Argumentationswettstreit

Was sagt es über unsere Zeit, daß so schreck­lich viele Zeit­ge­nossen nicht etwa zu argu­men­tieren ver­suchen, sondern ihr Gegen­über eis­kalt tot­quat­schen? Und dann verkaufen sie sich als Wissende, weil das schon längst in Leichen­starre gefallene Gegen­über schluß­end­lich nichts mehr zu erwidern hat.

Urlaub

Ich verstehe bis heute nicht, warum so viele Menschen so ein schreck­liches Gewese um ihren Urlaub machen; nicht für das, was sie als Urlaub bezeichnen. Um mal einen, nein den Mode­zaren (r. i. p.) zu para­phra­sieren: Wer Urlaub benötigt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.

bezeichnend

Es gibt Verben, die sich durch Verwendung der Endung „tion” in ein Substantiv umformen, also Substan­tivieren lassen. Mit anderen Endungen sind aus dem gleichen Verb mitunter andere Substantive ableitbar, die freilich auch eine andere Bedeutung besitzen. Anderer­seits sind derartige Wort­konstrukte u. U. zwar formal möglich, aber eben kein Bestandteil der deutschen Sprache oder eben außer­ordentlich unüblich im Gebrauch:Lesebeispiel: Ein Gratulant ist eine Person, die eine Tätigkeit ausführt, sie gratuliert; man könnte auch sagen, sie trägt eine Gratulation vor.

Die beiden nachfolgenden Beispiele zeigen, daß durch die Endung „nt” nicht immer ein Substantiv erzeugt werden kann, das das Subjekt einer Tätigkeit benennt. Dafür könnte aber durch die „t”-Endung das Ergebnis der Tätigkeit benannt sein, die das Ausgangs­verb beschreibt:Lesebeispiel: Das Filtrat ist das Resultat einer Filtration. Das andere Beispiel → Autsch.

Die abschließenden Beispiele sind lediglich der Voll­ständig­keit halber hinzu­gefügt. Sie illu­strieren die Fälle, in denen weder die „nt”- noch die „t”-Endung möglich oder gebräuchlich ist:Um jetzt ein wenig Verwirrung zu stiften: Anstelle von Addit (was sich aus dem Verb „hinzu­fügen” bzw. „addieren” ergibt) hat sich der Begriff Summe einge­bürgert. Dieser Begriff wird aller­dings auch als das Ergebnis einer ganz anderen Tätigkeit verwendet nämlich anstelle von Summat.

Apropos Verwirrung: Unsere Poli­tiker­darsteller gefallen sich in Corona­zeiten darin, ihre epidemi­olo­gische Kompetenz dadurch hervor­zukehren, daß sie die Panik vor Mutanten schüren. Da stellt sich die Frage, zu welcher der drei Beispiel­gruppen der Begriff Mutant gehört. Risch­disch! ein Mutant ist jemand, der als Subjekt, also aktiv, Verän­derungen (von lat. mutare) vornimmt; das Ergebnis solcher Verän­derungen (mitunter auch durch Mani­pula­tionen) sind mutierte Viren oder kurz Mutationen.
Es mag schon sein, daß Mutanten uns bedrohen, aber die tummeln sich womög­lich in Regierungs­kreisen… 👆🧐

hirnrissig

Ab morgen, oder war’s doch schon ab heute? (egal, es inter­essiert mich absolut nicht), gelten ver­schärfte Corona-Regeln. Genau­genommen sind es Repres­salien, die nicht etwa – um ehrlich zu sein – von Corona (exakter­weise von SARS-CoV-2) ausgehen, sondern von den Mari­onetten der Obrig­keits­kaste, deren Therapie­gruppe üblicher­weise Regierung genannt wird. Ganz sicher habe ich meine paar FFP2-Masken nicht deshalb käuflich erworben, weil ich an die Gesichts­gardinen glauben würde, sondern um Bußgelder der lästigen Art zu vermeiden…
Und nun schlägt die Stunde des Klein­gedruckten.

