Menschen im Vakuum

Aus TBBT stammt ein Physi­ker­witz: »Ein Geflü­gel­bauer ist besorgt, weil seine Hühner auf­gehört haben, Eier zu legen. Da er das Problem nicht lösen kann, bietet ihm einer seiner Freunde, ein Physiker, Hilfe an. Der Physiker kommt auf die Farm, nimmt mit kompli­zierten Geräten eine Menge Messungen vor und analy­siert dann die Daten. Nach einigen Tagen ruft er dann seinen Freund, den Geflü­gel­bauern, an: „Okay, ich habe eine Lösung für dein Problem, aber es funk­tio­niert nur mit kugel­förmigen Hühnern im Vakuum”« (Quelle: wiki).

Das ist wirklich ein Witz! Auch aus TBBT stammt eine echt cooper­sche Be­grün­dung: »Das war ein Witz. Es ist witzig, weil es wahr ist« (Quelle: wowikon). Doch es ist nicht nur ein Witz, sondern ein unfaßbar guter! 😃

Und die Wahrheit?! Späte­stens seit der Auf­klä­rung, seit dem Postulat vom „Guten im Menschen”, sind moralisch-ethische Konzepte entwickelt und daraus Hand­lungs­maximen und Gebote abge­leitet worden, die allesamt, wenn über­haupt, nur mit kugel­förmigen Menschen im Vakuum funk­tio­nieren, nicht aber unter realen Bedin­gungen wie etwa Konkur­renz­kampf, „Futter­neid” und be­grenz­ten und sich erschöp­fenden Res­sourcen…

gefährlich krank

Bloggen ist unat­traktiv geworden. Man könnte viel­leicht über Psycho­pathen schreiben, die mit ihrem Macht­umfang (nicht mit Geistes­größe zu ver­wech­seln!) größten Schaden ange­richtet haben und weiter an­rich­ten werden: Hitler oder Trump oder sonst wen. Aber man kann’s auch bleiben lassen… 😵

unklug

Wenn der Verstand in theore­tisch-abstrak­ten Dingen kor­reliert wäre mit Vernunft (oder Klugheit oder Weisheit), würde heut­zutage dann „Nicht diesen, sondern Bar­ra­bam” [also das – höre z. B. hier – Bevor­teilen eines Asozialen] aus­ge­schlos­sen sein?

Lieferkettengesetz

Nun gut, diese Spezies nennt sich „wissender Mensch” und nicht etwa denkender Mensch oder verste­hender Mensch. So können die Hirn­wichse­reien und geistigen Ergüsse, von denen der eine oder andere auf dieser Sammlung von Text­schnip­seln, die den Namen Blog nun nicht unbedingt verdient, unter der Kategorie „Narren­hagen” Erwähnung findet, nicht wirklich überraschen. Ja, auch das Thema Liefer­ketten­gesetz gehört in diese Kategorie.
Ich sehe mich im Super­markt eine Tüte Reis­körner auswählen. Und freilich will ich einen lücken­losen Nachweis darüber haben, auf welchen Wegen dieses (meistens, außer viel­leicht im Hoch­zeits­spalier) Nahrungs­mittel hier ins Regal gekommen ist. Ich erwarte eine Art Beipack­zettel mit Fakten zu Produ­zenten und, detailliert, jeden Produk­tions­schritt, zu Lieferanten und Zwischen­händlern, zu den Trans­port­wegen und Distri­butions­mecha­nismen. Und das alles nicht etwa nur für das Produkt, also die Tüte mit Reis­körnern, sondern für jedes einzelne Reiskorn. Es wäre doch verheerend, wenn die komplette Charge konta­miniert wäre von einem Reiskorn, dessen Reis­bauer sich, basierend auf welch verquasten Vor­stel­lungen auch immer, nicht als würdig erwiese, den ethisch-mora­lischen Gott­wesen, dort am anderen Ende der Welt, in diesem kleinen Land von nicht einmal 360 Tsd. km², Atzung zu liefern.
Ich sehe Einkäufer die Konti­nente bereisen, die mit der Uner­bitt­lich­keit histo­rischer Polit­kommis­sare Informa­tionen zum Umfeld des aktu­ellen Handels­gegen­standes „beschaffen”. Genügen diese Informa­tionen einem geheiligten Anforderungs­katalog, darf der Handel verhandelt werden. Elementare Verstöße ziehen den sofortigen Abbruch aller Geschäfts­beziehungen und einen (praktisch nicht mehr tilg­baren) Eintrag in ein Sünden­register nach sich. Falls es jedoch zu Verhand­lungen kommt, stehen sie unter dem Motto: Was immer als Preis aufge­rufen wird, wir bieten das Dreifache. Nicht laut gesprochen wird freilich die Recht­ferti­gung: Die gutmen­schelnden Gottwesen am Ende der Handels­kette wollen sich ein ruhiges Gewissen erkaufen; dafür ist kein Preis zu hoch, auch der nicht, das Prekariat im eigenen Land dafür bluten zu lassen.
Ich sehe Politiker­darsteller, die nach außen hui und nach innen pfui agieren. Deren Kontroll­wahn mittler­weile so weit geht, weltweit alles zu kontrol­lieren, nach höchst anmaßendem Werte­maßstab zu be- und vor allem zu verur­teilen. Kinder­arbeit beispiels­weise in einer mittel­asiati­schen Teppich­knüpferei ist grausam, ohne Zweifel. Ist es aber weniger grausam, diesen Kindern, die womöglich den Haupt­anteil am Über­leben ihrer Familie beitragen, die Absatz­märkte zu kappen und sie „reinen Gewissens” mitsamt ihrer Familie verhungern zu lassen?

