alle 11 Minuten

Wieder so eine Werbung, die mich zu allem Möglichen animiert, aber nun wohl am aller­wenig­sten gerade zu dem, was mög­licher­weise inten­diert sein könnte. Kann denn das Sprüchlein: „Alle 11 Minuten verliebt sich ein Single […]” wirk­lich als Wer­bung für etwas verstanden werden? Mich zumindest spricht es als Werbung gegen etwas an. Schließ­lich drängen sich (minde­stens) drei Inter­preta­tionen auf, die alle­samt nicht gerade für das Kuppel­portal sprechen.

Was nützt es eigent­lich, wenn nur ein Single sich verliebt? Gibt es denn unter den Zeit­genossen nicht schon viel zuviele Selbst­verliebte?

Oder soll dafür geworben werden, daß alle paar Minu­ten eine schmach­tende Liebe erblüht, die nur leider unerwidert bleibt?

Zumindest scheint die Zeit­spanne, die es im Durch­schnitt braucht, bis ein in Liebe schwel­gendes Paar sich findet, so wenig werbe­wirksam zu sein, daß sie schamvoll unerwähnt bleibt…

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Literatur

Also schön, Literatur wird es wohl immer geben, solange es den Menschen gibt. Aber wie ist das mit der schönen Literatur (sprich Belle­tristik)? Im Buch­laden findet man sowas sogar noch, falls es dort einen Winkel gibt, der mit Klassik über­schrieben ist. Aber sonst?
Ob sich wohl die Gewohnheiten soweit geändert haben, daß es für Belle­tristik keine saftigen, nähr­stoff­reichen Böden mehr gibt, sondern nur noch karge Ödnis? Weil sich in unserer schnelle­bigen, ober­fläch­lichen Zeit kaum noch jemand die Mühe macht, Tiefes zu heben und auf­zuar­beiten? Weil Anstrengung und Nutzen in keinem akzep­tablen Verhältnis stehen? Weder beim Schreiben, noch beim Konsu­mieren des Geschrie­benen, vom Verstehen des Gelesenen (dem Verstehen­wollen wie dem Verstehen­können) ganz zu schweigen.

geben und nehmen

Das alte Jahr ist beinahe schon zu Ende. Was das neue Jahr wohl bringen mag? Doch ist denn gerade diese Frage nicht unlogisch, nämlich diametral zur Erfahrung und zu allen Wahr­schein­lich­keiten? Ist sie letzt­lich nicht ein wenig oberflächlich?
Sind denn die Jahre, die etwas brachten, nicht längst abgelöst von denen, die unbarm­herzig etwas nehmen: die Haare, die Zähne, die Gesund­heit, Freunde und Lebens­gefährten und eben auch den Glauben daran, daß Jahre etwas (Ange­nehmes) brächten…

Moschee-Steuer

»Viele Moscheen werden aus dem Ausland finanziert – und machen sich so abhängig. Die Berliner Moschee-Gründerin Seyran Ates hat eine Idee, wie man das ändern könnte. Sie hat sich für eine Moschee-Steuer für Muslime ausgesprochen. „Alles, was die Gemeinden brauchen, kann in Zukunft von den Mitgliedern selbst aufgebracht werden“, sagte Ates der „Welt“« (Quelle: WAZ).
Von wem soll durch Väterchen Staat die Moschee-Steuer eingetrieben werden? Von der Kirchen­steuer kann man sich bei gege­benen Voraus­setzungen frei machen. Ob das für eine Moschee-Steuer auch vorgesehen ist? Dann würden muslimisch geprägte Reli­gions­ausübende allein für die Finan­zierung der Moscheen aufkommen. Doch wäre somit das „Argument” der Ber­liner Moschee-Gründerin nicht auto­matisch gegen­stands­los? Wenn die musli­mischen Gemeinden für sich allein Geld für ihre Moscheen aufbringen können und wollen, warum muß es dann erst einen Umweg über Staat und Fiskus nehmen, statt direkt eingesetzt zu werden?
Daß die Politikerdarsteller der Bunten Republik (auch) in diesem Punkt nicht logisch-sachlich analy­sieren können bzw. wollen, dürfte nicht wirklich verwun­derlich sein; das Der·Islam·gehört·zu·Deutschland-Mantra verstopft die Ohren wie Steuer-Euros die Augen blenden.

[andthoro-2018] Ansprache-Widerrede

Da habe ich nun stundenlang Anlauf genommen, um mir ein paar Gedanken zum bundes­präsi­dialen Gebrabbel aus dem Daumen zu nuckeln, und stolpere hier über einen Beitrag, der ein paar der sich zwangs­läufig einstel­lenden Gedanken und Fragen bereits ausfor­muliert hat…

andthoro-2018

Ein Bundespräsident, der uns in diesem und in den vorangegangenen nichts wirklich substanzielles zu sagen hatte und hat fordert „seine“ (nicht mich) MitbürgerInnen auf mehr miteinander zu sprechen und zuzuhören.

Zynischer kann man es kaum zum Ausdruck bringen, dass es die Politikerkaste dieses Jahr einen ziemlichen Dreck geschert hat was die BürgerInnen bewegt hat darüber zu reden und zu streiten. Trotz wegweisend unüberhörbarer Signale (z.B. Wahlergebnisse…) hat sich nichts bewegt- im Gegenteil- Stillstand und Rückschritt gehen Hand in Hand in der Politik weiter, darauf hoffend dass sich doch bitte, bitte nichts an diesen gerade so paradiesischen Zuständen ändern möge.

Auch diese Rede ist ein weiteres Signal des deutschen Neo-Feudalismus mit demokratischen Mäntelchen.

Zeichen dafür sind die allgegenwärtigen Hassreden, die geschickt getarnt und mit blendenden Worten in Reden, Gesetzesvorschlägen, Preisverleihungen, Urteilen, …. auf uns einprasseln:

„Eure Armut kotzt uns an…“

„Ihr könnt sagen und machen was ihr wollt, wir wissen was…

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Aluminiumhut-Tiara

»Wenn wir auf die Krippe schauen, verstehen wir, dass das, was das Leben nährt, nicht der Besitz, sondern die Liebe ist; nicht Gier, sondern Nächsten­liebe; nicht der Über­fluss, den man zur Schau stellt, sondern die Einfach­heit, die man bewahrt«, so sprach das Teig­gesicht, das derzeit den obersten Brücken­bauer mimt (Quelle: RP‑online).
Wer halbwegs bei Verstand ist, sollte spätestens jetzt konvertieren! Was braucht es denn noch mehr als diesen einen Satz, der voller Verlo­genheit und Schein­heiligkeit ist?