Märchen

Der Rattenfänger hatte zu Hameln ein leichtes Spiel: Wenn er nur in der rechten Weise schal­meite, konnte er sich – fama est – seiner Gefolg­schaft (Ratten oder Kinder) sicher sein. Das ist bei den heutigen Poli­tiker­dar­stel­lern nicht anders (und zugleich ganz anders).
Die Politikerdarsteller schalmeien, was die Medien her­geben. Nur mit der Gefolg­schaft hapert es (da genügt bereits ein kurzer Blick auf die beinahe schon unter­irdi­schen Umfrage­werte wohl aller Parteien im Vor­feld der Bundes­tags­wahl). Das könnte damit im Zusam­men­hang stehen, daß die Themen, die da schal­meit werden, in keiner Weise ver­lockend sind. Und das könnte nun wieder damit zu tun haben, daß die Themen­auswahl nicht an dem aus­ge­richtet ist, was für die Bevöl­kerung gut oder von ihr gewollt wäre, sondern an den Phrasen, die Meinungs­forscher momentan als zugkräftig erachten. Und prompt schmücken sich all die Ratten­fänger (Pardon! All die Parteien) mit prak­tisch den gleichen Parolen…
Machbarkeitsstudien? Finanzierbarkeit? Rechenschaft abgeben vor denen, die das Mandat zum Regieren erteilten? Ach! Genug Märchen­stunde für heute…

43 Kommentare zu „Märchen

      1. Spielverderber, hab dich doch nicht so, irgendwann gefällt auch dir der neue Style! Einmal link, einmal rechts, Schritt nach vor, dann zurück … kann doch nicht so schwierig sein! Eines bitte nicht vergessen: Immer schön in der Reihe bleiben, hinter dem Vordermann nachhampeln aber ansonsten … hmmm, ist doch alles nice, easy oder sonstwas!?

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        1. Sorry, bin vor einiger Zeit aus dem Club ausgetreten … Hätte ich vielleicht im Vorfeld erwähnen sollen! Spiele nur mehr mit, wenn es MIR passt ( meistens halt ) und versuche faulen Kompromissen zu entgehen, was gar nicht so einfach ist. 😇

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        2. Ach, dann habe ich ja ganz umsonst die Stielaugen ausgefahren, um jemand Bekannten im Club zu entdecken?!
          So ein Käse aber auch, bei einem bereits unterzeichneten Mitgliedervertrag mit einer Laufzeit von lebenslänglich. 😭

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        3. Ja, Kundenbindung ist tatsächlich Gold wert. Meist deutlich mehr als der Umsatz eines Einzelgeschäfts (eines Laufkunden). Nicht umsonst bietet das eine oder andere Kreditunternehmen Privatkredite mit Negativzinsen an… 🤑

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        4. Jetzt weiß ich es besser! Vermutlich würde eine Doppelstrategie vor derartigen Erfahrungen besser schützen … Na ja, e jetzt iss es halt, so wie es ist, aber im nächsten Leben – kann man das irgendwo notieren? – gehe ich das etwas schlauer an!

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        5. Vermutlich habe ich eine Gedankenanregung für Dich, die nicht gerade zu allgemeiner Erheiterung beitragen wird: Egal, wie clever man sich anstellt (anzustellen versucht), seinem Schicksal entgeht man nicht.
          Erschwerend dürfte hinzukommen, daß wir so gar nichts über die Nachrichtenübertragung zwischen den Welten wissen. Bei welchem Provider muß man sich um einen Mailaccount bemühen? Wie lautet das Paßwort? Welche Formate werden unterstützt… Ich schätze, wer all diese wichtigen Fragen in einem Kompendium zusammenschreibt, dürfte kolossal erfolgreich werden und für alle Zeiten ausgesorgt haben. 😃

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        6. … angenehmer Nebeneffekt: Der Begriff „IP-Adresse” könnte erhalten bleiben; dann aber nicht mehr in der Bedeutung ›Internetprotokoll‹, sondern eher als ›Intergalaktisches Protokoll‹. Nur die Zahlen würden viel, viel länger werden müssen, um die Start- und Endpunkte der fast unendlich vielen Kommunikationskanäle zwischen den fast unendlich vielen Welten eindeutig adressieren zu können. Ach, wie gern wäre ich für 5 Minuten mal das „Frollein vom Amt”… 🤣

