Zwerge

Ach, welch wunder­schöne Szenen lassen sich an einem Ein­schulungs­tag sogar schon vor der Schule, also auf dem Weg dorthin, beobachten. Kleine Knöppe tragen Schul­tüten, die größer sind als sie selbst. Genau­genommen lassen sie sie tragen von ihren Eltern oder Groß­eltern, weil Schwer­last­tran­sporte an einem solch bedeutungs­schweren Tag denn doch zuviel des Guten sind.
Manchmal sieht man Schultüten, die – man glaubt es kaum – sogar kleiner sind als die angehenden Neuschüler. Aller­dings sind solche Zwerg­wüchsigen (Schul­tüten, nicht Eleven, versteht sich!) derartig voluminös, daß die Knirpse sich spielend in ihnen verstecken könnten. Vielleicht werden sie dereinst einmal lernen, daß das Volumen einer Schul­tüte sich näherungs­weise ermitteln läßt, wenn deren Höhe h und ihr größter Umfang u bekannt sind, indem man (1/6 u)2·h rechnet. Aber wahr­schein­lich wird diese Volumen­formel die angehenden Schüler nie erreichen, da sie tradi­tionell nur freitags gelehrt wird. Das ist allerdings der Tag, an dem man sich, ach, so gern vor der Schul­pflicht drückt.

Merke: Eine der ersten Lektionen im Schul­alltag, vor dem man sich bald angewidert abwenden wird, ist, daß es eben doch auf die Größe ankommt. Da ist gar nichts von Reduzieren der Ansprüche – je größer, desto wichtiger. Deshalb wird freitags auch die große Pose angestrebt von Leuten, die mit ihrem Konsum­anspruch und mit ihren ethischen Ansprüchen (die im wesent­lichen kaum mehr als besser­wisserische Verachtung für die Eltern­generation ist) auf den Müll­bergen stehen, auf die sie voller Erhabenheit herabblicken…

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MAga

Dieses Bild stammt aus einem Artikel, in dem es um die US-Staatsverschuldung geht (siehe hier):

Hmm, naja, wie sagte die orange-gesichtige Sturmfrisur so schön: Make America great again!
Klar doch, Mr. President, auf Pump…

Verlängerung

So, das war er also, der erste Tag der „Verlän­gerung”. Nein, nicht Fußball. Zum Fuß­ball eigne ich mich, wie sich eine Milch­kuh zum Stab­hoch­sprung eignet. Es geht auch um keine andere Sport- oder Spielart, die per Reglement durch Mög­lich­keit und/oder Not­wendig­keit einer Verlän­gerung geadelt wäre (etwa Lang­lauf oder Streck­banken, oder wie heißt das Herum­lungern auf einer Streckbank).
Nein, es geht ganz profan um die Verlän­gerung meines Einsatzes, die mir „meine” Zeit­arbeits­firma gnädiger­weise gewährt hat. Ist schon seltsam, als ich mich vor knapp einem halben Jahr direkt bei der Firma beworben hatte, die jetzt bei der Zeit­arbeits­firma um eine Verlän­gerung meines Einsatzes gebeten hat, habe ich genau den Job, bei dem ich im Moment knapp 8 Stunden der Arbeits­wochen­tage zubringe, nicht ergattert. Wohl weil ich zu dusselig bin oder als grenz­debil wahr­genommen wurde. Und jetzt muß ich als Leih-Helot eine Verlän­gerung durch­spielen.
Ja, das Wort heißt korrek­terweise muß und nicht etwa darf. Die Tätigkeit ist intellek­tuell so heraus­fordernd, daß ich zum Schutz meines Denk­appa­rates das „Einstein-Modell” prakti­zieren werde. Zur Erinnerung: Er hat sich neben seinem (stupiden) Job im Patent­amt ein bißchen mit den Natur­wissen­schaften beschäftigt. ^_^

Überschallgeschwindigkeit

Es war Langeweile pur, die mich in den elek­tronischen Land­karten von Gugl nach­schauen ließ, wie die Gegend wohl aussehen möchte, die gleich besucht werden sollte. Die betref­fenden Karten waren rund zehn Jahre alt. Da war es nicht sonder­lich über­raschend, daß die digital vorge­führte Stadt­land­schaft mit der tatsächlich vorge­fundenen nur sehr, sehr wenig Ähnlichkeit hatte. Ehr­licher­weise keine. Wer nach dem Bild seinen Zielort sucht, dürfte – nach zehn Jahren „Lebens­wandel” – unfehlbar an seinem Ziel vorbei­laufen. Zeit für ein Update!
Apropos Zeit: In der digi­talen Land­schaft waren Distanzen von 200 m in kaum einmal 0,5 s zurück­gelegt. Das ergibt etwas mehr als 1400 km/h. In einer geschlossenen Ort­schaft und auf einer Fahr­bahn, nicht etwa im Luft­raum! Ob mir das Knöllchen für die Geschwin­digkeits­über­schreitung in die Zeit von vor zehn Jahren zurück­gesandt wird? Oder ist das Delikt längst verjährt?

Konjunktiv

Wäre die Prognose für das Wetter des heutigen Tages nicht so radfahr-avers gewesen, hätte ich weder den Weg zur Arbeits­stelle mit den öffent­lichen Verkehrs­mitteln noch den Rückweg per pedes absol­viert und hätte auf dem Heimweg nicht permanent über Konjunk­tivisches nachge­dacht. So wäre dieser Artikel wahr­schein­lich ein ganz anderer geworden… 😉

Pferdefuß

Sieh an, Ostern ist vorbei. Und auch diesmal kam der alte Zausel aus Rom nicht hierher, um mir die Füße zu waschen… :-/
Muß ich also auch diesmal die Hufe selber waschen, um mal wieder blüten­rein hier die schmutzigsten Texte zu klimpern?!

Gedankensplitter

Ostermontag. Der Blick schweift über das kleine Oster­arrange­ment: Ein flaches schalen­förmiges Körb­chen mit etwas (stili­siertem) Moos, darin zwei Eier und eine schlank aufra­gende Hasen­figur. Ganz ehrlich, das hat was Phallisches!

Knapp zweitausend Jahre früher: Marias Sohn könnte ja das Hand­werk seines Ernährers (wenn schon nicht Vaters) fort­führen und als Zimmer­mann (oder wie immer man τέκτων über­setzen mag) seine Bröt­chen verdienen. Aber nein, er wandert herum, verdirbt die CO2-Bilanz durch vieles und langes Reden und heischt Auf­merk­samkeit durch kleine „Kunst­stückchen”. Deren letztes scheint irgendwie in die Hosen gegangen zu sein. Nach der Bekun­dung, vom Glauben abge­fallen zu sein (siehe hier), zog er sich in eine Höhle zurück, um nach drei Tagen doch wieder aufzustehen.

Wenn das kein Grund zum Feiern ist?! Ich werde ganz gerührt zur Feier des Tages die Oster­montags­früh­stücks­eier als Rührei zu mir nehmen.