untherapierbar?

EU-Wahl: hingehen oder nicht? Und wenn hingehen: Stimm­zettel ungültig machen oder nicht? Und wenn gültig wahlbe­teiligen: Wen denn?

Ich frag mal so: Wie hohl müssen die Gutmenschen sein, daß komplett sinn­ent­leerte Wort­hülsen, die jenseits jedweder Falsi­fizier­bar­keit durch Informa­tions­kanäle beliebiger Couleur gepeitscht werden, einen derartigen Wider­hall beim gemeinen Stimmvieh finden? Und warum werden Schwindler, Heuchler, Scharla­tane an poli­tisch expo­nierten Stel­len geduldet, statt sie zu thera­pieren oder notfalls schützend in Gewahrsam zu nehmen?

20 Kommentare zu „untherapierbar?

  1. schützender Gewahrsam – Ge-Wahr-Sam
    1. Ge- Die Bedeutung geht im germanischen von dem Begriff des Zusammenseins, der Zusammengehörigkeit, der Vereinigung aus.
    2. Wahres – und jetzt wird es laut Wikipedia und Duden komplizierter:
    3. -sam oder zam
    [1] Wortbildungselement, das Verben adjektiviert, mit der Bedeutung, dass man mit jemand oder etwas etwas machen kann
    [2] oder mit der Bedeutung, das jemand oder etwas etwas (häufig oder gewöhnlich) tut
    [3] Wortbildungselement, das Substantive adjektiviert, mit der Bedeutung, dass jemand oder etwas von etwas erfüllt ist oder etwas bereitet
    Es steht nun zur Diskussion wie es sich mit diesem Gewahrsam verhält.

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    1. Es ist wohltuend, wenn Worte nicht einfach so überlesen werden, sondern nach ihrer Bedeutung und ihrem Sinn gefragt wird. Und sie scheint selten geworden, diese Tugend. Umso mehr danke ich Dir für Deine Anmerkung. Warum aber hast Du dem (im wahrsten Sinne des Wortes) Kernstück nicht noch mehr Aufmerksamkeit geschenkt?
      „Wahr” – ein wahrlich breites Tummelfeld. Haben sich nicht schon viele an der Wahrheit die Zähne ausgebrochen (um ehrlich zu sein alle)? Woher weiß man, was wahr ist? Durch Wahrnehmung oder durch „Für wahr” Nehmung? Doch was soll man speziell bei Politikern für wahr nehmen, die doch der Wahrheit verpflichtet sein sollen. Wo sie es es nicht oder nur entschieden zu wenig sind, sollte man sie verwahren – zu ihrem Schutz, aber vor allem zu unserem…

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      1. Deiner Frage, warum ich dem zentralen Wortbestandteil vermeindlich nicht seine gebührende Aufmerksamkeit geschenkt habe begegne ich sogleich mit zwei Antworten, die miteinander zusammenhängen. Der Wahrheitsbegriff ist seit Jahrhunderten Gegenstand von Betrachtung und Überlegungen philosophischer, künstlicher, politischer, juristischer, alltäglicher, poetischer, natürlicher, ethischer, religiöser, spiritueller und sonstiger Natur, beinahe ausnahmslos sinnierender Menschen, mit weitaus größerer Geisteskraft als ich sie zur Verfügung habe. Der Begriff ist so groß und schillernd – und nun kommt die Antwort Nummero zwo – daß aus dem Kommentar eine mehrere Ellen lange Abhandlung geworden wäre, eine Schriftrolle ohne Ende. Attraktiver fand ich, die Aufmerksamkeit auf Dasjenige zu richten, das diesen Diven und Stars der Sprachwelt ihre Nuancen gibt. Die Prä- und Suffixe, die von uns so selbstverständlich beigestellt werden und die ihre Eigenschaft, ihr Eigenleben, im Dunstfeld von Wortzentralsonnen heutzutage unrechtmäßig verlieren, respektive verloren haben. Doch die Deutsche Sprache ist die lebendige Königin der Sprachen und spricht immer die Wahrheit. Lügnern bleibt daher allein die Zuflucht zu Wortneuschöpfungen, Nutzung von Begriffen insbesondere aus nichtdeutschen Sprachen. Das ist nun nicht in allen Fällen schlecht oder böse oder abzulehnen, denn wenn nun einmal eine Maschine maßgeblich in einem Land entwickelt wird oder internationale Wissenschaftskreise eine gemeinsame Sprache sprechen, um sich zu verständigen, wo rechnen „to compute“ bedeuted und von daher Computer genannt wird, kann man dies selbstverständlich benutzen, dann bleibt der deutsche Begriff „Rechner“ in unserem Sprachraum einfach noch etwas enger mit dem rechnenden Menschen in Verbindung. Oder, wenn es ein Tele-Phon gibt oder ein Auto-Mobil oder eine Sportart Skate-Board-Fahren oder Skate-Board-ing,..

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        1. Für eine solche Antwort kann man nur danken, was ich hiermit tue. Ich gebe es zu, ich vermisse Menschen, die – gerade und vor allem – im Sprachalltag achtsam mit ihrem denkunterstützenden Werkzeug umgehen. Ist doch so: Welche Ideen kann man von jemandem erwarten, der einen aktiven Sprachschatz von kaum 1500 Wörtern hat?

