Diktatoren

Die Gedanken sind frei. Hm, naja, ich lasse das mal so stehen. Aber nur, weil das Abwickeln dieses Fadens den hiesigen Rahmen sprengen würde. Zumindest dürften Gedanken zunächst einmal frei von wesent­licher Wirkung sein.
Weiß man eigentlich schon, ob Gedanken von sich aus an die Öffent­lichkeit streben (also in die Freiheit, sic!, entlassen werden wollen) oder vom Gedanken Denkenden in die Freiheit entlassen werden (und dieses manchmal sogar unter Zwang)? In beiden Fällen wären die Gedanken nicht frei. Doch so langsam muß ich mir Gedanken machen, wie ich die gedank­liche Kurve hin zum beabsich­tigten Thema kriege.
Um überhaupt Chancen auf Reali­sierung zu haben, muß ein Gedanke den Weg an die Öffent­lichkeit finden: Heraus aus den dunklen Gedanken­gängen, hinein in eine lichte Zukunft. Das Medium für die Veröffent­lichung ist zweitrangig. Da gab es jemanden, der soll 95 Thesen mitsamt ihrer Schreib­unter­lage an eine Kirchentür genagelt haben. Ein anderer hat lieber gleich ein Buch geschrieben; man empfahl ihm, es „Mein Kampf” zu nennen, weil der ursprünglich beabsichtigte Titel so schwülstig war wie seine nachfol­genden Reden. Ein Dritter schreibt lieber Kurz­nach­richten auf einem elek­tro­nischen Kommuni­kations­portal…

Die hitlersche Schwarte enthält sehr schräge Gedanken. Dennoch fanden sich Anhänger dieses Gedanken­horts. Und da es gerade in das politische (finanz­politische, macht­politische was auch immer) Konzept paßte, wurde der Wirr­kopf nicht etwa aufgeklärt, sozia­lisiert, geerdet oder vielleicht sogar thera­piert, sondern hofiert: Mag er doch los­preschen und alles kurz und klein schlagen – wir stellen uns hinter ihn, da sind wir aus der Schuß­linie und können das Spektakel bestens für unser Wohl genießen.
Die trumpschen Kurz­nach­richten enthalten sehr schräge Gedanken. Dennoch finden sich Anhänger dieses Gedanken­horts. Und da es gerade in das politische (finanz­politische, macht­politische was auch immer) Konzept paßt, wird der Wirr­kopf nicht etwa aufgeklärt, sozia­lisiert, geerdet oder vielleicht sogar thera­piert, sondern hofiert…

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[Die Spoekenkiekerei )] Sektenführerin Greta

Es erfüllt mich mit wohliger und zugleich hoffender Freude, immer wieder mal auf einen Gedanken – wie diesen hier – zu stoßen, der nicht blödig-blind in Hörigkeit zu falschen Propheten verfallen ist…

Die Kieker (Die Spoekenkiekerei )

Die schwedische Klima-Göre Greta genießt in Deutschland bereits einen Fast-Heiligenstatus. „Profisegler bringen Greta Thunberg CO2-frei nach Amerika“, freute sich etwa die Rheinische Post und unterschlug, dass einer von Gretas Skippern Mitinhaber einer Fluglinie ist und dass die Crew wie selbstverständlich nach Ankunft in den USA nach Europa zurückfliegen wird, während eine andere Crew bereits mit dem Flugzeug angereist sein und das Boot nach Europa zurückbringen wird.

Selbst Pfaffen fallen vor der Göre in den Staub. Den Berliner katholischen Bischof Heiner Koch erinnern die Freitagsdemos mit Greta an der Spitze „ein wenig an die biblische Szene vom Einzug Jesu in Jerusalem“. Und auf Zeit online ist zu lesen: „Die Geschichte von Greta Thunberg ist eine, die Christen doch bekannt vorkommen sollte… Es ist die Geschichte des Franz von Assisi oder die von Johannes dem Täufer. Menschen, die aus innerster Überzeugung mit den Konventionen brechen, und dies so lange aushalten, bis andere…

