Begegnung

So ein Morgenspaziergang hat durchaus etwas Erbau­liches: die Hektik des Tages krallt sich nicht ins Gemüt, die Tempera­turen liegen noch nicht ganz so dicht am Siede­punkt von Wasser wie während des Hoch­amtes von Helios und es gibt durchaus Inter­essantes zu sehen:Das Bild ist aus der Hand geknipst (ohne Stativ): f/8, ¹/₂₅₀ sec, 126 mm, ISO-3200. Sehens­wert ist die Begeg­nung der beiden astro­nomi­schen Ms alle­mal. Schade nur, daß morgen der Mond schon am Mars vorbei­gezogen sein wird (es wär‘ bestimmt spannend, in rund 12 Stunden an einem Punkt der Erdober­fläche zu stehen, der gegen­über dem obigen Standort spiegel­bildlich zum Erd­mittel­punkt liegt).

Datenverlust

Heute wandelte mich in der Frühe ein unbän­diges Verlangen an, in eine uralte CD „reinzu­hören”. Ein Potpourri „medita­tiver Musik”: Air (D‑Dur BWV 1068), Adagio aus dem Konzert für Violine und Streich­orche­ster (E‑Dur BWV 1042), Adagio aus dem Konzert für Violine und Orche­ster Nr. 1 (g‑moll op. 26 Max Bruch), Thaïs-Medi­tation (Jules Massenet), Largo aus Symphonie Nr. 9 (e‑moll op. 95 Antonín Dvořák)…
Doch, o Schreck! Das Abspiel­gerät für CDs verwei­gerte den Dienst. Selber schuld – schon klar! – wer fummelt denn noch mit Alter­tümern rum, die schon bei den Dino­sauriern als gnadenlos verstaubt und veraltet galten? Irgendwie ver­blüf­fend, nicht wahr, einen Fuß­ab­druck eines Dinos können wir heute durchaus noch lesen, eine CD nach ein paar Septennaten nicht mehr. Doch zumin­dest die Schul­digen haben sicht­bare Spuren hinter­lassen; sowas wie kleine Mond­krater zieren die sonst noch recht kratzer­arme CD‑Ober­fläche:Oder handelt es sich eher um kleine Schwarze Löcher, da aus ihnen beim besten Willen keine In­forma­tion (mehr) heraus­zuholen ist? 🤔

morgens

Heute wandelte mich in einer frühen Morgen­stunde die Lust an, zwei „entfernte Verwandte” in trauter Zwei­samkeit auf ein Photo zu bannen (f/9, 0.6″, ISO‑6400, f = 126 mm):Sogar ohne Lupe bzw. Aus­schnitts­ver­größerung sind drei Jupiter­monde zu erkennen, mit ihr erst recht (ich habe aber nicht nach deren Namen gefragt; vermut­lich schliefen sie ohnehin noch). Die Lupe zeigt beim Saturn – beim verwen­deten Equip­ment durchaus erwar­tungs­gemäß – freilich nichts von den Ringen, aber nährt ganz sanft den Hauch einer Ahnung, denn das Abbild des ♄; ist deutlich nicht kreisförmig.

Placebo

Manche Leute können’s einfach nicht lassen! Narren­hände beschmieren Tisch und Wände. Und manchmal, leider viel zu häufig, verschmutzen sie auch Gehweg­platten:
Da mußten sich also irgend­welche Gutmen­schen mitten auf dem Gehweg aus­saften!? Sendungs­bewußt­sein der sinn­befreiten Art. Ist eine „Sperrzone” von 1½ m etwa keine Grenze? Soll der Mund-Nasen-Schutz nicht auch die eigenen Viren von den Mitmenschen ab·grenzen?
Und das nächste Über­raschungsei (ja, es ist Ostern!) soll ja auch bald los­trudeln: »Schwesig fordert Mund­schutz­pflicht« (Quelle: NDR). Fordern ist billig! Aber hat diese Geistes­athletin auch die erfor­der­liche Infra­struktur im Griff, damit sich alle mit viro­logisch sinn­vollen Schutz­mitteln versorgen können, statt mit propa­gandi­stisch verklärten Placebo-Tüchlein ein Gefühl von Sicher­heit mögli­cher­weise nur vorge­gaukelt zu bekommen?

