barfuß

Daß die Corona­locke­rungen nun ausge­rechnet mit Blumen­läden beginnen, finde ich sensati­onell! In der Natur geilen statt abge­säbelter Fort­pflanzungs­organe irgend­welcher Blumen in über­wälti­gender Pracht lebende Schnee­glöckchen, Winter­linge, Krokusse und andere Konsorten, daß einem das Herz warm wird. Aber ich brauche – wie gesagt – Schuhe! Doch Pantoffel­blumen sind wahr­lich kein Ersatz.😬

plausibel

Im Mittel denkt der Alltags­mensch nicht in Fakten, sondern in Plausi­bi­litäten. Letztere hängen allein wegen der Subjek­tivität im Wider­spiegeln der Umwelt vom indi­vidu­ellen Stand des Wissens und der Bil­dung ab, können also niemals objektiv, sondern aus­nahms­los sub­jektiv sein.

Fakt

Mein Wiedereinstieg in den Arbeits­markt datiert keine drei Monate zurück und ward gebührend bevor­freut (um’s mal so zu sagen 😁). Doch gerade einmal 1½ Monate später gefror das Lächeln zu einem argwöhnischen Grinsen (vgl. hier). Nun schleichen Eigen- und Fremd­wahr­nehmung nicht auto­matisch im Gleich­schritt durch die Botanik, allein deshalb wurde schließlich der Dunning-Kruger-Effekt „erfunden”. Also gönnte ich mir eine Monats­frist, um die Faktenlage¹ zu sondieren.
Das Ergebnis läßt sich in einem für Blogistan angemes­senen Wort­schwall etwa so formu­lieren: Neulich stand ich mit meinem Kündi­gungs­schreiben im Chef­zimmer.

Angesichts einer solchen Fakten­lage hätte ich im wesent­lichen zwei Reak­tionen erwartet, zum einen die Zusicherung des Bedauerns² und zum anderen eine Bitte um erläu­ternde³ Worte. Der statt­dessen vorge­brachte Imperativ: „Darüber müssen wir noch reden!” ist einer­seits der Versuch, eine Tatsache(!) wegzu­reden und zum anderen eine Diskre­ditie­rung meiner Wahrnehmungs- und Wertungs­fähigkeit (und damit ein nach­träglich zu berück­sichti­gender Fakt, der auf der Waage ein noch deutli­cheres Über­gewicht auf der Gehen­seite bewirkt).

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¹) Ein solcher Prozeß erscheint recht un­spekta­kulär, weil er aus kaum mehr besteht als den Zugang zu Fakten zu erschließen, diese zu analy­sieren und möglichst unvor­einge­nommen zu bewerten. Doch die Tücke liegt in winzigen Details. Zum einen gibt es keine Fakten und zum anderen ist unvor­einge­nommenes Bewerten schier unmöglich. Es gibt keine Fakten! Ursprünglich stand der Begriff für „Handlung, Tat”, und derer gibt’s gar viele. Doch mittler­weile hat eine Bedeutungs­verschiebung statt­gefunden in Richtung „Tatsache” (im Sinne von „nicht anfechtbar” bzw. „Wahrheit”). Und jeder hat seine eigene Wahr­heit
²) Hier wäre sogar jedes beliebige Maß an Heuchelei tolerabel; aber es gibt im Zwischen­mensch­lichen halt Rituale und an höfisches Protokoll gemahnende Floskeln.…
³) Ein Abschiedsgeschenk des Scheidenden, das de(m/n) zurück­blei­benden Vorge­setzten Ansatz­punkte zu Fakten­analyse (sic!) und Selbst­reflexion bietet, aber von diese(m/n) gern mißbraucht wird, um die Gloriole der eigenen Unfehl­barkeit mal wieder aufzupolieren.

Mutanten

Wenn für Viren optimale Bedingungen¹ geschaffen werden, sind Mutationen nicht etwa eine Seltenheit, sondern der Normal­fall. Permanent entstehen Dutzende, Hunderte, ja Tausende von Mutationen und verschwinden unbemerkt nach wenigen Etappen von Über­gängen auf andere Wirte. Nur die wenigsten, dann aber wirklich aggres­siven, Mutationen schaffen es in die Schlag­zeilen.
Je länger eine Virusepisode in der Zeit gestreckt ist¹, desto größer ist die Wahr­schein­lich­keit für das Entstehen bedroh­licher Mutationen. Oder – um den abstrakten Begriff der Wahr­schein­lich­keit greif­barer zu machen: Das Verlän­gern der epidemi­ologisch geprägten Zeit zieht zwangs­läufig eine erhöhte Anzahl von Mutationen nach sich. Angesichts der ergrif­fenen Corona-Maß­nahmen fragt sich schon, was den regie­renden Mutanten² wichtiger ist, optimale³ Strategien im Kampf gegen eine Viren­bedrohung oder poli­tisches Kalkül. 

