ungefragt

Halleluja! Die Welt ist gerettet: »[…] Sollte sich [beim ange­kündigten Impf­stoff] die hohe Wirk­samkeit von mehr als 90 Pro­zent bestätigen, „wäre dies eine unerwartet hohe Impf­effizienz“, sagt auch Leif-Erik Sander, Leiter der Forschungs­gruppe Infektions­immu­nologie und Impfstoff­forschung an der Berliner Charité. Viele routine­mäßig eingesetzte Impfstoffe wie etwa gegen Influenza erreichten keine so hohen Werte. „Dies ist umso erstaun­licher, als mit der mRNA-Techno­logie noch nie ein Impfstoff zugelassen wurde.“« (Quelle: tagesschau.de).

Ach, ehe ich es vergesse: *ironie aus*. Es ist nicht unklug, das Fell des Bären erst dann zu verteilen, wenn er erlegt ist. Aber Brüssel sieht das offen­kundig ein klein bißchen anders: »Die EU-Kommis­sion hat die Gespräche über die Lieferung eines Corona-Impfstoffs mit den Pharma­firmen Biontech und Pfizer abgeschlossen. […] Bundes­gesund­heits­minister Spahn geht nach eigenen Worten allerdings davon aus, dass Deutschland bis zu 100 Millionen Impfdosen erhalten wird. Zur Immunisierung sind zwei Dosen des Impfstoffs nötig« (Quelle: BR24).

Wenn da nur nicht so viele offene Fragen wären! Ob es wohl einen Grund gibt, aus dem bisher keine mRNA-Impf­stoffe eingesetzt wurden? Die mRNA sind bei bestimmten Viren Träger der Erbinfor­mation, also bei Viren das, was die DNA bei Menschen ist. Hier beruht das möglichst genaue Kopieren der DNA auf Prozessen, an denen 1‑strangige Ribo­nuclein­säure-Ketten (also mRNA) wesentlich beteiligt sind. Wie groß ist eigentlich die Gefahr einer erhöhten Anfälligkeit für Kopier­fehler (sprich Muta­tionen), wenn im genetischen Bereich per Injektions­nadel ein bißchen im Nebel gestochert wird?
Andere Frage. Was genau besagt die erwähnte Impf­effizienz von 90 %? Ein kurzer Absatz hier erläutert es. Leider wird nicht erklärt, ob die beiden Test­gruppen (nämlich die geimpfte und die Placebo-Gruppe) blind und reprä­sentativ aus einer Gesamt­population gezogen sind oder in sehr einge­schränkten Teilgruppen (z. B. mit/ohne positivem PCR-Test auf SARS-CoVid 2, mit/ohne Einhaltung von AHA-Regeln, Alters- und Sozial­struktur etc.) ausgewählt wurden. Wobei der PCR-Test selbst höchst fehler­anfällig ist.
Und dann ist da noch meine absolute Covid19-Lieblings­frage (siehe den letzten Absatz hier). Welches sind best-case– und worst-case-Szenarien bzgl. Wirkung und Eintritts­wahr­schein­lich­keiten von Langfrist­schäden durch Seren, die auf einer höchst diffizilen Ebene in biolo­gische Wirk­mecha­nismen ein­greifen?

8 Kommentare zu „ungefragt

    1. *chchch* ›trauen‹ ist ein spannendes Wort! So wie laufen: laufen und verlaufen. Das eine ist positiv, das andere eher nicht so angenehm. Oder wie lernen: lernen und verlernen. Das eine ist positiv, das andere eher nicht so angenehm. Und jetzt halt trauen: trauen und vertrauen. Das eine ist positiv und das andere… 😬🤨
      🤭

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  1. Mein Hauptproblem derzeit bei den Corona Zahlen ist die Feststellung, dass 31,4 Prozent der Bevölkerung von Bulgarien bereits erkrankt sind. Was also bedeutet: Das man die Maskenpflicht nur aufheben müsste um eine Durchseuchung zu erlangen. Die Anzahl der Todesfälle allerdings gering bleibt

    https://www.google.at/search?sxsrf=ALeKk03MSZ1LHzhQ4Nefo3jCsLR4FcXPHw%3A1605078781092&source=hp&ei=_Y6rX4-oA6-7gwecsoHgCQ&q=Corona+Haskovo&oq=Corona+Haskovo&gs_lcp=CgZwc3ktYWIQAzIECCMQJzoGCCMQJxATOgIIADoCCC46BAgAEEM6BwgAEMcDEEM6BwgAEAoQywE6BQguEMsBOgQIABAKOggIABAWEAoQHlCSFVi4KmCZLWgAcAB4AIABqgGIAYEOkgEEMC4xNJgBAKABAaoBB2d3cy13aXo&sclient=psy-ab&ved=0ahUKEwjPmtO0-PnsAhWv3eAKHRxZAJwQ4dUDCAY&uact=5

    1861 Tode. 83.366 Fälle. Bei einer Bewohnerzahl von 6.951.482 EinwohnerInnen.

    Was mir ein wenig Sorgen bereitet ist daher die Mitteilung von Nova TV das 31,4% der Bulgaren bereits erkrankt wären.

    Weil das bedeutet wohl:

    Das Bulgarien anstatt 6.951.482 EinwohnerInnen nur noch 265.496 EinwohnerInnen haben dürfte.

    Oder verstehe ich das falsch?

    Hans-Georg Peitl
    http://templernews.wordpress.com

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    1. Vor rund 3 Monaten hatte ich hier einen Artikel hinterlegt, in dem ich mich über den Mangel an ›statistischen Standards‹ wunderte (vgl. hier). Offenbar gehören die genannten 31,4 % in dieses Schema?! Ich weiß es nicht, könnte mir aber durchaus vorstellen, daß keine klare Unterscheidung von „akuten Infektionen” (mit sichtbaren Symptomen) und „positiven PCR-Fällen” (ohne auffallende Symptome) vorgenommen wurde… 🤔

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  2. Nun rede doch nicht immer alles schlecht! 😉
    Wir warten mal ab und lassen den anderen den Vortritt. Und wenn die Ergebnisse der geplanten Feldstudie zu den neuartigen Impfstoffen dann in zwei oder drei Jahren vorliegen, können wir ja immer noch überlegen was wir tun wollen. Doof ist nur die Angst im Hinterkopf, daß man durchs Abwarten vielleicht einen Nachteil gegenüber den Studienteilnehmern erlangen könnte, falls die Impfung so wirkt wie erhofft/ geplant/ vermutet. 🙂
    (keine Ironie)

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    1. Ach was! Ich rede doch nicht alles schlecht. Es ist nur so, daß in einer willkürlich aus der großen Kiste mit nationalen und internationalen Neuigkeiten gezogenen Handvoll von Meldungen die Wahrscheinlichkeit für Positives viel, viel kleiner ist als die für negative Botschaften…

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        1. *chchch* Ratten im Müll!? Und ja, es ist wirklich seltsam: Die Menschen möchten an sich selbst möglichst nichts Schlechtes erfahren müssen, gieren aber nach schlechten Neuigkeiten. Wenn ich’s mir recht überlege, möchte ich die Blaupause des Konstruktionsplanes gern einmal studieren, nach der der alte Rauschebart den Menschen formte.😁

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