „Würstchenterror“ gestaltet sich nie ganz einfach, erfordert jede Menge Feingefühl, Ausdauer und Beobachtungsgabe, da ein Teil der „sich selbst wissenden Spezies“ jede Menge nicht weiß und vor allem über die eigene Musterbildung stolpert – letztlich werden die Dinger aber mit Haut und Haar gefressen und landen dort, wo eben Durchgekautes hingehört und Sinn macht …
    Natürlich ist mir klar, dass einige der W’s die Aufsteigsleiter gut zu nutzen wissen, aber dann sind es halt keine „echten W’s“ sondern schaffen es mit der leidlich angenehmen Etikette bis zur „Weltherrschaft“ …
    PS: Muss jetzt zum nächsten Würstelstand, habe einen Mordsappetit auf Haut mit würzigem Innenleben bekommen … 😉

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    1. Hui, da hast Du mir aber einen stattlichen Packen an „Hausaufgaben” aufgegeben, um das Würstchenthema gut durchzuarbeiten. Aber es gibt Würstchen (also Menschendarsteller in Wurstform, d. h. so eine Art Hautsack, der mit undefinierbarem und höchst dubiosem Etwas gefüllt ist), die mich glatt zum Vegetarier werden lassen könnten, selbst auf die Gefahr hin, unschuldigen Tieren das Futter wegzukabbern… 🤭

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      1. Nieder mit den Vegetariern, die dem Schlachtvieh das Futter wegfressen – endlich eine klare Worte zu einer unhaltbaren Situation! Wenn ich dieses Zitat in der WG meines Sohnes an die Wand nagle, dann – wird es lustig für mich, da ich ja gehen kann/muss … 😉

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      2. Oder doch? Halleluja, mir fallen da gerade einige mit dubiosem Inhalt aber raffinierten Techniken ein, die es verdammt lang durchhalten … Muss ich noch überdenken, aber mir bleiben ja die „Chlorophylkannibalen“- verdammt ich freu mich schon auf die Gesichter! Warum ist mir das nicht selbst eingefallen? 😉

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        1. Koprophagie? Das Wort kannte ich nie,
          nun habe ich Google befragt,
          gefiel mir gar nicht, was da wurde gesagt!
          Wollte nur sagen, der Verkauf da draußen in der freien Natur, bringt außer bei wilden Festen, rote Zahlen nur,
          daher bleib in der Stadt, wo die Leutchen eng an eng sich drängen an Straßen und Plätzen, dort wirst du finden gefüllte Häute – viele und qualtitativ vom ALLERBESTEN …

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        2. Ich hab‘ ja gar nicht aufgepaßt, welches Füßchen als erstes in den Morgen stolperte. Vermutlich war’s das rechte. Oder es sah im Spiegel nur nach dem rechten aus? Ach, egal, ich überlasse den Vorurteilen die Entscheidung. Davon kann man eh nicht genug haben… 😊

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