Wohin?

Bastelstunde am Vormittag! Was braucht man mehr? Ich weiß ja nicht, wie es anderen geht, aber ich frage mich, warum diese Bastel­stunde nun notwendig war. Doch dabei ist die Antwort nahe­liegend: Es war eine Repa­ratur erfor­derlich, um den Murks, den irgend ein Klempner verbaut hat, wieder loszuwerden. Es geht um das Rohr, das das Wasch­becken mit dem Abwas­ser‑Orkus der städti­schen Klär­anlage verbindet, kurz Traps genannt. Man könnte dafür Materi­alien verwenden, die eine gewisse Resi­stenz gegen Feuch­tigkeit, Nässe oder gar fließen­des Wasser aufweisen. Aber das wäre ja entschieden zu nahe­lie­gend:Die Über­wurf­mutter am kurzen Schenkel des U-Rohres brauchte nicht mehr geschraubt zu werden, ein kurzer inten­siver Blick genügte, um die innige Verbin­dung umgehend abbrechen zu lassen (wobei brechen wörtlich zu nehmen ist). Mittler­weile ist die gesamte Kon­struk­tion ausge­tauscht. Übrigens mit Kunst­stoff­rohren, denn die verrotten längst nicht so schnell wie Kupfer­rohr‑Imi­tate. Da lenkt auch aller Chrom­glanz nicht davon ab, daß Murks verbaut wurde.
Verglichen mit laden­neuen Bauteilen dürfte etwa die Hälfte des Kupfers im Hucke­pack mit dem Abwasser „ver­schwun­den” sein. Zuge­geben, ich hab’s nicht auf die Gold­waage gelegt, aber so filigran wie die abge­bauten Rohre waren die vergleichs­weise befin­gerten Teile im Baumarkt längst nicht. Doch wo bleiben die Kupfer­atome, -moleküle und -ionen, wenn sich ihre Surf­welle mit einem heime­ligen Glucksen auf Welt­reise begibt? Genauer gefragt: Wie groß ist die Umwelt­bela­stung, wenn sich in Mil­lionen von Haus­halten, Industrie- und Büro­bauten tonnen­weise Kupfer­rohre durch Erosion und Korrosion verdün­ni­sieren? 🤔

morgens

Heute wandelte mich in einer frühen Morgen­stunde die Lust an, zwei „entfernte Verwandte” in trauter Zwei­samkeit auf ein Photo zu bannen (f/9, 0.6″, ISO‑6400, f = 126 mm):Sogar ohne Lupe bzw. Aus­schnitts­ver­größerung sind drei Jupiter­monde zu erkennen, mit ihr erst recht (ich habe aber nicht nach deren Namen gefragt; vermut­lich schliefen sie ohnehin noch). Die Lupe zeigt beim Saturn – beim verwen­deten Equip­ment durchaus erwar­tungs­gemäß – freilich nichts von den Ringen, aber nährt ganz sanft den Hauch einer Ahnung, denn das Abbild des ♄; ist deutlich nicht kreisförmig.

[campogeno] corona-demokratie

Viele Fragen, für deren Beantwortung sich die Obrigkeitskaste wohl am liebsten Zeit bis zum St.-Nimmerleinstag lassen würde, wenn sie sich überhaupt herabzulassen gedenkt, diese Fragen auch nur wahrzunehmen…

campogeno

weniger demokratie in zeiten von corona?  je mehr infizierte, desto weniger geltende grundrechte? ist in coronazeiten alternativlos, was früher undenkbar war? gibt es jetzt wichtige grundrechte und nachrangige? darf merkels ministerkonferenz die gewählten abgeordneten im bundestag ersetzen? ein „notparlament“, also landesregierungschefs und ein kreis “auserwählter“, soll in der corona-krise gesetze machen? warum werden institutionen wie der ethikrat kaum diskutiert und wird vom kanzleramt jede diskussion im vorfeld als falsch abqualifiziert? müssen die bürger solche willkür ertragen? ist das keine gefahr für die demokratie? eine neue corona-realpolitik des kanzleramts? grenzen schliessen, den export von atemschutzmasken verbieten, kontaktsperren und ausgangssperren für die zu schützenden bürger?

warum wird das recht auf unversehrtheit momentan als das allein gültige stilisiert? stellt unser neoliberales wirtschaftssystem dieses recht nicht schon seit jahren in frage, oder wird missachtet? warum ist das recht auf unversehrtheit ein kostenfaktor, der minimiert werden muss? seit jahren werden die abstrakten toten in statistiken…

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vor 100 Jahren…

Alexander Moszkowski
(* 15.01.1851, † 26.09.1934)

Überall Bakterien

Nee, ick sag‘ schon! Von Bakterien
Hat man früher nischt jewußt,
Da war’s Essen noch ’ne Freude
Und det Trinken war ’ne Lust:
Aber seit man die Bazillen
Und dergleichen Zeugs erfund,
Is der Mensch total jeliefert,
Allens is jetzt unjesund.

