[andthoro-2018] Ansprache-Widerrede

Da habe ich nun stundenlang Anlauf genommen, um mir ein paar Gedanken zum bundes­präsi­dialen Gebrabbel aus dem Daumen zu nuckeln, und stolpere hier über einen Beitrag, der ein paar der sich zwangs­läufig einstel­lenden Gedanken und Fragen bereits ausfor­muliert hat…

andthoro-2018

Ein Bundespräsident, der uns in diesem und in den vorangegangenen nichts wirklich substanzielles zu sagen hatte und hat fordert „seine“ (nicht mich) MitbürgerInnen auf mehr miteinander zu sprechen und zuzuhören.

Zynischer kann man es kaum zum Ausdruck bringen, dass es die Politikerkaste dieses Jahr einen ziemlichen Dreck geschert hat was die BürgerInnen bewegt hat darüber zu reden und zu streiten. Trotz wegweisend unüberhörbarer Signale (z.B. Wahlergebnisse…) hat sich nichts bewegt- im Gegenteil- Stillstand und Rückschritt gehen Hand in Hand in der Politik weiter, darauf hoffend dass sich doch bitte, bitte nichts an diesen gerade so paradiesischen Zuständen ändern möge.

Auch diese Rede ist ein weiteres Signal des deutschen Neo-Feudalismus mit demokratischen Mäntelchen.

Zeichen dafür sind die allgegenwärtigen Hassreden, die geschickt getarnt und mit blendenden Worten in Reden, Gesetzesvorschlägen, Preisverleihungen, Urteilen, …. auf uns einprasseln:

„Eure Armut kotzt uns an…“

„Ihr könnt sagen und machen was ihr wollt, wir wissen was…

Ursprünglichen Post anzeigen 86 weitere Wörter

Advertisements

man kann (nicht)

Man kann jeden Weih­nachts­markt in der Region mit meter­dicken und über­manns­hohen Mauern umgeben.
Man kann den Einlaß für jeden Weih­nachts­markt­besucher von einem in minde­stens 4 Gene­rationen reinen Stamm­baum abhängig machen.
Man kann jedem Weihnachts­markt­besucher eine obser­vierende Eskorte an die Seite stellen.
Man kann Hubschrauber über dem einge­mauerten Weihnachts­markt patrouillieren lassen.
Man kann Drohnen über jedem Glühwein­trog kreisen lassen.

Aber man kann nicht verhindern, daß sich gewalt­tätige Menschen gegen eine ihren Selbst­bekun­dungen nach fried­fertige Gemein­schaft richten werden.

Katzenbuckel

Es ist schon seltsam, was der Katze in E. Schrödingers Gedanken­experiment so alles nachsagt wird, um ein Para­doxon zu kreieren (vgl. hier). Die Kurz­fassung – manch­mal sogar mit einem Ausrufe­zeichen garniert – lautet: Die Katze ist zugleich tot und lebendig.
Einen Schmarrn ist sie! Die Meßapparatur (also das Nach­gucken nach dem Öffnen der Kiste) kann nur zwei Zustände der Vital­funk­tionen der Katze messen: entweder sie lebt oder sie lebt nicht (das dazwi­schen­geschal­tete Siech­tum ist per defini­tionem kein Gegen­stand der Messung). Solange nicht gemessen bzw. nachgeschaut wird, hat die Katze keinen realen Vital­zustand. Keinen. Nicht den Zustand „lebendig”, nicht den Zustand „tot”, schon gar nicht den Zustand „tot und zugleich lebendig”. Freilich kann man sich beliebige Mischungen der beiden Eigen­zustände |φT〉 und |φLvorstellen:

|ψ〉 = cT |φT〉 + cL |φL〉.

Diese Vorstellung ist sogar nützlich, um mit Hilfe der Wahr­schein­lich­keits­ampli­tuden 〈φT|ψ〉 bzw. 〈φL|ψ〉 letzt­lich die Wahr­schein­lich­keiten dafür angeben zu können, einen der beiden möglichen „Meßwerte” anzu­treffen, also entweder „tot” oder „lebendig”. Doch diese Vorstellung ist abstrakt, als Rechen­krücke nützlich, nur eben nicht real.
Niemand käme etwa beim Stern-Gerlach Experiment auf die Idee, den (virtuellen) Misch­zustand der durch den Versuchs­aufbau möglichen Eigen­zustände – erkennbar an den beiden(!) Meßwerten ±ħ/2 – als realen Zustand (also beispiels­weise Fermionen mit einem Null-Spin) zu erwarten. Nur dem armen Kätzchen bürdet man einen solchen Unfug auf…

unerhört

Manchmal stelle ich mir durchaus auch mal die Frage, ob die von den Veg*-Essern postu­lierte mora­lische Über­legen­heit ggü. omni­vorem Eßver­halten nicht viel­leicht auch darin begründet liegt, daß wir Menschen beispiels­weise den Todes­schrei der Möhre nicht hören, die in den Häcksler kommt.

unwert

Demokratie meint, daß Macht und Regie­rung des Staates vom Volk ausgehen. Gemeint ist aber keines­wegs, daß die Staats­belange auf jede Indivi­dualität eines jeden Bevöl­kerungs­mitglieds Rücksicht zu nehmen habe.
Ob wohl ein Volk die Demo­kratie gar nicht verdient hat (im Sinne von: es ist es nicht wert), solange es noch einen nennens­werten Anteil an der Bevöl­kerung gibt, die obiges nicht verstanden hat, noch verstehen will oder kann?