kalter Stern

Es stimmt schon, so ein Voll­mond wirkt für das Auge schon recht spekta­kulär, wenn sich die Stein­murmel in Erdnähe befindet. Der Kamera (f/5.6, 1″/200, 135 mm) ist es einiger­maßen egal; sie licht­malt, wie sie es auch in des Mondes Erd­ferne täte.Also genau­genommen kein Grund, den Auslöser zu drücken, wenn …, ja wenn hier nicht der Schuldige zu sehen wäre für die anste­henden Feier­tage: der erste Sonn­tag nach dem ersten Voll­mond (sic!) nach Früh­lings­anfang, kurz Ostern. Ehrli­cher­weise ist diese Stein­murmel weder so richtig eiförmig noch ein Stern, aber seien wir gnädig, gönnen wir ihr temporär ruhig den Namen 🥚‑Stern. 😊

Opti- vs. Pessimismus

Jedes Bild, gleichgültig welches, kann man so oder so sehen:

Für den Optimisten gibt es immer einen Neuanfang.

Der Pessimist sieht, daß man trotz eines Neuanfangs
das Alte und Verdorbene nicht los wird.

Der Realist weiß, daß beide in summa
gleich oft und gleich intensiv irren.

Irrleuchten

Das Photo zeigt eine soge­nannte Energie­spar­lampe. Eine – soviel Zeit muß sein – defekte Spar­lampe, um korrekt zu sein. Vor wenigen Tagen hat sie sich vom Leucht­mittel zu einem Haufen Sonder­müll verwandelt. Und warum ist das einen Blog-Artikel wert? Weil sie etwa zu der Zeit erstanden (und auch zeitnah einge­setzt) wurde, als die Poli­tiker­darsteller für die Leucht­mittel­indu­strie ein massives Umsatz-Förderungs­programm vom Zaun gebrochen haben. Seiner­zeit wurde die Produktion von Glüh­lampen ab einer höheren Wattzahl verboten. Besitzer von Leuchten mit E27-Fassungen, die bislang Glüh­wendel tragende Hellig­keits­spender beher­bergten, waren gezwungen, binnen relativ kurzer Zeit Spar­lampen oder gleich komplett neue Leuchten zu kaufen. Diese Spar­lampen versprachen zwar einen Licht­strom von 1000 Lumen oder mehr, funzelten aber in Wahr­heit dämmrig vor sich hin, und das sogar erst nach langer Anlaufzeit.
Kurze Zwischenfrage: Ist es eigent­lich Zufall, daß sich die Meß­kurve der Erd­erwär­mung so gänzlich unbe­eindruckt davon zeigt, daß durch die Einfüh­rung der Spar­lampen Phan­tastil­lionen von Megawatt eingespart wurden, weil statt der mehr heizenden als leuch­tenden Glüh­wendel­lampen nunmehr Lampen höheren Wirkungs­grades Einsatz fanden?
Freilich mußte das Umsatz­beschaf­fungs­programm für die Leucht­mittel­indu­strie finan­ziert werden. Und zwar von – Tusch! – den End­verbrau­chern, die nun mal keine Lobby haben. So eine Spar­lampe ist deut­lich teurer als eine Glüh­lampe. Die Amor­tisa­tions­zeit, also die Zeit, in der der Preis für den gerin­geren Energie­aufwand den für die höheren Anschaf­fungs­kosten kompen­siert, bemißt sich bei diesem Lampen­typ nach Jahr­zehnten. Zwar wurde von den Her­stel­lern eine ent­spre­chende Standzeit der Spar­lampen versprochen (zumindest eine, die zigmal höher als bei Glüh­lampen ist). Aber wurde dieses Versprechen auch gehalten? Bei der oben gezeigten Lampe zumindest nicht.
Und nun? Nun strahlt die Leuchte mittels LED-Lampe. Die Energie­auf­nahme beträgt nur die Hälfte der sogenann­ten Spar­lampe und die Licht­ausbeute entspricht tatsäch­lich dem, was der „1200 Lumen”-Aufdruck verheißt. Wozu – außer als Profit­generator für die Leucht­mittel­industrie – mußte der Irrweg der Spar­lampen durchgepaukt werden, wenn nur wenige Jahre später tatsächliche, prak­tikable und sogar noch preis­wertere Alter­nativen verfügbar gemacht werden?

zu spät

Gestern war der Mond direkt über dem Saturn zu sehen, genau senkrecht über dem Planeten, zwischen den beiden hätte die Mondscheibe kein weiteres Mal Platz gefunden. Ja, gestern. Das war der Tag, an dem ich unterwegs und die Kamera zu Hause war. Na toll!
Heute ist das Motiv aus astronomischer Sicht belanglos geworden, dafür möglicherweise aber ästhetisch reizvoller. Doch das liegt nicht im Auge der Kamera, sondern des Betrachters… 🙂