Phönix mit Blechhut

So traurig machend und anrührend der Brand in Notre-Dame de Paris auch gewesen sein mag, das Feuer war unfaßbar rasant. Wurde schon die Frage: »Cui bono?« gestellt?
Vermutlich wäre ein Heiden­spektakel unter der Tri­kolore ausgebrochen, wenn man der „alten Dame zu Paris” ein paar – der Brand­schutz macht’s unumgänglich – Umbauten verordnet hätte. Heute sind hingegen reichlich Spenden­gelder dafür da und zudem ein Gefühl und Glück und Zufrie­denheit, daß Notre-Dame einen Blech­hut bekommt. Auch der gute alte Emmanuel hat die Asche des längst säkula­risierten Baus genutzt, um seine präsi­dialen Reden zu düngen: Schulter­schluß­parolen sogar mit den Gelb­westen, die doch seit Monaten partout nicht zur Raison zu bringen sind…
Unter welchem Name van der Lubbe in Paris wohl vorgestellt werden mag?

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Über den Schatten springen

Vor ein „paar Tagen” habe ich auf diesem Blog in einem Kommen­tar behauptet, daß es so ziemlich das Ein­fachste von der Welt sei, über seinen eigenen Schatten zu springen. Dummer­weise behauptet die vox popoli kate­gorisch das komplette Gegen­teil, es sei unmöglich.
Der „Beweis” hat aber nicht deshalb so lange auf sich warten lassen, weil er so schwer zu erbringen wäre, sondern weil ich lange gebraucht habe, um ein (halb­wegs) geeig­netes Photo zur Illu­stration zu knipsen.
Es muß keine Brücke sein; eine in der Höhe angebrachte Leuchte, deren Licht­kegel ungestört nach unten weist, tut’s allemal. Wer physisch (und nicht etwa nur symbo­lisch) über seinen eigenen Schatten springen möchte, muß sich direkt unter der Leuchte hindurch bewegen (in der obigen Abb. entlang der Geraden gAL). Im Punkt A sollte er (♀♂) zu einem kleinen Sprung ansetzen. Ein Hüpfer reicht nicht, da ja über den Schatten gesprungen werden soll. Im Punkt L (L wie Landung) ist die hero­ische Tat auch schon voll­bracht. Während der eigene Schatten im Punkt A hinter einem liegt, befindet er sich im Punkt L vor einem, d. h. im Gipfel­punkt G befindet sich der Proband über seinem eigenen Schatten, der soeben über­sprungen wird.
Damit es gelingt, jetzt noch ein paar Angaben zur „Dosierung”. Damit die Augen­zeugen auch Gele­genheit haben, das Experiment zu filmen, sollte die Sprung­parabel nicht zu klein gewählt werden. Sagen wir: Absprung­geschwin­digkeit etwa 15,6 km/h, Absprung­punkt A etwa 90 cm vor dem Lot-Fußpunkt der Leuchte und Absprung­winkel etwa 35°. Das reicht für eine Sprung­höhe von etwa 31,5 cm; ist also selbst für untrai­nierte Sport­muffel durchaus erreichbar.

der Scheiterhaufen brennt

Vielleicht ist es etwas verfrüht, bereits am Donners­tag die Woche zu resü­mieren?! Doch da sich gerade an diesem Tag auch der Monat verab­schiedet, mag der Vor­griff viel­leicht verzeih­lich sein.
Lüge, Verleumdung, Denun­ziation – die Furien rasen! Ich schätze, ich werde den morgigen Tag am Ort meines derzeitigen Zeit­arbeits­einsatzes nur mit kopfhöriger Dauer­beschal­lung überstehen: sagen wir Ritter Glucks Tanz der Furien (siehe youtube unter 2f7MJ1bnfRo)… :/

geht doch

Möglicherweise wäre es das Beste für das gesell­schaft­liche Gefüge aus Staat und Stimm­vieh, wenn vom Staat der Bunten Republik die Existenz­grund­lage der AfD zernichtet würde.

Ja, ich weiß, es gibt Aus­sagen, die ungemein polari­sierend sind, aber gerade bei diesen ist vorschnelle Auf­geregt­heit dringlichst zu vermeiden; es ist an sich selten falsch, sich eine Aussage bis zu ihrem sprach­lichen Abschluß anzu­hören oder bis zumin­dest ihre Kern­aussage verstanden ist (und sich nicht gleich beim ersten Reiz­wort krakeelend aufzu­spielen).

