Über den Schatten springen

Vor ein „paar Tagen” habe ich auf diesem Blog in einem Kommen­tar behauptet, daß es so ziemlich das Ein­fachste von der Welt sei, über seinen eigenen Schatten zu springen. Dummer­weise behauptet die vox popoli kate­gorisch das komplette Gegen­teil, es sei unmöglich.
Der „Beweis” hat aber nicht deshalb so lange auf sich warten lassen, weil er so schwer zu erbringen wäre, sondern weil ich lange gebraucht habe, um ein (halb­wegs) geeig­netes Photo zur Illu­stration zu knipsen.
Es muß keine Brücke sein; eine in der Höhe angebrachte Leuchte, deren Licht­kegel ungestört nach unten weist, tut’s allemal. Wer physisch (und nicht etwa nur symbo­lisch) über seinen eigenen Schatten springen möchte, muß sich direkt unter der Leuchte hindurch bewegen (in der obigen Abb. entlang der Geraden gAL). Im Punkt A sollte er (♀♂) zu einem kleinen Sprung ansetzen. Ein Hüpfer reicht nicht, da ja über den Schatten gesprungen werden soll. Im Punkt L (L wie Landung) ist die hero­ische Tat auch schon voll­bracht. Während der eigene Schatten im Punkt A hinter einem liegt, befindet er sich im Punkt L vor einem, d. h. im Gipfel­punkt G befindet sich der Proband über seinem eigenen Schatten, der soeben über­sprungen wird.
Damit es gelingt, jetzt noch ein paar Angaben zur „Dosierung”. Damit die Augen­zeugen auch Gele­genheit haben, das Experiment zu filmen, sollte die Sprung­parabel nicht zu klein gewählt werden. Sagen wir: Absprung­geschwin­digkeit etwa 15,6 km/h, Absprung­punkt A etwa 90 cm vor dem Lot-Fußpunkt der Leuchte und Absprung­winkel etwa 35°. Das reicht für eine Sprung­höhe von etwa 31,5 cm; ist also selbst für untrai­nierte Sport­muffel durchaus erreichbar.

Werbeanzeigen

Vertrauen

»Dein Geld ist ja nicht vernichtet, sondern jetzt halt bei einem anderen« bekommt mitunter derjenige zu hören, dessen (♀♂) Wert­papiere sich finanz­technisch nicht in lichte Höhen aufschwingen wollen bzw. können, sondern lieber dumpfig-feuchten unter­irdischen Verliesen zustreben.
Mir entlocken solche „Weis­heiten” nur ein müdes Arsc*runzeln. Aber nicht, weil eine Wahr­heit witzig verpackt wäre, sondern aus tiefstem Bedauern über die Aluminium­hut­träger, die blödig jeden Quatsch, den sie irgendwo aufge­schnappt haben, unreflek­tiert nachplappern.

Geld ist ein unver­brieftes(!) Konstrukt, eine völlig abstrakte Vertrauens­sache. Manchmal ist Geld gegen­ständlich: ein Stück bunt bedruckten Papiers oder ein Stück Blech. Manchmal – und mit rasanten Steigerungsraten immer häufiger – ist Geld nicht mehr als eine konkrete Bit-Sequenz auf irgendeinem Server.

Es gab Zeiten, da konnte man mit einem einzigen Stück bunt bedruckten Papiers, das eine irisierende 100 zeigte, Waren aus der Gefan­genschaft von Super­markt­regalen freikaufen und damit für eine mittel­große Familie den Einkauf für eine ganze Woche reali­sieren. Heute braucht es für die gleichen Waren (Menge und Qualität) ein paar bunte Scheinchen mehr.
Stichwort Inflation. Es stehen auf Geld­scheinen und Münzen zwar die gleichen Zahlen (Nominal­wert), aber man bekommt im Geld-Ware-Tausch dafür immer weniger. Aber Inflation wird staat­licherseits genutzt – und hier verweise ich auf einen Artikel dieses Blogs, in dem Staat und Verbrecher­syndikat zurecht gemeinsam genannt sind –, um die Wirtschaft zu steuern. Und sie wird nicht nur (passiv) genutzt, sondern gezielt eingesetzt, um den Kreis­lauf des Staats­organismus‘ in Gang zu halten (bild­lich gesprochen den Blut­kreis­lauf, der frei­lich ein Geld­kreis­lauf ist).

Klartext: Um das „arm-reich”-Kasten­system in Gang zu halten und zu stabi­li­sieren, wird staat­licher­seits die Vertrauens­würdigkeit des Geldes immer weiter geschwächt; des Geldes, mit dem das gemeine Stimm­vieh aller­dings seinen Platz in der untersten Kaste erkaufen muß.