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        7. Das ist ja sensationell! Wenn ich mir bisher was intergalactic-blau färben wollte, brauchte es einen gezielten Hammerschlag. Das geht ja mittlerweile viel eleganter! Wow, und dabei ist Weihnachten erst in 3 Monaten und 10 Tagen. 😊

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        8. Ach geh, das wurde vor ewigen Zeiten vom Oberobersten so eingeführt und das gilt mindestens noch ewig oder länger! Das ist eben so, Christkind wurde doch genau für diesen Job erschaffen und diese läppischen Ideen dieser Möchtegernerdline, die absolut keine Ahnung von Moral haben sind doch nur ein fieser kleiner Luftabgang über die Luftröhre, um ihre irdische Irrelevanz dokumentieren. Christkind bleibt Kind – FOREVER und basta!!!

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        9. Ach, gut daß wir darüber gesprochen haben! Ich hab‘ ja bisher immer gedacht, Kinderarbeit sei Arbeit von Kindern. Aber gerade eben habe ich gelernt, daß damit die Arbeit zur Herstellung von Kindern gemeint ist. Und Arbeit soll Spaß machen (was auch immer Moral damit zu tun haben könnte)… 😃

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        10. Wusste ich es doch, dass da noch was kommt! Warum habe ich es kommen sehen? Ja, an der Definition wird noch gefeilt, außerdem sollte man nicht vergessen, dass manche Kinder sehr rasch erwachsen werden, obwohl ihr kindliches Aussehen uns über diese Entwicklung im Dunklen tappen lässt …

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        11. … na sicher kommt da noch was! 😉 Ob das Universum unendlich ist, wagte Einstein nicht sicher zu entscheiden. Hingegen ist die Möglichkeit zur Dummheit – also die Phantasie – schier unendlich. Zugegeben, da habe ich ihm etwas in den Mund gelegt, das er so wohl weder gesagt noch gemeint haben könnte, aber ich braucht eine „Anmoderation” für meinen gleich folgenden dummen Gedanken.

          Kindsein, kindliches Aussehen, das Festhalten der Zeit und dergleichen mehr haben die Gemüter schon immer umgetrieben. Bei Oskar Matzerath war es der Entschluß, keine Akzeleration zuzulassen und den körperlichen Zustand eines Kindes einfach mal so nicht zu verlassen. Dorian Gray delegierte das Altern an sein Avatar-Bild. Ahasver und Cagliostro versuchen, losgelöst von der Zeit ihren Weg zu meistern. Etc pp. Darf man also auch das Christkind zu diesem erlauchten Kreis zählen? 😇

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        12. Seltsam ist das: Ich habe das Christkind nie als Reiter gesehen, also reitend. Eher schon als Läufer, also vorläufig (oder wie heißt der Vorreiter auf Schusters Rappen?).
          Da muß ich doch tatsächlich in rund 3 Monaten und einer Woche mal ganz genau aufpassen… 😊

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        13. Ich sah es immer schwebend und allgegenwärtig, da ansonsten logistische Probleme aufgetreten wären, die mir aber nicht bekannt sind. Sichtbarkeit wird nur denen gewährt, die offenen Herzens auf dem Planeten wandeln … 😉

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        14. Dieses „allgegenwärtig” ist die Stelle, wo gerne mal Anleihen bei der Physik gemacht werden, denn dort hat man für verschiedene Dinge die Wellennatur erfunden (Teilchen können nur in einzelnen Raumgebieten sein, Wellen aber überall). Beispielweise Licht oder Quantenfelder schlängeln sich als Wellen durchs Leben (zumindest, wenn man’s so sehen will). Und die Wellennatur ist auch bei der Dauer entscheidend (frag einfach mal den Friseur nach einer Dauerwelle). Und wenn mir jetzt noch einfällt, wie ich das Christkind auf der Welle surfen lasse, steht einem voll fetten Weihnachtsgeschenk eigentlich nichts mehr im Weg… 🙂

