Größe

Vergeben?! Aber ja, eine Tugend, die mir spielend von der Hand bzw. von den Lippen geht.

Vergessen? Nie!

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wertlos

Zensur. Nein, nicht die zensierende Behörde ist gemeint, auch nicht die Schulnote. Sind es nicht Österreich und die Schweiz, wo eine feine Unter­scheidung von „zensieren” und „zensurieren” gepflogen wird?
Zensur im Sinne von „Beein­flussung von Informa­tionen, die nicht für den Verbleib im gedank­lichen Zustand vorgesehen sind, auf der Grund­lage unterschied­licher Positionen im gesell­schaftlichen System” ist gemeint. Erstaunlich, nicht wahr, eine solche Definition kommt ohne Wertungen und propa­gandi­stische Moral­konstrukte aus.
Regeln des sprachlichen Mitein­anders sind Zensur, Recht­schreib­regeln sowieso. Dann kann Zensur doch aber nützlich sein, da sie eine grund­legende Bedeutung für die Kommuni­kation besitzt; sie dient als Korrektiv gegen verbale Ausreißer. Wer jedoch Nicht-Kommunikation im Sinn hat, wird dem Begriff Zensur zwangs­läufig Wertungen über­stülpen, um den Begriff zu einer moralischen Keule umzufunktionieren.

okkult

Als ich heute durch die Straßen schlenderte, fiel mir diese Licht-Schatten-Konstellation ins Auge. Das Unter­bewußtsein nickte beiläufig: Alles klar, Reflexions­gesetz. Doch dann grummelte ein Aber durch die Szenerie. Das Reflexions­gesetz gilt für Licht bzw. (Licht)Wellen. Ist es denn aber gesichert, daß es hier Anwendung finden darf?
Ich stehe schräg vor einer spiegelnden Fenster­scheibe. Die Sonne scheint von rechts auf die Scheibe hinter mir. Das Sonnen­licht wird reflektiert und erzeugt vor mir den Schatten A. Das ist Reflexions­gesetz, da gibt es nichts dran zu deuteln.
Doch wie entsteht Schatten B? Das Sonnen­licht kommt noch immer von rechts und erzeugt links von mir einen Schatten. Dieser Schatten, also das Nicht-Licht fällt links von mir auf die spiegelnde Fenster­scheibe. Dort wird das Nicht-Licht, also der Schatten, also Dunkelheit reflektiert und ist als Schatten B zu sehen. *grübel*

Ob es wohl so ist, daß Menschen als Licht suchende Spezies das Reflexionsgesetz für Licht formuliert haben, während lichtscheue Wesen (Kellerasseln etc.) natürlicher­weise ein Dunkel­heits­reflexions­gesetz entdeckt hätten?

Arbeitslose Ost/West

Die Regierungsriege der Bunten Republik ist derzeit wohl kaum auf Rosen gebettet. Die Große Koalition ist kaum mehr als ein Bolzplatz, auf dem Egomanen ihren Mut am Koalitionsgegner zu kühlen suchen. Die Umfrageergebnisse (zumindest bei den alten, verbrauchten Parteien) streben mit einiger Zähigkeit dem Keller zu. Im Sekundentakt lösen sich taktische Plänkeleien gegenseitig ab, weil es an strategischen Zielen fehlt. Bis auf ein Wimmern, daß sie sich wieder – womit haben wir das verdient? – zur Wahl stellen werde, hat Frau Kanzler sogar das Reagieren komplett eingestellt, das sie früher einmal als probates Mittel anstelle des Agierens praktizierte.
Rechtzeitig zum Jahrestag der Deutschen Einheit und vor der anstehenden Landtagswahl in Bayern (für die offenbar magische Wunderzeichen vom Himmel her erhofft werden) ist der Ost/West-Einheitsbericht vorgelegt worden. Viel heiße Luft, wohl um ein bißchen Wind unter die räudigen Federn des Bundesadlers zu bringen. Wer genau schaut, findet kaum mehr als nichtssagende Schulterschluß-Parolen.
Aber es lassen sich auch gediegene Mängel in statistischen Grundfertigkeiten finden! So gibt es zur Arbeitslosigkeit folgende Aussage: »Bei der Arbeitslosenquote betrug demnach die Differenz zum Westen Anfang der 2000er Jahre noch mehr als 10 Prozentpunkte, 2017 nur noch 2,3 Prozentpunkte« (Quelle: Weser-Kurier). Freilich fehlen alle möglichen Angaben, um diese Behauptung zu verifizieren. Bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) lassen sich ein paar fehlende Angaben ermitteln (Quelle: BA):Erwerbspersonen & Arbeitslose
Zwar fehlt in der verwendeten Datenquelle (ab 1991) die Ost/West-Aufschlüsselung, aber es läßt sich aus anderen demographischen Angaben zumindest abschätzen, daß es 2017 etwa 43,9 Mio. Erwerbstätige gegeben haben müßte, von denen im Westen 1,81 Mio. und im Osten 0,69 Mio. als arbeitslos klassifiziert waren. In Prozenten sind das 5,2 (West) und 7,5 (Ost), also eine Ost/West-Differenz von (wie im Einheitsbericht angegeben) 2,3 %.
Die Unterschiede der Quoten sind ja nun wahrlich nicht groß (5,2 %, 5,7 %, 7,5 %), nicht wahr. Aber sie belegen auch, daß auf 100 erwerbstätige Personen im Westen 5 Arbeits­lose kommen, während es im Osten 8 sind, also etwa 1,5-mal mehr Arbeitslose. In der Realität ist offenbar der Unterschied gar nicht so geringfügig, wie er allzu gern mit manipulativem Impetus dargestellt wird.
Und noch eine „Kleinigkeit” fällt auf. Mit den BA-Daten ermittelt man nämlich für das Jahr 2000 einen Pool im Umfang von etwa 40,2 Mio. Erwerbstätigen. Bis zum Jahr 2017 ist diese Anzahl, so belegen es die Daten, um insgesamt 9,1 % (etwa 0,5 % pro Jahr) gestiegen. Und das in einer Zeit sinkender Bevölkerungszahl: Honi soit qui mal y pense.

Exklusion

Ich stöbere ganz gern mal auf WordPress-Seiten herum. Es ist lehrreich zu sehen, was andere publizieren und wie sie es tun. Inhaltliche Präferenzen setze ich nur wenige; ich lese (fast) alles. Manchmal finde ich meine Ansichten bestätigt, manchmal widerlegt. Mitunter sind Inhalt und Form eines Artikels so packend, daß ich gern noch weiterlesen würde, manchmal vergrault mich schon die erste Wortgruppe.
Sei’s drum! Warum sind auf einem öffentlichen Portal gefühlt 20 % der Seiten mit einem Paßwort geschützt? Freilich, man könnte es erbitten (und mehrheitlich vermutlich sogar erhalten), aber warum sollte ich die Katze im Sack „kaufen”?

Ob es bei dieser Zugangshürde möglicherweise um eine Vorsichtsmaßnahme im Zuge der DSGVO gehen könnte? Ach was! Das wäre so sinnig, als würde man mit einem Perlenvorhang die Schutzfunktion der Haustür ersetzen wollen, solange diese beim Schreiner ausgebessert wird…