antagonistisch

Je länger ich über die beiden Begriffe Klima­schutz¹ und Nach­haltig­keit² nach­denke, die aktuell die mäch­tigsten Säulen sind, auf denen ganze Welt­bilder (be)ruhen, sorge ich mich durchaus um die zugrunde­liegende Vernunft.

Der Zauberlehrling wußte sehr wohl, wie die „Maschinerie” in Gang zu setzen ist. Aber er war noch längst nicht soweit, sie zu beherr­schen oder gar zu stoppen. So gesehen ist es sicher­lich nicht über­trieben, den Menschen mit seiner stumpfen Gier nach dem, was er für Fort­schritt hält, mit eben jenem Lehrling zu vergleichen, der in voll­endeter Hybris Fakten schafft, ohne deren kolla­terale Wirkung intel­lektuell oder tech­nolo­gisch auch nur ansatz­weise im Griff zu haben (von Spät­folgen ganz zu schweigen).

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¹ Klimaschutz ist eine maximal absurde Wort­schöp­fung; dieser Begriff steht hier nur um des Wieder­erkennens willen. Gemeint dürfte gemeinhin höchst­wahr­schein­lich der sorg­same Umgang mit der Umwelt und ihren Res­sourcen sein. Aber das wäre längst nicht so hand­lich wie ein grif­figes wenn­gleich unsinniges Schlag­wort (das kaum einen anderen Zweck hat, als Tod­schlag­argument zu sein).
² Nachhaltigkeit ohne Zielangabe ist eine schreck­lich hohle Phrase, die wie jedes gute Faß umso mehr dröhnt, je hohler es ist. Aktuell wird Nach­haltig­keit wohl am ehesten als Nicht-Nach­lassen beim Streben nach immer mehr verstanden und keines­wegs als das Gegen­teil von rück­sichts­loser Verschwendung.

Märchen

Der Rattenfänger hatte zu Hameln ein leichtes Spiel: Wenn er nur in der rechten Weise schal­meite, konnte er sich – fama est – seiner Gefolg­schaft (Ratten oder Kinder) sicher sein. Das ist bei den heutigen Poli­tiker­dar­stel­lern nicht anders (und zugleich ganz anders).
Die Politikerdarsteller schalmeien, was die Medien her­geben. Nur mit der Gefolg­schaft hapert es (da genügt bereits ein kurzer Blick auf die beinahe schon unter­irdi­schen Umfrage­werte wohl aller Parteien im Vor­feld der Bundes­tags­wahl). Das könnte damit im Zusam­men­hang stehen, daß die Themen, die da schal­meit werden, in keiner Weise ver­lockend sind. Und das könnte nun wieder damit zu tun haben, daß die Themen­auswahl nicht an dem aus­ge­richtet ist, was für die Bevöl­kerung gut oder von ihr gewollt wäre, sondern an den Phrasen, die Meinungs­forscher momentan als zugkräftig erachten. Und prompt schmücken sich all die Ratten­fänger (Pardon! All die Parteien) mit prak­tisch den gleichen Parolen…
Machbarkeitsstudien? Finanzierbarkeit? Rechenschaft abgeben vor denen, die das Mandat zum Regieren erteilten? Ach! Genug Märchen­stunde für heute…

unbelehrbar

Es verblüfft mich immer wieder aufs neue, wie diese Spezies ihren Weg trotz einer beinahe schon in Voll­endung zele­brierten Lern­aversion macht. Nun gut, zuge­geben, korrek­ter­weise sollte es heißen: einen Weg, also einen Ausweg findet. Und ja, es wurden – auch das zugegeben – in der Zwischen­zeit immense Berge an Lern­stoff ange­häuft. Doch wieviel Wichtiges ist darunter?

Beispiel: Was ließe sich möglicher­weise daraus lernen, daß in den so kurz vor der Bundes­tags­wahl hektisch beäugten Umfragen alle „klassischen” Parteien etwa die gleichen miesen Prozente erwarten dürfen?