Narrenhagen.006

Es ist ja noch nicht einmal eine Woche her, da ich meinem Bedenken Raum gab, nämlich hier, die Infra­struktur des Online-Bankings sei die eigent­liche Schwach­stelle, nicht so sehr das Verfahren der elektro­nischen Sicherung an sich. Und schon heute zeigte sich das erste bestä­tigende Indiz.
Die Kundenbetreuerin in der Filiale des Geld­insti­tutes versicherte, die Hardware für das Online-Banking und der Begleit­brief mit den indi­vidu­ellen Para­metern und dem Frei­schaltungs­gedöns würden in verschiedenen Post­sendungen zugestellt. Wurden sie tatsäch­lich, aller­dings am selben Tag. Da die Papp­verpackung des einen Briefes nicht komplett im Brief­kasten versenkt werden konnte, steckten die beiden frag­lichen Zustel­lungen und noch ein paar weitere Briefe so im Kasten, daß jeweils locker die Hälfte noch ein wenig Freiheit schnuppern konnte. Ich hatte Glück: niemand fand Inter­esse an der auffal­lenden Postsendung.
Aber kann man etwas als Sicher­heits­konzept bezeichnen, das wegen eines Glücks­falls funktioniert? *grübel*

online banking

Um für das Begleichen einer Rechnung – einer finan­ziellen, keiner Ehren­schuld – nicht in irgend­einer Filiale eines Geld­instituts mit SEPA-Über­weisungen rumfummeln zu müssen, ist online-banking eine recht angenehme Alter­native. Zumindest war es das bis vor kurzem.
Natürlich sind auf der Seite der Geld­institute heftigste Bestre­bungen im Gang, das elek­tronische Anweisen von Zahlungen, das mittels in Papier­form ausge­händigten Trans­aktions­nummern (TAN) gebührend sicher abzu­wickeln war, auf elek­tronische Weise noch sicherer zu machen. Nicht zuletzt werden die Kosten der vermeint­lichen Sicher­heit sozia­lisiert, also vom Geld­institut hübsch auf die Kunden abgewälzt.

Mag ja sein, daß der Einzel­prozeß einer elek­tronisch gesicherter Online-Über­weisung durch Dritte nicht angreifbar ist, doch die Infra­struktur, in der dieser Einzel­prozeß stattfindet, ist es allemal!

anmaßend

Sind die Kollegen (♀♂), die ihre Posi­tion im Team dem Protekti­onismus verdanken, oftmals schon unange­nehme Zeit­genossen, werden sie doch spielend über­troffen von denen, die ihr soziales Ansehen nicht etwa ihrem Wissen bzw. Können, sondern schnöder Annmaßung verdanken.
Widersprich ihnen nicht, früher oder später noch früher werden sie es selbst tun. Sie erklären heute sogar das für falsch, was sie gestern zur Unter­mauerung ihrer Recht­habereien als rechtens dekla­riert haben, nur um es morgen ein weiteres Mal umzudeklarieren.

Nötigung

Der Staat als solcher ist eine juri­stische Person, liebe­voll „Väter­chen Staat” genannt. Und da ist es auch schon passiert!
Es weht ein Hauch von Demo­kratie (nicht nur) durch Deutsch­land, wo Gewal­ten­teilung prakti­ziert wird: Legis­lative (gesetz­gebende Gewalt), Exekutive (ausfüh­rende Gewalt) und die Judi­kative (recht­sprechende Gewalt). Gewalt gegen natür­liche Personen ist gemeint, aber auch gegen juri­stische Per­sonen. Juri­stische Personen, wie der Staat nun einmal einer ist. In einem solchen selbst­referen­tiellen Bezug ist alles möglich, oder auch nichts. Zumindest gibt es viel Spiel­raum für kreative Inter­preta­tionen und auch Aus­legungen, aber keine Gewiß­heiten; erinnert sei an Russells Paradoxon.
Apropos erinnern: Es steht ja noch eine Behauptung im Raum (vgl. hier). Ver­brecher­syndikat, was für ein schönes Wort. Und wo fängt man an, in der Laudatio auf den Staat diesen wohl­klin­genden Titel zu begründen? Nehmen wir bei­spiels­weise Nötigung (StGB § 240): Zum Stich­wort „Duldung” zählen sicherlich der GEZ-Obolus und der Zwang, sich Finanz­insti­tuten (und eben auch deren Machen­schaften) ausliefern zu müssen. Und wie ist das mit halb­seidenen poli­tischen Entschei­dungen der Obrig­keits­kaste, die sehr wohl alle natür­lichen Personen des Staates betreffen, aber per Dekret nicht im Volks­entscheid legi­timiert sind?

Fortsetzung folgt…