Tücke

Geplagt die Mücke
von Schmerzen im Rücke,
so derzeit nicht flügge.

Fragt sich die Mücke,
ob’s Kriechen wohl glücke
mit Hilfe der Krücke.

Will queren die Mücke
hoch wölbende Brücke,
jenseit’ges Ufer gar schmücke.

Doch, ach, sieht die Mücke
breit klaffen die Lücke.
Das Leben, so oft voller Tücke.

Gurkenmaske

Damit die befoh­lene Gesichts­gardine auch *ironie ein* wirklich schützt *ironie aus*, muß sie sorgfältig um Mund und Nase drapiert werden. Es genügt nicht, das Doppel­kinn damit zu stützen; man muß sie schon auch über die Nase, sprich Gurke, ziehen. Selt­samer­weise habe ich im Internet unter dem Stich­wort Gurken­maske etwas ganz anderes gefunden als Mund-Nasen-Schutze. 😁

schnittig

Also, mal ehrlich, ich war ja ein bißchen skeptisch, was den heutigen Friseur­termin anging. In der Hoch­phase der (mit welcher Absicht auch immer geschürten) Corona­hysterie war das Aufsuchen eines Frisier­salons bekannt­licher­weise unter­sagt. Folglich laufen jetzt viele Männer mit Pferde­schwanz herum … und dazu noch die gräß­lichen Frisuren (’tschul­digung, den Kalauer mußte ich „mitnehmen”)!
Das Frisieren um den Mund-Nase-Schutz herum ging dem Figaro so elegant von der Hand, daß ich mich prompt ent­schlos­sen habe, ab morgen die Gesichts­gardine auch beim Rasieren zu tragen. Schließlich ist der Abstand zwischen meinem Spiegel­bild und mir deutlich geringer als andert­halb Meter, also Vorsicht geboten. 😁

vor 100 Jahren…

Alexander Moszkowski
(* 15.01.1851, † 26.09.1934)

Überall Bakterien

Nee, ick sag‘ schon! Von Bakterien
Hat man früher nischt jewußt,
Da war’s Essen noch ’ne Freude
Und det Trinken war ’ne Lust:
Aber seit man die Bazillen
Und dergleichen Zeugs erfund,
Is der Mensch total jeliefert,
Allens is jetzt unjesund.

Les‘ ick da, det äußerst jiftig
Heutzutag Vanillen-Eis;
Früher aß man’s mit Verjnügen
Jeden Sommer massenweis‘:
Heute is selbst die Vanille
Vom Bazillenherd bedroht,
Schmecken dhut se ausjezeichnet,
Aber nachher is man dot.

Jrüne Aale, sonst det Beste
Wo der Mensch nur haben kann,
Sind nu ooch nich zu jebrauchen,
Seit der Fischbazillus dran;
Ißt se eener mit Verjnügen
An der Spree zum Abendbrod,
Liejt er jleich in letzten Zügen, –
Zehn Minuten später: dot.

Krebse, rechte scheene, jroße!
Wie jesund det früher war!
Heute jibt es Krebsbazillen
In dem Oderkrebs sogar;
Hat man sechs Stück ufjeprepelt,
Denkt man jleich: Schockschwerenot,
Warum is mich denn so übel?
Nächsten Morgen is man dot.

Ooch det Atmen is jefährlich;
Wenn ick gut dir raten kann,
Mitmensch, atme nich zu ville,
Sieh dir erst die Luft mal an;
Kommst de in so’n Pilzjewimmel,
Hilft dir keen Karbol und Jod,
Ziehste ’in den janzen Schimmel,
Fällste um und biste dot.

Holste dir ’nen netten Schmöker
Aus de Leihbibliapothek‘,
Kriegste gleich ’ne Schock Milliarden
Von Mikroben uf’n Weg;
Kommste uf de vierte Seite,
Wirste im Jesichte rot,
Uf der fünften kriegste’s Fieber,
Bei der sechsten biste dot.

Det ick mit de Hochbahn rutsche
Kommt mir niemals in den Sinn;
Nee, in die Bazillenkutsche
Da kriegt mir keen Deibel rin!
Steigste ’in fidel und munter,
Pletzlich spürste Atemnot,
Fährste bis zum Zoo hinunter,
Steigste aus und biste dot.

Nee, ick sag‘ schon! Von dem Leben
Hat man jarnischt, wie Verdruß,
Weil man die verfluchten Dinger
Immerzu verschlucken muß!
Alle Dage muß man lesen,
Wie det Kleinzeug uns bedroht,
Und wir jroßen Lebewesen
Fallen um – schwapp – mausedot!