Zeichen der Agonie

„Ein Gespenst geht um in Europa”. Mit diesen 6 Wörtern beginnt eine schmale Broschüre
Aber auch nach mehr als 170 Jahren geht (wieder?) ein Gespenst um. Es ist ganz leicht zu erkennen. Früher führte es bei jeder möglichen und unmög­lichen Gele­gen­heit das ◊ Zeichen vor, heute verwendet es zittern­der­weise lieber die ═ Geste. Es scheint, als gäbe es nur noch zwei poli­tische Ambi­tionen für dieses Gespenst. Auf der einen Seite will es einfach nicht von der poli­tischen Bühne abtreten (das erinnert an einen gewissen J. H., der auch nicht von der Bühne abtreten konnte; es gab aber auch E. H, K. H, H. S, E. M…). Auf der anderen Seite fühlt es sich einer historischen Mission verpflichtet. Öööööööp! Sprach­fehler! Historische Mission gehört als Begriff ja zu den beiden Machern der eingangs erwähnten Broschüre. Es muß ein anderer Begriff her: Mission stimmt, aber statt historisch sollte es eher „Verwirrtheit in histo­rischem Ausmaß” heißen. Ja, das klingt besser. Leute, die nicht wirklich wissen, worüber sie reden, haben ein Ziel gesetzt, das inhaltlich fragwürdig, aber als Leitstern globalen Aktionismus‘ unüber­trefflich ist, und Deutschland will nicht nur in die Rolle des Muster­schülers schlüpfen, sondern ein solcher sogar sein. Was geschrieben steht, ist geschrieben! Wenn sich im Laufe der Zeit Änderungs­bedarf ergeben sollte, wird nicht etwa korrigiert, sondern starr am (möglicher­weise) längst Über­holten festgehalten.
Ja, und genau das tut das Gespenst: Es will nicht von der Bühne abtreten und recht­fertigt sein Herum­spuken offen­kundig nur noch mit dem beton­köpfigen (= man kann seine politische Herkunft wohl doch nicht verbergen) Festhalten an Klima­zielen, die für sich genommen frag­würdig, aber mit den bisherigen Schrittchen praktisch nicht erreichbar sind. Ganz nebenbei: Irgendwie erinnert mich dieses gespen­stische Laufen­lassen einer mittler­weile unbe­herrsch­baren Maschinerie an den Film „Sky Captain”…

16 Kommentare zu „Zeichen der Agonie

  1. Danke und wie fein,

    daß über das Klicken des Linkes (1) die Verbindungen, Seilschaften und Steuerungen offenbar werden – für jedermann lesbar (ob man sie erkennen möchte, steht auf einem anderen Blatt – Thema: kogni….)

    Ist man dann mal neugierig und angetriggert, beginnt man vielleicht hinter die nächsten, zumindest zwei, Vorhänge zu schauen, um das Räderwerk, die treibenden Kräfte zu erkennen. Ich bring dann mal den Hegel samt These, Anti-These und Synthese…

    Das soll es auch für den Moment sein,
    möchte nämlich weder manipulativ, übergriffig oder gar „Weltbild-zerstörend“ eingreifen,
    denn wer ist denn schon der kleine Narr ohne Doktortitel oder Nobelpreis?

    Alles Liebe,
    Raffa.

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    1. Oh, das geht ja runter wie Öl! 🤩 Ist aber eigentlich doch nichts Außergewöhnliches, zumindest wenn man eine holistische Sicht nicht kategorisch ausschließt. Kann man denn große Lösungen finden, wenn man immer nur mit Erbsenzählerei zugange ist? Erstaunlicherweise wäre das iNet beispielsweise für holistisches Denken eine hervorrgende Grundlage. Nur leider wird diese allzu oft nicht genutzt, weil man sich mit seiner Funktion als schützendes Bollwerk für die auserkorene Filterblase zufrieden gibt.

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      1. Erbsen zählen und/oder 1und1 zusammen zählen – gut, daß „artet“ dann in Arbeit aus,
        was dann für einige der auf dem Planeten Anwesenden nicht in Frage kommt (;-)

        Die Maloche mit dem Bollwerk und dem Einmauern des auf erbsengröße geschrumpften „Was-auch-immer, nimmt man als verkapter Sklave dann gerne auf sich.

        Ähh, wieso fallen mir jetzt so alte Sätze ein, wie: Einjeder ist seines Glückes Schmied oder
        Jedem Tierchen sein Plaisierchen.

