sündenbockig

Lohnt es sich, über politische Nicht­ereignisse auch nur ein Wort oder eine Blog-Zeile zu verlieren? Die Antwort dürfte nein lauten. Es sei denn – um hier einmal die natur­gege­bene Klar­heit von poli­tischen Aussagen zu prakti­zieren (sich also gleich selbst zu wider­sprechen) –, die politischen Belang­losigkeiten resul­tieren auf einer allgemeinen Eigen­schaft der mensch­lichen Spezies. Doch dann könnten die Akteure der Belang­losig­keiten gar nicht belangt werden; Opfer, die sie sind.
Eine solche Belang­losigkeit, die nach politischen Maß­stäben schon recht alt ist, nämlich ein paar Stunden, ist der Seehofer­sche „Rückzug” (vgl. hier). Die andere Belang­losigkeit könnte die Überschrift tragen: Jetzt, wo die große Frau keinen breiten Schatten mehr wirft, traut sich ein kleiner Kläffer wieder aus seiner Deckung (vgl. hier).
Und der „Hauptnenner”? Beide Aktionen sind politisch irrational. Dennoch werden sie, obwohl sie völlig belanglos sind, bis zur Neige ausgekostet. Es muß ein Schuldiger her, dem alles Negative, das aus der Vergan­genheit erinner­lich ist, aufgebürdet wird. Der Sündenbock. Es scheint, daß es ohne Sündenbock keine Befriedung in größeren Menschen­gruppen geben könne: Hier ist das Silber­tablett, wir wollen einen Kopf darauf sehen…

16 Kommentare zu „sündenbockig

  1. Um beim Thema zu bleiben und nicht zu ver-sagen:
    Ist der Ruf einemal ruiniert, ähh, was sagtest du, ja – der Kopf ab…
    Jedoch der Rest dessen, wo ich so verwegen ansetzen wollte –

    ach, lassen wir das und gehen zur Tagesordnung über!

    Sonstiges!
    Irgendwelche Wortmeldungen??

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    1. Tiefer!? Das ist doch mal ’n Ansatz! Ist es nicht schon öfter gesehen worden, daß kopflose Kakerlaken und Hühner ziemlich lange so weitermachen, als hätten sie kein „einschneidendes Erlebnis” gehabt? Gibt es eigentlich diesbezügliche Erfahrungen zu Politiker-Darstellern? *grübel*
      Ach, lassen wir das wirklich! Gehen wir zur Tagesordnung über…

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    1. … ach, das ist gar nicht so unwahrscheinlich: eine Handvoll Buchstaben ergibt eine Handvoll Wörter ergibt eine Handvoll Sätze. Die Wahrscheinlichkeit, daß sich ein paar solche Sätze ähneln, ist deutlich über Null. *breit grins* 😉

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