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  1. Nun, ist es nicht der (bestellte) Chor von Politdarstellern und Presse/Medien,
    welche da brav die Untertanen in das neue Zeitalter führen sollen.
    Auf dem Wahlzettelchen sind dann auch keine Alternativen,
    es ist eher wie bei der Auswahl der Krankenkasse
    und nur die Farbe der „Plastik-Karte“ macht hier einen Unterschied …

    Das Wahlvolk weiß instinktiv um das, was da gespielt wird und was geplant ist
    und da die Republik ja bunt werden wird/soll, wird es auch die nächste Koalition …
    – was mich eher an Weimarer Verhältnisse erinnert, so um 1930.
    Der geneigte Geschichtsinteressierte weiß dann auch,
    wie die „kommmende Aufführung“ sein wird,
    wobei es dann um ein globales „Phänomen“ geht.

    Der Inter-National-Sozialismus steht vor der Tür,
    mit all seinen wunderbaren Mitteln, in Gulags, Kz´s etc. erprobt
    und schon jetzt steht Dr. M…. mit dem Spritzkolben vor der Tür, der Tür vor der Tür (s. o.)

    Also, warum aufregen, Zeit investieren in dieses Modell von wie auch immer Demokratie,
    sie diskreditieren sich und diese Staatsform und schaffen sich gleichzeitig ab.
    Ein paar wegen des Geldes, ein paar, weil sie dann wirklich Propagandaminister werden wollen
    oder sonstwas im neuen Regime …

    Nee, kein sonniger Ausblick,
    doch negieren, nicht wahr haben wollen oder Augen zu halten
    werden nicht helfen.

    Herzlich Willkommen in der „Schönen Neuen Welt“,
    (eigentlich eine wunderbare Einladung, dieses Büchlein noch mal schnell zu lesen,
    bevor es vergriffen oder verbrannt ist – wie das eine oder andere Buch)

    Raffa.

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    1. Vermutlich ist es nicht allzu weit hergeholt, auf das Etikett „Dystopie” zu schreiben. Doch der Hoffnungsschimmer besteht für mich darin, daß es sehr wohl auch andere Szenarien gibt. Wahrscheinlichkeiten lassen sich nicht angeben, jedenfalls nicht seriös. Denn es gibt keine Statistik, um sie empirisch zu schätzen. Es gibt aber auch keine Kenntnis der inneren Systemmechanik, um die Wahrscheinlichkeiten zu modellieren.
      Somit ist es rational, das von Dir skizzierte Horrorszenario als das am ehesten realisierbare anzusehen. Das ist das Szenario mit einem Diktator, der bestimmt, wo es langgeht. Und all diese ethisch-moralischen Rüschchen, auf denen die Verheißung der Demokratie basiert, sind zwar schmückend, sonst aber einfach nur Beiwerk. Wenn man sich diesen Luxus (in einer politischen Schönwetterlage) leisten kann, ist es schön, ansonsten aber, wenn es um das nackte Überleben geht, maximal unnütz…

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      1. Nun mein Lieber,
        sei doch nicht so „fies“ mit der Titulierung „Diktator“.
        Etliche Think Tanks und folgend die Medien geben sich solche Mühe, diese eine Ethisch-moralische Instanz aufzubauen, welche sich selbst authorisierend … und wieviele Politker aus diversen Nationen reden uns da zu, eben diese überragende Persönlichkeit anzuerkennen, samt seiner Dogmen und Fürsorge.
        Doch das mag jetzt für die meisten zu früh, zu verwegen und dystopisch sein – trotz der Verlautbarungen und „alten Pläne“, welche jetzt peu á peu ins Rampenlicht geschoben werden …

        War es das Sandmännchen, welches mit den Worten daher kam, Abend für Abend?:
        Gebt fein acht, ich hab´ euch etwas mitgebracht …

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        1. Eher damals, heute ist man ja um so vieles klüger. 😬
          In der Mitte des vorigen Jahrhunderts gab es einige spektakuläre (heute würde man wohl gehypte sagen) Fälle von Morden an Kindern (meist Knaben). Solche Gewalttaten gaben Vorlagen zu manchem Film, beispielsweise https://de.wikipedia.org/wiki/M_(1931) oder https://de.wikipedia.org/wiki/Es_geschah_am_hellichten_Tag oder https://de.wikipedia.org/wiki/Erwin_Hagedorn. Ein nicht zu unterschätzender Aspekt solcher Filme war die Verhaltensregel zur Verbrechensprävention, nie irgendetwas von fremden Menschen anzunehmen oder sich überhaupt auch nur mit ihnen einzulassen…