          Und ja, Prä- und Suffixe, Konjunktive und was es da noch alles so gibt, um die (deutsche) Sprache zu einem scharfen Werkzeug zu machen, werden oftmals nur noch nachlässig (wenn überhaupt) verwendet. Die deutsche Sprache als die der Dichter und Denker?! Eher wohl nein, nicht mehr: Die Zeit ging weiter, die Entwicklungen gingen weiter, doch der eine oder andere Zug wurde offenbar verpaßt.
          Nichts gegen Lehns- und Fremdwörter. Ein Kultur, die solch einer Anreicherung bedarf und sie auch spielend (spielerisch?) assimiliert, dürfte eine lebendige prosperierende sein. Aber, Du hast es ja bereits angesprochen – wofür ich Dir auch dankbar bin –, eine bedenkliche Grenze dürfte erreicht sein, wenn der einstmal üppig sprießende Garten der Muttersprache immer kümmerlicher gedeiht und von üppigem Grün aus den nachbarlichen Beeten überwuchert wird.

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    1. Trotzdem würde ich die Politiker vorher vor die Qual der Wahl stellen: Welcher Baum, welcher Strick, welcher Knoten…

      Aber ich schätze, dafür es ist noch zu früh. Sind denn die bisherigen Simulationen nicht wenig bis unbrauchbar, da sie von den Simulationsobjekten verfälscht sind, die die Randbedingungen gleich mal – alternativlos! — so gesetzt haben, daß bestimmte Lösungsräume a priori ausgeschlossen sind (Revolution etc.)…

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    2. Das geht sich nicht gut aus, wiewohl es eine Option ist wie andere auch. Doch was sind die Folgen? Noch mehr Traumatisierung? Wollen wir so enden wie die Israelis und Palästinenser? In der absoluten Dunkelheit von Geist und Seele? Ja, der Rachegedanke ist legitim, auch wenn er hierzulande verächtlich gemacht wird. Rache in seiner zivilisierten Form könnte man Wiedergutmachung, Ausgleich, Gerechtigkeitsempfinden befriedigen nennen, so wie man das in US Gerichten regelmäßig hört. Dem Deutschen Volk und jedem einzelnen Menschen wäre sicherlich sehr geholfen, wenn man anstelle schneller vermeintlicher Problemlösungen (weg damit – in den Tod) nach wahrlichen Lösungen suchte, die mit Sicherheit etwas komplexer und anspruchsvoller sind als Laternenpfähle. Aber ich traue dies den Deutschen durchaus zu hier nachhaltig wirksam zu werden. Das Böse will immer Blutopfer und das perfideste Blutopfer ist das, welches durch diejenigen verübt wird die glauben, für das Gute einzustehen und für die Wahrheit zu kämpfen. Der Teufel schätzt die reine Seele, die ihm verfällt mehr als die des Verruchten mit seinem schwarzen Herzen, der ihm sowieso schon gehört.

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      1. Darf ich ich mich mal mit einem kurzen Einwurf dazwischendrängeln? An moralisch-etischen Konzepten herrscht mittlerweile kein Mangel. Die Menschheit hat seit Tausenden von Jahren daran gewerkelt. Aber hat sich die ethisch-maralische Ausstattung des Menschen in summa wirklich geändert?

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        1. die Ausstattung ist immer dieselbe, des Menschen Wille und Befähigung, diese Ausstattung zu nutzen, anzuwenden, zu pflegen, zu hegen und zur Blüte zu bringen, ja gewiss, die läßt sehr zu wünschen übrig. Wie das kommt? Vielleicht eine toxische Wirkung der Traumatisierung seit mindestens 2000 Jahren durch Kräfte, die die einen Reptiloide nennen, die anderen Psychopathen und wieder andere das Böse schlechthin. Also Kräfte, die von Natur aus, wie instinktiv, und inzwischen auch durch Wissenschaft die menschlichen Schwächen als Individuen wie auch als Masse erkennen und für ihre Ziele nutzen. Wenn sie damit Erfolg haben, lernen die „normalen“ Menschen rasch, diese Konzepte auch für sich zu nutzen und diese Strukturen vermehren sich sodann exponentiell. Eines führt zum andern bis hinein in den Untergang.

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        2. Das Szenario jagt einem irgendwie eine Gänsehaut über den Buckel. Aber zeigen denn forschende Blicke in die Geschichte nicht recht deutlich, daß dieses Szenario verdammt nahe an der Realität liegen dürfte?

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    1. … zumindest würde ich über der Tür zu einem solchen Therapiezentrum ein Schild anbringen lassen wollen: „Wer hier von sich aus eintreten möchte, braucht es nicht. Wer es hingegen bräuchte, würde diesen Ort nie auch nur zur Kenntnis nehmen”.

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        1. Da werd ich mal loswackeln, um Buchstabenfarbe für die Bemalung des Türschildes zu kaufen. Farbe auf der Basis von warmer Luft und (unhaltbaren) Versprechen? Oder sollte ich doch lieber bei der Tradition der ehrlichen Worte bleiben? Wie heißt solch ehrliche Buchstabenfarbe auf gut sizilianisch?

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  2. Altobelli,

    jetzt gar handgeschnitzt, ähm, gemalt,
    was zuvor noch ein Schild sein sollte.

    … und mir dann noch Löcher in den Bauch fragen,
    womöglich Marke Vendetta …

    Gehe doch bitte zu OBI, ob sie dir helfen mögen, dein Ding zu machen.

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