        So wünsche ich mir dann manchmal so einen großen Bottich „geistigen Zaubertrankes“, wo man ganz hinterhältig den einen oder anderen hineinschubst ….

        Doch da gehen wieder die übergriffigen Pferde mit mir durch …

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        1. Was für eine Vision: Ein riesiger Bottich, randvoll gefüllt mit „geistigem Zaubertrank”. Und wer reinfällt, erntet nicht etwa hämischen Spott (= Ätschibätsch, reingefallen!), sondern gewinnt die Fähigkeit zu freihändigem Denken…
          Doch seltsam, irgendwie jagt mir diese Vorstellung denn doch einen grausigen Schauer über den Rücken. Warum nur?!

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        2. Erlaube als Antwort auf deine Frage, daß wir/du so konditioniert bist, daß die „anarchische Vielfalt“ einem zumindest verdächtig sein soll!
          Oder der Satz: Das hatten wir ja noch nie, wo soll das bloß enden — gar in Freiheit und Liebe.
          Woher kommt denn dein hier angeführtes „Ätschi-bätschi“?
          …. und fahren wir damit besser? Ein Blick in die Runde, die glücklichen und strahlenden Gesichter reicht doch schon aus — und HAnd auf´s Herz, das ist doch kein verlockender Ausblick.

          Der Bottich ist, na klar, ein Träumchen von mir, resultierend aus Faulheit und Ungeduld.
          So müßte man sich ja aufmachen, mitunter einem Sysiphus gleich, auf alle Fälle aber mal vorerst raus aus der Komfort-Zone des Jetzt, des Status Quo — hmm, doch wer will das schon???
          Scheint, daß sich Hund und Katz in den Schwanz beißen — und fertig!!???

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        3. O ja, Du hast mich durchschaut: anarchische Vielfalt ist mir in der Tat suspekt. Aber nicht wegen der Anarchie als solcher, sondern wegen des Anarchisten (♀♂), der sich moralisch über der Gesellschaft wähnt. Und ist es nicht, wenn ein solcher sich erst mal durchsetzt, aller Wahrscheinlichkeit nach Käse mit Freiheit und Liebe??

          Und ehe der Hund der Katze in den Schwanz beißt (oder war es – was man beim Kreislaufen nicht sicher feststellen kann, wieder so ein Huhn-Ei-Dilemma! – genau umgekehrt?), sollten wir die Tierfreunde besänftigen, ehe sie uns die Accounts sperren lassen. 😀

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        4. Wegen dem vorgezeichneten Bild der Anarchisten oder derjenigen, welche die „Idee“ gekapert und mißbraucht haben???, läßt du die „reine“ Anarchie fallen.
          Gut bei den „grünen“ haben wir ein lebendiges, wie schlechtes Beispiel, wie es denn gehen kann, wenn die alten nur halb gesteuerten (Kelly/Bastian) entsorgt werden und die frischen, frommen und freien „Josefs“ an den Start gehen und alles ins Gegenteil verkehren. Diesbezüglich sind dir die Beispiele noch bekannt/bewußt, daß ich zu diesen Heuchlern kein Wort mehr verlieren muß, oder.
          Oder sind es die klaren Worte, gepaart mit meinem Wunsch der Reinheit und der grundsätzlichen Konsequenz???

          Huhn/Ei-Dilemma ist doch auch nur was für Leute, die nicht über den Tellerrand schauen mögen oder bewußt ausblenden – hier meine Frage:
          Warum wird hier immer der Hahn ausgeblendet???
          Oder gefährdet diese Fragestellung die Accounts umso mehr????

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        5. Aber nein! Wenn wir schon beim Schwanzbeißen sind: Ist denn nicht die eine oder andere „schräge” Idee beim Hahnenschwanz (= Cock·Tail) geboren??

          Nein, jetzt wieder (etwas!) seriöser: Gibt es denn eine scharfe Trennung zwischen Ideal (idealistischem Anspruch) und Mittel zum Zweck? Wenn die Wegegabelung schon meilenweit hinter dem Wanderer liegt, ist zweifelsohne evident, welcher Weg letzlich eingeschlagen wurde. Doch wie ist es am Punkt der Turbulenzen???

