Framing

Trauer findet im Innern statt! Hingegen ist „Trauer”, die als Staats­akt zele­briert wird, immer(!) ein Schau­stück für poli­tische Demagogie und Propa­ganda: »Staats­akt für Deutschlands Corona-Tote: „Sie alle fehlen“ – Fast 80.000 Opfer hat Corona bisher gefordert. […] Bundes­präsident Stein­meier warnte, die Pandemie, die zum Abstand zwinge, dürfe nicht auch noch die Gesell­schaft ausein­ander­treiben. […] 79.914 Menschen sind in Deutschland bereits an oder mit Covid-19 gestorben, rund die Hälfte davon in Pflege­heimen – viele davon allein. […]« (Quelle: BR24).
Na, da hat sich der salbadernde Laberaugust aus dem Schloß Bellevue ja mal wieder selbst über­troffen! Die anderen Toten, die allesamt lange vor der Zeit starben, als SARS-CoV 2 lediglich eine sinn­leere Buch­staben­ansamm­lung war, fehlen also nicht? Wie gesagt: Propa­ganda. In Deutschland starben im Mittel der letzten Jahre rund 800 000 Menschen pro Jahr. Wo bleibt denn da der jähr­liche Staatsakt? Oder läßt sich die natür­liche Begrenztheit der mensch­lichen Lebens­spanne propa­gandi­stisch nur nicht aus­schlachten?
Im übrigen ist es – apropos ausschlachten – nicht die Pandemie, die ›zum Abstand zwingt‹, sondern die Vernunft. Spätestens bei diesem Stich­wort sind die Extreme der Quer­denker entlarvt, nämlich als sture Unver­nunft. Aber auch die Politiker sind, wo es um die Verrin­gerung des Infektions­risikos geht, bei der Vernunft aus dem Rennen. Wem nützt eine Operation, die den Patienten tötet? Gibt es denn nicht viel mehr Möglich­keiten zwischen den Extremen als Extreme selbst? Nicht die Pandemie treibt die Menschen ausein­ander, sondern die Politik. Doch wenn als Folge dieser Politik über­propor­tional viele Menschen vereinsamt sterben (ehr­licher­weise dürfte es hier ruhig verrecken heißen) und die Poli­tiker­darsteller die Schuld daran der Pandemie zuschieben, ist ein uner­träg­liches Maß an gleicher­maßen Heuchelei wie an Menschen­verachtung erreicht.
Da hilft dann nur noch Ablenkung. Pseudo­problem­chen werden instal­liert (man denke an Pat & Patachon Söder und Laschet). Ein Ereignis wird instru­menta­lisiert, das zwar uner­wartet auftrat, aber die Grenzen stati­stischer Streu­ungen kaum wesent­lich verletzt hat, indem es immer und immer wieder als Schreck­gespenst inszeniert wird…
Wie gesagt, Framing als Mittel für Demagogie und Propaganda.

24 Kommentare zu „Framing

        1. Nein, weder daneben noch mitklatschend. Dieser Song ist so genial (genial nicht im Sinne des heutigen Sprachgebrauchs der oberflächlichen Art, sondern in Würdigung des Einfallsreichtums und des Erfindergeistes), daß sich nur ehrfürchtiges Lauschen als einzig angemessene Rezeptionspose als zulässig erwiesen hat… 😊

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        2. Hm, vielleicht ist ja das Loswerden eine suboptimale Strategie? 🤔
          Wurden denn nicht Bildergalerien erfunden, um besondere Bilder zu bewahren und um ihnen den gebührenden Platz einzuräumen? Laß Dich nicht von Bildern verfolgen, verfolge sie selbst – werde Sammler von Bildern! 🧐

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        3. Da würde ich ganz still und heimlich widersprechen, wenn du gestattest! Zersetzungserscheinungen sehe ich an allen Ecken und Enden, bei Dir mache ich mir da eher da keine echten Sorgen – oder doch, wenn sie drauf kommen, dass jemand heimlich Grips hortet, dass dürfte auf kurz oder lang strafbar werden …

