Selbstbefriedigung

Niemand ist verpflichtet, daran zu glauben, aber es macht doch irgendwie stutzig, daß es eine gar nicht so kleine Clique von Menschen gibt, die ihrer­seits folgenden Gedanken für glaub­haft halten: ²⁷ Und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie einen Mann und ein Weib (1Mo 1:27). Verwun­derlich allein schon deshalb, weil wohl jeder Dutzende von Menschen kennt, die einen tiefen Argwohn darüber nähren, welchem Original sie wohl nach­empfunden sein mögen.
Wobei ich recht froh bin, einem dieser Menschen­bilder durch Kündi­gung ent­kommen zu sein. Nichts kann man ihm richtig machen. Er zieht tiefste Befrie­digung daraus, andere nieder­zumachen, selbst wenn die Ursache des (vermeint­lichen!) Fehlers in komplett unzu­rei­chenden Vorab­informa­tionen besteht. Und das Sahne­häubchen? Klar doch: ein mit ätzender Herab­lassung hinge­schlenzter Vorwurf, nicht das Gespräch gesucht zu haben. Zu einem Menschen­darsteller, der nur Verachtung für das Gewürm hat, das sich da tief unten am Fuße seines kilo­meter­hohen Ego-Podests windet, weil er es von trivialsten Tages­auf­gaben als schwerst über­fordert ansieht?

8 Kommentare zu „Selbstbefriedigung

    1. Zum Stichwort „verschweigen” ist das genannte Beispiel durchaus lehrreich. Denn es zeigt, wie durch Dogma ein fataler Tunnelblick andressiert werden kann; selbst einem so zänkischen Streithammel, wie Doktor Martinus es nunmal war, war die Geschichte um Lilith nicht erzählenswert. Aber während Adam und Lilith – und diese Delikatesse wird im feministisch angehauchten Dialog sehr gern „übersehen” – vom Rauschebart offenbar nach seinem Bilde gestaltet wurden (so bibeltreu war der Alte wohl), ist Eva lediglich ein Klon seines männlichen Abbilds (nicht umsonst wird sie – und nicht nur bei Luther – Mannin und nicht etwa Frau genannt).😁

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  1. Bloß weil manche Menschen vor lauter Angst nicht mehr wissen, ob sie Männlein oder Weiblein sind, muß ich die Bibel nicht gleich in die Tonne treten. „Unser“ grüner Berliner Justizsenator hat als aller-erste Amtshandlung Unisex-Toiletten eingeführt. – Na, OK, ich bin schon ganz gespannt auf den ersten Gender Kreißsaal in Kreuzberg.

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      1. *hahaha*  Was für eine wundervolle Wortschöpfung! Ich bin begeistert, Chapeau!

        Das „Sternchen” habe ich gern gesetzt. Ich finde die Persönlichkeit Teslas, seine Gedankenwelt und sein Genie schon immer außerordentlich spannend. Da paßte Deine Anregung halt wie Faust aufs Auge…

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    1. Ich würde nie die Bibel in die Tonne treten oder gar lächerlich machen. Dazu bin ich viel zu sehr Agnostiker!
      Im vorliegenden Fall kann ich es einfach nicht glauben, daß ein sich so schändlich benehmender Vorgesetzter dem Normmaß inklusive großzügig bemessener Toleranzen für das entspricht, was wir „den Menschen” nennen…

      Und ja, ich habe die Hoffnung, daß die derzeit forcierte Sprachvergewaltigung (die im Grunde ja eine Vergewaltigung des Denkens ist) dereinst überwunden werden kann. Im übrigen darf man ohnehin nicht mehr „Kreißsaal” sagen, sondern „Kreißsaal🤢in” oder bei Vollmond vielleicht auch „Kreißsaalende”.

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