Menschen im Vakuum

Aus TBBT stammt ein Physi­ker­witz: »Ein Geflü­gel­bauer ist besorgt, weil seine Hühner auf­gehört haben, Eier zu legen. Da er das Problem nicht lösen kann, bietet ihm einer seiner Freunde, ein Physiker, Hilfe an. Der Physiker kommt auf die Farm, nimmt mit kompli­zierten Geräten eine Menge Messungen vor und analy­siert dann die Daten. Nach einigen Tagen ruft er dann seinen Freund, den Geflü­gel­bauern, an: „Okay, ich habe eine Lösung für dein Problem, aber es funk­tio­niert nur mit kugel­förmigen Hühnern im Vakuum”« (Quelle: wiki).

Das ist wirklich ein Witz! Auch aus TBBT stammt eine echt cooper­sche Be­grün­dung: »Das war ein Witz. Es ist witzig, weil es wahr ist« (Quelle: wowikon). Doch es ist nicht nur ein Witz, sondern ein unfaßbar guter! 😃

Und die Wahrheit?! Späte­stens seit der Auf­klä­rung, seit dem Postulat vom „Guten im Menschen”, sind moralisch-ethische Konzepte entwickelt und daraus Hand­lungs­maximen und Gebote abge­leitet worden, die allesamt, wenn über­haupt, nur mit kugel­förmigen Menschen im Vakuum funk­tio­nieren, nicht aber unter realen Bedin­gungen wie etwa Konkur­renz­kampf, „Futter­neid” und be­grenz­ten und sich erschöp­fenden Res­sourcen…

atemlos

So, jetzt ist also nach „un­erklär­lichen” (Wie­der‑)Aus­brü­chen von SARS-CoV2-Infek­tionen die Zeit gekommen, ange­sichts der „2. Wel­le” eine neue Sau durch’s Dorf zu treiben. Bisher wurden Tröpfchen- und Schmier­infek­tion als die praktisch aus­schließ­lichen Wege zur Ver­brei­tung und auch Erlan­gung eines veri­tablen Viren­bestandes propa­giert; daher auch die „Empfeh­lungen” zu Gesichts­gardine (vgl. hier) und Hände­waschen (vgl. Schluß­satz hier).
Das neue Stichwort hingegen heißt Aerosol: »Covid-19 – Welche Rolle Aero­sole bei der Über­tragung des Corona­virus spielen – Maske und Abstand­halten: Beides gilt weiterhin als wichtige Maß­nahmen zum Schutz vor einer Corona-Infektion. Auch das Tragen eines ein­fachen Mund-Nasen-Schutzes kann einen Luft­strom deutlich mini­mieren« (Quelle: Dlf). Falls sich beim Lesen weder die Fußnägel aufge­rollt haben noch das Taschen­messer in der Hosen­tasche aufge­klappt ist, bitte das Lese­experi­ment wieder­holen. Jetzt gesehen? Noch nicht? Kleiner Tip: Die Gesichts­gardine „kann einen Luft­strom deutlich mini­mieren”.
Da ich nicht zum Hyper­venti­lieren neige (außer viel­leicht, wenn mir solcher Stuß zugemutet wird), stellt sich mein Orga­nismus in Rhythmus und Atem­tiefe ganz von allein so ein, daß die benötigte Sauer­stoff­versor­gung meines Traum­körpers garantiert ist. Die Gesichts­gardine soll, so die zitierte hoch­wissen­schaft­liche Darlegung, den dafür erfor­derlichen Luft­strom deut­lich mini­mieren. Klar, das Einatmen der Aerosol­wolken soll reduziert werden, da darf man sich bei den Neben­wirkungen (als da wären Erstickungs­symptome, wie sie vom Erwürgen her bekannt und beliebt sein dürften) nicht kleinlich zeigen…

gefährlich krank

Bloggen ist unat­traktiv geworden. Man könnte viel­leicht über Psycho­pathen schreiben, die mit ihrem Macht­umfang (nicht mit Geistes­größe zu ver­wech­seln!) größten Schaden ange­richtet haben und weiter an­rich­ten werden: Hitler oder Trump oder sonst wen. Aber man kann’s auch bleiben lassen… 😵

