Phönix mit Blechhut

So traurig machend und anrührend der Brand in Notre-Dame de Paris auch gewesen sein mag, das Feuer war unfaßbar rasant. Wurde schon die Frage: »Cui bono?« gestellt?
Vermutlich wäre ein Heiden­spektakel unter der Tri­kolore ausgebrochen, wenn man der „alten Dame zu Paris” ein paar – der Brand­schutz macht’s unumgänglich – Umbauten verordnet hätte. Heute sind hingegen reichlich Spenden­gelder dafür da und zudem ein Gefühl und Glück und Zufrie­denheit, daß Notre-Dame einen Blech­hut bekommt. Auch der gute alte Emmanuel hat die Asche des längst säkula­risierten Baus genutzt, um seine präsi­dialen Reden zu düngen: Schulter­schluß­parolen sogar mit den Gelb­westen, die doch seit Monaten partout nicht zur Raison zu bringen sind…
Unter welchem Name van der Lubbe in Paris wohl vorgestellt werden mag?

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Basiert denn das Betreiben eines V-Logs oder eines Blogs letzten Endes nicht auf der Annahme, frei entscheiden zu können, also nicht ledig­lich die virtu­elle Realität einer Matrix zu „erleben”? Wobei es irrelevant ist, ob sich der Blogger (♀♂) dieser Annahme überhaupt bewußt ist.

Schrieb ich die beiden obigen Sätzlein nun mir im virturealen (= virtuell-realen) Selbst­gespräch oder einer als vernunft­begabt angenom­menen Spezies außer­halb oder gar inner­halb(!) der Matrix oder viel­leicht doch nur an die Betreiber der Matrix?

Vertrauen

»Dein Geld ist ja nicht vernichtet, sondern jetzt halt bei einem anderen« bekommt mitunter derjenige zu hören, dessen (♀♂) Wert­papiere sich finanz­technisch nicht in lichte Höhen aufschwingen wollen bzw. können, sondern lieber dumpfig-feuchten unter­irdischen Verliesen zustreben.
Mir entlocken solche „Weis­heiten” nur ein müdes Arsc*runzeln. Aber nicht, weil eine Wahr­heit witzig verpackt wäre, sondern aus tiefstem Bedauern über die Aluminium­hut­träger, die blödig jeden Quatsch, den sie irgendwo aufge­schnappt haben, unreflek­tiert nachplappern.

Geld ist ein unver­brieftes(!) Konstrukt, eine völlig abstrakte Vertrauens­sache. Manchmal ist Geld gegen­ständlich: ein Stück bunt bedruckten Papiers oder ein Stück Blech. Manchmal – und mit rasanten Steigerungsraten immer häufiger – ist Geld nicht mehr als eine konkrete Bit-Sequenz auf irgendeinem Server.

Es gab Zeiten, da konnte man mit einem einzigen Stück bunt bedruckten Papiers, das eine irisierende 100 zeigte, Waren aus der Gefan­genschaft von Super­markt­regalen freikaufen und damit für eine mittel­große Familie den Einkauf für eine ganze Woche reali­sieren. Heute braucht es für die gleichen Waren (Menge und Qualität) ein paar bunte Scheinchen mehr.
Stichwort Inflation. Es stehen auf Geld­scheinen und Münzen zwar die gleichen Zahlen (Nominal­wert), aber man bekommt im Geld-Ware-Tausch dafür immer weniger. Aber Inflation wird staat­licherseits genutzt – und hier verweise ich auf einen Artikel dieses Blogs, in dem Staat und Verbrecher­syndikat zurecht gemeinsam genannt sind –, um die Wirtschaft zu steuern. Und sie wird nicht nur (passiv) genutzt, sondern gezielt eingesetzt, um den Kreis­lauf des Staats­organismus‘ in Gang zu halten (bild­lich gesprochen den Blut­kreis­lauf, der frei­lich ein Geld­kreis­lauf ist).

Klartext: Um das „arm-reich”-Kasten­system in Gang zu halten und zu stabi­li­sieren, wird staat­licher­seits die Vertrauens­würdigkeit des Geldes immer weiter geschwächt; des Geldes, mit dem das gemeine Stimm­vieh aller­dings seinen Platz in der untersten Kaste erkaufen muß.

Nötigung

Der Staat als solcher ist eine juri­stische Person, liebe­voll „Väter­chen Staat” genannt. Und da ist es auch schon passiert!
Es weht ein Hauch von Demo­kratie (nicht nur) durch Deutsch­land, wo Gewal­ten­teilung prakti­ziert wird: Legis­lative (gesetz­gebende Gewalt), Exekutive (ausfüh­rende Gewalt) und die Judi­kative (recht­sprechende Gewalt). Gewalt gegen natür­liche Personen ist gemeint, aber auch gegen juri­stische Per­sonen. Juri­stische Personen, wie der Staat nun einmal einer ist. In einem solchen selbst­referen­tiellen Bezug ist alles möglich, oder auch nichts. Zumindest gibt es viel Spiel­raum für kreative Inter­preta­tionen und auch Aus­legungen, aber keine Gewiß­heiten; erinnert sei an Russells Paradoxon.
Apropos erinnern: Es steht ja noch eine Behauptung im Raum (vgl. hier). Ver­brecher­syndikat, was für ein schönes Wort. Und wo fängt man an, in der Laudatio auf den Staat diesen wohl­klin­genden Titel zu begründen? Nehmen wir bei­spiels­weise Nötigung (StGB § 240): Zum Stich­wort „Duldung” zählen sicherlich der GEZ-Obolus und der Zwang, sich Finanz­insti­tuten (und eben auch deren Machen­schaften) ausliefern zu müssen. Und wie ist das mit halb­seidenen poli­tischen Entschei­dungen der Obrig­keits­kaste, die sehr wohl alle natür­lichen Personen des Staates betreffen, aber per Dekret nicht im Volks­entscheid legi­timiert sind?

Fortsetzung folgt…

Laufbewegung

Was ist es, das uns am Laufen hält? Und damit meine ich nicht die Fitness-Attitüde, die als Zeit­fresser ins Leben integriert werden muß, weil der sonstige Alltag viel zu wenig Heraus­forderung mit sich bringt.
Was läßt uns Schritt um Schritt machen im dunklen Wald? Was motiviert den nächsten Schritt auf einer schier endlosen Straße, die aller Wahr­schein­lichkeit nach nur ins nächste Jammer­tal münden wird?
Von Jean-Paul Sartre stammt die Bemerkung: „L′enfer, c′est les autres”. Macht dieser Gedanke nicht aber die Welt als Begriff über­flüssig, da er sie mit der Hölle gleich­setzt? Was ist es, das uns in der Hölle am Laufen hält?