Deus lo vult

Was vom Kaspernet und den Politiker­dar­stellern als Corona-Politik vorgeführt wird, hat mit Wissen, mit Fakten, mit Wissen­schaft oder anderen inhaltlich zuge­hörigen Begriffen nichts zu tun. Absolut nichts!
Statt auf abgesicherten Fakten¹ beruht der im Wochen­rhythmus pendelnde² Akti­onismus einzig auf Ad-hoc-Annahmen, Wunsch­vor­stel­lungen und dogma­tischen Setzungen. Da wird keine Wissen­schaft betrieben, sondern eine Religion³. Es regieren Glaubens­dogmen, wo ein wissen­schaft­liches Konzept notwendig wäre.
Eine derartige Wissenschaftlichkeit setzt jedoch Falsi­fizier­barkeit voraus⁴. Wo diese nicht möglich oder prinzi­piell ausge­schlossen ist oder durch dikta­tori­schen Ukas nicht prakti­ziert werden darf, kann es sich nicht um Wis­sen(schaft) handeln, sondern statt­dessen um ein Glaubens­konzept (oder sogar um eine Religion, viel­leicht sogar Staats­religion).

Ich berufe mich auf das grund­gesetzlich zugebil­ligte Recht der Freiheit der Religions­ausübung. Ich mag den Einflü­sterungen der Corona-Missionare nicht folgen. Ich habe das Recht, einer anderen Weltan­schau­ung zu frönen. Zwangs­missio­nierung verstößt gegen das Grund­gesetz. Oder erleben wir gerade eine Mobil­machung zu einem Kreuzzug – Spahn will es?

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¹) Darunter sind überprüfbare Zusammen­hänge zu verstehen, die auf der Grund­lage solider Auswer­tungen und Statistiken gewonnen wurden.
²) Beispiel: »Dieser Impfstoff ist nicht … ist nur für ältere Menschen … ist ohne jede Berück­sichtigung des Alters der Probanden zu verwenden.«
³) Die Missionare der Religion sind eifrig bemüht, die Segnungen für die in allen Ewigkeiten existie­rende Seele hervor­zuheben, die aber nur durch strenges Befolgen der Glaubens­regeln bzw. Gebote errungen werden können, während Zuwider­hand­lungen im schlimmsten Fall zu ewiger Verdammnis führen.
⁴) Karl Popper läßt grüßen (→ hier). Damit wir uns recht verstehen, es geht nicht darum, daß etwas als falsch nach­gewiesen werden muß, damit es als richtig zu gelten habe, sondern es geht um die Möglich­keit, das frag­liche Konzept auf Wider­sprüche bzw. Fehler hin prinzi­piell unter­suchen zu können.

Stigmata

Ist es nicht seltsam, wieviele selbst­ernannte Helden es derzeit gibt? Sie laufen herum, als hätten sie nicht nur die Erde, sondern gleich das ganze Uni­versum gerettet. Und damit es auch ja jeder sehe, tragen sie ihre Helden­medaille stolz in aller Öffent­lichkeit:Doch es gibt auch andere Sicht­weisen auf diesen Themen­kreis. Was, wenn es sich um eine Art Selbst­anzeige handelt? Als Tatbestand könnte Verbrechens­beihilfe infrage kommen. Unwis­sen­heit schützt vor Strafe nicht?! Als mildernden Umstand kann man für die Plebs gelten lassen, daß die Obrig­keits­kaste alles daran­setzt, den Zustand der Unwis­sen­heit wenigstens zu betonieren, wenn nicht gar zu forcieren.
Doch wie ist das, gilt der Satz über Unwis­sen­heit und Strafe nicht auch für Politiker­darsteller, oder sollte zumindest auch für diese gelten?

Klärungsbedarf

Ist es nicht seltsam, mit welchem Nach­druck sich die Poli­tiker­darsteller plötzlich darin gefallen, die Inzidenz­zahl in die Bedeu­tungs­losig­keit zu verbannen? Dabei ist diese Kenn­zahl außer­ordentlich nütz­lich, um das Ausmaß einer Infektions­welle zu bewerten und solide Prognosen für deren Ent­wick­lung abzu­geben. Da werden Impf­quoten ins Feld geführt, um die Inzidenz­zahl zu dis­kredi­tieren.
Aber was, wenn der Zusammenhang von Impfquote und Inzidenz­zahl einfach mal vom Kopf auf die Füße gestellt würde? Ob möglicher­weise der Nach­druck, mit dem das Herab­würdigen der „7‑Tage-Inzidenz”-Kennzahl aktuell betrieben wird, etwas mit der Wirk- oder viel­leicht doch Unwirk­samkeit von Impfungen zu tun haben könnte? Ein wenig inkom­modierend wär’s ja durchaus, wenn trotz einer Impf­quote von 100 % (mit der die Herden­immunität deutlich über­boten wäre) die Inzidenz­zahl so gar nicht gegen null liefe…

