Mangelexemplar

Diesem Bild gebe ich jetzt einfach mal den trommel­fell­schmei­chelnden Namen „Erbe des Sommer­wiesen­pick­nicks”:Ich frage mich gar nicht erst, wie es bei diesen Schweinen zu Hause aussehen mag. Wahr­schein­lich sieht es dort aus wie geleckt, nicht ein Fussel­chen wird auf dem Boden liegen. Sind ja schließ­lich die eigenen „vier Wände”. Außer­halb dieser braucht man sich mit der Verant­wortung für andere oder für die Umwelt nicht zu belasten (nicht umsonst gibt es hier einen Eintrag namens Hochmut).
Wahrscheinlich ist der Mensch eine derartig miß­lun­gene Fehl­kon­struktion, daß sie selbst nach Tausenden von Jahren keinen ethisch-mora­lischen Standard verinner­lichen konnte, der den Mit­menschen oder der Zukunft eine adäquate Aufmerk­samkeits­spanne zuge­stehen würde…

Ohrfrei

Ein sorgfältiger Umgang mit der Umwelt – da würden Wider­worte nur von Dumm­heit im End­stadium künden – ist über­lebens­wichtig. Und dennoch: So mancher Poli­tiker­darsteller läßt es sich selbst in diesem Kontext nicht nehmen, einmal mehr zu illu­strieren, daß gut gedacht etwas ganz, ganz anderes ist als gut gemacht: »[…] Die jetzt verbotenen Einweg­produkte wie Watte­stäbchen, To-Go-Becher oder Trink­halme würden nur durch solche aus Papier oder Alumi­nium ersetzt […]« (Quelle: BR24). Watte­stäb­chen aus Alumi­nium?! Wen juckt’s? Ich stelle mir gerade vor, daß sich Watte-Pads für die Gesichts­kosmetik alter­nativ auch durch Topf­schrubber aus Stahl­wolle ersetzen ließen.
Glücklicherweise bin ich bei Watte­stäbchen nicht auf die Alter­nativen aus Papier oder Aluminium ange­wiesen, denn ich besitze noch ein Werk­zeug aus der Zeit meines Gast­auftrittes in Heinz Hoff­manns Folklore­gruppe (sorry, diese Anspielung dürfte kaum ein Wessi verstehen):Nein, jetzt wieder ernsthaft. Wer eine Ahnung davon bekommen möchte, warum trotz der ebenso salbungs- wie bedeutungs­vollen Sprech­blasen der Poli­tiker­darsteller der Umwelt­schutz nicht so recht voran­kommt, kann sich spaßens­halber das 108-seitige Pamphlet von Frau Bundes­minister Schulze antun: Abfall­vermeidungs­programm des Bundes unter Betei­ligung der Länder (Fort­schreibung). Ein Beispiel gefällig? Auf Seite 46 steht geschrieben: »Während PET-Einweg­flaschen nach Gebrauch geschreddert und als Sekundär­rohstoff recycelt werden, wird die Mehrweg­flasche vor dem Recycling bis zu 50-mal gereinigt und neu befüllt.« Ob das wirklich einen nach­haltigen Umgang mit der Umwelt zu unter­stützen vermag, wenn eine Mehrweg­flasche bis zu 50-mal gereinigt und auch neu befüllt werden muß, ehe sie wieder als Mehr­weg­flasche, die sie ist, die nächste Runde ihres Kreis­laufs absolviert…

Piefke

Die Zeit der Piefkes sei längst vorbei, so dachte ich bis vorige Woche zumindest. Also gut, ich kann nicht für felix Austria urteilen, dort gelten wir – das unter­stelle ich jetzt einfach mal – sicher­lich nach wie vor als Piefkes. 🤫
Es gab mal Zeiten, in denen ein ideales Piefke-Biotop recht leicht durch Klug­scheißerei und Wichtig­tuerei aufrecht erhalten werden konnte, weil die tech­nischen Mög­lich­keiten zu deren Ent­larvung längst nicht so bequem zugäng­lich waren wie heut­zutage. Jedoch bremst die perma­nente Verfüg­barkeit von soliden Informa­tionen, die jede Piefig­keit instantan offen­legen kann, Piefke nicht etwa, sondern spornt ihn erst recht zu seiner menschen­verach­tenden Selbst­gefäl­lig­keit an.
Früher war Piefke möglicher­weise nur hohl, heute ist er hohl, hohler, am hohl­sten.🤮

verbergen

Es hat mich schon seit längerem inter­essiert, warum regierungs­seitig so ein albernes Bohei um Staub­masken gemacht wird, deren viro­logische Wirk­samkeit nicht der Rede wert ist (siehe u. a. hier).
Wie wohltuend für den eigenen Seelen­frieden ist in diesem Zusam­men­hang diese (siehe hier) Nachricht von einem absurden Masken­berg.
Ob vielleicht der Gebrauch dieser Filter­tüten fürs Gesicht als voll­kommen alter­nativlos inszeniert und durch alle Kanäle schalmeit wird, um zu versuchen, möglicher­weise einen Berg mini­steri­eller Inkompetenz zu kaschieren?

Ho(h)logramm

Ach, schau an, der bundes­innere Hotte zeigt sich besorgt: »Bundes­innen­mini­ster Seehofer hat sich besorgt über eine Zunahme extremi­stischer Tendenzen während der Corona-Pandemie geäußert. Es gebe nicht nur eine besondere Gesund­heits­lage, sondern auch eine besondere Sicher­heits­lage, sagte der Innen­mini­ster bei der Vor­stel­lung des Verfas­sungs­schutz­berichts für das vergangene Jahr. Die größte Bedrohung für die Sicherheit seien nach wie vor Rechts­extre­mismus und Anti­semi­tismus« (Quelle: BR24).
Ich gebe zu bedenken, daß eine deutlich höhere Gefahr, mögli­cher­weise die schlimmste über­haupt, von unseren Politiker­darstellern ausgehen könnte.
Gleiche Baustelle, anderes Beispiel: »Bayerns Justiz­mini­ster Eisenreich fordert einen besseren Schutz vor soge­nannten Deepfakes. Das sind falsche aber reali­stisch aussehende Video­clips, die mit künst­licher Intel­ligenz herge­stellt werden« (Quelle: BR24). Woraus speist sich eigent­lich die Gewißheit, daß es sich bei unseren Poli­tiker­dar­stellern nicht um reali­stisch ausse­hende Holo­gramme handelt? Das sind spezielle optische Erschei­nungen ohne jede Intel­ligenz… 🤔

geschenkt

Gedankensplitter:
Hurra! Die aktuelle Inzidenz­zahl ist unter die 30‑er Marke gesunken (Quelle: tagesschau.de). Daraufhin gefällt sich die Politik darin, generös Geschenke an das gemeine Stimm­vieh zu verteilen (→ u. a. hier), indem „verschenkt” wird, was per Grund­gesetz der tumben Meute eh gehört. Aber sich vor ansteh­enden Bundes­tags­wahlen lieb Kind zu machen, ist ein genialer Schach­zug, der Herrn Machia­velli sicher­lich schmunzeln lassen würde. Steigerung: Das Geschenk­füll­horn wird erheb­lich stärker über denen ausge­schüttet, die sich per Smart­phone und Apps (Stich­wort: digitaler Impfaus­weis) gläsern machen bis auf den letzten Knochen. Vergessen ist die Zeit, in der ein etwas ausführ­licherer Zensus zu einem Sturm der Entrü­stung führte, weil eine Gefahr der Verletzung elemen­tarer Persön­lich­keits­rechte und vor allem deren poli­tische Folgen befürchtet wurden (→ hier)…