Wenn es am schönsten ist, soll man gehen. Das gilt viel­leicht auch für Parteien. Für unwählbare allemal. Die AfD ist zwar nicht wählbar*, bewegt aber die verbrauchten und dem vorigen Jahrtausend anhängenden Parteien, die lustlos durch die verstaubte Polit­arena traben, zu einem – wenn schon nicht Umdenken – politischen Aktio­nismus, der gar leicht mit demo­kratischen Anwand­lungen verwechselt werden kann… Würde Väter­chen Staat warten, bis sich die AfD an ihren inprak­tikablen Nörgeleien selbst auflöste (kennt jemand die Piraten­partei noch?), würden ähnlich gela­gerte Alter­nativen „verbrannt” sein (im Sinne von verbraucht bis zum gelang­weilten Abwinken).

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*) Keine Partei in der Bunten Republik zeichnet sich durch Wählbarkeit aus, weil das Parteien­system für längst vergangene poli­tische Konstel­lationen sicherlich einmal zweck­mäßig war, es aber aktuell längst nicht mehr ist.

Killer-Sudoku

Da habe ich mir mal wieder ein Sudoku-Heft­chen geleistet. Es war das Werbe­stich­wort „Inklusive Killer Sudokus”, das mich zugreifen ließ.
Die zugrunde liegende Idee ist recht inter­essant. Es werden nicht mehr einzelne Zahlen vorge­geben, sondern die Summen der Zahlen in verschie­denen Zell­bereichen, die jeweils aus zusammen­hängenden Einzel­zellen, welche über ihre Seiten (nicht Ecken) benach­bart sind, gebildet werden. Solche Zell­bereiche sind im hier gezeigten Beispiel jeweils farblich hervor­gehoben. Mehr als vier Farben braucht es nicht, aber das ist eine ganz andere Geschichte.

Was wollte ich noch sagen? Ach ja, der Name mag zwar reißerisch sein, ist aber gänz­lich über­zogen. Es handelt sich ledig­lich um eine nied­liche kleine Spiel­variante. Gekillt wird höch­stens die hibbelige Freude an einer ernst­haften Heraus­forderung…

gefährlich dumm

Erst vor wenigen Tagen habe ich hier über die när­rische Spezies Mensch fabuliert.
Ganz ehrlich: läßt sich die Narre­tei um das INF-Gezerre noch steigern? Auf der einen Seite dient es als bil­liger Vorwand, vertrags­brüchig zu sein und die Schuld dafür dem anderen (dem ewig bösen Russen) ohne jeden Beweis in die Schuhe zu schieben, und auf der anderen Seite tut man sehr erstaunt, daß poli­tischer Irrsinn mit poli­tischer Frag­würdig­keit beant­wortet wird.

minus = plus

Eine Mauer! Der kleine Donald will seine Mauer! Er ist besessen von der Mauer. Doch halt, er ist ja gar nicht von der Mauer besessen, sondern von der Vor­stel­lung, daß sein Wille geschehe.

Mauer. Auch die höchste (oder wahl­weise längste) Mauer beginnt im Kopf. Wurde denn nicht gerade dafür der Begriff Beton­kopf erfunden?
A propos, Betonkopf: der kleine Donald will, will, will die Mauer. Die poli­tisch anders Wollenden in den Staaten wollen sie nicht (möglicher­weise wollen sie nur ihn nicht; aber solche Gefechte werden nun mal an Stell­vertreter­objekten ausge­fochten). Doch es gibt einen Kompromiß! Da eine Mauer nicht gewollt ist, besteht er mög­licher­weise im Bau einer Anti­mauer: Man nehme eine große Fräse und mache mit ihr aus der amerikanisch-mexikanischen Grenze einen tiefen Graben (sprich eine Antimauer).
Für die Durchfahrts­rechte können – ähnlich zum Panamakanal – Gebühren erhoben werden. D. h. schon nach x‑tausend Jahren dürfte sich der Bau amorti­sieren. Zudem kann sich ein Nach­folge­prä­sident (also von Trump und nicht zwin­gend erst nach dem Ablauf der x‑tausend Jahre) blei­bende Meriten als größten Graben­zuschütter verdienen…