1 ÷ 80

Die täglichen Corona-Fall­zahlen inter­essie­ren mich höchst marginal, nämlich wirk­lich nur am Rande. Selbst nach rund einem halben Jahr der Koexi­stenz von Mensch und SARS-CoV 2 konnten sich offenbar Wissen­schaft, Regierung und Medien weder auf einen stati­sti­schen Standard noch auf eine sinn­volle Präsen­tation von Fakten einigen.
Und prompt werden ange­sichts der „zweiten Welle” die vorge­führten Zahlen wieder reiße­rischer: »Welt­weit sind inzwi­schen mehr als 700.000 Menschen im Zusam­men­hang mit dem Corona­virus gestorben. Das ergibt eine Erhebung der Nach­richten­agentur Reuters auf Basis offi­zieller Daten. Jeden Tag sterben demnach fast 5.900 Menschen welt­weit, die mit dem Virus infi­ziert sind – im Schnitt alle 15 Sekunden ein Mensch. Die meisten Todes­fälle ver­zeich­nen die USA, Brasilien, Indien und Mexiko …« (Quelle: BR24).
Noch immer ist nicht klar, was die Modal­bestim­mung „im Zusam­men­hang” eigent­lich meint. Die Palette reicht schließ­lich von „während der Coro­na‑Zeit” über „mit dem Virus” bis hin zu „am Virus ge­stor­ben”. Hinzu kommt das Forcieren der mentalen Pein: alle 15 Sekunden stirbt auf der Erde ein … hm, naja … Coro­na‑Opfer. Unbe­strit­ten ist jeder Krank­heits- oder gar Todes­fall eine Tragödie. Doch wie steht es eigent­lich um die übrigen rund 80 Per­sonen, die in der Zeit­spanne eines einzelnen Coro­na‑Toten [also alle 14,6 s] fernab von Corona ihr Leben beenden?

unklug

Wenn der Verstand in theore­tisch-abstrak­ten Dingen kor­reliert wäre mit Vernunft (oder Klugheit oder Weisheit), würde heut­zutage dann „Nicht diesen, sondern Bar­ra­bam” [also das – höre z. B. hier – Bevor­teilen eines Asozialen] aus­ge­schlos­sen sein?

(un)recht

Tja, nun können wir ja recht(!) stolz sein, daß sich unsere aktuelle Recht­spre­chung auf sehr alte Wurzeln berufen kann, nämlich u. a. ger­mani­sches Stammes­recht und römi­sches Recht. Damit wären wir sicherlich vor 2000 Jahren ganz gut aufge­stellt gewesen. Doch sind wir es auch in modernen Zeiten, in denen Menschen ihre höchst suspekten Werte­vor­stel­lungen auf Kosten vieler anderer zele­brieren (vgl. u. a. hier)?

Ein Haufen von Personen, denen man wohl nur unter Zwang eine Denk­tiefe, die selbst für einen Kassenbon nicht ausrei­chend wäre, zuge­stehen mag, skandiert nicht nur undurch­dachte Phrasen, sondern prakti­ziert, aus diesen Recht­ferti­gungen ableitend, grob fahr­lässiges Ver­hal­ten. Das alles freilich abgeschirmt von der durch das Grund­gesetz garan­tierten Freiheit der Meinung.

Dabei wird zu gern „über­sehen”, daß im Wort „Meinung” ein Pos­sessiv­pro­nomen als Ge­dächt­nis­stütze enthalten ist. Meine Meinung ist frei, solange ich sie in meinem Besitz behalte (es ist Sonntag; das räumt etwas Zeit ein, über dieses Oxymoron ein wenig nach­zuden­ken). Leitet sich aus dieser Meinung eine Handlung ab, die minde­stens eine weitere Person berührt, ist der Geltungs­bereich der Meinungs­frei­heit bereits verlassen; da gelten dann andere Gesetze (bzw. sie sollten gelten, aber gelten sie in einem histo­risch befan­genen Rechts­system?).

Warn-App

Lernfähigkeit ist ihre Sache offenbar nicht! Die Rede ist von der Spezies Mensch. Je nach geistiger und vor allem poli­tischer Ver­fas­sung betet sie inbrünstig für das Wahr­werden eines heißen Wunsches oder beschließt das praktische Erreicht-haben eines Zieles (bevor­zugt in irgend­welchen Massen­auf­läufen anläß­lich irgend­eines 5‑Jahres-Plans).
Zwischen diesen beiden extremen Polen gibt es beliebige Abstu­fungen; manchmal genügt nämlich auch ein schlichtes Verkünden: »Die Initiative „Quer­denken 711“ aus Stuttgart will an diesem Sams­tag […] unter dem Motto „Das Ende der Pandemie – Tag der Freiheit“ bundes­weit Teil­nehmer mobi­lisieren« (Quelle: SZ). Nun gut, mit dem Finger zu schnipsen und daraufhin irgendein Ende zu postu­lieren, ist die eine Seite. Die andere Seite ist, ob sich dieses Schnipsen nach der all­fäl­ligen Inku­bations­zeit in der Corona-Infektions­stati­stik nieder­schlägt oder eben nicht. In rund zwei Wochen könnte man mehr wissen, wenn dieses „Frei­land”‑Expe­ri­ment stati­stisch sauber durch­geführt würde (d. h. doppel­blind in den Vergleichs­gruppen „mit” und „ohne” Schutz­maß­nahmen; aber das könnte in der tech­ni­schen Umsetzung etwas schwierig werden…). Bis dahin wird man sich wohl auf Warn-App und Laut­stärke ver­las­sen müssen (wer am laute­sten brüllt, hat recht).
Vielleicht bräuchte es mal eine Warn-App, die die Konta­mina­tion mit geistigem Dünn­schiß regi­striert… 🤔

