Literatur

Also schön, Literatur wird es wohl immer geben, solange es den Menschen gibt. Aber wie ist das mit der schönen Literatur (sprich Belle­tristik)? Im Buch­laden findet man sowas sogar noch, falls es dort einen Winkel gibt, der mit Klassik über­schrieben ist. Aber sonst?
Ob sich wohl die Gewohnheiten soweit geändert haben, daß es für Belle­tristik keine saftigen, nähr­stoff­reichen Böden mehr gibt, sondern nur noch karge Ödnis? Weil sich in unserer schnelle­bigen, ober­fläch­lichen Zeit kaum noch jemand die Mühe macht, Tiefes zu heben und auf­zuar­beiten? Weil Anstrengung und Nutzen in keinem akzep­tablen Verhältnis stehen? Weder beim Schreiben, noch beim Konsu­mieren des Geschrie­benen, vom Verstehen des Gelesenen (dem Verstehen­wollen wie dem Verstehen­können) ganz zu schweigen.

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22 Kommentare zu „Literatur

  1. Welche Eisbrecher müßen wir „auffahren“, um den Panzer der Oberflächlichkeit zu durchbrechen?
    So werden wir als Konsumisten permanent angeleitet, durch die „Must-Have-Listen“ zu rammeln, so oder so!
    Wer kommt andererseits in einer kurzen Zeit der Stille mit sich selbst noch zurecht, geschweige denn mit der Tiefe „magischer Buchstaben“, deren Essenz dich dazu bringt, Erhabenheit und Leben „nachzuspüren“.

    Kommt jetzt wieder der Radikalinski in mir hoch, wo die Buchstabenfolge von Erhabenheit… – doch lassen wir das auch mal wieder!!
    Danke für deinen Impuls, sich ausnahmsweise mal der Schönheit hinzugeben oder sie zumindest mal zu suchen; in dem vermischten bunten Braun unserer Tage.
    Boah, der Radikalinski, welcher eigentlich sooo geil ist, auf die Magie der Buchstaben und die „Entdeckung anderer Sprachen“.

    Hatte ich schon erwähnt, daß dieses Defizit der modernen, aufgeklärten Menschheit wohl nur noch durch eine „Diktatur der Liebe und Logik“ zu beheben ist. Hört sich arg paradox an, jedoch…
    … und wir haben schon einige, weniger schöne Umerziehungsprogramme „erfolgreich“ absolviert!

    Ooops, muß noch schnell den „Ur-Faust“ bei Amonzon bestellen, damit er gestern geliefert wird.

    Halt mich auf dem Laufenden,
    in aufrichtiger Dankbarkeit,
    Raffa.

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      1. Ja klar steht die Liebe ganz weit vorn, ich finde die Logik ist eine Untermenge der Liebe (Bewußtsein, auch über/bei actio und reactio und hilft auch beim Kreieren…).
        Muß ja auch einiges organisiert sein, bevor es von alleine läuft(;-)

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        1. Upps, da hast Du ja eine überraschende Vermutung angebracht. Ich werde wohl (mindestens) das anstehende Wochenende brauchen, um den „Klops” zu verdauen. Bisher glaubte ich immer, Liebe und Logik seinen Bewohner frmder Länder, die sich in Sprache und Kultur deutlich unterscheiden.
          Ganz gewiß wohnt der Liebe eine (gewisse) Logik inne, doch wo sind die menschlichen Regungen bei der Logik? Ist denn diese nicht gerade dadurch geprägt, steril und abstrakt (also weltfremd) zu sein? Fragen über Fragen… ☺

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        2. Nun, mein Guter,
          zwei kleine Sichtweisen, die erste vielleicht simpel und vordergründig:
          Ein Messer kannst du nutzen um jemanden zu verletzen oder gar um die Ecke zu bringen UND du kannst es nutzen um Brot zu schneiden, welches du nachher verteilen kannst.
          No. 2 und einen Schritt weiter: Machen wir den Verstand, das Hirn zum Werkzeug, zum Helfer des Herzens…
          Was wir feststellen und konstatieren dürfen seit etlichen Monden ist: Wir geben dem Verstand den Vorrang und vergessen das Herz und lassen es „Hinten runterfallen“ —
          Habe auch jahrelang geschrien: Herr, schmeiß Hirn herunter (und das als Atheist) – seit ein paar Monaten bete ich um mehr „Heiligen Geist“.

          Freue mich auf die Erkenntnisse deines Wochenendes,
          Raffa.

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        3. … ich geb mir Mühe. Doch je länger ich grüble, desto klarer wird mir, daß ein ganzes Mnschenleben nicht ausreichen dürfte, zu einer konsensfähigen Lösung zu kommen. Hat denn das mehrtausendjährige Wirken der Schwarmintelligenz in dieser Frage bisher nicht recht kläglich versagt? *grübel*

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        4. Berechtigte „Abschluß-Frage“ –
          zum Eingang deiner Worte: Warum unterschätzen wir uns immer so maßlos?
          Doch da treten wir wieder eine Debatte los, welche uns abhält, unser Licht unter dem Scheffel hervor zu kramen…

          Doch, fern der Vorurteile, sind wir doch locker Multi-Tasking-fähig!

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  2. Zum Bild mit den nährstoffreichen Böden könnte man noch überlegen, ob der Acker der Belletristik durch die Möglichkeiten des On-Demand-Publizierens mancherorts schlicht überdüngt worden ist …

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      1. Wobei ich beim zweiten Nachdenken noch vermuten würde, dass Ebooks und das damit einhergehende niederschwellige Veröffentlichen der noch wirksamere „Turbodünger“ sind. Das ist mir nur nicht gleich eingefallen, weil in meiner Dinosaurier-Wahrnehmung das Konzept Literatur immer noch an Papier gekoppelt ist …

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        1. … auch diesen Aspekt sollte man nicht unterschätzen. Das Ambiente dürfte allemal ein starker Katalysator sein. Schließlich geht es ja nicht um die Vielzahl von Buchstaben und Zeilen, die zu überlesen ist (ja, die Doppeldeutigkeit des Verbs ist beabsichtigt), sondern um einen komplexen Vorgang, der wahrscheinlich damit beginnt, sich auf den Autoren einzulassen und in seine (Roman-)Welt einzutauchen. Da dürfte den eigentlich unterschwelligen Reizen eine machtvolle Bedeutung zukommen: wie fühlt sich das Papier an, wie riecht das Buch, wie schwer liegt es in den Händen oder auf dem Schoß, wie ist – der Mode der Zeit oder der Materialknappheit geschuldet – der Druck gestaltet…

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