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        6. Ja, aber ist denn die „Wie weit weg”-Frage nicht gerade der Punkt, der Anarchie und Anarchist(en) logisch trennt? Und zwar unüberbrückbar trennt.
          Die Anarchie ist ein Zustand, ein Ist-Zustand, ein Zustand von gewordenen Fakten. Ein Anarchist ist ein Individuum, das die relevanten Fakten schafft. Dieses Schaffen von Fakten erfolgt von Personen, die einem Ideal folgen (Ideal in wortwörtlichem Sinn [είδωλο = Bild], nicht als politisch/ethische Wertung). Doch nicht das Ideal wirkt (als solches, also direkt), sondern die Verschwurbelung der gedanklichen Reflexion des Ideals in Handlungsanweisungen…

          Na, das kann ja heiter werden?! Höchst kniffelige Ideenschnipsel an einem regentrüben Wochenende. 🤪

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        7. Magst du dich trennen von den negativ heruntergereichten „Bildern“ über Anarchie?
          Manchmal greife ich zu einem krassen Bild:
          Die Diktatur von Liebe und Logik –
          wobei ein jeder zuckt bei Diktatur, doch was ist die Essenz der beiden Begriffe??

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        8. Liebe & Logik!? Was für ein Traumpaar! Ich kann der Logik mit Liebe begegnen. Und ich kann’s nicht nur, ich tu’s voller Hingabe. Aber kann ich der Liebe mit Logik beikommen? Kann man dem Benzinfaß mit offener Flamme begegnen? Oder der Seidenblume mit einem Morgenstern? Die Liebe mit dem eiskalten Klammergriff der Logik zu greifen ist doch so erfolgversprechend, als wolle man eine Seifenblase in einen Schraubstock spannen…

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        9. Wenn dir die Liebe Annahme schenkt,
          siehst du was ist … drängst es nicht weg, schaust nach den Ursachen und fragst nach dem „Warum?“
          … und fragst dich vielleicht auch, wie du „behilflich“ sein kannst ….
          Eben ohne Schraubstöcke, Daumenschrauben etc., wie sie derzeit zu finden sind.

          — Kannn es sein, daß die Logik grundsätzlich neutral ist. Meine „kleine“ Tochter sagt immer: Ett iss, wie ett iss, Vatter!

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        10. O ja, die Logik ist ‘grundsätzlich neutral’. Sonst wär sie keine, ist doch logisch! Aber sind denn nicht viele Sachen einfach nur neutral? Selbst ein schadrfes Messer ist an sich neutral: Man kann es benutzen, um Gefangenen die Fesselseile durchzuschneiden oder halt deren Kehlen. Der Handhabende des neutralen Werkzeuges ist nie neutral. Da kommen dann Egoismus und Willen ins Spiel…
          Apropos Wille. Sind denn der Satz: „Ett iss, wie ett iss” und das damit im Zusammenhang stehende Spannungsfeld zwischen Anspruch und Wirklichkeit nicht ein schlagender Beweis, daß der Mensch an sich nicht vollkommen irrational agiert? Er will (sic!, da isses) einfach Fakten nicht wahrhaben. Er wähnt sich über den Fakten. Er will seine Vorstellungen realisiert haben, koste es was es wolle…
          Aber vielleicht ist das gar kein „Webfehler”, sondern gerade die Eigenschaft, die den Menschen zum Menschen macht? Dann wäre die Fokussierung auf Fakten die eigentliche Dummheit? Hmm, watt seggt Din Dochter, wie ett iss?

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        11. Nun, mal ein gewagter Sprung oder nur eine schlappe Fortführung:
          Die Sache mit der Annahme, also dem Empfangen – vielleicht sind wir so degeneriert oder verführt, weil wir zum Einen die Liebe nicht mehr annehmen wollen, zum Anderen auch noch die Logik …
          und dann immer noch selbst , neben den offensichtlichen, wie einfachen Möglichkeiten, den Tausend gar – immer noch nach der 1000 und einsten suchen, weil, wir „etwas eigenes suchen oder einfach nur rebellisch sind …
          … oder widerspenstig bis hin zur Halsstarrigkeit, weil wir zum Verplatzen nicht Ruhe geben wollen …
          Ist dann doch irgendwie logisch, daß dann die Sache mit dem Frieden und der Liebe mal einfach nix werden will.
          Manchmal oder doch „grundsätzlich“ müssen wir zu unserm Glück gezwungen werden — wie die polnischen Hausfrauen …?? (;-)
          Und dann frage ich mich wieder, warum es dann in einigen Fällen wieder so einfach geht? – McDoof oder BlödelKing??? – Pest oder Cholera???
          Hmm, doch hier obsiegt dann wieder die Dummheit…

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