gefesselt

Mag ja sein, daß es die Mis­sio­nare der Aufklärung gut gemeint hatten, als sie den Menschen von (haupt­säch­lich) geistigen Ketten befreien wollten. Aber ist denn diese Spezies zu wert­freiem Denken über­haupt in der Lage? Letzt­lich wurden die Ketten zwar abge­nommen, aber der ver­meint­lich freie Geist nicht aus dem Kerker geführt, so daß er sich, ohne lange zu zögern, freiwillig wieder an die Kette legte (so eine Art drei­facher Selbst­fesse­lung aus Intoleranz, Neid und dümm­lichem Vor­urteil).

Störfaktor Mensch

Die Regierung der bunten deut­schen Republik – wir reden von einer reprä­senta­tiven Demo­kratie – ist der Wohl­fahrt der Bevöl­kerung verp­flich­tet, denn von einem Teil davon, nämlich dem gemeinen Stimm­vieh, bezieht sie die Wahl­ergeb­nisse, die ihre (Un‍-)Taten legi­ti­mieren. Späte­stens in Krisen­zeiten lassen sich Sach­ver­stand und Kompe­tenz erkennen, oder eben das Ausmaß ihres Fehlens.
Über den Bundesminister vermelden die Medien: »¹Bundes­wirt­schafts­mini­ster Altmaier hat den Anstieg der Corona‍-Neu­infek­tionen in Deutsch­land als wich­tiges Warn­zeichen bezeichnet. ²Die wirt­schaft­liche Erholung werde dadurch gefährdet. ³Der Aufschwung deute sich bereits an und werde in der zweiten Jahres­hälfte an Tempo gewinnen. Altmaier warnte aber, ⁴alles stehe unter dem Vorbe­halt der Gesund­heit der Menschen. ⁵Deshalb seien die stei­genden Fall­zahlen beun­ruhi­gend« (Quelle: BR24).
Der erstgenannte vermeldete Satz erschüttert durch seine absolut nichts­sagende Hohl­heit. Dafür entschädigt aber der zweite Satz: Die wirt­schaft­liche Erholung ist gefährdet, nicht etwa die Gesund­heit der Menschen. Es ist doch immer wieder wohl­tuend, zu hören, wem die Regie­rung sich ver­pflich­tet fühlt. Nachdem die Regie­rung als coro­na‍-be­glei­tende Maß­nahme nichts Eili­geres zu tun hatte, als die Wirt­schaft an und Teile davon in den Ruin zu treiben, liegt das Haupt­augen­merk jetzt – vgl. Satz 3 aus der zitierten Nach­richt – offenbar darauf, die bereits jetzt unüber­seh­baren Schäden möglichst schnell zu über­schminken (also die wahren(?) Macht­haber im Lande zu besänf­tigen).
Dann kommt das Löffel­chen Honig, mit dem das gemeine Stimm­vieh die bittere Medizin gefügig schlucken soll: alles vorbe­halt­lich der Gesund­heit der Menschen. Um der Menschen willen? Hm, naja, der fünfte Satz deutet auf den Blick­winkel, von dem aus eine Antwort gefunden werden könnte: Worauf bezieht sich das ‘deshalb’? Auf die wirt­schaft­liche Erholung (Satz 2) und den Auf­schwung (Satz 3), die durch den Stör­faktor Mensch nicht erwar­tungs­gemäß voran­getrieben werden können? Oder doch eher auf den Vorbe­halt (Satz 4) der Rück­sicht­nahme auf die Ge­sund­heit der Bevöl­kerung? Doch auch diese Lesart degradiert den Menschen zu einem störenden Term in der Rechnung des Wirt­schafts­mini­sters…