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        2. Icke bin verwirrt – …. oder liegt es mal wieder an der Doppelmoral, wie den Doppelstandards???,
          wenn ich mal nur diesen einen Satz picke und ansatzweise reflektiere:
          „nie irgendetwas von fremden Menschen anzunehmen oder sich überhaupt auch nur mit ihnen einzulassen… “
          Ergo müßten wir alle ja erstmal Riesenabstand halten, was die Schlumpfung angeht –
          obgleich man uns ja den Abstand geradezu Gebetsmühlen-artig ans Herz legt.

          Wie war das noch im Handbuch (ähhh, ja auch für Diktatoren): Teile und spalte eine Gesellschaft wo du kannst, entsorge Solidarität und/oder gar Sippen-, wie Nationalbewußtsein, schwäche und vereinzelne wo du kannst –
          und du erhälst ein wunderbar leicht zu verführendes, ähh steuerbares Volk.
          Oopps „Steuer“ und Germany — doch ich sollte mich bremsen und kein anderes Faß aufmachen.

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        3. Ich halte die Welt für viel zu komplex, um sie über nur einen Leisten zu schlagen, egal welche Einzelfacette im großen Welttheater gerade aufleuchtet. Es gibt doch nicht nur schwarz und weiß, es gibt massenhaft mehr Graustufen und Schattierungen dazwischen (das ist im übrigen der Hintergrund für das Logo, unter dem ich hier texte).

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        4. Yepp,
          es gibt Licht – also Wahrheit
          und ja, es gibt Graustufen … bis hin zum Schwarz, was dann Lüge ist.
          Es sind auch nur zwei Prinzipien, ein Ja oder ein Nein, letztendlich und ein Vielleicht gibt es nicht, oder?
          Vor dem Traualtar oder dem Standesbeamten geht dieses vielleicht ja auch nicht durch.

          Was ablenkend, wie verwirrend ist, sind diese neuen, alten Dogmen, die uns da eingeben sollen, daß „alles“ relativ sei, daß es weder gut und böse gebe.
          Ja, das Böse bedarf des Guten um zu existieren – das Gute jedoch bedarf und will erst recht nicht des Bösen … – und das kann einjeder mal auf „seiner semantischen Zunge“ oder auch tiefer zer-/aufgehen lassen …

          Ach ja, zur Komplexität und den hier von mir angesprochenen „Begriffen“.
          Die Lüge und die Folgen, samt der notwendigen Folge-Lügen sind komplex und man muß achtsam sein, um sich nicht zu verstricken und aufzufallen.

          Die Wahrheitr ist dagegen einfach nur einfach … – auch wenn sie anfangs noch weh tut – was jedoch nicht an der Wahrheit liegt, sondern an dem, was wir so an Komplexität in uns gesammelt haben.

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        5. Hmmm, naja, aaaaalso! Lassen wir erst einmal die „große Wahrheit” außen vor, weil sie eine eigene (dogmatische!) Klasse ist (so zu kategorisieren ist zwar logisch unsinnig, aber historisch nun mal so gewachsen und per acclamationem in der Breite übernommen). Dann bleiben kleine Wahrheiten, die in Wirklichkeit aber gar keine sind, weil sie vom Kontext abhängen und, je nach Situation, unter dem gleichen Namen das Gegenteil bedeuten können. Diese kleinen Wahrheiten kann man beliebig etikettieren, aber auch das bleibt willkürlich. Es bleibt sogar dann willkürlich, wenn die Etiketten mit gut oder böse beschriftet sind. Die immer unterschwellige und manchmal bewußt praktizierte Bevorzugung des Guten ist genauso willkürlich, ist eigentlich nur ein akquisitorisches Vehikel. Gut und böse sind untrennbar. Und wenn ›das Gute des Bösen weder bedarf noch es will‹, ist es selbst böse…

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