Führungszeugnis

Wenn ich mir vorstelle, daß man zum Führen eines Kraft­fahr­zeugs ab einer bestimmten Ausstat­tungs­komplexität einen Nachweis erbringen muß, dazu über­haupt in der Lage zu sein, ist es mir voll­kommen unbe­greif­lich, wie Otto Normal­verbrau­cher ohne jeden Quali­fikations­nachweis in die Politik ein­steigen darf, um dort nach Herzens­lust herum­zu­stümpern.

Mangelexemplar

Diesem Bild gebe ich jetzt einfach mal den trommel­fell­schmei­chelnden Namen „Erbe des Sommer­wiesen­pick­nicks”:Ich frage mich gar nicht erst, wie es bei diesen Schweinen zu Hause aussehen mag. Wahr­schein­lich sieht es dort aus wie geleckt, nicht ein Fussel­chen wird auf dem Boden liegen. Sind ja schließ­lich die eigenen „vier Wände”. Außer­halb dieser braucht man sich mit der Verant­wortung für andere oder für die Umwelt nicht zu belasten (nicht umsonst gibt es hier einen Eintrag namens Hochmut).
Wahrscheinlich ist der Mensch eine derartig miß­lun­gene Fehl­kon­struktion, daß sie selbst nach Tausenden von Jahren keinen ethisch-mora­lischen Standard verinner­lichen konnte, der den Mit­menschen oder der Zukunft eine adäquate Aufmerk­samkeits­spanne zuge­stehen würde…

Ohrfrei

Ein sorgfältiger Umgang mit der Umwelt – da würden Wider­worte nur von Dumm­heit im End­stadium künden – ist über­lebens­wichtig. Und dennoch: So mancher Poli­tiker­darsteller läßt es sich selbst in diesem Kontext nicht nehmen, einmal mehr zu illu­strieren, daß gut gedacht etwas ganz, ganz anderes ist als gut gemacht: »[…] Die jetzt verbotenen Einweg­produkte wie Watte­stäbchen, To-Go-Becher oder Trink­halme würden nur durch solche aus Papier oder Alumi­nium ersetzt […]« (Quelle: BR24). Watte­stäb­chen aus Alumi­nium?! Wen juckt’s? Ich stelle mir gerade vor, daß sich Watte-Pads für die Gesichts­kosmetik alter­nativ auch durch Topf­schrubber aus Stahl­wolle ersetzen ließen.
Glücklicherweise bin ich bei Watte­stäbchen nicht auf die Alter­nativen aus Papier oder Aluminium ange­wiesen, denn ich besitze noch ein Werk­zeug aus der Zeit meines Gast­auftrittes in Heinz Hoff­manns Folklore­gruppe (sorry, diese Anspielung dürfte kaum ein Wessi verstehen):Nein, jetzt wieder ernsthaft. Wer eine Ahnung davon bekommen möchte, warum trotz der ebenso salbungs- wie bedeutungs­vollen Sprech­blasen der Poli­tiker­darsteller der Umwelt­schutz nicht so recht voran­kommt, kann sich spaßens­halber das 108-seitige Pamphlet von Frau Bundes­minister Schulze antun: Abfall­vermeidungs­programm des Bundes unter Betei­ligung der Länder (Fort­schreibung). Ein Beispiel gefällig? Auf Seite 46 steht geschrieben: »Während PET-Einweg­flaschen nach Gebrauch geschreddert und als Sekundär­rohstoff recycelt werden, wird die Mehrweg­flasche vor dem Recycling bis zu 50-mal gereinigt und neu befüllt.« Ob das wirklich einen nach­haltigen Umgang mit der Umwelt zu unter­stützen vermag, wenn eine Mehrweg­flasche bis zu 50-mal gereinigt und auch neu befüllt werden muß, ehe sie wieder als Mehr­weg­flasche, die sie ist, die nächste Runde ihres Kreis­laufs absolviert…