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        4. *chchch* Herzlichen Dank für das Kompliment. 😌
          Aber damit die Bäume nicht in den Himmel wachsen, hast Du freundlicherweise auch gleich vor der großen Gefahr gewarnt, nämlich daß das Horten von Grips außerhalb der Gesetze steht. Warum das wohl von der Obrigkeitskaste so beabsichtigt ist?? 🤔

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        5. Ein gewagter, aber durchaus genialer Ansatz! 😉
          Ich selbst versuche es recht gewissenhaft, Situationen möglichst zu meiden, in denen mir Fragen gestellt werden könnten. Das Warum ist durchaus begründbar, wenn auch nicht in einem Satz. Da braucht es dann schon den dicken Roman… Bis dahin füge ich mich ganz bescheiden in die Rolle des Befehlsempfängers (… und wenn mich denn doch ein Schub unstillbaren Sendungsbewußtseins anwandelt, dann sudele ich halt ein bißchen bei WordPress rum). 😌

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  1. Ich weiß nicht, was Du immer auf den Politikern rumhacken musst.
    Die machen doch auch nur ihre – ähm – Arbeit. Also Lobbyismus, Wahlkampf und Verantwortungsvermeidung.
    Was soll denn anderes herauskommen, wenn gelernte Lobbyisten Gesundheitsminister spielen dürfen?

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  2. „Wem nützt eine Operation, die den Patienten tötet?“ –
    wenn da jetzt mal nicht Querdenken gepaart mit Weiter- und Tiefdenken hilft.

    Doch wer rafft sich da noch auf (oder kann es gar noch?)

    Alles Liebe,
    Raffa.

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      1. Nun, früher hieß es (in meiner Jugend …):
        Wo ein Wille, ist ein Weg!
        Gut, man muß sich selbst am Riemen reißen (oops, der nächste Rückfall in alte Zeiten),
        was wohl das größte Hindernis zu sein mag.
        Gerne nehme ich jetzt deine Vorlage mit den Lemmingen auf,
        wo es wahrlich einfacher ist, der „Spur“ der anderen zu folgen in den …

        Doch auch das ist eine alte Mär, von alten, weißen (weisen?) Männern,
        was ja propagandistisch und (nächste Anleihe, soll nur (k)einer sagen, ich wäre nicht Diskurs fähig! (;-))
        Mainstream-mäßig nicht mehr en vogué ist …

        Ergo, wo sind die, die da noch Gras (fr)essen (Vorsicht, biblisches Bild) und als Kerle mit A… inne Buchse.
        Yepp, halt nicht viele, doch mit deren „Drive“.

        Also mein Lieber, nicht den Sand in Tank oder garKopf stecken,
        Raffa.

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        1. Da kann niemand behaupten, das Jetzt wäre überschaubar und deshalb gähnend langweilig. Wenn man nur will (oder sich wahlweise selbst am Riemen reißt), gibt es so viel zu entdecken, zu analysieren, zu verstehen und zu beherzigen… man sollte sich nur vor Leuten in acht nehmen, die das alles nicht verstehen können/wollen und schon gar nicht genießen können und ihre Borniertheit zu kaschieren suchen, indem sie die – in ihren Augen – blödigen „Abweichler” verunglimpfen (Verschwörungsmystiker etc. pp).

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        2. Ja, so ein bißchen hört es sich so an. Doch gemeint ist das komplette Gegenteil. Irgendwann hat es nicht mehr gereicht, Verschwörungstheorien einfach nur mit einem Schulterzucken abzutun. Da wurden dann ganz andere Register gezogen und mit Inbrunst bespielt. Plötzlich war in den Qualitätsmedien und im Politikersprech sowieso nur noch von Verschwörungsphantasien oder gar von Verschwörungsmythen die Rede, um – ganz vorurteilsfrei! – alternative Denkansätze von vornherein kategorisch zu diffamieren… 🤨

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