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Kunstschnee

Die Erde ist um eine Sehens­würdig­keit reicher! Es schneit Kunst­stoff. Manche behaupten sogar (etwa hier), es würde Plastik(en) schneien, aber das bezweifle ich gar sehr. Eine Sehens­würdigkeit mehr. Es gibt Planeten, auf denen es Ammoniak regnet oder auch Eisen. Nun mal einer, auf dem es Kunst­stoffe regnet…
Und doch dürfte der aktuellen Bericht­erstat­tung ein gehörig Quentchen Panik­mache zugrunde liegen. Es handelt sich um ein Wahr­nehmungs­phänomen. Ja, der Mensch hinterläßt seine Spuren in der Umwelt. Ja, man kann schonend mit seiner Umwelt umgehen oder auch verschwen­derisch. Ja, ein Großteil der Umwelt­bela­stung geht auf die böse, böse Industrie zurück, die profit­maxi­mierend und mit zu wenig Rücksicht auf all die anderen Belange betrieben wird. Und ja, jeder einzelne trägt einen Teil der Schuld durch seine Gier nach immer schneller, immer komfortabler, immer hedoni­stischer. Denn diese Gier erzeugt die Absatzmärkte für die böse, böse Industrie…
Upps, jetzt bin ich vom Thema Wahr­nehmungs­phänomen ganz abgekommen. Also, es gibt eine Belastung der Umwelt mit Kunst­stoff­abfällen. Mit Kunst­stoff­abfällen beliebiger Größe, auch mit kleinen und kleinsten Kunst­stoff­partikeln. Je genauer man hinschaut, desto mehr findet man (das Größe-Anzahl-Verhältnis ist durch eine Pareto-Verteilung ganz gut abschätzbar): je kleiner, desto mehr – und nicht etwa „halb so groß heißt doppelt viele”, sondern mit einer Abhängigkeit in namhafter Potenz. Wird die Nachweis­genauigkeit um einen weiteren Mikrometer gesteigert, werden millionen­fach mehr Teilchen gezählt und wird die Panik millionen­fach erhöht…
Apropos Panik: Noch weiß niemand, welche Wirkung Kleinst­teilchen aus Kunst­stoff haben, aber man kann ja – in vorauseilendem Gehorsam – schon mal alle für mausetot erklären. Zumindest sind Kleinst­partikel im Moment die gewichtigste Keule, mit der Schneisen in den Verstand der Politiker geschlagen werden. Man könnte aber auch mal genauer hinschauen! Woher stammen eigentlich die Kunst­stoff­partikel? Tante Wiki weiß es: Die Daten aus dem Diagramm „Mikroplastik-Emissionen in Deutschland” verraten es. Etwa 60 % stammen in Deutsch­land direkt aus dem Straßen­verkehr. Nix Kunst­stoff­tüte, Einweg­geschirr oder Kunststoff­strohhalm & Co. Und nun die Frage. Richtet die Politik ihre Verbes­serungs­anstren­gungen nach der Wertigkeit des Segments, in dem sie aktuell auf Stimmenfang zu gehen gedenkt?

bigotte Mediengeilheit

Na, sieh mal an: um mit „einem möglichst emissions­freien Transport­mittel” (siehe hier) nach New York zu gelangen, verwendet unsere kleine Greta nicht etwa ein Holz­floß oder ein Papyrus­boot (wie es vor Jahr­zehnten ein gewisser Thor Heyer­dahl prakti­zierte), sondern lieber eine Renn­yacht (der Skipper möchte wohl auch ein wenig von dem Glanz abbekommen, den der thunbergsche Heiligen­schein verbreitet). Wieviel Epoxidharz, Speziallack, Glasfaser­geflecht, Elektronik­gedöns und Aluminium mag wohl einen ökolo­gischen Fußabdruck welchen Ausmaßes hinter­lassen haben?
Aber was tut man nicht alles, um den Medien zu gefallen, wenn man partout keine Lust hat, die paar Meilen übers Wasser zu wandeln?

Zwerge

Ach, welch wunder­schöne Szenen lassen sich an einem Ein­schulungs­tag sogar schon vor der Schule, also auf dem Weg dorthin, beobachten. Kleine Knöppe tragen Schul­tüten, die größer sind als sie selbst. Genau­genommen lassen sie sie tragen von ihren Eltern oder Groß­eltern, weil Schwer­last­tran­sporte an einem solch bedeutungs­schweren Tag denn doch zuviel des Guten sind.
Manchmal sieht man Schultüten, die – man glaubt es kaum – sogar kleiner sind als die angehenden Neuschüler. Aller­dings sind solche Zwerg­wüchsigen (Schul­tüten, nicht Eleven, versteht sich!) derartig voluminös, daß die Knirpse sich spielend in ihnen verstecken könnten. Vielleicht werden sie dereinst einmal lernen, daß das Volumen einer Schul­tüte sich näherungs­weise ermitteln läßt, wenn deren Höhe h und ihr größter Umfang u bekannt sind, indem man (1/6 u)2·h rechnet. Aber wahr­schein­lich wird diese Volumen­formel die angehenden Schüler nie erreichen, da sie tradi­tionell nur freitags gelehrt wird. Das ist allerdings der Tag, an dem man sich, ach, so gern vor der Schul­pflicht drückt.

Merke: Eine der ersten Lektionen im Schul­alltag, vor dem man sich bald angewidert abwenden wird, ist, daß es eben doch auf die Größe ankommt. Da ist gar nichts von Reduzieren der Ansprüche – je größer, desto wichtiger. Deshalb wird freitags auch die große Pose angestrebt von Leuten, die mit ihrem Konsum­anspruch und mit ihren ethischen Ansprüchen (die im wesent­lichen kaum mehr als besser­wisserische Verachtung für die Eltern­generation ist) auf den Müll­bergen stehen, auf die sie voller Erhabenheit herabblicken…

MAga

Also wirklich, das ist doch ärgerlich! Da trump·elt man alles in der Umgebung nieder, damit das eigene Land möglichst groß erscheine, und dann wagen es die Unter­menschen (Anm.: so nie gesprochen, aber eine logische Folgerung aus der Strategie, über allem stehen zu wollen), den Watschen ausweichen zu wollen (siehe u. a. hier)…