Ignoranz

Es gibt Texte oder sogar Schrift­stücke, die Menschen mani­pu­lieren sollen. Ups, schon falsch! Der Anfangssatz sollte besser anders formuliert sein: Jeder Text bzw. jedes Schrift­stück soll Menschen mani­pu­lieren. Aus­nahms­los! Wobei das Verb mani­pu­lieren keines­wegs auf die negative Konno­tation beschränkt ist. Alle Texte und Schrift­stücke sind Auffor­derungen, etwas zu tun oder zu lassen, oder sie versprechen, daß etwas getan oder gelassen werde.
Neben dieser offen­sicht­lichen „Fracht” tragen manche Texte zudem noch eine weitere, versteckt liegende Botschaft. Diese wird – o Wunder! – gern übersehen, kann aber durchaus der wichtigere, wert­vollere Teil der Text­nach­richt sein. Beispiel (Zitat aus der Luther-Bibel, 1545, 1. Mose1 Kap. 1):

»26 VND Gott sprach / Lasst vns Menschen machen / ein Bild / das vns gleich sey […] 27 VND Gott schuff den Menschen jm zum Bilde / zum Bilde Gottes schuff er jn / Vnd schuff sie ein Menlin vnd Frewlin. 28 Vnd Gott segnet sie / vnd sprach zu jnen / Seid fruchtbar vnd mehret euch vnd füllet die Erden / vnd macht sie euch vnterthan«

Den offen­sicht­lichen Teil dieses Textes (oder auch moderni­sierter Fassungen) wird jeder (Gläubige oder Un­gläubige) herbeten können: Macht euch die Erde untertan. Aber warum? Ist es denn nicht so, daß dem Menschen gegeben wird, wohin auch immer es ihn verschlägt? Fliegt denn nicht die Nahrung wie im Schla­raffen­land einfach so durch die Luft, daß man sich um deren Her­stel­lung und Zube­reitung nicht zu kümmern braucht? Sind es die Domi­nanten und Herrsch­süch­tigen, denen man extra ans Herz legen muß, sich andere und anderes untertan zu machen?
Seit Tausenden von Jahren sammeln die Menschen Erfah­rungen über sich als Spezies wie auch als Indi­viduum. Unzählige Text sind darüber verfaßt worden. Doch wieviele Bot­schaf­ten sind über­sehen oder nicht verstanden oder schlicht­weg igno­riert worden? Gibt es durch das Bewahren von empi­ri­schen Deutungen, das Analy­sieren und Aufbe­reiten daraus gewonnener Erkennt­nisse und das Verstehen des Wesent­lichen einen evolu­tionären Vorteil der Spezies Mensch? Viel­leicht bedurfte es dieses Vorteils bislang nur noch nicht? Viel­leicht bräuchte aber diese Spezies diese Fertig­keiten gerade jetzt, so kurz vor dem Abgrund und voll­kommen ahnungs­los über sinn­träch­tige Alter­nativen, mehr denn je? Tja, es reicht wohl nicht, Unter­tanen zu haben, wenn man ein unfähiger Herrscher ist…

Pause

Der Editor, der neuerdings den Bloggern (♀♂) zugemutet wird, ist von so miserabler Qualität, daß ich erst einmal eine (ggf. längere) Pause einlegen werde. In der Zwischenzeit sind vielleicht die katastrophalsten Borniertheiten ausgebessert, um sich wieder den beabsichtigten Inhalten zuwenden zu können und nicht mit einem absurd gestalteten Editor ringen zu müssen…
👎👎👎😖🤮

