Irrleuchten

Das Photo zeigt eine soge­nannte Energie­spar­lampe. Eine – soviel Zeit muß sein – defekte Spar­lampe, um korrekt zu sein. Vor wenigen Tagen hat sie sich vom Leucht­mittel zu einem Haufen Sonder­müll verwandelt. Und warum ist das einen Blog-Artikel wert? Weil sie etwa zu der Zeit erstanden (und auch zeitnah einge­setzt) wurde, als die Poli­tiker­darsteller für die Leucht­mittel­indu­strie ein massives Umsatz-Förderungs­programm vom Zaun gebrochen haben. Seiner­zeit wurde die Produktion von Glüh­lampen ab einer höheren Wattzahl verboten. Besitzer von Leuchten mit E27-Fassungen, die bislang Glüh­wendel tragende Hellig­keits­spender beher­bergten, waren gezwungen, binnen relativ kurzer Zeit Spar­lampen oder gleich komplett neue Leuchten zu kaufen. Diese Spar­lampen versprachen zwar einen Licht­strom von 1000 Lumen oder mehr, funzelten aber in Wahr­heit dämmrig vor sich hin, und das sogar erst nach langer Anlaufzeit.
Kurze Zwischenfrage: Ist es eigent­lich Zufall, daß sich die Meß­kurve der Erd­erwär­mung so gänzlich unbe­eindruckt davon zeigt, daß durch die Einfüh­rung der Spar­lampen Phan­tastil­lionen von Megawatt eingespart wurden, weil statt der mehr heizenden als leuch­tenden Glüh­wendel­lampen nunmehr Lampen höheren Wirkungs­grades Einsatz fanden?
Freilich mußte das Umsatz­beschaf­fungs­programm für die Leucht­mittel­indu­strie finan­ziert werden. Und zwar von – Tusch! – den End­verbrau­chern, die nun mal keine Lobby haben. So eine Spar­lampe ist deut­lich teurer als eine Glüh­lampe. Die Amor­tisa­tions­zeit, also die Zeit, in der der Preis für den gerin­geren Energie­aufwand den für die höheren Anschaf­fungs­kosten kompen­siert, bemißt sich bei diesem Lampen­typ nach Jahr­zehnten. Zwar wurde von den Her­stel­lern eine ent­spre­chende Standzeit der Spar­lampen versprochen (zumindest eine, die zigmal höher als bei Glüh­lampen ist). Aber wurde dieses Versprechen auch gehalten? Bei der oben gezeigten Lampe zumindest nicht.
Und nun? Nun strahlt die Leuchte mittels LED-Lampe. Die Energie­auf­nahme beträgt nur die Hälfte der sogenann­ten Spar­lampe und die Licht­ausbeute entspricht tatsäch­lich dem, was der „1200 Lumen”-Aufdruck verheißt. Wozu – außer als Profit­generator für die Leucht­mittel­industrie – mußte der Irrweg der Spar­lampen durchgepaukt werden, wenn nur wenige Jahre später tatsächliche, prak­tikable und sogar noch preis­wertere Alter­nativen verfügbar gemacht werden?

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bei Nacht

Wäre am sechsten Dezember nicht das Bild eines Stiefelchens
deutlich angemessener als obiges Photo?
Welch Aufwand,
dafür extra einen Stiefel zu putzen.
Welchen, den linken oder den rechten?
Um dann nichts weiter darin vorzufinden als
eine durchgelatschte Einlegesohle?
😉

zu spät

Gestern war der Mond direkt über dem Saturn zu sehen, genau senkrecht über dem Planeten, zwischen den beiden hätte die Mondscheibe kein weiteres Mal Platz gefunden. Ja, gestern. Das war der Tag, an dem ich unterwegs und die Kamera zu Hause war. Na toll!
Heute ist das Motiv aus astronomischer Sicht belanglos geworden, dafür möglicherweise aber ästhetisch reizvoller. Doch das liegt nicht im Auge der Kamera, sondern des Betrachters… 🙂

okkult

Als ich heute durch die Straßen schlenderte, fiel mir diese Licht-Schatten-Konstellation ins Auge. Das Unter­bewußtsein nickte beiläufig: Alles klar, Reflexions­gesetz. Doch dann grummelte ein Aber durch die Szenerie. Das Reflexions­gesetz gilt für Licht bzw. (Licht)Wellen. Ist es denn aber gesichert, daß es hier Anwendung finden darf?
Ich stehe schräg vor einer spiegelnden Fenster­scheibe. Die Sonne scheint von rechts auf die Scheibe hinter mir. Das Sonnen­licht wird reflektiert und erzeugt vor mir den Schatten A. Das ist Reflexions­gesetz, da gibt es nichts dran zu deuteln.
Doch wie entsteht Schatten B? Das Sonnen­licht kommt noch immer von rechts und erzeugt links von mir einen Schatten. Dieser Schatten, also das Nicht-Licht fällt links von mir auf die spiegelnde Fenster­scheibe. Dort wird das Nicht-Licht, also der Schatten, also Dunkelheit reflektiert und ist als Schatten B zu sehen. *grübel*

Ob es wohl so ist, daß Menschen als Licht suchende Spezies das Reflexionsgesetz für Licht formuliert haben, während lichtscheue Wesen (Kellerasseln etc.) natürlicher­weise ein Dunkel­heits­reflexions­gesetz entdeckt hätten?

wenn, dann richtig

Vor ein paar Tagen ließ ich meinem Unmut darüber freien Lauf, daß mein Händi mit einer Kamera ausgestattet ist, die ob ihrer miesen Qualität diesen Namen nicht wirklich verdient hat. Nun ist meckern einfach, solange keine Alternative in Aussicht steht. Also wollte ich es heute genau wissen: Kamera vs. Kamera-Imitat:

Ich schätze, in Zukunft werde ich wieder häufiger die Photo­kiste anstelle des Händis mit mir herumtragen. 🙂

miese Qualität

Vor ein paar Tagen ist mir dieses Bild – ich nenne es einfach mal „Vollversammlung in der Morgenstunde” – über den Weg gelaufen:

Kaum eine Woche später hat sich nach obiger Vollversammlung nicht viel geändert, nur das Haus, die Tageszeit und, wie es Orff so schön vertonte: O Fortuna velut Luna statu variabilis”:

Eigentlich ist das ja wie in der großen Politik, wenn nicht spätestens an diesen beiden Bildern offensichtlich würde, daß die Händikamera trotz aller hochlobenden Werbeversprechungen eine recht miserable Qualität aufweist. Schade aber auch.