Les‘ ick da, det äußerst jiftig
Heutzutag Vanillen-Eis;
Früher aß man’s mit Verjnügen
Jeden Sommer massenweis‘:
Heute is selbst die Vanille
Vom Bazillenherd bedroht,
Schmecken dhut se ausjezeichnet,
Aber nachher is man dot.

Jrüne Aale, sonst det Beste
Wo der Mensch nur haben kann,
Sind nu ooch nich zu jebrauchen,
Seit der Fischbazillus dran;
Ißt se eener mit Verjnügen
An der Spree zum Abendbrod,
Liejt er jleich in letzten Zügen, –
Zehn Minuten später: dot.

Krebse, rechte scheene, jroße!
Wie jesund det früher war!
Heute jibt es Krebsbazillen
In dem Oderkrebs sogar;
Hat man sechs Stück ufjeprepelt,
Denkt man jleich: Schockschwerenot,
Warum is mich denn so übel?
Nächsten Morgen is man dot.

Ooch det Atmen is jefährlich;
Wenn ick gut dir raten kann,
Mitmensch, atme nich zu ville,
Sieh dir erst die Luft mal an;
Kommst de in so’n Pilzjewimmel,
Hilft dir keen Karbol und Jod,
Ziehste ’in den janzen Schimmel,
Fällste um und biste dot.

Holste dir ’nen netten Schmöker
Aus de Leihbibliapothek‘,
Kriegste gleich ’ne Schock Milliarden
Von Mikroben uf’n Weg;
Kommste uf de vierte Seite,
Wirste im Jesichte rot,
Uf der fünften kriegste’s Fieber,
Bei der sechsten biste dot.

Det ick mit de Hochbahn rutsche
Kommt mir niemals in den Sinn;
Nee, in die Bazillenkutsche
Da kriegt mir keen Deibel rin!
Steigste ’in fidel und munter,
Pletzlich spürste Atemnot,
Fährste bis zum Zoo hinunter,
Steigste aus und biste dot.

Nee, ick sag‘ schon! Von dem Leben
Hat man jarnischt, wie Verdruß,
Weil man die verfluchten Dinger
Immerzu verschlucken muß!
Alle Dage muß man lesen,
Wie det Kleinzeug uns bedroht,
Und wir jroßen Lebewesen
Fallen um – schwapp – mausedot!

Prä-COVID

Seit wann ist die Gültig­keit des darwin­schen „Survival of the fittest” aufge­hoben? Und damit ist keines­falls gemeint, daß sich in Zeiten des Auftretens neuer Viren­exem­plare, die gerne mal als pande­mische Zeiten verklärt werden, das zitierte Ange­paßt­sein nicht mehr nur auf biolo­gische, vege­tative Belange, sondern auch auf die Verfüg­barkeit von Medizin­technik bezieht (wenn schon nicht heilend, so doch wenig­stens symptom­redu­zierend).
Denn es geht weniger um das Über­leben der am besten (an konkrete Situa­tionen) Ange­paßten als viel­mehr um das Ableben  bzw. schwin­dende Möglich­keiten für umfang­reiche Nach­kommen­schaft der nicht so gut Ange­paßten. Das Ganze aber nicht in absoluten „top oder flop” Aussagen, sondern als Über­lebens­wahr­schein­lich­keiten von Popu­lationen in konkreten Situa­tionen: Hohe Wahr­schein­lich­keit für den Fort­bestand der einen und (extrem) verringerte Wahr­schein­lich­keit für die anderen. Denn wie wäre wohl eine konkrete Situation eindeutig und trenn­scharf zu defi­nieren und zudem noch das jeweilige Ange­paßt­sein zu quanti­fizieren, um „the fittest” zu küren?