Scheidung

Aufzugeben ist tabuisiert, allemal in einer Erfolgs­gesell­schaft, wie sie heut­zu­tage als ulti­matives Lebens­ideal propa­giert wird. Doch wo liegt die Grenze zwischen Beharr­lich­keit und geist­loser Sturheit? Ist eine Stuben­fliege, die immer und immer wieder mit dem Kopf an die gleiche Stelle der Fenster­scheibe knallt, lobens­wert beharr­lich oder eher zum Umdenken außer­stande?
In dem Blog, das ich vor Jahren einmal jahre­lang akribisch geführt habe, schrieb ich dereinst in einem Artikel, daß ich ethisch-moralische Ansprüche an einen poten­tiellen Arbeit­geber geltend mache. Das klingt zuge­gebener­maßen verwegen, schließ­lich hat ein poten­tieller Arbeit­nehmer froh, keinesfalls wählerisch und vor allem dankbar zu sein, seine Arbeits­kraft verkaufen zu dürfen(!). Doch nach dem, was ich mittler­weile ein paar Wochen lang über das erfahren durfte, was hinter den Kulissen des Einsatz­ortes lauert, zu dem mich die Zeit­arbeits­firma aktuell beordert hat, sind Strategien wie „Augen zu und durch”, „Zähne zusam­men­beißen” oder auch „Es wird schon…” keine tolerier­baren Alter­nativen. Sie wären zwar Ausdruck höchster Beharr­lichkeit, haben aber gegen das Resultat eines kurzen und intensiven Nach­denkens keinen Bestand.
Die noch junge Arbeit­geber-Arbeit­nehmer-Beziehung aufzu­geben ist die beste Alternative…

Starrsinn

Wann wird aus Prinzi­pien­treue, die in der Mehr­heit der Fälle als Tugend gesehen werden kann, verknö­cherter Starr­sinn oder Dogma­tismus gegen sich selbst und gegen andere? Wo verläuft zwischen Tugend und Bor­niert­heit die Grenze?
Wahrscheinlich gibt es eine solche Grenze gar nicht. Wahr­schein­lich ist die Ent­schei­dung, wieviel Toleranz möglich und auch zulässig ist, indi­viduell und konkret auf den jewei­ligen Einzel­fall abzu­stimmen. Damit wächst aber die Zahl der Entschei­dungs­situa­tionen schnell ins Uner­meß­liche. Ein solches Pensum zu erledigen ist durchaus schaffbar, wenn … Ent­schei­dungs­fälle geclustert werden. Ähnliche Fälle können dann über den gleichen Leisten geschlagen werden. Zeit­ersparnis, gewiß doch! Ist aber auch genügend viel Aufwand getrieben worden, um mit dem Clustern nicht – im Sinne des einfüh­renden Satzes – in Dogmatismus zu verfallen? Abwägen ist zeit­auf­wendig, reduziert aber die Fehler­quote. Hingegen reduziert das Zusammen­fassen von Ähnlichem unter einem Bewertungs- und Handlungs­schema den Zeitaufwand, erhöht aber die Irrtums­wahr­schein­lichkeit. Wo ist opti­maler­weise die Grenze zu ziehen … usw. usw. usw.?

Ups, das war ja mal ein langer Anlauf, für ein kurzes Stichwort: Impfen (5 € in die Wort­spiel­kasse wg. Impfen und Stich·wort). Es sind Situa­tionen vorstellbar, in denen generelle Impf­pflicht frevel­haft wäre. Es sind aber auch Situa­tionen vorstellbar, in denen generelle Impf­verwei­gerung frevel­haft wäre. Aber es gibt keine pauschale Entweder-oder-Antwort. Die Einzel­situation ist mitsamt ihren Umständen maßgebend.
Im Fall einer Covid‑19-Impfung (sobald sie mit Hauruck zusam­men­geschu­stert worden ist und in den Markt geprügelt wird), stehen bei mir (= persön­liche Meinung auf der Grund­lage aktuell verfüg­barer Informa­tionen) die Zeichen auf Verwei­gerung; im wesent­lichen wegen der komplett nicht einschätz­baren Lang­frist­wirkung.

[campogeno] corona-demokratie

Viele Fragen, für deren Beantwortung sich die Obrigkeitskaste wohl am liebsten Zeit bis zum St.-Nimmerleinstag lassen würde, wenn sie sich überhaupt herabzulassen gedenkt, diese Fragen auch nur wahrzunehmen…

campogeno

weniger demokratie in zeiten von corona?  je mehr infizierte, desto weniger geltende grundrechte? ist in coronazeiten alternativlos, was früher undenkbar war? gibt es jetzt wichtige grundrechte und nachrangige? darf merkels ministerkonferenz die gewählten abgeordneten im bundestag ersetzen? ein „notparlament“, also landesregierungschefs und ein kreis “auserwählter“, soll in der corona-krise gesetze machen? warum werden institutionen wie der ethikrat kaum diskutiert und wird vom kanzleramt jede diskussion im vorfeld als falsch abqualifiziert? müssen die bürger solche willkür ertragen? ist das keine gefahr für die demokratie? eine neue corona-realpolitik des kanzleramts? grenzen schliessen, den export von atemschutzmasken verbieten, kontaktsperren und ausgangssperren für die zu schützenden bürger?

warum wird das recht auf unversehrtheit momentan als das allein gültige stilisiert? stellt unser neoliberales wirtschaftssystem dieses recht nicht schon seit jahren in frage, oder wird missachtet? warum ist das recht auf unversehrtheit ein kostenfaktor, der minimiert werden muss? seit jahren werden die abstrakten toten in statistiken…

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