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¹) In der buntdeutschen Republik sind Corona-Maß­nahmen ergriffen worden, mit denen die Ausbrei­tungs­ketten seit schon mehr als einem Jahr stabil gehalten werden.
²) Ein Mutant ist jemand, der als Subjekt am Prozeß von Verän­derungen (von lat. mutare) beteiligt ist (vgl. Beitrag vom 12.02.2021)
³) Hier hilft der umgangs­sprach­liche Gebrauch des Wortes „optimal” nicht weiter, sondern dessen wissen­schaft­licher Inhalt (vgl. hier).

bezeichnend

Es gibt Verben, die sich durch Verwendung der Endung „tion” in ein Substantiv umformen, also Substan­tivieren lassen. Mit anderen Endungen sind aus dem gleichen Verb mitunter andere Substantive ableitbar, die freilich auch eine andere Bedeutung besitzen. Anderer­seits sind derartige Wort­konstrukte u. U. zwar formal möglich, aber eben kein Bestandteil der deutschen Sprache oder eben außer­ordentlich unüblich im Gebrauch:Lesebeispiel: Ein Gratulant ist eine Person, die eine Tätigkeit ausführt, sie gratuliert; man könnte auch sagen, sie trägt eine Gratulation vor.

Die beiden nachfolgenden Beispiele zeigen, daß durch die Endung „nt” nicht immer ein Substantiv erzeugt werden kann, das das Subjekt einer Tätigkeit benennt. Dafür könnte aber durch die „t”-Endung das Ergebnis der Tätigkeit benannt sein, die das Ausgangs­verb beschreibt:Lesebeispiel: Das Filtrat ist das Resultat einer Filtration. Das andere Beispiel → Autsch.

Die abschließenden Beispiele sind lediglich der Voll­ständig­keit halber hinzu­gefügt. Sie illu­strieren die Fälle, in denen weder die „nt”- noch die „t”-Endung möglich oder gebräuchlich ist:Um jetzt ein wenig Verwirrung zu stiften: Anstelle von Addit (was sich aus dem Verb „hinzu­fügen” bzw. „addieren” ergibt) hat sich der Begriff Summe einge­bürgert. Dieser Begriff wird aller­dings auch als das Ergebnis einer ganz anderen Tätigkeit verwendet nämlich anstelle von Summat.

Apropos Verwirrung: Unsere Poli­tiker­darsteller gefallen sich in Corona­zeiten darin, ihre epidemi­olo­gische Kompetenz dadurch hervor­zukehren, daß sie die Panik vor Mutanten schüren. Da stellt sich die Frage, zu welcher der drei Beispiel­gruppen der Begriff Mutant gehört. Risch­disch! ein Mutant ist jemand, der als Subjekt, also aktiv, Verän­derungen (von lat. mutare) vornimmt; das Ergebnis solcher Verän­derungen (mitunter auch durch Mani­pula­tionen) sind mutierte Viren oder kurz Mutationen.
Es mag schon sein, daß Mutanten uns bedrohen, aber die tummeln sich womög­lich in Regierungs­kreisen… 👆🧐