Umwelt

Seit langem befasse ich mich mit einem Thema, mit dem sich nicht zu befassen ich denen vorwerfe, die sich unter der unsäg­lichen Über­schrift Klima­schutz zusammen­ballen (bemer­kens­werter­weise (vgl. hier) mit in letzter Zeit deutlich sinkenden Zulaufs­zahlen). Wäre denn nicht eine der wichtigsten Fragen über­haupt die, wo sich Sinn, Sinn­leere und Dummheit in diesem Themen­komplex ihre Claims abgesteckt haben?
Nein, es geht dabei eben nicht ausschließ­lich um CO2; das ist nur die Sau, die als Mode-Mannequin über alle Laufstege getrieben wird, um den aktu­ellen Mode­standard vorzu­führen. Es geht um mehr, um viel mehr.

Geht es nicht um Umwelt­neutra­lität? Geht es, in der höchsten Anspruchs­formu­lierung, nicht darum, daß mit dem Aufhören der Existenz eines Indi­viduums¹ inner­halb eines Jahres (oder was immer als Vege­tationss­zyklik der Natur sinn­voll anzu­nehmen ist) auch die ökolo­gische Spur dieser Existenz verschwunden sein muß, wenn die Umwelt durch das Individuum unver­ändert bleiben soll?
Allerdings sind die Natur­gesetze gegen diese scharfe Form der Umwelt­neutra­lität, speziell der 2. Haupt­satz der Thermo­dynamik (Stich­wort Irrever­sibilität). Bleibt eigentlich nur eine Abschwächung des scharfen Anspruchs. Viel­leicht hat eine starke Form der Umwelt­neutra­lität Bestand, wenn sie fordert, daß alle globalen Ressourcen während der Existenz von Individuen umver­teilt oder höchstens in Kreis­läufe einge­bracht werden, die auf dem beste­henden techno­logischen² Niveau steuerbar sind bis hin zur vollständigen Wieder­herstellung der Ausgangs­ressourcen. Alles, was hinter dieser starken Form der Umwelt­neutra­lität zurück­bleibt, kann allen­falls als schwache Form gelten oder hat gleich gar nichts mit Umwelt­neutra­lität zu tun.

PS: Wenn Zeit und Muße sich in meinem Kalender ein Stell­dichein geben, werde ich mal eine der vier o. g. Formen mit Praxis­beispielen illu­strieren (kleiner Vorgriff: Nie wieder Jeans!). Bis dahin kann der geneigte Leser die Gele­genheit nutzen, sich ein paar Gedanken darüber zu machen, in welche Kategorie der Akti­onismus derjenigen fallen könnte, die Gesetzes­vergehen in Form von Schul­schwänzen mit dem Streik­recht abdecken…

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¹) Individuum ist alles, was da kreucht und fleucht, in Flora und Fauna und allem dazwischen. Und von dem, was für alle Lebewesen gilt, hat sich der Mensch nun einmal nicht auszuschließen.
²) Bei Spezies ohne von ihr eingesetzte Technologien ist dieser Passus selbstverständlich nichtig.

globale Erwärmung

So ist das also, seit dem IPCC-Sonderbericht (siehe u. a. hier) steht fest: +1,5°C würden der Erde und – vor allem! – uns den Ar*ch retten?! Wer’s glaubt! Andererseits wird die Sau ja durch alle Medien getrieben; es muß also stimmen. :-/

Ist denn diese Festlegung von „maximal +1,5 grd” nicht ziemlich willkürlich getroffen worden? Auf welchen Start- bzw. Zielwert bezieht sich die Angabe überhaupt? Die allwissende Tante Wiki hält ein Bildchen bereit, dem zu entnehmen ist, daß der Bezugswert ein spezieller Mittelwert von Land- und Ozeantemperaturen ist, der für den Zeitraum von 1951 bis 1980 erhoben wurde (Quelle). Mit anderen Worten: Wenn die global gemittelte Temperatur um 1,5 grd höher liegt als in den Jahren um 1965 herum, droht Ungemach. Darf man eine derartige Ontologisierung der Willkür tatsächlich Wissenschaft nennen und ihr dann auch noch trauen?
Andererseits gab es genügend viele und verheerende Wettererscheinungen auch schon aktuell, also bei gegenwärtig etwa +1 grd. Wer weiß, um wieviel sich die Anzahl der Unwetter und deren Ausmaß ändern, wenn die globale Temperaturerhöhung ab jetzt noch 0,2 oder 0,4 oder 0,8 grd beträgt? Wer legt fest, daß gerade die Restspanne von 0,5 grd erträglich bleibt? Zudem handelt es sich um Mittelwerte. Die Füße in siedendem Wasser und den Kopf in der Tiefkühltruhe, das ergibt einen durchaus kuscheligen Mittelwert.

Unwissenheit (siehe hier) und Willkür (siehe oben), wo man hinschaut. Wie sollte es einem da um die Zukunft bange werden?