ein Jahr vergangen

Na sowas! Schon wieder ist ein Jahr vorüber. Es fühlt sich an, als wäre es gestern gewesen, da ich dieses Blog mit diesem Artikel eröffnet hätte. Doch das hängt vielleicht auch damit zusammen, daß ich in der Zwischenzeit etwas mehr über – nicht nur beim Bloggen – das diffizile Verhältnis von Anspruch und Wirklichkeit zu erfühlen begonnen habe.

Doch was ist das schon, die Wirklichkeit? Reden wir nicht allein mit dem Beispiel namens WordPress über Web-Portale, die deutlich mehr „Wirklichkeiten” beherbergen als es Blogger pro Portal gibt?

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Türen öffnen

Manchmal ist es gar nicht so verkehrt, den Menschen sich als Tür vorzu­stellen. Es gibt sie in allen denk­baren Farben, Formen und Ausprä­gungen. Manche in Norm­größe, manche recht verschroben. Manche mit Durch­blick, manche beschlagen. Manche mit spezi­ellen Aufgaben, manche höch­stens als Deko­ration. Manche frisch übertüncht, manche lädiert und von Leben gezeichnet (oder war’s der viele Rein-raus-Verkehr?). Manche leicht beweglich, manche nur unter Ächzen zu bewegen.
Und fast alle gewähren Zutritt, wenn man nur den rechten Schlüssel einsetzt.

Durchblick

Gefühlt war das heute ein Halb­marathon. Indoor, also im Super­markt. Auf der Suche nach dem Regal, in dem sich Brillen­putz­tücher versteckt haben könnten. Wo genau sollte man da eigentlich suchen? Allge­mein bei Putz­mitteln oder doch lieber speziell bei Glas­reinigern? Gibt es davon deshalb so unüber­sehbar viele, weil es so viel durch eine Glas­scheibe hindurch zu sehen geben könnte? Irgendwie konnte ich in der Abteilung der Putz­helfer­lein nicht fündig (oder besser blickig) werden.
Also ab in die Papier­abteilung. Aber nicht in die für nasale, orale oder rektale Weich-doch-haltbar-Papiere. Auch nicht in die für Schreibpapiere, denn es soll ja um (besseres) Gucken gehen, wenn auch um besseres Gucken fürs Schreiben. Bleibt also nur noch – wenn es schon um besseres Gucken geht – die Abteilung mit Linsen­gerichten. Doch auch dort nur Irrungen und Wirrungen.
Von dem, was ich suchte, war nichts zu sehen. Wie sollte es auch, schließlich brauchte ich die Brillen­putz­tücher ja gerade deshalb, weil meine Augen­gläser aussahen und so durch­sichtig waren wie Salami­scheiben… 😉

Konjunktiv

Wäre die Prognose für das Wetter des heutigen Tages nicht so radfahr-avers gewesen, hätte ich weder den Weg zur Arbeits­stelle mit den öffent­lichen Verkehrs­mitteln noch den Rückweg per pedes absol­viert und hätte auf dem Heimweg nicht permanent über Konjunk­tivisches nachge­dacht. So wäre dieser Artikel wahr­schein­lich ein ganz anderer geworden… 😉

Über den Schatten springen

Vor ein „paar Tagen” habe ich auf diesem Blog in einem Kommen­tar behauptet, daß es so ziemlich das Ein­fachste von der Welt sei, über seinen eigenen Schatten zu springen. Dummer­weise behauptet die vox popoli kate­gorisch das komplette Gegen­teil, es sei unmöglich.
Der „Beweis” hat aber nicht deshalb so lange auf sich warten lassen, weil er so schwer zu erbringen wäre, sondern weil ich lange gebraucht habe, um ein (halb­wegs) geeig­netes Photo zur Illu­stration zu knipsen.
Es muß keine Brücke sein; eine in der Höhe angebrachte Leuchte, deren Licht­kegel ungestört nach unten weist, tut’s allemal. Wer physisch (und nicht etwa nur symbo­lisch) über seinen eigenen Schatten springen möchte, muß sich direkt unter der Leuchte hindurch bewegen (in der obigen Abb. entlang der Geraden gAL). Im Punkt A sollte er (♀♂) zu einem kleinen Sprung ansetzen. Ein Hüpfer reicht nicht, da ja über den Schatten gesprungen werden soll. Im Punkt L (L wie Landung) ist die hero­ische Tat auch schon voll­bracht. Während der eigene Schatten im Punkt A hinter einem liegt, befindet er sich im Punkt L vor einem, d. h. im Gipfel­punkt G befindet sich der Proband über seinem eigenen Schatten, der soeben über­sprungen wird.
Damit es gelingt, jetzt noch ein paar Angaben zur „Dosierung”. Damit die Augen­zeugen auch Gele­genheit haben, das Experiment zu filmen, sollte die Sprung­parabel nicht zu klein gewählt werden. Sagen wir: Absprung­geschwin­digkeit etwa 15,6 km/h, Absprung­punkt A etwa 90 cm vor dem Lot-Fußpunkt der Leuchte und Absprung­winkel etwa 35°. Das reicht für eine Sprung­höhe von etwa 31,5 cm; ist also selbst für untrai­nierte Sport­muffel durchaus erreichbar.