Dieses Photo zeigt eine FFP2-Maske, die ich von etwa 9 Monaten erwarb. Zu jener Zeit waren FFP2-Masken Staub­masken (zu gut deutsch: dust mask), sonst nichts, also dem Schal vom Grabbel­tisch oder der selbst geklöp­pelten Gesichts­gardine durchaus eben­bürtig:

In der Zwischenzeit haben FFP2-Masken allerdings eine stolze Karriere hinge­legt – mit Zerti­fizie­rungs­nummer und allem Pipapo:

Das Schöne ist, daß man mit ein wenig Geduld die Zerti­fikate durchaus auch digital aufspüren kann, die den Regierungsdarstellern zur Legitimation verschärfter Corona-Repressalien dienen:Es ist das Zertifikat (die Abb. zeigt nur einen Aus­schnitt, das Original findet sich unter → diesem Link), das den Sicher­heits­standard der vorlie­genden FFP2-Maske garan­tieren soll, nämlich lediglich den Schutz vor Partikeln (aus­drück­lich nicht zerti­fiziert ist der Schutz vor Aerosolen und/oder Viren).

Könnte mir bitte jemand verständlich erläutern, was in die von der Obrig­keits­kaste als Regierung inthro­ni­sier­ten Knall­chargen gefahren ist, das sie mit viel Tamtam ihre Hirn­rissig­keiten zele­brieren läßt?

Alles gut!

»Alles gut!« Eine Floskel, die aktuell recht modern ist und dem Gegen­über mögli­cher­weise vermitteln soll, daß es sich keine Sorgen zu machen brauche, da wirklich nichts Sorgen­erregendes geschehen ist.
Aber es gibt Zeitgenossen, die in diese drei Silben so viel Verachtung zu legen imstande sind, daß ihr ›alles gut‹ am ehesten klingt wie: Das habe ich doch schon tausendmal gesagt, bist du zu blöd, ums einmal zu kapieren?

Zufall

Es ist schon seltsam, manchmal fallen einem Dinge an nicht so häufig in den eigenen vier Wänden frequen­tierten Stellen in die Hände, die – völlig unerwartet¹ – nach Jahren die Erin­nerung an längst Verges­senes wieder­erwecken: Briefe, Photos, Visiten­karten, Muschel­schalen aus einem längst vergangenen Urlaub, Eintritts- oder Fahr­karten oder was auch immer. Und so stellt sich die Frage, ob die Schicksals­götter gerade jetzt einen Anstoß geben wollen, den seit längerem ver­schüt­teten Faden wieder aufzu­nehmen, oder ob sie warnend einen (weiteren?) Hinweis darauf geben, wie fragil das Erin­nerungs­vermögen letzt­lich ist. 😏

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¹) An dieser Stelle wird umgangs­sprachlich gern das Wort ›Zufall‹ bemüht. Wenn aller­dings dieser physi­kalische terminus technicus nicht entweiht werden soll, verbietet sich dessen Gebrauch unter den skiz­zierten Umständen.

App·etitlos

Wieder sinnlos ausgegebenes Geld! Ein – wenn man dem Unter­titel glauben mag – Psycho­thriller, aber in Wirk­lich­keit eine höchst bemühte Geschichte, die offenbar nach dem Motto „viel hilft viel” zusammen­gerührt wurde. Irgendwie geht es um smarte Homeservice-Software, um Sicher­heits­fragen bei elektro­nischen Dienst­leistern, um Berufs­ethik humanoider Dienst­leister (sprich Kommissare), um Herrschen und Ausge­liefert­sein, um Glaube-Liebe-Hoffnung, um Psycho­logie, ums Darknet, um Helden und Phantome und Krimi­nelle und Psycho­pathen und andere mehr oder weniger gestörte Wesen dieser dunklen Parallel­welt und um etwas, das dem halbwegs aufmerksamen Leser bereits am Ende des Prologs zweifels­ohne klar ist *gähn*, das der Autor jedoch nicht zu benennen im Epilog gebeten hat. 

Irgendwie erinnert die ganze Chose an einen hin­reißen­den Film aus dem Jahr 1976, nämlich an Eine Leiche zum Dessert. Nein, nicht wegen der Handlung, sondern wegen der augen­zwinkernden Selbst­ironie beim Benennen einer für die Konsumenten höchst unange­nehmen Unsitte in diesem Genre: »Ihr Kriminal­helden seid so lange so clever gewesen, dass ihr euch inzwischen wie Götter vorkommt. Mit der billigsten Effekt­hascherei führt ihr eure Leser an der Nase herum. Ihr quält sie mit aus den Fingern gesogenen Schlüssen, die keinen Sinn ergeben. Noch auf den fünf letzten Seiten führt ihr Charak­tere ein, die im ganzen Buch mit keinem Feder­strich erwähnt werden. Informa­tionen werden zurück­gehalten, damit ja keiner errät, wer der Täter ist« (Quelle: wiki).