sprachlos

Wenn drei vermummte Asyl­fordernde einen gut­bürger­lichen Mittel­stands­deutschen mit Kant­hölzern ange­griffen hätten, um ihn zu verletzen oder viel­leicht auch zu töten, wäre sehr wahr­schein­lich ein Sturm der Ent­rü­stung durch die Bunte Republik und die Medien allemal gebraust.

Wenn hingegen (siehe hier) drei Vermummte einen Menschen angreifen, der sich für die AfD(!!!) engagiert, dann ist – scheint’s – keine Stimme zu hören, die das Nieder­knüppeln demokra­tischer Grund­sätze auch nur benennen würde…

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Literatur

Also schön, Literatur wird es wohl immer geben, solange es den Menschen gibt. Aber wie ist das mit der schönen Literatur (sprich Belle­tristik)? Im Buch­laden findet man sowas sogar noch, falls es dort einen Winkel gibt, der mit Klassik über­schrieben ist. Aber sonst?
Ob sich wohl die Gewohnheiten soweit geändert haben, daß es für Belle­tristik keine saftigen, nähr­stoff­reichen Böden mehr gibt, sondern nur noch karge Ödnis? Weil sich in unserer schnelle­bigen, ober­fläch­lichen Zeit kaum noch jemand die Mühe macht, Tiefes zu heben und auf­zuar­beiten? Weil Anstrengung und Nutzen in keinem akzep­tablen Verhältnis stehen? Weder beim Schreiben, noch beim Konsu­mieren des Geschrie­benen, vom Verstehen des Gelesenen (dem Verstehen­wollen wie dem Verstehen­können) ganz zu schweigen.

Auge-Finger-Tic

Immer wieder bin ich verblüfft, wie „schmerz­frei” die Biologen sein müssen. Mit hoch­wichtigen Gesichtern präpa­rieren sie nicht nur mar­kante Merk­male bei jeder Art heraus, die in der Evolu­tions­linie wie auch quer dazu, also im Vergleich zu anderen zeit­genös­sischen Arten, hervor­stechen, sondern nennen auch ohne jeden Skrupel mit defi­nito­rischer Gewalt den jewei­ligen biolo­gischen Vorteil eines jeden Merkmals.
Nun denn! So benennt doch bitte einmal den bio­lo­gischen Vorteil des Auge-Finger-Tics beim modernen Menschen. Gemeint ist die Reiz­leitung direkt von der Retina zum zuckenden Finger, der die Händi­kamera auslöst, ohne über­haupt einen Umweg über Seh­zentrum, Asso­ziations­zentrum etc. zu nehmen.

Chronosphären

Im Moment lese ich den Roman Das Geheimnis der verlo­renen Zeit von John Wray. Auf Seite 286 von ins­gesamt 733 Seiten kann ich mich des Verdachts kaum noch erwehren, daß auf der letzten Seite des Buchs eine Bemer­kung zu lesen sein könnte, die etwa so klingt: Was du beim Lesen an Zeit verloren hast, ist gar kein Geheimnis; es klebt in Form unzäh­liger Augen­blicke an jeder Zeile dieses Buches.
Aber man soll ja kein Buch vor dem Abend loben. Oder war’s der Epilog?
Nein, ganz im Ernst. Der Roman ist getragen von der Aussage, daß die Zeit nicht etwa als ein lineares, sukzes­sives Etwas zu ver­stehen, sondern von rotie­render Natur sei. Daß sie kreist, in Sphären, in Chrono­sphären. Seltsamer­weise drängt sich, dieses lesend, sofort der Roman Die Sirenen des Titan von Kurt Vonnegut ins Erinnern. Es ist beinahe körper­lich spürbar, wie die Zeit bei ihm in Kreisen durch das von ihm literarisch bear­beitete chrono­synkla­stische Infun­dibulum strudelt. Von dort ist es für die Asso­ziations­kette nicht mehr weit bis zu Viktor Schauberger und seinen Strömungen, Wirbeln und Trichtern…
Und plötzlich ist die Lese­liste wie von Zauber­hand um minde­stens ein halbes Dutzend Bücher länger geworden.

verstehen

S. Cooper [TBBT] verwendet die Qualität des Kantinen­futters irgend­wann als Indiz gegen die Annahme, Element einer Matrix zu sein. Doch da irrt der Meister. Durch sein eide­tisches Gedächtnis dürfte es ihm ein Leichtes sein, anhand des Höhlen­gleich­nisses des Platon zu verstehen, daß ein „in der Matrix” zwar ein „außer­halb der Matrix” unter­stellt, daß aber zugleich auch „von innen nach außen” gerich­tete Erkennt­nisse ihrer­seits Matrix­eigen­schaften sind (also nicht zu deren Wider­legung taugen) und „von außen nach innen” gerich­tete Erkennt­nisse für die Immatri­kulierten (5 € in die Wort­spiel­kasse!) prinzipiell dem Verständnis entzogen sind. Letz­teres bedeutet aber:
Verstehen erst nach Exmatri­kulation. Bazinga!