Tierversuche

Das hat doch was Delikates, nicht wahr: Damit Spahn mit einer doppelt hohen Durch­impfungs­quote glänzen kann (einer erhofften, wohlge­merkt), wirft er gleich einmal das gesamte Pulver Impfserum wie beim Horn­berger Schießen in die erste Impfwelle. Damit steht dann zwar die zweite Serum­gabe und damit auch der – ach, so hände­ringend herbei­gesehnte – Erfolg der Impfaktion in den Sternen, aber es ist Zeit geschunden, um die Corona-Repres­salien geben die Plebs noch länger auszu­dehnen.
Und obwohl die Wirksamkeit speziell des Impfstoffs von Astra­Zeneca längst nicht erwiesen ist, wird eine „höhere Gewalt” herbei­zitiert, um kraft ihrer Wasser­suppe an die Geduld zu appel­lieren, an das Wunder zu glauben, das da herbei­gesehnt wird: »WHO stellt sich hinter Impfstoff von Astra­zeneca – Trotz mehrerer Rück­schläge für den Impfstoff Astra­zeneca hat sich die Welt­gesund­heits­organi­sation hinter das Mittel des britisch-schwe­dischen Unter­nehmens gestellt. In der Zeitung „Daily Telegraph“ hieß es von Seiten der Forschungs­allianz CEPI, es sei viel zu früh, den Impfstoff als zu wenig wirksam abzutun. Im Kampf gegen das Corona­virus sei es entscheidend, alle verfügbaren Mittel so effektiv wie möglich zu nutzen« (Quelle: BR24).
Im Klartext bedeutet diese Botschaft: Wir wissen doch über­haupt nicht, ob dieses Mittel tatsächlich wirkt, aber laßt uns doch erst einmal ein paar weitere Tier­versuche an euch Menschen machen, dann finden wir es raus.

Tinnef

Es ist rund ein Viertel­jahr her, daß ich mir ein Paar Schuhe kaufte, um halbwegs über den Winter zu kommen. Um es mit den jungen Pferden ruhig angehen zu lassen, habe ich Schusters Rappen erst einmal nur im Schon­gang über Straßen und Wege getrieben. Kaum 100 km sind dabei zusammen­gekommen. Doch diese kaum mehr als Spuck­weiten­distanz zu benen­nende Belastung führte zu einem verzwei­felten Protestruf von der unter­sten Ebene her: „Oh, ich geh kaputt!”

MPU

Über die MPU weiß Tante Wiki: »Die Medizinisch-Psycho­logische Unter­suchung […] beur­teilt in Deutsch­land die Fahr­eignung des Antrag­stellers. […] Die gesetz­lichen Maßnahmen im Rahmen des Fahr­erlaubnis­systems sind ein wichtiges Element zur Verbes­serung der Verkehrs­sicherheit (Senkung der Zahl der Unfall­opfer – Getötete und Verletzte) […].« Könnte es mögli­cher­weise so sein, daß, was im Straßen­verkehr recht ist, beim Lenken eines Staats­schiffes billig sein müßte, nämlich die ›Senkung der Zahl der […] (seelisch!) Verletzten‹?
Doch was tun Spahn und v. d. Leyen, um exempla­risch mal die zwei größten Anwärter für den Idioten­test zu nennen, wie er nicht zu unrecht im Volks­mund heißt? Ganz genau! Sie sondern vor Kameras und Mikro­phonen Sprech­blasen ab, die erheb­lichen Zweifel daran aufkommen lassen, ob sie wirklich das psycho­logische Rüst­zeug haben, dem Wohle ihrer Schutz­befoh­lenen zu dienen.

Das Geseiere von UvdL wegen der Versäum­nisse bei der Beschaffung von Corona-Impf­stoffen ist einfach nur unerträglich (siehe hier). Anderer­seits hat sie sich beim Erklimmen ihrer Karriere­leiter schon *ironie ein* so oft mit Ruhm bekleckert, daß man einfach von einem souveränen Funkti­onieren im Umgang mit der aktuell knif­feligen Situ­ation ausgehen mußte *ironie aus*.
Und das Jensilein? Nun, der *ironie ein* macht alles richtig *ironie aus*. Monatelang schalmeit er das Prinzip Hoffnung, indem er die Bevöl­kerung auf die ulti­mative Waffe einschwört, mit der der pandämische Krieg letztlich doch gewonnen wird, so einer Art V1 (wobei das V hier – anders als beim histo­rischen Namens­vetter – für Vakzin steht). Und dann sind all die heils­bringenden Mittel von heute auf morgen nichts mehr im Vergleich zu dem Zauber­mittel von AstraZeneca. Dieses wird aber bei der Planung des Impfver­fahrens nicht etwa mit der medi­zinisch erforder­lichen Doppel­dosis pro Person veran­schlagt, sondern ohne Berück­sichti­gung der zweiten Serum­gabe. Wenn Ein- und Ausatmen zwei Kompo­nenten eines lebens­erhal­tenden Prozesses sind, empfiehlt der Gesund­heits­minister, erst einmal nur einzuatmen – die Gelegenheit zum Ausatmen mag sich möglicher­weise in ein paar Wochen ergeben…