Rerum cognoscere causas

Ganz ehrlich: Ich durch­schaue nicht einmal ansatz­weise die Details um den Tod von G. Floyd (r. i. p.). Nein, jetzt kommt keine Schelte gegen irgendwen wegen Desin­formation, tenden­ziöser oder fehlender Bericht­erstat­tung. Es ist auch nicht die Zeit, sich darüber zu wundern, daß es in einer Epoche, die mehr als jede andere den Namen Informa­tions­zeit­alter verdient hätte, offenbar praktisch unmöglich ist, ein relevantes Fakten‑Set zu erlangen.
Was mich wundert, ist die Vehemenz der sozialen Eruptionen, nicht nur auf Minnesota oder die Vereinigten Staaten begrenzt, sondern auch heftigst überschäumend in Europa (vgl. hier). Welcher Druck muß sich über Jahre (Jahr­zehnte?) aufgebaut haben, der sich jetzt in Serien von Erdbeben entlädt? Wie fragil sind Gesell­schafts­konstrukte in Wirk­lich­keit, die von Legislatur zu Legislatur mit attrak­tivsten Eiapo­peia‑Fas­saden präsen­tiert werden?

8 Kommentare zu „Rerum cognoscere causas

  1. Im Lockdown/Homeoffice/Neuhartz/Streamingqualitätsreduktion beginnen Leute plötzlich und unerwartet mit einer vergessen geglaubten Tätigkeit: Nachdenken! Früher ging sowas noch gut, da alle bürgersinnlich aufs gleiche Plattformbrot geschmiert waren – heute klafft in der gesamtgesellschaftlichen Toastscheibe ein breiter Riss – ergo Driss. Ach – konsensfähig ist natürlich inzwischen auch keiner mehr. Instanttriebbefriedigung (v.a. Konsum) und jahrelange Filterblasenhaft stehen dem entgegen. Leistung muss sich schließlich auch wieder lohnen, nicht?

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        1. Seit Conchita Wurst muss das nix heißen… 😄
          Okay, dann halt „Cassandra (m)“, oder „Cassandro“? Oder gleich „Castro“? Damit wäre dann auch der Zigarre auf dem Profilbild entgegengekommen worden… 😉

          Gefällt 2 Personen

  2. Was diese Desinformationsepoche betrifft, da stimme ich zu,
    Gesellschaftskonstrukte zerfallen geplant oder „zufällig“ im Nu,
    das war schon immer so und wird wahrscheinlich auch so bleiben,
    das liegt uns in den Genen, nur keine Eruption vermeiden!
    „Eiapo­peia‑Fas­saden“, neuer Fachbegriff für Diskussionen,
    das fetzt, der Einsatz wird sich lohnen …

    Gefällt 1 Person

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