Kontrollwahn

Der Tag heute, genauer der Arbeits­tag, war wie die ganze Woche; vornehm gesagt, totale Scheiße. Umso erfreu­licher war es, heute in den Medien mal etwas Herz­erfri­schendes lesen zu dürfen: »Der Corona­virus scheint jetzt außer Kontrolle zu sein im Land [= Deutschland]. Unter anderem weil ein infi­ziertes Ehepaar in Nordrhein-Westfalen bei einer Karnevals­sitzung mit hunderten Gästen war, der Ehemann ist später wegen einer Lungen­entzündung kollabiert und kann nicht mehr befragt werden, wo er sich das Virus womöglich einge­fangen hatte. Eine Person, die sich wiederum bei dem Paar angesteckt hatte, war anschließend tage­lang im Erleb­nisbad Tropical Island in Bran­den­burg. Wo all die anderen Karne­valisten inzwischen waren, wird schwer zu erkunden sein. Und da das Virus offenbar äußerst leicht von Mensch zu Mensch über­tragbar ist, ist es für die Behörden kaum mehr möglich, weiterhin alle Infi­zierten zu finden und zu isolieren« (Quelle: MSN).
Klang das alles vor ein paar Tagen nicht noch ganz anders? Habt euch nicht so, die Zahl der Corona-Infizierten ist nichts gegen die jähr­liche Zahl der durch Influ­enza Dahin­gerafften. Dann das erste Rückzugs­gefecht: Durch Quarantäne ist die Epidemie vermeidbar. Abwie­gelndes kam aus Deutschland: Wir sind gut präpariert. Dieser Behauptung folgte(!) die poli­tische Beschwich­tigung aus dem Gesund­heits­mini­sterium: Wir werden(!) ein Maßnah­menpaket schnüren. (Man beachte Verlaufs- und Zeitformen!)…
So langsam wird uns medial das Wort Pandemie schmack­haft gemacht. Wer ist überrascht? Ich bin’s nicht! Eine Gesell­schaft und das soziale Mitein­ander in ihr ist nun einmal hoch­komplex. Alle Ansteckungs­kanäle und vor allem alle betei­ligten Menschen zu über­wachen mag Traum und erklärtes Ziel staat­licher Über­wachung zu sein, ist aber bei einer Inku­bations­zeit von rund zwei Wochen und einer Ansteckungs­fähigkeit auch schon vor dem Ausbruch von Covid-19 noch praktisch unmöglich (Betonung auf noch). Murphy’s Law traue ich deut­lich mehr als den blumigen Auslas­sungen von Personen, die nicht durch Fach­kompetenz, sondern durch ihr Parteibuch zur Koryphäe gestem­pelt wurden: Alles, was schief­gehen kann, geht schief.

6 Kommentare zu „Kontrollwahn

  1. Popcorn – warum bin ich nicht früher drauf gekommen!? Berge von DVD’s, ein Notstromaggregat und eine Palette mit Flüssignahrung.
    Wenn Pakete geschnürt und diversen anonymen Experten weise Worte in den Mund gelegt werden, dann bin ich mal weg, denn Pakete werden in der Regel nur mehr geklebt und wenn Experten meist namenlos aus dem Nichts auftauchen, dann sind sie laut meiner Expertise meist auch nichts wert …

    Gefällt 1 Person

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